In dieser Hausarbeit geht es um die Möglichkeit, Sportspiele durch kleinere Spielformen vorzubereiten. Dabei wird zunächst eine historische Einordnung und Definition eingeführt, um dann kleine mit großen Spielen zu vergleichen und sie auf ihre Kompatibilität im Schulsport zu untersuchen. Der Fokus liegt auf der Bedeutung und Funktion kleiner Spiele.
„Fußball, Fußball, Fußball!“ Lautstark und im Chor fordert die Klasse 7b das heutige Thema der Schulstunde ein. Dürften die Schülerinnen und Schüler entscheiden, gäbe es vermutlich weder Turn- noch Tanzunterricht und das Kerncurriculum bestünde nur aus diesem einen Punkt: Spielen. Und dies hat durchaus seine Berechtigung: Die Lieblingsbeschäftigung der Kinder besitzt ein enormes Potential für Bildung und Erziehung im Sportunterricht. Doch wie gelingt der Einstieg in die beliebten und bekannten, gleichzeitig aber auch anspruchsvollen Spiele wie Fußball, Handball oder Volleyball? In dieser Arbeit soll nach einer kurzen einleiten-den Betrachtung des Gegenstands „Spielen“ an sich die Frage bearbeitet werden, welchen Beitrag Kleine Spiele bei der Hinführung zu Großen Spielen leisten können. Hierfür werden Kleine Spiele von Großen Spielen unterschieden, deren Potential für den Bezugsrahmen Schule beleuchtet und ihr Zusammenhang erläutert. Im zweiten Teil soll anhand eines Anwen-dungsbeispiels gezeigt werden, in welchen Schritten konkret ein Großes Sportspiel durch klei-nere Spiele vorbereitet werden kann und wie innerhalb dieses Prozess sowohl genetische Vermittlungswege als auch methodische Übungsreihen genutzt werden können, um das kom-plexe Regelwerk eines Großen Sportspiels schrittweise zu erarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Betrachtung des Gegenstandes „Spielen“
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Erzieherische und bildende Funktionen des „Spielens“
3 Unterscheidung zwischen Kleinen und Großen Spielen
3.1 Kleine Spiele
3.2 Kleine Sportspiele
3.3 Große Sportspiele
3.4 Zusammenhang von Kleinen und Großen Spielen
4 Anwendungsbeispiel: Vom Kastenball zum Fußball
4.1 Kleines Spiel Kreisfußball – Genetisches Lernen
4.2 Kleines Sportspiel Kastenball – methodische Übungsreihe
4.3 Großes Spiel Fußball
4.3.1 Historische Entwicklung und Einbindung in Verbandsstrukturen
4.3.2 Regelwerk
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die didaktische Bedeutung von Kleinen Spielen als Vorbereitungshilfe für Große Sportspiele im Schulsport. Dabei wird analysiert, wie durch den gezielten Einsatz von Kleinen Spielen sowie methodischen Übungsreihen motorische, taktische und soziale Kompetenzen vermittelt werden können, um den Übergang zum komplexen Regelwerk Großer Sportspiele, insbesondere des Fußballs, zu erleichtern.
