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Rechtsextremismus im Osten von Deutschland. Das braune Erbe der sozialistischen Diktatur oder Folge der Wiedervereinigung?

Title: Rechtsextremismus im Osten von Deutschland. Das braune Erbe der sozialistischen Diktatur oder Folge der Wiedervereinigung?

Bachelor Thesis , 2016 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sarah Kutscher (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Eberswalde, Cottbus, Hünxe, Mölln, Solingen etc. – die Liste der Orte, die Anfang der 1990er Jahre traurige Berühmtheit erlangten, ist lang. Gerade die Jahre, die für Deutschland eigentlich Hoffnung und Freude bedeuten sollten, da ab diesem Zeitpunkt „zusammenwächst, was zusammen gehört“ (Willy Brandt), wurden von Gewalttaten, Hass, Wut, Trauer, Fremdenfeindlichkeit und Hilflosigkeit überschattet. Warum ereignen sich diese Übergriffe so häufig in Ostdeutschland, obwohl sich die DDR als einziger deutscher antifaschistischer Staat definierte?

Den Schwerpunkt meiner Arbeit setze ich auf diesen Aspekt. Im Kontext wird erörtert, ob die rechtsextreme Orientierung von Menschen in Ostdeutschland das Erbe der sozialistischen Diktatur in der DDR oder das Ergebnis der neuen Lebensumstände nach der Wiedervereinigung ist.

Kamen die Ausschreitungen, die Deutschland in Angst versetzten und auch in der Welt die Angst entfachten, dass das vereinigte Deutschland erneut zum Nationalismus zurück kehrt, tatsächlich überraschend? Oder war ‚die Wende‘ nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte?

Um diese Frage beantworten zu können, muss als erstes der Begriff ‚Rechtsextremismus‘ geklärt und definiert werden. Daran anschließend werden die Entstehungstheorien erörtert, wobei sich aus programmatischen Gründen auf die drei einschlägigsten konzentriert wird. Dabei handelt es sich um die Theorien der sozialen Desintegration, der relativen Deprivation und die Autoritarismus-Theorie, die in der vorliegenden Arbeit kontrastiv gegenübergestellt werden.

Der dritte Teil geht auf die ‚Erblast-These‘ ein, bei der die sozialen Lebensbedingungen, der staatlich verordneten Antifaschismus und die Situation der AusländerInnen in der DDR erläutert und analysiert werden. Hierfür wurden im Vorfeld Interviews mit ehemaligen DDR-BürgerInnen geführt. Im vierten Teil der Arbeit wird die ‚Wiedervereinigungsthese‘ anhand von rechtsextremen Kampagnen und dem „Arbeitsplan Ost“ in den 1990er Jahren geprüft. Außerdem werden Statistiken zur sozialen Desintegration und der relativen Deprivation herangezogen. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Rechtsextremismus

a. Dimensionen des Rechtsextremismus

3. Theorien zur Entstehung von Rechtsextremismus

a. Autoritarismus-Theorie

b. Soziale Desintegration

c. Relative Deprivation

4. Rechtsextremismus als Erblast der DDR

a. Soziale Lebensbedingungen in der DDR

b. Staatlich verordneter Antifaschismus

c. AusländerInnen in der DDR

5. Rechtsextremismus als Folge der Wiedervereinigung

a. Rechtsextreme Strategien nach dem Mauerfall

b. Soziale Desintegration

c. Relative Deprivation

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die hohe Ausprägung von Rechtsextremismus in Ostdeutschland im Vergleich zu den alten Bundesländern. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob dieser Rechtsextremismus als ein historisches Erbe der sozialistischen Diktatur in der DDR oder als eine direkte Folge der gesellschaftlichen Umbrüche und Lebensumstände nach der deutschen Wiedervereinigung zu verstehen ist.

  • Historische Analyse der DDR-Sozialisation und deren autoritäre Prägung.
  • Vergleich theoretischer Konzepte zur Entstehung von Rechtsextremismus (Autoritarismus, Desintegration, Deprivation).
  • Untersuchung der Rolle der Vertragsarbeiter in der DDR als Spiegelbild ethnozentristischer Weltanschauungen.
  • Analyse der rechtsextremen Strategien und Entwicklungen nach dem Mauerfall in den 1990er Jahren.
  • Bewertung der ökonomischen und sozialen Auswirkungen des Systemwechsels auf die politische Radikalisierung.

