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Sexualität und Partnerschaft bei Menschen mit Behinderungen. Anforderungen an die Soziale Arbeit

Title: Sexualität und Partnerschaft bei Menschen mit Behinderungen. Anforderungen an die Soziale Arbeit

Bachelor Thesis , 2014 , 68 Pages

Autor:in: Christine Aubke (Author)

Social Work
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Das Thema dieser Arbeit lässt zwei gesellschaftliche Tabuthemen aufeinandertreffen, deren Zusammenhang eine lange Zeit verleugnet und unterdrückt wurde: Behinderung und Sexualität. Auch in der Behindertenhilfe und in der Sozialen Arbeit war das Thema bis in die 70er Jahre tabuisiert und nicht relevant, wurden Menschen mit Behinderungen doch als geschlechtslose bzw. androgyne Wesen gesehen.

Heute ist Fakt, dass die meisten Menschen mit Behinderungen eine genau so normal entwickelte Sexualität haben wie jeder andere Mensch auch und die gleichen Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse nach Liebe und gelebter Sexualität haben. Dennoch wirkt sich die jahrelange Tabuisierung dieser Thematik bis heute noch auf die Praxis der Behindertenpädagogik aus. Auch sind die neusten Erkenntnisse bezüglich der Sexualität von Menschen mit Behinderungen noch nicht in allen Lebensbereichen und Unterstützungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen angekommen. Dass Sexualität eine essentielle Rolle in jedem Leben spielt und zudem das Leben mitsteuert und mitgestaltet, ist kein Geheimnis.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1 Behinderung

2.2 Sexualität

3. Das „Recht“ auf Sexualität

3.1 Das Grundgesetz und die Behindertenrechtskonvention

3.2 Das Betreuungsrecht

3.3 Das Sozialhilferecht

3.4 Das Heimrecht

4. Lebenswelt von Menschen mit Behinderungen – gelebte Sexualität?

4.1 Lebensweltkonzept von Hand Thiersch und die Grunddimensionen

4.2 Der Raum

4.3 Die Zeit

4.4 Soziale Beziehungen

4.5 Alltägliche Bewältigungsaufgaben

4.5.1 Arbeit

4.5.2 Freizeit

4.6 Hilfe zur Selbsthilfe

5. Soziale Probleme

6. Anforderungen an die Soziale Arbeit

6.1 Soziale Arbeit allgemein

6.2 Soziale Arbeit im Kontext von Sexualität von Menschen mit Behinderungen

6.2.1 Empowerment

6.2.2 Sexuelle Bildung

6.2.3 Selbstbestimmung

6.2.4 Normalisierung

6.2.5 Inklusion

7. Fazit.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die komplexen Herausforderungen für Menschen mit Behinderungen bei der Ausübung selbstbestimmter Sexualität unter Berücksichtigung rechtlicher und sozialer Rahmenbedingungen in Deutschland. Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen bestehenden Menschenrechten und der gelebten Realität aufzuzeigen und Anforderungen sowie konkrete Methoden für die Soziale Arbeit abzuleiten, um Teilhabe und Selbstbestimmung in diesem Bereich zu fördern.

  • Analyse rechtlicher Grundlagen (Grundgesetz, Behindertenrechtskonvention) für das Recht auf Sexualität.
  • Untersuchung der Lebenswelt von Menschen mit Behinderungen mittels des Konzepts der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch.
  • Identifikation sozialer Probleme, die aus Tabuisierung, Fremdbestimmung und mangelnder Aufklärung resultieren.
  • Erarbeitung von Handlungskonzepten für die Soziale Arbeit (Empowerment, sexuelle Bildung, Normalisierung, Inklusion).

Auszug aus dem Buch

4.2 Der Raum

Nachfolgend soll der Lebensraum von Menschen mit Behinderungen und dessen Struktur betrachtet werden. Im Rahmen dieser Betrachtung soll auf die Wohnsituation von Menschen mit Behinderungen in Deutschland eingegangen werden. Diese ist abhängig davon, in welchem Lebensalter die Behinderung bei einer Person eintritt und welche Art von Behinderung vorhanden ist.

Zum Beispiel weicht die Wohnsituation von schwerbehinderten Menschen, welche ihre Behinderung erst im Alter auf Grund einer Krankheit oder eines Unfalls erworben haben, wenig von der Wohnsituation von nicht behinderten Menschen ab. Über 75% dieser Menschen leben weiterhin in ihrer ursprünglichen Wohnung mit ihren Partnern zusammen und verbringen nur einen kurzen Lebensabschnitt in einem Pflegeheim (vgl. Diekmann 2012).

Ein anderes Bild zeigt sich bezüglich der Wohnsituation und im Lebensraum von Menschen, welche von Geburt an eine Behinderung haben oder diese im Kindesalter auftrat. Zwar wachsen auch hier die meisten Kinder in der Herkunftsfamilie auf, jedoch bleiben diese entweder auch nach Eintritt der Volljährigkeit bei ihren Eltern wohnen oder sie ziehen in Heime. Dabei haben die Angehörigen einen hohen Einfluss auf die Wohnform und die Wohnsituation der Person.

