Alles beginnt mit einer Idee und den Herausforderungen, mit denen die Gründer eines Unternehmens konfrontiert werden. Bei der Gründung ist nicht nur die Idee, sondern auch das Umfeld, in dem gegründet wird, von großer Bedeutung. Denn erfolgreiche Gründungen entstehen vor allem dort, wo das Umfeld stimmt. Hierbei kommt es insbesondere auf ein gut funktionierendes und vernetztes Ökosystem an, das in jeder Region einzigartig ist und die Gründer in allen Phasen der Gründung unterstützen kann. Doch welche Faktoren sind hierbei für den Erfolg relevant und machen einige Gründungsstandorte erfolgreicher als andere?
Regionen wie beispielsweise das Silicon Valley können viele Erfolgsgeschichten aufzeigen und besitzen eine besondere Anziehungskraft. Doch auch abseits des Silicon Valley ist das Gründen attraktiv und erstrebenswert geworden. Neben den bekannten Hotspots in Deutschland wie Berlin oder München bietet auch die Region Nordrhein-Westfalen gute Voraussetzungen für eine Gründung. Doch wie ist das Ökosystem in NRW beschaffen und was macht diesen Standort so besonders? Es punktet unter anderem mit der Präsenz der Metropolen Köln oder Düsseldorf, einer exzellenten Infrastruktur, einer sehr dichten Forschungs- und Wissenslandschaft, einer guten politischen Unterstützung und einer Vielzahl von erfolgreichen Unternehmen, die als Abnehmer oder Kooperationspartner dienen könnten.
In der Bachelorthesis wurden anhand von Literatur und einem Experteninterview die Grundlagen sowie die Erfolgsfaktoren zur Unternehmensgründung, der Gründungsstandort und die Rahmenbedingungen in Deutschland sowie eine Bestandsaufnahme des Gründungsökosystems für NRW erarbeitet. Diese enthält neben der historischen und aktuellen Entwicklung auch eine Übersicht der einzelnen Regionen. Die im dritten Kapitel erarbeiteten theoretischen Modelle der Erfolgsfaktoren wurden dann auf die Analyse des Standorts NRW angewendet.
Das Experteninterview dient dazu, einen umfassenden Einblick sowie eine Branchen- und Experteneinschätzung in dem Bereich Unternehmensgründungen zu erlangen. Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, kann aufgrund seiner großen Erfahrung und Engagements im Bereich Unternehmensgründungen einen umfassenden Einblick zum Gründungsgeschehen in NRW geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen zur Unternehmensgründung
2.1 Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen
2.1.1 Entrepreneurship vs. Unternehmertum
2.1.2 Definition von Start-up
2.2 Gründungsformen und Beweggründe
2.3 Gründungs- und Finanzierungsphasen
2.3.1 Early Stage
2.3.2 Expansion Stage
2.3.3 Later Stage
2.4 Unterstützungsmöglichkeiten für Start-ups
2.4.1 Angebote zur Finanzierung
2.4.2 Weitere Angebote
3 Erfolgsfaktoren von Unternehmensgründungen
4 Gründung eines Unternehmens in Deutschland
4.1 Gründungsstandort Deutschland
4.2 Rahmenbedingungen in Deutschland
5 Bestandsaufnahme – Gründungsökosystem Nordrhein-Westfalen
5.1 Historische und aktuelle Entwicklung in NRW
5.2 Überblick der Regionen in Nordrhein-Westfalen
5.3 Analyse der Erfolgsfaktoren für Nordrhein-Westfalen
5.3.1 Gründerszene & Netzwerk
5.3.2 Politik
5.3.3 Humankapital & Talente
5.3.4 Finanzierung
5.3.5 Kultur & Gesellschaft
5.3.6 Infrastruktur & Unterstützung
5.3.7 Markt
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Gründungsökosystem in Nordrhein-Westfalen, indem sie theoretische Erfolgsfaktoren von Unternehmensgründungen auf die spezifischen Bedingungen des Standorts anwendet und durch eine Expertenbefragung validiert.
- Grundlagen und Definitionen des Entrepreneurships und von Start-ups
- Theoretische Erfolgsfaktoren für Gründungsstandorte und Ökosysteme
- Detaillierte Analyse der Rahmenbedingungen in Deutschland
- Bestandsaufnahme und regionale Analyse des Gründungsökosystems in Nordrhein-Westfalen
- Analyse des Standorts NRW anhand theoretischer Erfolgsmodelle
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Entrepreneurship vs. Unternehmertum
Ursprünglich ist die Bezeichnung „Entrepreneurship“, die im deutschsprachigen Raum zwar etabliert ist, aber überwiegend im englischsprachigen Raum verwendet wird, auf das französische Wort „entreprendre“ zurückzuführen und bedeutet „in die eigenen Hände nehmen“ oder „etwas unternehmen“. Aufgrund von länderspezifischen Bedeutungen sowie unterschiedlichen historischen Entwicklungen des Begriffs existieren in der Literatur mehrere theoretische Konzepte und Erklärungsversuche.