Auszug aus dem Buch

4. Rechtsextremismus als Erblast der DDR

Wie eingangs bereits erwähnt, werden in den neuen Bundesländern erheblich mehr rechtsextreme Gewalttaten verübt als in den alten Bundesländern. Es stellt sich daher die Frage, was die Gründe dafür sind, dass der Rechtsextremismus im Osten intensiver ausgeprägt ist als im Westen. Hierzu soll zuerst die sogenannte „Erblast – These“ vorgestellt werden. Diese wird anhand der Erziehungskultur und der sozialen Lebensbedingungen, sowie des staatlich verordneten Antifaschismus‘ und dem Umgang mit AusländerInnen in der DDR überprüft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohe Gewaltbereitschaft der rechten Szene in Ostdeutschland und führt in die zentrale Fragestellung ein, ob diese als DDR-Erblast oder Wiedervereinigungsfolge zu deuten ist.

2. Definition Rechtsextremismus: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Bestimmung des Sammelbegriffs Rechtsextremismus und differenziert zwischen verschiedenen Erscheinungsformen sowie Dimensionen.

3. Theorien zur Entstehung von Rechtsextremismus: Hier werden die zentralen wissenschaftlichen Erklärungsmuster wie Autoritarismus, soziale Desintegration und relative Deprivation kontrastiv gegenübergestellt.

4. Rechtsextremismus als Erblast der DDR: Das Kapitel analysiert, inwiefern die autoritäre Erziehung, der staatlich verordnete Antifaschismus und der Umgang mit Vertragsarbeitern den Nährboden für rechtsextreme Einstellungen in der DDR bildeten.

5. Rechtsextremismus als Folge der Wiedervereinigung: Dieser Abschnitt untersucht die Auswirkungen des Systemwechsels, die Massenarbeitslosigkeit und die rechtsextremen Strategien der 1990er Jahre auf das Aufkommen rechter Gewalt.

6. Fazit: Das Fazit führt die Analysen zusammen und schlussfolgert, dass eine Kombination aus DDR-Sozialisation als Fundament und der Wiedervereinigung als katalysatorischer Effekt das aktuelle Phänomen erklärt.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, DDR, Wiedervereinigung, Autoritarismus, soziale Desintegration, relative Deprivation, Antifaschismus, Vertragsarbeiter, politische Radikalisierung, Erblast-These, Systemwechsel, Ostdeutschland, Rechtsextreme Gewalt, Sozialisation, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für die überdurchschnittliche Präsenz rechtsextremer Gewalttaten in Ostdeutschland im Vergleich zum Westen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Auswirkungen der DDR-Sozialisation auf autoritäre Einstellungen und die Folgen des systemischen Umbruchs nach der Wiedervereinigung auf das Erstarken der rechten Szene.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit sucht eine Antwort darauf, ob die rechtsextreme Orientierung primär als "Erblast" der sozialistischen Diktatur oder als Ergebnis der neuen, prekären Lebensumstände nach 1990 zu betrachten ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch einschlägige Konzepte der Politikwissenschaft (Autoritarismus, Desintegration, Deprivation) in Verbindung mit der Auswertung von Statistiken und qualitativen Interviews.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der DDR-Vergangenheit (Erblast) sowie die Analyse der Prozesse nach dem Mauerfall, wie etwa die Rolle von Kameradschaften und die ökonomische Unsicherheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Rechtsextremismus, DDR-Erblast, soziale Desintegration, relative Deprivation und Wiedervereinigung.

Welche Rolle spielte der "staatlich verordnete Antifaschismus" für die Entstehung von Rechtsextremismus?

Laut der Arbeit förderte dieser Mythos die Verdrängung der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und verhinderte eine Immunisierung der Bevölkerung gegen autoritäre Ideologien.

Wie bewertet die Autorin den Einfluss der Vertragsarbeiter in der DDR?

Der Umgang mit Vertragsarbeitern wird als beispielhaft für eine nationale und ethnozentristische Weltanschauung der DDR gewertet, die bereits frühzeitig Vorurteile gegenüber Ausländern zementierte.

Kommt die Arbeit zu einem eindeutigen Schluss, ob es die DDR-Erblast oder die Wiedervereinigung war?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass eine isolierte Antwort nicht möglich ist; sie wertet die DDR-Sozialisation als Fundament, während die Wiedervereinigung als katalysatorischer Effekt wirkte.

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Details

Title
Rechtsextremismus im Osten von Deutschland. Das braune Erbe der sozialistischen Diktatur oder Folge der Wiedervereinigung?
College
Free University of Berlin  (Otto Suhr Institut)
Grade
2,0
Author
Sarah Kutscher (Author)
Publication Year
2016
Pages
25
Catalog Number
V354048
ISBN (eBook)
9783668403420
ISBN (Book)
9783668403437
Language
German
Tags
rechtsextremismus osten deutschland erbe diktatur folge wiedervereinigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Kutscher (Author), 2016, Rechtsextremismus im Osten von Deutschland. Das braune Erbe der sozialistischen Diktatur oder Folge der Wiedervereinigung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354048
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