Diese Hausarbeit setzt sich mit der Messung schriftlicher Leistungen im Fremdsprachenunterricht auseinander. Dabei ist von besonderem Interesse, wie man diese auf die beste Art und Weise durchführt. Hierzu wird ein Querschnitt durch eine Auswahl von Veröffentlichungen aus den Bereichen Fremdsprachendidaktik, Pädagogische Psychologie und Allgemeine Didaktik beschrieben. In Synthese der hier vorgefundenen Darstellungen werden spezifische Problematiken, inter- wie intradisziplinäre Diskussionen, aber auch allgemein anerkannte Gütekriterien in Bezug auf Leistungsmessungen thematisiert. Anschließend werden in einem Zwischenkapitel Überlegungen über die Funktionen der Vergabe von Noten im schulischen Kontext unternommen.
Den zweiten Teil dieser Arbeit bildet ein Bericht des Verfassers über seine eigene Lehrtätigkeit und insbesondere, wie er seine sowohl durch die Arbeit im Hauptseminar "Fehleranalyse und Leistungsmessung" als auch durch die Auseinandersetzung mit der Fachliteratur gewonnenen Erkenntnisse beim Messen und Beurteilen der Leistungen seiner Schüler im Englischunterricht praktisch umsetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gütekriterien bei der Messung und Bewertung von Leistungen
2.1 Objektivität
2.2 Reliabilität
2.3 Validität
2.4 Nebengütekriterien
3. Einflussfaktoren, Beurteilungsfehler und Bewertungsfehler
3.1 Externe Einflussfaktoren
3.2 Interne Einflussfaktoren
3.3 Beurteilungs- und Bewertungsfehler
4. Die Benotung schulischer Leistungen und ihre Funktionen
5. Die Messung von Leistungen im Fremdsprachunterricht der gymnasialen Oberstufe
5.1 Der Aufbau des schriftlichen Abiturs im Leistungskursfach Englisch
5.2 Die Durchführung, Aus- und Bewertung von Probeklausuren als Simulation des schriftlichen Abiturs
5.2.1 Die Vorbereitung
5.2.2 Die Durchführung
5.2.3 Die Aus- und Bewertung
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht wissenschaftliche Standards der Leistungsmessung und -bewertung und überträgt diese Erkenntnisse in die praktische Anwendung eines Englisch-Leistungskurses an einer Waldorfschule. Dabei steht die Optimierung der Prüfungssimulation vor dem Hintergrund spezifischer Rahmenbedingungen im Fokus.
- Grundlegende Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)
- Einflussfaktoren und Beurteilungsfehler bei der Leistungsbewertung
- Gesellschaftspolitische Funktionen der Notengebung
- Struktur des schriftlichen Abiturs im Fach Englisch
- Praktische Durchführung und Bewertung von Probeklausuren
Auszug aus dem Buch
5.2.3 Die Aus- und Bewertung
Für den Fremdsprachunterricht im schulischen Kontext sind die zu verwendenden Bewertungskriterien zumindest im Oberstufenniveau zwar im Detail vorgegeben, nichtsdestotrotz sind sowohl Aus- als auch Bewertung von Schülerleistungen im hohen Maße subjektive Lesarten und Entscheidungen des jeweiligen Fachlehrers. Um dennoch ein möglichst hohes Maß an Objektivität zu gewährleisten, bemühte ich mich darum, sämtliche Klausuren nach exakt demselben Schema auszuwerten und möglichst alle Einflussfaktoren, Beurteilungsfehler und Bewertungsfehler, derer ich gewahr wurde, im Vorfeld auszuschließen bzw. zu minimieren.