Eine Definition des Begriffs stellt Entrepreneurship als einen Prozess dar, der von einem Individuum initiiert wird, und der Identifizierung, Bewertung und Nutzung von unternehmerischen Gelegenheiten dient (vgl. Fueglistaller et al. 2016: 1). Der Schwerpunkt liegt in der Erkennung von wirtschaftlichen Ungleichheiten oder nicht genutzten Potentialen in der Nachfrage eines Kunden, woraus sich eine unternehmerische Gelegenheit für den Entrepreneur ergibt. Hier wird deutlich, dass Marktpotentiale häufiger indirekt durch das Erleben einer unbefriedigten Situation („Zufallsfund“) für den Entrepreneur sichtbar werden, seltener durch aktive Suche. Mit der Formulierung einer Geschäftsidee kann dann das Marktpotential ausgenutzt, ein Unternehmen gegründet und das Problem der eigenen Person oder vieler anderer gelöst werden (vgl. Pott/Pott 2015: 6 bis 7).
Einen entscheidenden Beitrag zu der Entrepreneurship-Forschung trug der frühere Ökonom Schumpeter bei. Nach seinem Prozess der „kreativen Zerstörung“ werden durch den innovativen Unternehmer revolutionäre Neuerungen eingeführt, die im Laufe der Zeit ganze Technologien, Unternehmen und Industrien ersetzten (vgl. Fritsch 2016: 6 bis 7).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themenfeldes, der Relevanz von Unternehmensgründungen als Innovationsmotor und der Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundlagen zur Unternehmensgründung: Definition von Begrifflichkeiten sowie Erläuterung der verschiedenen Gründungsformen, Phasen und Finanzierungsmöglichkeiten.
3 Erfolgsfaktoren von Unternehmensgründungen: Theoretische Herleitung regionaler Erfolgsfaktoren basierend auf Ökosystem- und Clustermodellen.
4 Gründung eines Unternehmens in Deutschland: Gesamtüberblick über die nationalen Rahmenbedingungen, aktuelle Gründungsstatistiken und identifizierte Herausforderungen.
5 Bestandsaufnahme – Gründungsökosystem Nordrhein-Westfalen: Detaillierte Untersuchung der historischen Entwicklung, der einzelnen Regionen und Analyse der Erfolgsfaktoren für den Standort NRW.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Gründungsstandorts NRW sowie Ableitung von Verbesserungspotentialen und Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Unternehmensgründung, Nordrhein-Westfalen, Entrepreneurship, Start-up, Gründerökosystem, Erfolgsfaktoren, Finanzierung, Innovationsmanagement, Cluster, Wirtschaftswandel, Venture Capital, Wirtschaftsförderung, Standortanalyse, Gründerszene, Wissensgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht die Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für Unternehmensgründungen mit einem spezifischen Fokus auf den Standort Nordrhein-Westfalen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben den theoretischen Grundlagen der Gründungslehre stehen das Gründungsökosystem, Finanzierungsquellen, regionale Wirtschaftsstrukturen sowie politische und infrastrukturelle Einflussfaktoren im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Gründungsökosystem in NRW anhand theoretischer Modelle zu bewerten, Stärken und Schwächen aufzuzeigen und durch eine Expertenbefragung fundierte Einblicke zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung eines Experteninterviews mit dem ehemaligen nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Garrelt Duin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse des deutschen Gründungsmarktes sowie eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Wirtschaftsregionen in NRW inklusive einer Analyse der dortigen Erfolgsfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Unternehmensgründung, Nordrhein-Westfalen, Gründerökosystem, Erfolgsfaktoren, Start-up-Finanzierung und Regionalanalyse.
Welche Bedeutung hat das Land NRW als Gründungsstandort?
NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland und ein wichtiger Investitionsstandort, der durch einen Mix aus traditioneller Industrie und zukunftsorientierten Dienstleistungen sowie eine dichte Forschungslandschaft überzeugt.
Warum wird im Fazit ein „Förderungsdschungel“ erwähnt?
Die Vielzahl an verschiedenen Förderprogrammen und Anlaufstellen wird oft als intransparent empfunden, was den Zugang für Gründer trotz umfangreicher Unterstützungsmöglichkeiten erschweren kann.
Was ist die Kernbotschaft der Expertenbefragung?
Die Befragung betont die Notwendigkeit einer starken kulturellen Verankerung des Unternehmertums, einer verbesserten Vernetzung zwischen Hochschule und Wirtschaft sowie die Rolle der NRW.BANK bei der Finanzierung.
Welche Regionen in NRW werden im Besonderen beleuchtet?
Die Arbeit analysiert acht Regionen, darunter Aachen, das Ruhrgebiet, die Rheinschiene (Köln/Düsseldorf/Bonn), Südwestfalen und das Münsterland.
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- Sebastian Marin (Autor), 2017, Unternehmensgründungen in Deutschland. Erfolgsfaktoren und Potentiale des Gründungsstandorts Nordrhein-Westfalen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354344