Die vorliegende Seminararbeit setzt sich mit der Frage einer Neudefinition der Arbeiterklasse mit spezifischem Bezug auf den Standpunkt der politischen Ausrichtung auseinander.
Durch einen massiven rechtsparteilichen Aufschwung in Europa, wie in Deutschland mittels der Alternative für Deutschland1, wird häufig die Frage gestellt, wie groß der Anteil sozioökonomisch schwächerer Klassen am Aufstieg der AfD sei. Auch durch den Status als Arbeiterkind sowie aktives Gewerkschaftsmitglied möchte ich den Kontrast der Arbeiterklasse skizziert nach Marx mit den Charakteristika der „Arbeiterklasse heute“ vergleichen und bestenfalls Rückschlüsse daraus ziehen, welche für die Wahl rechter Parteien verantwortlich sein könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Historische Einordnung des Begriffs der Arbeiterklasse
2.2 Herausforderungen und politischer Kampf
2.3 „Arbeiterklasse heute“
2.3.1 Blickfeld Industrie
2.3.2 Blickfeld Arbeitslosigkeit
2.4 Politische Ausrichtung heutiger Arbeiter*innen
2.4.1 Blickfeld Landtagswahlen 2016
2.4.2 Blickfeld PEGIDA
2.4.3 Einordnung der Wahlergebnisse im Kontext des Wahlverhalten
2.5 Neues Wahlverhalten= neue Arbeiterklasse?
Zielsetzung & Themen der Seminararbeit
Die Arbeit untersucht, ob eine Neudefinition der Arbeiterklasse unter Berücksichtigung ihrer heutigen politischen Ausrichtung, insbesondere im Hinblick auf den Zuspruch zu rechtspopulistischen Bewegungen wie der AfD, erforderlich ist.
- Historische Analyse des Arbeiterklassenbegriffs bei Marx und Engels
- Veränderungen der Arbeitswelt und Lebensbedingungen durch Deindustrialisierung
- Analyse des Wahlverhaltens von Arbeitern bei den Landtagswahlen 2016
- Untersuchung der sozioökonomischen Hintergründe von PEGIDA-Demonstrierenden
- Vergleich zwischen historischer Arbeiterbewegung und heutigen politischen Strömungen
Auszug aus dem Buch
Historische Einordnung des Begriffs der Arbeiterklasse:
Zunächst erfolgt eine historische Einordnung des Begriffs der Arbeiterklasse. Hierbei ist festzustellen, dass „[v]or Marx und Engels […] die entstehende Arbeiterklasse als außerhalb der Gesellschaft stehende „Masse“ [galt], der keinerlei geschichtsgestaltende Kraft zukomme“4. Allerdings entwickelte sich diese Klasse zu Zeiten der Industrialisierung weiter, welche schließlich mit klaren Definitionen versehen wurden. So „[hieß] [d]iese Klasse die Klasse der Proletarier oder das Proletariat.“ 5
Unter Engels wird die Dimension des Proletariats in vier Dimensionen unterteilt. „Die ersten Proletarier gehörten der Industrie an und wurden direkt durch sie erzeugt, die industriellen Arbeiter, diejenigen, die sich mit der Verarbeitung von Rohstoffen beschäftigen, […] [d]ie Erzeugung des industriellen Materials, […] konnte so ein neues Proletariat hervorbringen: die Arbeiter in den Kohlegruben und Metallbergwerken. In dritter Instanz wirkte die Industrie auf den Ackerbau und in vierter auf Irland zurück.“6
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Fragestellung bezüglich einer Neudefinition der Arbeiterklasse im Kontext des Aufstiegs rechter Parteien und skizziert das methodische Vorgehen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine Untersuchung der modernen Arbeitswelt sowie eine Analyse des Wahlverhaltens und politischer Bewegungen.
2.1 Historische Einordnung des Begriffs der Arbeiterklasse: Dieses Kapitel verortet den Begriff der Arbeiterklasse im Marxismus und beschreibt die Entstehung des Proletariats während der Industrialisierung.
