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Wirtschaftsspionage und Staatliche Gefahrenabwehr. Akteure und gesetzliche Grundlagen

Title: Wirtschaftsspionage und Staatliche Gefahrenabwehr. Akteure und gesetzliche Grundlagen

Bachelor Thesis , 2016 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Matthias Lindner (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Beinahe täglich wird in den Nachrichten das Thema der Wirtschaftsspionage aufgegriffen. In diesem Zusammenhang handelt es sich häufig um den Diebstahl relevanter Daten und Informationen von Unternehmen. Eine große Anzahl von Unternehmen hält den Schutz ihrer Daten für eine große Herausforderung und hat schon Erfahrungen mit dem Diebstahl ihrer Daten, durch eigene Mitarbeiter der Unternehmen oder fremde Nachrichtendienste, gemacht.

Das Gefährdungspotenzial der deutschen Unternehmen steigt vor allem durch den schnellen Fortschritt im IKT-Bereich. Dies hat vor allem in der Hochtechnologie-Branche eine besondere Relevanz, da ihre Betriebsgeheimnisse das in jahrelanger Entwicklung und Forschung erlangte Know-how widerspiegeln. Es ist unumstritten, dass vor allem deutsche Unternehmen mit ihrem technologischen Fortschritt, hoher Qualität und internationalem Erfolg im Fokus fremder Nachrichtendienste sowie rivalisierender ausländischer Unternehmen stehen.

Eine erfolgreiche Wirtschaft ist primäre Grundlage für die Standfestigkeit von Staat und Gesellschaft. Deshalb hat der Staat das Ziel, den Verlust von Know-how an unbefugte Dritte zu bekämpfen. Staaten, die sich einen Wissensvorsprung verschaffen wollen, haben möglicherweise keine Hemmungen, sich durch illegale Handlungen die notwendigen Informationen zu beschaffen. Dies kann für die Bundesrepublik Deutschland zu einer geschwächten Verhandlungsposition, volkswirtschaftlichen Schäden wie auch zur Minderung der Souveränität führen. Der tatsächliche wirtschaftliche Schaden der BRD durch Wirtschaftsspionage lässt sich nur schwer bestimmen.

Die nachrichtendienstlichen Tätigkeiten bestehen nicht nur aus der oben beschriebenen negativen Spionagetätigkeit, sondern auch aus dem Schutz der westlichen Wertegemeinschaft vor dem Terrorismus. Nachrichtendienste versuchen durch präventive Observierung individueller Personen terroristische Tätigkeiten zu unterbinden. Wie jedoch durch die NSA-Affäre um Edward Snowden bekannt geworden ist, kollidiert die Gewährleistung der Sicherheit mit der grundrechtlich gesicherten Privatsphäre. Ein Hauptaspekt des Grundgesetzes ist die Privatsphäre und die damit einhergehende Freiheit, die eine tragende Säule der Demokratie ist.

Diese wissenschaftliche Arbeit soll aufzeigen, welche rechtlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr gegen unbefugte Spionagetätigkeiten verfügbar sind. Des Weiteren wird aufgezeigt, inwiefern diese Tätigkeiten mit dem Grundgesetz kollidieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Zusammenhang