- Historische Entwicklung und erzieherische Funktionen des Spielens
- Abgrenzung von Kleinen Spielen, Kleinen Sportspielen und Großen Sportspielen
- Transfermöglichkeiten von motorischen und taktischen Basiskompetenzen
- Methodische Gestaltung von Übungsreihen am Beispiel von Kastenball und Fußball
- Bedeutung des Regelwerks und dessen schrittweise Einführung
Auszug aus dem Buch
4 Anwendungsbeispiel: Vom Kastenball zum Fußball
Bekannte Kleine Spiele sind häufig nur Aufwärmspiele oder typische Kinderspiele auf Pausenhöfen, die sich primär auf das Laufen, manchmal auch auf das Fangen und Werfen konzentrieren. Um „die Spieler vor einseitigen Fertigkeiten zu bewahren und gleichzeitig das Können für die späteren Parteispiele mit dieser Balltechnik zu vermitteln“ (Mortzfeld 1950, S. 63), sollten folglich auch Kleine Spiele geübt werden, die das Große Sportspiel Fußball vorbereiten. Diese Vorbereitung eröffnet später Chancen für die Bildung und Erziehung im Großen Spiel, die ohne eine Einführung durch Kleine Spiele nicht möglich wären:
„Gerade beim Mannschafts- und Kampfspiel Fußball werden im häufigen Wechsel der Situationen vitale Energien, Willenskraft, selbstständiges Handeln, aber auch Selbstbeherrschung, Hilfsbereitschaft und Partnerschaft gefordert und auf die Probe gestellt. Zugleich bietet dieses Lauf- und Ballspiel Wachstumsreize, steigert die Leistung und Widerstandskraft der Jungen und wirkt der Bewegungsarmut des Alltags entgegen.“ (DFB 1980, S. 3)
Im Folgenden soll gezeigt werden, wie das Große Sportspiel Fußball durch Kleine Spiele und Kleine Sportspiele sowie durch unterschiedliche Vermittlungswege vorbereitet werden kann, um abschließend auf das Große Sportspiel Fußball, sein (in den vorherigen Spielen schrittweise erarbeitetes) Regelwerk und die Verbandsstruktur einzugehen. Dabei gilt: „Die hier angebotenen Spiele können von Jungen und Mädchen gespielt werden. Alle lösen die Anforderungen mit ihren Mitteln.“ (DFB 1980, S. 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohe Motivation von Schülern für Sportspiele und stellt die Forschungsfrage nach dem Beitrag von Kleinen Spielen zur Hinführung an Große Sportspiele.
2 Betrachtung des Gegenstandes „Spielen“: Dieses Kapitel erörtert die historische Genese des Spielbegriffs und dessen zentrale erzieherische sowie bildende Funktionen im Schulsport.
3 Unterscheidung zwischen Kleinen und Großen Spielen: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen Kleinen Spielen, Kleinen Sportspielen und Großen Sportspielen hinsichtlich ihrer Komplexität und Regelbindung.
4 Anwendungsbeispiel: Vom Kastenball zum Fußball: Dieses Kapitel dient als praktischer Leitfaden, wie durch genetisches Lernen und methodische Übungsreihen die Brücke zum Fußballspiel geschlagen werden kann.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kleine Spiele aufgrund ihres Potentials für die motorische und soziale Entwicklung ein unverzichtbares Element des Sportunterrichts bleiben.
Schlüsselwörter
Kleine Spiele, Große Sportspiele, Schulsport, Fußball, Kastenball, Regelwerk, genetisches Lernen, methodische Übungsreihe, Bewegungserziehung, Sozialkompetenz, motorische Entwicklung, Spielverwandtschaft, Sportdidaktik, Transfer, Spielintelligenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen und methodischen Bedeutung von Kleinen Spielen als vorbereitende Stufe für den Übergang zu komplexen Großen Sportspielen im Sportunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Spiels, die historische Entwicklung, die Abgrenzung von Spielformen und die praktische Vermittlung von Balltechnik und Spielverständnis.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lehrer durch eine strukturierte Hinführung mittels Kleiner Spiele Überforderung vermeiden und Kinder optimal auf Große Sportspiele vorbereiten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung sportpädagogischer Literatur, historische Betrachtungen und die Analyse methodischer Vermittlungsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Spieltypen verglichen, der Zusammenhang zwischen ihnen erläutert und an einem konkreten Beispiel die methodische Einführung in das Fußballspiel dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Spielverwandtschaft, methodische Übungsreihe, genetisches Lernen, Spielintelligenz und die Förderung sozialer Kompetenzen durch Sport.
Warum wird der Kastenball als Anwendungsbeispiel gewählt?
Der Kastenball fungiert als ideales „Mittelstück“, da er das Regelwerk des Fußballs adaptiert, jedoch komplexitätsreduziert ist und somit den spielflusshemmenden Charakter des „Aus“ vermeidet.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Einführung Großer Spiele?
Die Lehrkraft agiert zunächst passiv, um freies Spielen zu ermöglichen, übernimmt jedoch im weiteren Verlauf eine aktivere Rolle bei der Einführung von Regeln und der methodischen Steuerung.
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- Anonym (Author), 2016, Aus klein wird groß. Die Bedeutung Kleiner Spiele bei der Vorbereitung von Sportspielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354219