Für diese Menschen gibt es auch die Möglichkeit, eine Assistenz für die gewünschte Wohnsituation (sei es in einer Wohngemeinschaft, mit dem Partner oder alleine) zur Verfügung gestellt zu bekommen, das sogenannte unterstütze Wohnen oder der ambulante Dienst. Außerdem entstehen immer mehr kleinere Wohngruppen in gewöhnlichen Mietwohnungen oder Gebäuden, in welchen Menschen mit Behinderungen individueller und selbstbestimmter leben können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert das Zusammentreffen von Behinderung und Sexualität als gesellschaftliche Tabuthemen und erläutert die Relevanz der Untersuchung für die Soziale Arbeit.

2. Begriffsbestimmung: Es werden die zentralen Begriffe Behinderung und Sexualität definiert, um eine fundierte Basis für die weitere Analyse zu schaffen.

3. Das „Recht“ auf Sexualität: Dieses Kapitel beleuchtet rechtliche Grundlagen wie das Grundgesetz und die Behindertenrechtskonvention sowie deren Bezug zum Wunsch nach selbstbestimmter Sexualität.

4. Lebenswelt von Menschen mit Behinderungen – gelebte Sexualität?: Basierend auf dem Lebensweltkonzept von Hans Thiersch wird die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung in Dimensionen wie Raum, Zeit, Soziale Beziehungen und Arbeit/Freizeit strukturiert.

5. Soziale Probleme: Hier werden soziale und gesellschaftliche Hürden wie das Bild des „ewigen Kindes“, Tabuisierung und mangelnde Aufklärung als Ursachen für Frustration und Isolation analysiert.

6. Anforderungen an die Soziale Arbeit: Das Kapitel entwickelt anhand der Paradigmen Empowerment, sexuelle Bildung, Normalisierung und Inklusion konkrete Handlungsempfehlungen für Sozialarbeiter.

7. Fazit.: Zusammenfassend wird betont, dass die Unterstützung selbstbestimmter Sexualität ein zentraler, wenn auch komplexer Auftrag der Sozialen Arbeit bleibt, der ganzheitliches Handeln erfordert.

Schlüsselwörter

Sexualität, Behinderung, Soziale Arbeit, Selbstbestimmung, Menschenrechte, Lebensweltorientierung, Behindertenhilfe, Empowerment, Sexuelle Bildung, Inklusion, Normalisierung, Sexualbegleitung, Tabuisierung, Fremdbestimmung, Lebensqualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle von Sexualität und Behinderung und der zentralen Rolle der Sozialen Arbeit bei der Förderung einer selbstbestimmten Lebensführung von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die rechtliche Einordnung, die Analyse der Lebenswelten, die Identifikation struktureller sozialer Probleme sowie die Entwicklung professioneller Interventionsmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Anforderungen an die Soziale Arbeit zu formulieren, um Barrieren abzubauen und Menschen mit Behinderungen in ihrem Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität und Partnerschaft zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse und greift dabei auf das Lebensweltkonzept von Hans Thiersch sowie verschiedene Paradigmen der Behindertenhilfe zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Lebenswelten (Raum, Zeit, Arbeit), die Darstellung sozialer Problematiken wie Diskriminierung und mangelnde Aufklärung sowie die Ableitung von Handlungsansätzen (Empowerment, Inklusion).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Selbstbestimmung, Empowerment, Inklusion, Normalisierung und die Notwendigkeit von Sexualaufklärung in der Behindertenhilfe geprägt.

Warum ist die Rolle der Eltern laut der Autorin oft ambivalent?

Eltern tendieren oft dazu, ihre behinderten Kinder als „ewige Kinder“ zu sehen, was eine notwendige Abnabelung erschwert und die Akzeptanz einer eigenständigen Sexualität des Kindes minimieren kann.

Was ist der Unterschied zwischen passiver und aktiver Sexualassistenz?

Passive Sexualassistenz ist beratend oder unterstützend bei der Erlangung von Mitteln tätig, während die aktive Sexualassistenz (Sexualbegleitung) eine professionelle Dienstleistung darstellt, die den direkten körperlichen Kontakt und das Erleben der eigenen Sexualität umfasst.

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Details

Title
Sexualität und Partnerschaft bei Menschen mit Behinderungen. Anforderungen an die Soziale Arbeit
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln
Author
Christine Aubke (Author)
Publication Year
2014
Pages
68
Catalog Number
V354285
ISBN (eBook)
9783668403642
ISBN (Book)
9783668403659
Language
German
Tags
sexualität partnerschaft menschen behinderungen anforderungen soziale arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Aubke (Author), 2014, Sexualität und Partnerschaft bei Menschen mit Behinderungen. Anforderungen an die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354285
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