Ich nahm mir also ein gesamtes Wochenende Zeit für die mir vorliegenden zehn Klausuren, nahm mir auch für diese beiden Tage keine weiteren Arbeiten vor. Mir war bewusst, dass ich möglicherweise die zuerst korrigierte Arbeit jedes Tages etwas strenger beurteilen würde als die nachfolgenden, also untersuchte ich Klausur Nr. 1 am Ende des Tages noch ein zweites Mal. Um dem in 4.3 beschrieben sogenannten Halo-Effekt entgegenzuwirken, also einer milderen bzw. strengeren Bewertung einzelner Klausurabschnitte im Einklang mit meinem subjektiven Gesamtbild des jeweiligen Schülers, bearbeitete ich die Klausuren nicht schüler-, sondern aufgabenweise. Ich nahm mir also zuerst sämtliche Sprachmittlungsaufgaben vor, und als ich alle zehn Exemplare ausgewertet hatte, begann ich mit der ersten Arbeit noch einmal. Danach beurteilte ich in direkter Folge den jeweiligen Aufgabenteil A1 sämtlicher Schüler etc…
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Leistungsmessung im Fremdsprachunterricht ein und erläutert das Ziel der praktischen Umsetzung theoretischer Erkenntnisse durch den Verfasser.
2. Gütekriterien bei der Messung und Bewertung von Leistungen: Hier werden die zentralen wissenschaftlichen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität sowie ergänzende Nebengütekriterien für Leistungstests definiert.
3. Einflussfaktoren, Beurteilungsfehler und Bewertungsfehler: Dieses Kapitel beleuchtet externe und interne Faktoren, die die Urteilskraft einer Lehrkraft beeinflussen können, und identifiziert typische systematische Beurteilungsfehler.
4. Die Benotung schulischer Leistungen und ihre Funktionen: Der Abschnitt diskutiert die gesellschaftspolitischen Aufgaben der Notengebung, insbesondere ihre Funktion als Selektionswerkzeug und Mittel der Sozialisation.
5. Die Messung von Leistungen im Fremdsprachunterricht der gymnasialen Oberstufe: Nach der Darstellung des Abituraufbaus berichtet dieser Teil von der konkreten Planung und Durchführung von Probeklausuren zur Abiturvorbereitung an einer Waldorfschule.
6. Schluss: Der Schluss reflektiert die Erkenntnisse der Hausarbeit sowie die besondere Doppelrolle des Autors als Studierender und Lehrer im Kontext der Themenwahl.
Schlüsselwörter
Leistungsmessung, Leistungsmessung, Fremdsprachunterricht, Gütekriterien, Objektivität, Reliabilität, Validität, Beurteilungsfehler, Notengebung, Abitur, Leistungskurs, Waldorfschule, Englischunterricht, Schülerleistung, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und der praktischen Durchführung der Messung und Bewertung schriftlicher Leistungen im Fremdsprachunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind wissenschaftliche Gütekriterien bei Leistungskontrollen, die Analyse von Beurteilungsfehlern sowie die Funktionen von Benotungen im Schulwesen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, theoretische Ansätze aus der Pädagogik und Fremdsprachendidaktik auf die eigene Unterrichtspraxis in der gymnasialen Oberstufe anzuwenden und zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Rahmung und einen praxisorientierten Berichtsansatz zur Reflexion der eigenen Lehrtätigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zu Gütekriterien und Fehlerquellen sowie einen praktischen Teil, der die Abiturvorbereitung und Korrekturpraxis an einer Waldorfschule detailliert beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Leistungsmessung, Objektivität, Reliabilität, Validität, Beurteilungsfehler, Notengebung und Abiturvorbereitung.
Wie unterscheidet sich die Bewertungssituation an Waldorfschulen vom Regelschulsystem?
An Waldorfschulen gibt es oft keine Vornoten, weshalb die Endnote ausschließlich auf den Ergebnissen der Abschlussprüfungen basiert, was den Druck auf die Probeklausuren erhöht.
Welchen Ansatz wählt der Autor, um bei der Korrektur den "Halo-Effekt" zu vermeiden?
Der Autor korrigiert die Klausuren nicht schülerweise, sondern aufgabenweise, um eine Beeinflussung durch das subjektive Gesamtbild eines einzelnen Schülers zu minimieren.
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- Benjamin Priebst (Author), 2014, Einflussfaktoren und Gütekriterien bei der Bewertung und Messung schriftlicher Leistungen im Fremdsprachenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354528