Im Fokus der Hausarbeit steht die Besonderheit der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2016: Bündnis 90/Die Grünen wurden erstmals stärkste Partei bei einer Landtagswahl in der Bundesrepublik - und führten die "Volkspartei" der CDU zwar zurück an die Regierung, jedoch erstmals in der Rolle eines Juniorpartners. Dieses Phänomen wird an Hand der politischen Kultur, der regionalen politischen Kultur und der ihr bedingten Tradition in der Hausarbeit untersucht. Durch den Fokus auf dieses Phänomen stellt die Hausarbeit kein ausführliches Werk dar, sondern vielmehr einen am Phänomen orientierten Abriss über die Frage der Veränderung einer politischen Kultur.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff der politischen Kultur
3. Begriff der politischen Kultur im Hinblick auf das Land Baden-Württemberg
4. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2016
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht, ob die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2016 einen Umbruch der politischen Kultur darstellt oder ob sie in der bestehenden Tradition des Landes steht. Dabei wird analysiert, inwieweit veränderte Wahlergebnisse mit einer tatsächlichen Verschiebung in den politischen Werten und Interaktionsprozessen zwischen Bürgern und Einrichtungen korrelieren.
- Grundlagen und wissenschaftliche Definition der politischen Kultur
- Spezifika der politischen Kultur in Baden-Württemberg
- Analyse der Wahlergebnisse von 2016 und des Erfolgs von Bündnis 90/Die Grünen
- Die Rolle des Ministerpräsidenten und symbolischer Politik
- Einfluss von Kandidaten vs. Parteiprogrammen auf das Wählerverhalten
- Abgrenzung zwischen statistischem Wahlergebnis und politischem Kulturwandel
Auszug aus dem Buch
Begriff der politischen Kultur
Zunächst ist daher zu ermitteln, was unter dem Begriff der politischen Kultur zu verstehen ist. Schließlich handele es sich beim Begriff der politischen Kultur um einen umstrittenen Begriff, wie der Politikwissenschaftler Dirk Berg-Schlösser urteilte. Berg-Schlösser vertritt die Auffassung, dass der analytische Status des Konzepts der politischen Kultur in Abhängigkeit zur wissenschaftstheoretischen Ausrichtung stehe (Berg-Schlösser/Nohlen, 2006, S. 397). Außerdem ist eine inflationäre Nutzung des Begriffs der politischen Kultur durch politische Parteien und Medien offensichtlich (vgl. Grundtner, 2010, S. 15).
Gleich wenn auch Klaus Schubert und Martina Klein diese umstrittene Begrifflichkeit des Begriffs der politischen Kultur attestieren (vgl. Schubert/Klein, 2016, S. 233), stellen sie im Hinblick auf die Frage des Begriffs der politischen Kultur fest:
P. K. bezeichnet die konkrete Struktur und die tatsächliche Wirkung der politischen Einrichtungen eines politischen Gemeinwesens auf die Einstellungen und Werte, Forderungen und Leistungen der Bürger und Bürgerinnen gegenüber diesen Einrichtungen sowie im Gegenzug die (verantwortungsbewusste) Teilnahme der Bürger und Bürgerinnen an diesen Einrichtungen (z. B. Einstellung gegenüber Radikalismus, Engagement für sozialpolitische Einrichtungen, Wahlbeteiligung, persönlicher Einsatz für die Grundrechte etc.). Ugs. bezeichnet P. K. den Stil der politischen Auseinandersetzung (Streitkultur). (Schubert/Klein, 2016, S. 233)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Kontext der Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und führt in die zentrale Fragestellung zur politischen Kultur ein.
2. Begriff der politischen Kultur: Dieses Kapitel erarbeitet eine wissenschaftliche Definition der politischen Kultur und grenzt diese von umgangssprachlichen Missverständnissen ab.
3. Begriff der politischen Kultur im Hinblick auf das Land Baden-Württemberg: Hier wird das Konzept auf die spezifischen föderalen Strukturen und die Rolle der Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg angewendet.
4. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2016: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Wahlergebnisse sowie das Wählerverhalten unter Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die Ergebnisse und diskutiert, ob der Wahlerfolg der Grünen tatsächlich einen Wandel der politischen Kultur markiert.
Schlüsselwörter
Landtagswahl, Baden-Württemberg, politische Kultur, Winfried Kretschmann, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Ministerpräsident, Wählerverhalten, politische Einrichtungen, Interaktionsprozesse, Wahlanalyse, Föderalismus, Streitkultur, Radikalismus, Umbruch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Landtagswahl in Baden-Württemberg von 2016 und der Frage, ob diese einen fundamentalen Wandel der dortigen politischen Kultur widerspiegelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Bestimmung politischer Kultur, die landesspezifischen Besonderheiten Baden-Württembergs sowie die Interpretation von Wahlergebnissen im Hinblick auf gesellschaftliche Einstellungsänderungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, über eine bloß statistische Betrachtung der Wahlergebnisse hinauszugehen und zu klären, ob sich die zugrunde liegenden politischen Bewertungskriterien der Bürger verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Definition der politischen Kultur als Grundlage, um diese mit empirischen Wahldaten und Umfrageergebnissen (u.a. von Infratest Dimap) in Bezug zu setzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Begriffs der politischen Kultur, dessen Anwendung auf das Bundesland Baden-Württemberg und die anschließende empirische Untersuchung der Landtagswahl 2016.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind politische Kultur, Wahlergebnisse, Ministerpräsident, Bündnis 90/Die Grünen und der Begriff des Umbruchs.
Welche Rolle spielte der Kandidat Winfried Kretschmann für das Ergebnis?
Statistiken zeigen, dass der Kandidat eine übergeordnete Rolle spielte und viele Wähler eher aufgrund der Person als aufgrund des Parteiprogramms für die Grünen stimmten.
Warum wird der Einzug der AfD im Text als wichtig erachtet?
Der Einzug der AfD wird als Indiz für ein verändertes Verhältnis der Bürger zum Radikalismus angeführt, was laut Definition ein wesentliches Element der politischen Kultur darstellt.
- Citar trabajo
- Max Lucks (Autor), 2016, Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2016. Ein Umbruch der politischen Kultur oder in ihrer Tradition?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355011