Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Zusammensetzung von Gruppen nach Persönlichkeitsmerkmalen. Das Augenmerk liegt dabei auf dem Merkmal der Verträglichkeit. Ebenso wird beleuchtet, ob ein Zusammenhang zwischen Gruppenzusammenstellung und Persönlichkeitsmerkmalen im Hinblick auf die Gruppenleistung gibt.
Zu Beginn werden die aktuellen Erkenntnisse zum Thema Gruppen und deren Leistung betrachtet, darauf aufbauend wird auf Prozessgewinne und -verluste eingegangen. Die einzelnen Persönlichkeitsmerkmale werden kurz aufgefasst, um dann genauer auf das Merkmal Verträglichkeit einzugehen. Aus dieser Betrachtung wird die Hypothese hinsichtlich der Gruppenleistung im Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmal.
Anschließend wird durch die Literaturrecherche und den Erfahrungen aus der Forschung die Hypothese auf Validität geprüft.
Abschließend wird eine Handlungsempfehlung ausgesprochen bezüglich der Zusammenstellung von Gruppen im Hinblick auf die Leistungsstärke. Ebenso wird eine Stellung zu dem Thema bezogen.
Die Arbeit zeigt, dass eine Zusammenstellung der Gruppe mit dem Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit möglich ist und dass dies die Gruppenleistung erhöht. Jedoch ist die Umsetzung in der Realität oftmals nicht so einfach und daher nicht immer möglich.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Thema / Problemstellung
2 Begriffserklärungen
2.1 Merkmale einer Gruppe
2.2 Gruppenleistung
2.2.1 Prozessverluste
2.2.2 Prozessgewinne
3 Hypothese über mögliche Zusammenhänge von Persönlichkeit und Gruppenleistung
3.1 Das Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit
3.2 Das Merkmal Verträglichkeit im Zusammenhang mit Gruppenleistung
3.3 Hypothese
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Literaturrecherche
4.2 Schlussbetrachtung Literaturrecherche
5 Handlungsempfehlung für die Zusammenstellung von leistungsstarken Gruppen
5.1 Gruppengröße
5.2 Status / Rollenverteilung
5.3 Homogenität / Heterogenität
5.4 Aufgabenarten / Arbeitsbedingung
6 Stellungnahme und Einschätzung der Machbarkeit der vorgeschlagenen Empfehlung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den Einfluss des Persönlichkeitsmerkmals "Verträglichkeit" auf die Leistung von Arbeitsgruppen. Ziel ist es zu analysieren, ob durch eine gezielte Personalauswahl hinsichtlich dieses Merkmals Prozessgewinne in der Gruppe erzielt werden können und welche praktischen Implikationen für die Gruppenzusammensetzung daraus resultieren.
- Grundlagen der Gruppenleistung und Definition von Prozessgewinnen sowie -verlusten.
- Analyse des Persönlichkeitsmerkmals Verträglichkeit im Kontext der "Big Five".
- Theoretischer Zusammenhang zwischen Verträglichkeit, Teamdynamik und Leistungssteigerung.
- Kriterien für die Zusammenstellung leistungsstarker Gruppen (Größe, Struktur, Aufgabenarten).
- Kritische Reflexion der praktischen Umsetzbarkeit von Persönlichkeitstests bei der Personalauswahl.
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit
Die „Big-Five“ wurden das erste Mal von Normen (1967) und später von Goldberg (1990) ermittelt. Dabei stellten sie mit Hilfe des Lexikalischen Ansatzes haben sie die fünf Hauptfaktoren der Persönlichkeit festgelegt. Diese sind die folgenden: Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Neurotizismus und Verträglichkeit. Die Verträglichkeit wird genauer beschrieben als Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Wärme im Umgang mit Anderen (Asendorpf, 2015, S.55).
Der Faktor Verträglichkeit lässt sich noch in sechs Unterfaktoren, auch Facetten genannt, einteilen, die sich unterschiedlich auf das Verhalten einer Person auswirken. Dies sind Vertrauen, Freimütigkeit, Altruismus, Entgegenkommen, Bescheidenheit und Gutherzigkeit. Nachstehend noch eine tabellarische Übersicht darüber und welche Werte sie einnehmen.