2.2 Herausforderungen und politischer Kampf: Es werden die ökonomischen Bedingungen des Proletariats, wie Mehrwert und Entfremdung, sowie der daraus resultierende politische Widerstand beleuchtet.
2.3 „Arbeiterklasse heute“: Dieses Kapitel hinterfragt, inwieweit der klassische Begriff der Arbeiterklasse in Zeiten der Deindustrialisierung noch Bestand hat.
2.3.1 Blickfeld Industrie: Hier wird der Wandel der industriellen Beschäftigungsverhältnisse und der Einfluss von Produktivitätssteigerungen analysiert.
2.3.2 Blickfeld Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel thematisiert den sozialen Abstieg und die Desorientierung von Arbeiter*innen in prekären Beschäftigungsverhältnissen.
2.4 Politische Ausrichtung heutiger Arbeiter*innen: Das Kapitel untersucht die Korrelation zwischen sozioökonomischem Status und politischer Wahlentscheidung.
2.4.1 Blickfeld Landtagswahlen 2016: Eine Analyse von Wahldaten zeigt Zusammenhänge zwischen Berufsgruppen, Bildungsstand und dem AfD-Wahlverhalten auf.
2.4.2 Blickfeld PEGIDA: Diese Untersuchung zeigt, dass PEGIDA-Demonstranten nicht primär aus bildungsfernen Schichten stammen, wie oft vermutet.
2.4.3 Einordnung der Wahlergebnisse im Kontext des Wahlverhalten: Hier werden Theorien wie der individualpsychologische Ansatz und das Modell sozialer Milieus zur Erklärung des Wahlverhaltens herangezogen.
2.5 Neues Wahlverhalten= neue Arbeiterklasse?: Das Fazit lehnt eine totale Neudefinition ab, betont aber die Notwendigkeit, sich mit Abstiegsängsten und neuen sozialen Ungleichheiten auseinanderzusetzen.
Schlüsselwörter
Arbeiterklasse, Industrialisierung, Proletariat, AfD, Wahlanalyse, PEGIDA, Deindustrialisierung, soziale Gerechtigkeit, Wahlverhalten, prekäre Beschäftigung, Klassenkampf, politischer Wandel, Rechtspopulismus, Gewerkschaften, Arbeitslosigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob der historische Begriff der Arbeiterklasse aufgrund der veränderten politischen Landschaft und des Aufstiegs rechtspopulistischer Parteien wie der AfD neu definiert werden muss.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Herleitung der Arbeiterklasse, die Auswirkungen der Deindustrialisierung auf die Arbeiterschaft sowie die Analyse des aktuellen Wahlverhaltens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen den heutigen Lebensbedingungen von Arbeiter*innen und deren Wahlentscheidung für rechte Parteien besteht und ob daraus eine Neudefinition der Klasse folgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert historische Literaturarbeit zu Marx und Engels mit einer empirischen Wahlanalyse der Landtagswahlen 2016 sowie der Auswertung von Studien zu politischen Bewegungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil spannt den Bogen von der Theorie der Entfremdung im 19. Jahrhundert bis hin zur aktuellen Situation von Arbeiter*innen im Kontext von Globalisierung und sozialem Abstieg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeiterklasse, Wahlverhalten, AfD, Deindustrialisierung, soziale Gerechtigkeit und prekäre Beschäftigung.
Welche Rolle spielt die Deindustrialisierung für die Fragestellung?
Sie gilt als Ursache für den Wegfall traditioneller Erwerbsbiografien, was laut Arbeit zu Verunsicherung und Abstiegsängsten führt, die wiederum das politische Wahlverhalten beeinflussen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Gewerkschaften?
Gewerkschaften werden als Chance gesehen, da sie trotz Mitgliederschwunds oder kontroverser interner Debatten ein Umfeld bieten, in dem die Sorgen von Arbeiter*innen ernst genommen und konstruktiv diskutiert werden können.
- Citar trabajo
- Rohat Akcakaya (Autor), 2017, Eine Prüfung einer Neudefinition der Arbeiterklasse unter besonderer Berücksichtigung der politischen Ausrichtung von ArbeiterInnen heute, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354803