2.1 Wirtschaftsspionage

2.2 Konkurrenzausspähung

2.3 Verbindung von Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung

3. Akteure der Wirtschaftsspionage

3.1 Nachrichtendienste

3.2 Tätigkeiten der Nachrichtendienste

3.3 Maßnahmen zur Informationsbeschaffung

3.3.1 HUMINT

3.3.1.1 Der Innentäter

3.3.1.1.1 Der Innentäter im engeren Sinne

3.3.1.1.2 Der Innentäter im weiteren Sinne

3.3.2 OSINT

3.3.3 SIGINT

3.3.4 IMINT

3.4 Ziele der Nachrichtendienste

4. Abwehr durch Zivilrecht

4.1 Zivilrechtliche Anspruchsgrundlagen

4.2 Der Geheimnisverrat (§ 17 I UWG)

4.3 Die Betriebsspionage bzw. das verbotene Ausspähen (§ 17 II Nr. 1 UWG)

4.4 Geheimnisverwertung (§ 17 II Nr. 2 UWG)

4.5 Verwertung von Vorlagen (§ 18 UWG)

4.6 Verleiten und Erbieten zum Verrat (§ 19 UWG)

5. Abwehr durch Strafrecht

5.1 Schutzbereich der „Wirtschaftsspionage“

5.2 Weitere strafrechtliche Vorschriften zum Schutz der Wirtschaftsspionage

6. Befugnis nachrichtendienstlicher Tätigkeiten

6.1 Deutsche Nachrichtendienste

6.2 Überschneidung öffentlicher und heimlicher Strafverfolgung

6.3 Normative Befugniszuweisung

6.4 Ermächtigung zum Eingriff in das Recht der informationellen Selbstbestimmung

6.5 Ermächtigung heimlicher Informationsbeschaffung

6.6 Beschränkungen heimlicher Informationsbeschaffung

7. Abwehr durch Grundgesetz

7.1 Verfassungsrechtliche Grenzen des staatlichen Zugriffs zur Gefahrenabwehr

7.2 Schutzbereich des Grundrechts

7.2.1 Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung

7.2.2 Das Fernmeldegeheimnis

7.2.3 Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung

7.2.4 Recht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme

7.3 Verhältnismäßigkeitsgrundsatz

7.4 Bestimmtheitsgrundsatz

7.5 Schutz des Kernbereichs

7.6 Kontrolle

8. Abwehr durch völkerrechtliche Verträge am Beispiel des TRIPS-Abkommens

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Wirtschaftsspionage und die rechtlichen Rahmenbedingungen der staatlichen Gefahrenabwehr in Deutschland, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen dem Schutz von Unternehmensdaten und den grundrechtlichen Freiheiten der Bürger liegt.

  • Abgrenzung von Wirtschaftsspionage und privater Konkurrenzausspähung.
  • Analyse der Akteure, Methoden und Ziele von Nachrichtendiensten.
  • Rechtlicher Schutz durch Zivil- und Strafrecht (UWG, StGB).
  • Verfassungsrechtliche Zulässigkeit staatlicher Eingriffe und deren Schranken durch das Grundgesetz.

Auszug aus dem Buch

3.3.1.1 Der Innentäter

Der Begriff des Innentäters ist rechtlich nicht eindeutig definiert. Grundsätzlich versteht man darunter eine natürliche Person, die durch ihr Beschäftigungsverhältnis über wertvolle Fähigkeiten verfügt oder unternehmensinterne Informationen besitzt, die für Außenstehende gar nicht oder nur schwer zugänglich sind.34

3.3.1.1.1 Der Innentäter im engeren Sinne

Bei dem Innentäter im engeren Sinne (Innentäter i.e.S.) handelt es sich um eine Person, die aktuell in einem Unternehmen angestellt ist oder das Unternehmen erst kürzlich verlassen hat. Dieser Mitarbeiter bzw. ehemalige Mitarbeiter verfügt oft über eine bedeutungsvolle Innenansicht des Unternehmens und dementsprechende auch über Insiderwissen. Der Innentäter kann bedeutsames Unternehmenswissen identifizieren und dieses mithilfe seiner Möglichkeiten, Netzwerke und Werkzeuge entnehmen.35

3.3.1.1.2 Der Innentäter im weiteren Sinne

Nicht nur die Mitarbeiter eines Unternehmens können zu Innentätern werden, sondern auch alle außerhalb des Unternehmens, die durch ein besonderes Arbeitsverhältnis über internes Know-how verfügen. Dazu gehören bspw. Geschäftspartner, externe Dienstleister wie auch Lieferanten.36

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedrohung durch Wirtschaftsspionage für deutsche Unternehmen und betont die Notwendigkeit rechtlicher Schutzmaßnahmen.

2. Definition und Zusammenhang: Dieses Kapitel differenziert zwischen staatlich gelenkter Wirtschaftsspionage und privater Konkurrenzausspähung und erläutert deren begriffliche Einordnung.

