Die Hausarbeit stellt drei Motivationstheorien dar und zeigt Praxisbeispiele, wie diese im Unternehmen angewendet werden können. Um sich mit den Motivationstheorien zu beschäftigen, ist es notwendig einige Begriffe näher zu erläutern. Dies soll erleichtern, dass die Motivationstheorien in die Praxis umgesetzt werden können. Nachfolgend werden die Grundbegriffe Motiv, Bedürfnis und die Motivation im Allgemeinen sowie eine detailliertere Erläuterung der extrinsischen und intrinsischen Motivation erfolgen.
Dass Mitarbeiter in ihren Unternehmen kontinuierlich gute Arbeitsleistung erbringen, ist nicht selbstverständlich. Die Leistungsbereitschaft eines Mitarbeiters hängt wesentlich von den drei Faktoren Leistungsbedingungen, Leistungsvermögen und Leistungsbereitschaft/Motivation ab. In dieser Arbeit soll der dritte Faktor Leistungsbereitschaft bzw. Motivation näher betrachtet und die theoretischen Modelle im Unternehmensalltag integriert werden.
Seit 2001 führt das Gallup-Institut Arbeitnehmerumfragen zum Thema Arbeitszufriedenheit durch. Zwar lässt sich erkennen, dass seit der Wirtschaftskrise 2008 die Zahlen derjenigen, die keine emotionale Bindung zum Arbeitsplatz haben, zurückgegangen sind. Jedoch geben immer noch 16% an, dass sie mit dem Arbeitsplatz unzufrieden sind und sich somit mit diesem oder dem Unternehmen auch nicht identifizieren können. Die Untersuchung hat wiederholt gezeigt, dass ein schlechtes Management die Hauptursache ist. Die Arbeitsleistung und somit die emotionale Bindung mit dem Arbeitsplatz und dem Unternehmen kann nur durch motivierte Mitarbeiter gelingen. Die Motivation der Mitarbeiter in dem Unternehmen hat durch gesellschaftliche Veränderungen bei den Mitarbeitern einen immer höheren Stellenwert eingenommen. Mitarbeiter setzen sich selbstbewusster, aber auch kritischer mit der Arbeit auseinander. Es ist nicht mehr nur wichtig, eine bestimmte Einkommenshöhe zu erreichen. Es ist entscheidend, inwieweit es ein Vorgesetzter schafft, die individuellen Ziele des Mitarbeiters für die übergeordneten Unternehmensziele einzusetzen. Die Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters spielt für das Gesamtergebnis (Erfolg/Misserfolg) eine große Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffe und Begriffserklärung
2.1 Motiv
2.2 Bedürfnis
2.3 Motivation
2.3.1 Extrinistische Motivation
2.3.2 Intrinistische Motivation
3. Motivationstheorien
3.1 Humanistische Motivationstheorie (Inhaltstheorie)
3.1.1 Zweifaktoren-Theorie von Herzberg
3.1.2 Maslowsche Bedürfnispyramide
3.2 Kognitivistische Motivationstheorie (Prozesstheorie)
3.2.1 VIE-Theorie von Vroom
4. Anwendung der Motivationstheorien in der Praxis
4.1 Unternehmensvorstellung
4.2 Ausgangssituation im Unternehmen
4.3 Anwendung der Motivationstheorien
4.3.1 Ansatz nach Maslow
4.3.2 Ansatz nach Herzberg
4.3.3 Ansatz nach Vroom
4.4 Wirksamkeitskontrolle
4.5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendung moderner Motivationstheorien in einem mittelständischen Unternehmen. Ziel ist es, durch die gezielte Integration theoretischer Modelle die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern in der Wareneingangskontrolle zu steigern und somit die Qualitätssicherung nachhaltig zu verbessern.
- Grundlagen der Motivationspsychologie (Motiv, Bedürfnis, Motivation)
- Analyse und Vergleich inhaltstheoretischer (Maslow, Herzberg) und prozesstheoretischer (Vroom) Ansätze
- Untersuchung von Motivationsdefiziten in einem realen Unternehmensszenario
- Entwicklung und Implementierung konkreter Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsleistung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Zweifaktoren-Theorie von Herzberg
In seiner Zweifaktoren-Theorie steht bei den Untersuchungen von Herzberg die Arbeitszufriedenheit im Fokus. Er untersuchte, was Unzufriedenheit abbaut oder verhindert und welche Faktoren im Gegenzug Zufriedenheit beim Arbeitenden hervorruft. Seine Theorie baut auf die Maslowsche Bedürfnispyramide auf. Das Besondere an dieser Theorie ist, dass Herzberg zwei voneinander unabhängige Dimensionen der Arbeitszufriedenheit annahm. Er unterschied zwischen Unzufriedenheit und Nicht-Unzufriedenheit sowie zwischen Zufriedenheit und Nicht-Zufriedenheit (vgl. Wirtschaftslexikon24 2015).
