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New Deal - Die Reform des Wohlfahrtsstaats in Großbritannien

Title: New Deal - Die Reform des Wohlfahrtsstaats in Großbritannien

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 31 Pages , Grade: 1

Autor:in: Oliver Laqua (Author)

Economics - Job market economics
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Summary Excerpt Details

Die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der europäischen Wohlfahrtsstaaten unterliegt in den neunziger Jahren einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Dieser Wandlungsprozess gestaltet sich zwar in den einzelnen Nationalstaaten durchaus unterschiedlich, ihm liegt jedoch eine Problemkonstellation zugrunde, deren Tragweite eine europäische Dimension besitzt: Zum einen befinden sich die europäischen Länder in dem Dilemma, dass sich im Zuge der fortschreitenden Globalisierung die ökonomischen Entwicklungsprozesse der Kapitalverwertung zunehmend der nationalstaatlichen Regulierung entziehen, die sozialen Nebenwirkungen dieser Entwicklungsprozesse – wie Armut, Arbeitslosigkeit und Migration – sich aber in den nationalen Systemen der sozialen Sicherung konzentrieren. Zum anderen sieht sich die Arbeits- und Sozialpolitik in Europa mit der Herausforderung konfrontiert, dass die Flexibilisierung der Arbeits- und Lebensformen ohne die Regulierung durch staatliche und zivilgesellschaftliche Institutionen auch das Potential zu einer Vergrößerung der Beschäftigungsrisiken und einer Zunahme sozialer Ungleichheit in sich birgt. Das weder Globalisierung noch Flexibilisierung als sozialökonomische Trends für sich genommen bereits eine erfolgsversprechende Antwort auf die Reform des Wohlfahrtsstaates darstellen, wird sowohl aus der Betrachtung von Ländern deutlich, deren Reformmaßnahmen sich auf die Deregulierung des Arbeitsmarktes und der sozialen Sicherungssysteme beschränken wie auch mit Blick auf die Länder, deren Reformstrategien den Versuch involvieren, für die zunehmend flexibleren Arbeits- und Lebensformen eine angemessene soziale Absicherung zu schaffen. Während erstere (v.a. die USA) sich auf die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit durch eine angebotsorientierte Arbeitsmarktpolitik und den Abbau sozialer Absicherung, unter Inkaufnahme von zunehmender Armut - sogar bei Erwerbstätigkeit im Rahmen von Vollzeitbeschäftigung (working poor) - beschränken, versuchen letztere (z.B. Schweden, Dänemark und die Niederlande) eine sozialverträgliche Strategie der weltmarktorientierten Modernisierung des Wohlfahrtsstaats zu entwickeln, welche eine regulierte Flexibilisierung der Arbeitsbeziehungen mit einer schrittweisen Reorganisation der sozialen Sicherungssysteme verbindet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das britische System der sozialen Sicherung

3. Die Reform des britischen Wohlfahrtsstaats unter New Labour – Der New Deal

3.1. Work for those who can - Security for those who cannot

3.2. Der New Deal

4. Die Welfare-to-Work-Programme

4.1. Der Welfare-to-Work-Ansatz

4.2. Workfare oder Activation ?

4.3. Die britischen Welfare-to-Work-Programme

4.3.1 New Deal for Young People

4.3.2 New deal 25plus

5. New Deal – Ein Best Practice-Modell bei der Vermittlung von Flexibilität und sozialer Sicherheit?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit analysiert die grundlegende Reform des britischen Wohlfahrtsstaates unter der Regierung von New Labour ab 1997. Im Fokus steht dabei die Untersuchung, ob der „New Deal“ als effektives Modell zur Verbindung von Flexibilisierung der Arbeitsmärkte mit sozialer Sicherheit dienen kann und inwieweit er tatsächlich Arbeitslosigkeit sowie soziale Ungleichheit erfolgreich bekämpft.

  • Strukturanalyse des britischen Sozial- und Sicherungssystems
  • Konzeptualisierung und politische Zielsetzung des „New Deal“
  • Einführung und Funktionsweise der „Welfare-to-Work“-Programme
  • Kritische Evaluation der Wirksamkeit der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen

Auszug aus dem Buch

3.1. Work for those who can - Security for those who cannot

Nicht ganz ein Jahr nach den gewonnenen Wahlen zum britischen Unterhaus im Mai 1997 veröffentlichte die Labour-Regierung unter Tony Blair eine Reihe von Regierungspapieren, in denen sie ihre Vorstellungen zur Reform des britischen Wohlfahrtsstaates formulierte. Zunächst legte die Regierung zwei Papiere über die grundsätzliche Ausrichtung und die elementaren Prinzipien des Reformprojektes vor, woraufhin in einer Reihe von Folgedokumenten die spezifische Ausgestaltung der Reform innerhalb bestimmter sozialer Problemgruppen (Kinder, Alleinerziehende, Behinderte) und –lagen (Renten, Arbeitslosigkeit, Missbrauch von sozialen Leistungen) erläutert wurde. Die grundsätzliche Kritik von New Labour zielt auf die tragenden Strukturen des britischen Wohlfahrtsstaates. Diese Strukturen wurden Anfang der fünfziger Jahre aufgrund von Annahmen über die Konstitution und Entwicklung sozialer Problemlagen konzipiert, die heute in weiten Teilen keine Gültigkeit mehr besitzen.