3. Akteure der Wirtschaftsspionage: Hier werden die Arbeitsweisen von Nachrichtendiensten sowie deren Methoden zur Informationsbeschaffung (HUMINT, OSINT, etc.) detailliert dargestellt.

4. Abwehr durch Zivilrecht: Das Kapitel behandelt die zivilrechtlichen Anspruchsgrundlagen nach dem UWG zum Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen.

5. Abwehr durch Strafrecht: Der Autor erläutert hier die strafrechtlichen Tatbestände im StGB, die zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen und der staatlichen Sicherheit dienen.

6. Befugnis nachrichtendienstlicher Tätigkeiten: Es wird die normative Grundlage und die Eingriffsermächtigung der deutschen Nachrichtendienste kritisch analysiert.

7. Abwehr durch Grundgesetz: Dieses Kapitel prüft die verfassungsrechtlichen Grenzen staatlicher Überwachung und die Bedeutung von Grundrechten wie der informationellen Selbstbestimmung.

8. Abwehr durch völkerrechtliche Verträge am Beispiel des TRIPS-Abkommens: Die Rolle internationaler Abkommen beim Schutz von Immaterialgütern und geschützten Informationen wird hier kurz skizziert.

9. Fazit: Das Fazit fasst die rechtliche Gesamtlage zusammen und weist auf das Problem hin, dass Unternehmen ihre Schutzmöglichkeiten aufgrund drohender Reputationsschäden oft nicht ausschöpfen.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsspionage, Konkurrenzausspähung, Nachrichtendienste, Geheimnisschutz, UWG, StGB, Grundgesetz, informationelle Selbstbestimmung, HUMINT, Innentäter, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, Staatsgeheimnis, Datenerhebung, Privatsphäre, IT-Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedrohungslage durch Wirtschaftsspionage sowie die rechtlichen Möglichkeiten der Abwehr in Deutschland durch Zivilrecht, Strafrecht und unter Beachtung verfassungsrechtlicher Vorgaben.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zu den Kernbereichen zählen die Arbeitsweisen von Nachrichtendiensten, die Definition von Wirtschaftsgeheimnissen, der straf- und zivilrechtliche Schutz durch das UWG und die verfassungsrechtliche Zulässigkeit von Überwachungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, welche rechtlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr gegen Spionage existieren und inwiefern diese staatlichen Eingriffe mit den Grundrechten des Grundgesetzes kollidieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Gesetzeskommentaren, Gerichtsentscheidungen (BVerfG) und Fachliteratur basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Täterstrukturen, die zivil- und strafrechtlichen Abwehrmaßnahmen sowie die detaillierte verfassungsrechtliche Würdigung nachrichtendienstlicher Tätigkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte umfassen Wirtschaftsspionage, Nachrichtendienste, Grundrechte, UWG und Geheimnisschutz.

Wie definiert der Autor einen "Innentäter"?

Ein Innentäter ist eine natürliche Person, die durch ein Beschäftigungsverhältnis Zugang zu internem Know-how hat, das für Außenstehende normalerweise nicht zugänglich ist.

Warum nutzen Unternehmen ihre Rechtsschutzmöglichkeiten laut Fazit nur selten?

Laut dem Autor liegt dies primär an der Furcht der Unternehmen vor einem Reputationsschaden, der mit der Veröffentlichung einer Spionageaffäre einhergehen könnte.

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Details

Title
Wirtschaftsspionage und Staatliche Gefahrenabwehr. Akteure und gesetzliche Grundlagen
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,7
Author
Matthias Lindner (Author)
Publication Year
2016
Pages
36
Catalog Number
V354752
ISBN (eBook)
9783668416024
ISBN (Book)
9783668416031
Language
German
Tags
gefahrenabwehr wirtschaftsspionage daten datendiebstahl datenschutz staatliche gefahrenabwehr nachrichtendienste wirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Lindner (Author), 2016, Wirtschaftsspionage und Staatliche Gefahrenabwehr. Akteure und gesetzliche Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354752
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