In seiner Motivationstheorie unterschied Herzberg zwischen Motivationsfaktoren (Motivatoren oder satisfier) und Hygienefaktoren (dissatisfier):
Motivatoren: stellen die Arbeitszufriedenheit dar. Diese Zufriedenheit wird durch intrinsische Faktoren erreicht. Zu diesen Faktoren zählen überwiegend Leistungs- und Erfolgserlebnisse, Anerkennung für geleistete Arbeit aber auch Möglichkeiten zur Entfaltung der Persönlichkeit (vgl. Die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg). Gerade durch den zuletzt aufgeführten Faktor, sind die Motivatoren größtenteils der fünften Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide gleichzusetzen. Fehlen diese Faktoren, erkennt der betreffende Mitarbeiter keine Unzufriedenheit, motiviert ist der Mitarbeiter dann aber auch nicht (vgl. Baum, S. 18).
Hygienefaktoren: Diese Faktoren werden durch Unzufriedenheit in der Arbeitswelt hervorgerufen. Es sind extrinsische Faktoren, wie Personalpolitik, Kontrolle durch den Vorgesetzten und auch die Beziehung zu den Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern. Es sind Faktoren, die der Mitarbeiter selbst kaum beeinflussen kann und treten erst in Erscheinung, wenn sie sich durch Unzufriedenheit außerhalb der gewohnten Erwartungen bewegen. Werden die Faktoren ausreichend berücksichtigt, verschwindet zwar die Unzufriedenheit, eine automatische Zufriedenheit tritt aber nicht ein (vgl. Die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Bedeutung der Mitarbeitermotivation für die Leistungsfähigkeit in Unternehmen unter Berücksichtigung aktueller Studien zur Arbeitszufriedenheit.
2. Begriffe und Begriffserklärung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundbegriffe Motiv, Bedürfnis und Motivation sowie deren Differenzierung in extrinsische und intrinsische Motivation definiert.
3. Motivationstheorien: Es werden zentrale humanistische (Herzberg, Maslow) und kognitivistische (Vroom) Theorien vorgestellt, um eine wissenschaftliche Basis für die Problemlösung im betrieblichen Alltag zu schaffen.
4. Anwendung der Motivationstheorien in der Praxis: Dieser Hauptteil beschreibt die praktische Implementierung der Motivationstheorien bei der Kamera GmbH, um Reklamationen durch gesteigerte Mitarbeitermotivation zu reduzieren.
Schlüsselwörter
Mitarbeitermotivation, Arbeitsleistung, Leistungsbereitschaft, Motivationstheorien, Herzberg, Maslow, Vroom, VIE-Theorie, Zweifaktoren-Theorie, Bedürfnispyramide, Wareneingangskontrolle, Qualitätssicherung, Arbeitszufriedenheit, Hygienefaktoren, Motivatoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Übertragung theoretischer Konzepte der Arbeits- und Organisationspsychologie auf reale Probleme in der betrieblichen Praxis, konkret in einer Abteilung der Qualitätssicherung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Motivationstheorien, Mitarbeiterführung, betriebliches Qualitätsmanagement und die Ursachenanalyse für mangelnde Arbeitsleistung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Motivationsdefizite der Mitarbeiter in der Wareneingangskontrolle zu identifizieren und durch gezielte Maßnahmen zu beseitigen, um die Produktqualität zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische Motivationstheorien analysiert und eine Fallstudie mit Mitarbeitergesprächen sowie Ursachenanalyse durchgeführt, um die Theorien auf die spezifische Situation der Kamera GmbH anzuwenden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Unternehmensvorstellung, der Problemanalyse der Wareneingangsprüfung und der konkreten Anwendung von Maslows Bedürfnispyramide, Herzbergs Zweifaktoren-Theorie und Vrooms VIE-Theorie auf die identifizierten Probleme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mitarbeitermotivation, Leistungsbereitschaft, Qualitätssicherung, Herzberg-Theorie und VIE-Modell charakterisiert.
Wie wurde der Widerstand der Mitarbeiter gegen die Prüfverfahren untersucht?
Durch die Einführung eines fiktiven, versteckten Prüfpunktes in den Arbeitsabläufen konnte empirisch nachgewiesen werden, dass Prüfungen aufgrund mangelnder Motivation oder fehlender Klarheit "durchgeklickt" wurden.
Welche Rolle spielt die Rolle des Teamleiters in den Lösungsansätzen?
Die Position des Teamleiters wurde gestrichen, da dessen dauerhafte Kontrolle als demotivierend und fachlich unzureichend wahrgenommen wurde, was zu einer Übertragung von mehr Verantwortung an die einzelnen Mitarbeiterinnen führte.
- Citation du texte
- Sebastian Liepe (Auteur), 2017, Mitarbeitermotivation in der betrieblichen Praxis. Motivationstheorien nach Frederick Herzberg, Abraham Maslow und Victor Harald Vroom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354158