Diese Projektstudienarbeit baut auf die Studienarbeit „Möglichkeiten der Gestaltung der persönlichen Kontakte anhand moderner Medien in der täglichen Betreuungsarbeit mit jungen Volljährigen hinsichtlich eines angemessenen Nähe- und Distanzverhältnisses“ der Autorin vom März 2015 auf. In dieser wurde die Wichtigkeit der Nutzung moderner Medien von jungen Volljährigen beschrieben und auf die kommunikationsrelevanten Aspekte hinsichtlich der Teambildung zwischen Betreuer und Betreutem eingegangen. In der Studienarbeit wurden die Begriffe „Junge Volljährige“, „Betreuerpflichten“ und „moderne Medien“ erklärt. Darauf aufbauend soll in dem ersten Teil dieser Projektstudienarbeit auf weitere wissenschaftliche Theorien hinsichtlich der Nutzung moderner Medien und der Veränderung des Kommunikationsverhaltens aufgrund digitaler Medien eingegangen werden. Anhand von verschiedenen aktuellen Studien aus der Medienwissenschaft und der Kommunikationswissenschaft soll aufgezeigt werden, wie sich das Nutzungsverhalten bei Jugendlichen in den vergangenen Jahren verändert hat.
Im zweiten Teil wird das Vorgehen der Autorin hinsichtlich des Projektes und der Datenerhebung beschrieben, sowie die Ergebnisse der Projektstudie ausgewertet und versuchsweise mit bekannten Studien aus der Kommunikations- und der Medienwissenschaften verglichen.
Erstmals wird die Autorin versuchen, auch auf die Bedeutung von WhatsApp für Kinder und deren Vormünder einzugehen. Dies ergab sich aus den Datenauswertungen der verschiedenen Studien, bei denen es sich nicht ausschließlich um junge Erwachsene über 18 Jahren handelte, sondern auch Kinder und Jugendliche befragt wurden. Da sich die Arbeit der Betreuer und Vormünder in vielen Punkten ähnelt, können auch für Vormünder einige Parallelen erkennbar werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemvorstellung
3 Theorieteil
3.1 Nutzungsverhalten Jugendlicher mit modernen Medien
3.2 Veränderungen im Kommunikationsverhalten
3.3 Zwischenfazit
4 Methodenteil
4.1 Methodenwahl
4.2 Stichprobe
4.3 Erhebung
4.4 Auswertung und grafische Darstellung der Ergebnisse
4.4.1 Auswertung des allgemeinen Teils des Fragebogens
4.4.2 Auswertung der Fragen zur Erreichbarkeit und Mediennutzung
4.4.3 Anmerkungen der Befragten
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Projektstudienarbeit untersucht das Nutzungsverhalten von WhatsApp in der täglichen Praxis von Berufsbetreuern, um zu analysieren, ob der Messenger-Dienst zu einer effizienteren Arbeitsweise beitragen kann und wie Betreuer mit den damit verbundenen Herausforderungen umgehen.
- Aktuelles Nutzungsverhalten von digitalen Medien bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
- Analyse der Erreichbarkeit und Kommunikationswege zwischen Betreuern und Betreuten.
- Untersuchung der Vor- und Nachteile von WhatsApp im beruflichen Alltag von Betreuern.
- Identifikation von Gründen für die Ablehnung oder Nutzung von Messengerdiensten.
- Ableitung von Empfehlungen für einen sicheren Umgang mit Kommunikationsmedien in der Betreuung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Veränderungen im Kommunikationsverhalten
„Das Smartphone ist für viele Jugendliche Terminplaner, Foto- und Filmkamera, Audio- und Videogerät, Telefon, und das Kontaktgerät zu Freundinnen und Freunden. Hier bewahrt man Fotos auf, Nachrichten, die man bekommen hat, hört die neueste Musik, schaut YouTube-Videos, weiß gleichzeitig auch, was der Freundeskreis hört und sieht und kann nicht zuletzt über die ständige Verbindung zu den sozialen Netzwerken seine Freundinnen und Freunde auf dem Laufenden halten. Exklusivität ist dabei allerdings verloren gegangen: Hat man früher oft genau überlegt, was man wem erzählt, kann heute der ganze Freundeskreis über Facebook am Glück oder Unglück des eigenen Alltags teilhaben. Bei durchschnittlich 272 Kontakten kommt da ein recht beeindruckendes Publikum zusammen.“ Dies sind die Begrüßungsworte von Siegfried Schneider bei der Tagung vernetzt_öffentlich_aktiv. Mobile Medien in der Lebenswelt von Jugendlichen am 29.11.2013 in München und Herr Schneider bringt es auf den Punkt.