So gab seinerzeit die Berufstätigkeit von Männern im Rahmen des Normalarbeitsverhältnisses den Standart der Erwerbstätigkeit in den europäischen Staaten ab, die durchschnittliche Quote der Erwerbstätigkeit von Frauen war noch relativ gering. An die Einführung von Sicherungssystemen wie Arbeitslosenunterstützung und Sozialhilfe wurde die Erwartung geknüpft, dass sie lediglich kurzfristige Zeiträume im Falle konjunkturbedingter Arbeitslosigkeit oder individueller Notlagen durch soziale Unterstützungsleistungen überbrücken helfen sollten. Zudem war die Bedeutung von berufs- bzw. betriebsbezogenen Sicherungssystemen wie auch das Angebot von privaten Wohlfahrtsdiensten noch so gering, dass die Ergänzung staatlicher Unterstützungsleistungen durch private Vorsorge einen geringen Stellenwert besaß.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den tiefgreifenden Wandlungsprozess der europäischen Wohlfahrtsstaaten im Kontext von Globalisierung und Flexibilisierung sowie die spezifische Ausgangslage in Großbritannien unter New Labour.

2. Das britische System der sozialen Sicherung: Dieses Kapitel charakterisiert die historischen Grundlagen, das Universalitätsprinzip und die verschiedenen Leistungsebenen des britischen Sozialsystems.

3. Die Reform des britischen Wohlfahrtsstaats unter New Labour – Der New Deal: Hier wird der reformorientierte Ansatz der Blair-Regierung analysiert, insbesondere das neue Gesellschaftsvertragsmodell und die Abkehr von reiner passiver Unterstützung hin zu einer aktivierenden Sozialpolitik.

4. Die Welfare-to-Work-Programme: Dieses Kapitel detailliert die konkreten arbeitsmarktpolitischen Instrumente wie den „New Deal for Young People“ und „New deal 25plus“ und deren Einstufung in Workfare-Strategien.

5. New Deal – Ein Best Practice-Modell bei der Vermittlung von Flexibilität und sozialer Sicherheit?: Das abschließende Kapitel kritisch bewertet den Erfolg der Reformmaßnahmen hinsichtlich der Arbeitsmarktintegration und der sozialen Absicherung.

Schlüsselwörter

New Labour, Wohlfahrtsstaat, New Deal, Welfare-to-Work, Arbeitsmarktpolitik, Flexibilisierung, soziale Sicherung, Workfare, Aktivierung, Arbeitslosigkeit, Großbritannien, Sozialreform, Beschäftigungsfähigkeit, soziale Ausgrenzung, Beschäftigungsförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die grundlegende Umgestaltung des britischen Wohlfahrtsstaates durch die Labour-Regierung unter Tony Blair und analysiert, wie das Land auf die Herausforderungen von Globalisierung und Flexibilisierung reagiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Modernisierung sozialer Sicherungssysteme, die Einführung aktivierender Arbeitsmarktpolitik („Welfare-to-Work“) und die Neudefinition des Gesellschaftsvertrags zwischen Staat und Bürgern.

Was ist das primäre Ziel des „New Deal“?

Das primäre Ziel ist die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeabhängigkeit durch die Integration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt, basierend auf dem Prinzip der Eigenverantwortung.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine strukturierte Analyse der sozialpolitischen Grundlagen und eine kritische Evaluation der Ergebnisse der „Welfare-to-Work“-Programme auf Basis vorliegender Daten und Regierungsdokumente.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das britische Sozialsystem vor und während der New Labour-Reformen, die Konzeption des „New Deal“ sowie die spezifischen Programme für verschiedene Zielgruppen, insbesondere Jugendliche und Langzeitarbeitslose, detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind New Deal, Welfare-to-Work, soziale Sicherung, Flexibilisierung, Arbeitsmarktpolitik und der gesellschaftliche Wandel in Großbritannien.

Wie unterscheidet sich der Ansatz für Jugendliche von dem für Langzeitarbeitslose über 25 Jahre?

Während für beide Gruppen obligatorische Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramme gelten, unterscheiden sich die spezifischen Optionen, wobei die Programme für Jugendliche aufgrund der Vermeidung dauerhafter Einstiegsbarrieren besonders stark priorisiert und finanziert werden.

Kann der „New Deal“ als Best-Practice-Modell bezeichnet werden?

Der Autor kommt zu einem differenzierten Ergebnis: Zwar wurden Fortschritte bei der Aktivierung erzielt, jedoch mangelt es an Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit, weshalb eine Bewertung als uneingeschränktes Best-Practice-Modell kritisch hinterfragt wird.

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Details

Title
New Deal - Die Reform des Wohlfahrtsstaats in Großbritannien
College
University of Frankfurt (Main)
Course
"Flexicurity" - Arbeitsmarkt und Sozialpolitik in Zeiten der Flexibilisierung
Grade
1
Author
Oliver Laqua (Author)
Publication Year
2001
Pages
31
Catalog Number
V35488
ISBN (eBook)
9783638353854
Language
German
Tags
Deal Reform Wohlfahrtsstaats Großbritannien Flexicurity Arbeitsmarkt Sozialpolitik Zeiten Flexibilisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Laqua (Author), 2001, New Deal - Die Reform des Wohlfahrtsstaats in Großbritannien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35488
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