Verträglichkeit gilt im Allgemeinen als ein sozial orientiertes Motiv, deshalb gelten hohe Werte als gewünscht und niedrige Werte als durchweg unerwünscht (Asendorpf, 2015, S.70).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das Thema / Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Gruppenzusammensetzung in der modernen Arbeitswelt und betont die wachsende Bedeutung von Soft Skills bei der Personalauswahl.
2 Begriffserklärungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie Merkmale einer Gruppe sowie die Konzepte von Gruppenleistung, Prozessverlusten und Prozessgewinnen definiert.
3 Hypothese über mögliche Zusammenhänge von Persönlichkeit und Gruppenleistung: Das Kapitel führt das Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit ein und leitet daraus die Hypothese ab, dass eine hohe Ausprägung dieses Merkmals bei Teammitgliedern die Gruppenleistung positiv beeinflusst.
4 Darstellung der Ergebnisse: Auf Basis einer Literaturrecherche wird die Hypothese kritisch geprüft und der Einfluss von Situationen auf das menschliche Verhalten sowie die spezifische Rolle der Verträglichkeit in Teams diskutiert.
5 Handlungsempfehlung für die Zusammenstellung von leistungsstarken Gruppen: Es werden konkrete Faktoren wie Gruppengröße, Rollenverteilung und Homogenität für eine optimale Teamzusammensetzung empfohlen.
6 Stellungnahme und Einschätzung der Machbarkeit der vorgeschlagenen Empfehlung: Abschließend wird die praktische Anwendbarkeit der empfohlenen Auswahlverfahren kritisch hinterfragt, wobei insbesondere Kosten, Reliabilität und der Einfluss externer Umweltfaktoren thematisiert werden.
Schlüsselwörter
Gruppenleistung, Verträglichkeit, Big Five, Sozialpsychologie, Teambildung, Prozessgewinn, Prozessverlust, Personalauswahl, Assessment Center, Teamdynamik, Gruppenkonstellation, Arbeitsleistung, Soft Skills, Soziale Kompensation, Kooperation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die Zusammensetzung von Gruppen basierend auf Persönlichkeitsmerkmalen, speziell dem Merkmal der Verträglichkeit, die Leistung des Teams beeinflussen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Sozialpsychologie, die Persönlichkeitspsychologie, die Analyse von Teamdynamiken (Prozessgewinne/-verluste) sowie Methoden der Personalauswahl.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob eine gezielte Auswahl verträglicher Gruppenmitglieder tatsächlich zu einer Steigerung der gesamten Gruppenleistung führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, in der bestehende sozialpsychologische Theorien und empirische Erkenntnisse zusammengeführt und interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung der Gruppenleistung, die psychologische Einordnung von Verträglichkeit, die Überprüfung von Zusammenhängen mittels Literaturdaten und praktische Empfehlungen zur Gruppenzusammenstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Gruppenleistung, Verträglichkeit, Big Five, Prozessgewinn, Prozessverlust, Teambildung und Personalauswahl.
Warum spielt die Gruppengröße eine Rolle für die Leistung?
Laut der Arbeit nimmt bei zu großen Gruppen der Einfluss des Einzelnen ab, was zu Egoismus und einem Vertrauensverlust in die eigenen Fertigkeiten führen kann; daher werden 5-6 Personen als ideal angesehen.
Warum ist die praktische Umsetzung von Persönlichkeitstests zur Teamauswahl schwierig?
Die Arbeit identifiziert Probleme wie hohe Kosten, mangelnde Reliabilität durch Nervosität der Bewerber oder die Möglichkeit zur Manipulation der Testergebnisse sowie die Komplexität durch andere notwendige Faktoren wie Fachwissen.
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- Nadine Ebert (Author), 2017, Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Gruppenleistung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354112