Jugendliche kommunizieren heute völlig anders als noch vor 10 Jahren. Sie sind rund um die Uhr online und im ständigen Austausch mit ihrer Peergroup (Gruppe von Gleichaltrigen, welche befreundet sind). Ein weiterer Vorteil für die Jugendlichen ist, dass die Erwachsenen keinen Zugang zu ihrer medialen Welt haben und sie somit unabhängig von den Eltern agieren können. Niels Brüggen und Susanne Eggert haben in ihrem Beitrag “Mobile Medien in der Lebenswelt Jugendlicher“ auf der oben genannten Tagung, einen Tagesablauf zur Smartphone- Nutzung Jugendlicher vorgestellt, welchen Schüler einer 9. Klasse eines Gymnasiums entwickelten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der medienbasierten Kommunikation in der Betreuungsarbeit ein und verknüpft die vorliegende Untersuchung mit vorangegangenen Studien der Autorin.
2 Problemvorstellung: Das Kapitel thematisiert die zunehmende Komplexität der Betreuungsarbeit, den damit verbundenen Zeitdruck bei Betreuern und stellt die Frage, ob WhatsApp als Werkzeug zur Effizienzsteigerung dienen kann.
3 Theorieteil: Hier werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über das veränderte Mediennutzungsverhalten Jugendlicher sowie die soziokulturelle Bedeutung des Smartphones als zentrales Kommunikationsmedium beleuchtet.
4 Methodenteil: Dieses Kapitel erläutert die quantitative Datenerhebung mittels Fragebögen unter Berufs- und Vereinsbetreuern, die Stichprobenwahl und die detaillierte Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Kommunikation und Mediennutzung.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, zeigt die Potenziale von WhatsApp für die Betreuerpraxis auf und empfiehlt die Erstellung eines Leitfadens für eine sichere Anwendung im Arbeitsalltag.
Schlüsselwörter
WhatsApp, Berufsbetreuer, Betreuungspraxis, Kommunikation, Smartphone, Mediennutzung, Erreichbarkeit, Datenschutz, Zeitersparnis, Medienkompetenz, Digital Natives, Arbeitsbelastung, Vertrauensbeziehung, Messenger, Online-Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie Berufsbetreuer den Messenger-Dienst WhatsApp in ihrem Berufsalltag zur Kommunikation mit ihren Klienten einsetzen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Medienkompetenz, die Kommunikationsgewohnheiten im sozialen Bereich, die Anforderungen an moderne Berufsbetreuer sowie die Chancen und Risiken digitaler Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, den Status quo der WhatsApp-Nutzung in der Betreuerpraxis zu erheben und herauszufinden, ob und wie der Messenger zur Effizienzsteigerung beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein quantitativer Ansatz gewählt, bei dem Berufs- und Vereinsbetreuer mittels schriftlicher Fragebögen zu ihrem Nutzungsverhalten und ihren Erfahrungen befragt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe zur Mediennutzung bei Jugendlichen sowie die konkrete Auswertung der Fragebogendaten zu Themen wie Erreichbarkeit, Vorteile, Nachteile und Status-Nutzung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Berufsbetreuung, WhatsApp, digitale Kommunikation, Erreichbarkeit und berufliche Effizienz charakterisieren.
Warum wurde WhatsApp als spezifisches Untersuchungsobjekt gewählt?
WhatsApp wurde gewählt, da es sich als dominantes Kommunikationsmedium etabliert hat und die Autorin eine Lücke in der wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner Anwendung im Kontext der gesetzlichen Betreuung schließen wollte.
Welche Rolle spielt der Datenschutz in der Untersuchung?
Der Datenschutz wurde als zentraler Aspekt identifiziert, wobei die Studie überraschend aufzeigte, dass Datenschutzbedenken bei den befragten Praktikern eine geringere Rolle als die Bequemlichkeit oder der Arbeitsablauf spielen.
Welche praktischen Schlussfolgerungen zieht die Autorin?
Die Autorin empfiehlt die Entwicklung eines Leitfadens für Berufsbetreuer, der Sicherheitsaspekte aufgreift und sowohl erfahrenen Nutzern als auch skeptischen Anwendern den Umgang mit Messengern erleichtert.
- Quote paper
- Aileen Schulz (Author), 2016, Nutzungsverhalten von WhatsApp in der Praxis von Berufsbetreuern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354625