In dieser wissenschaftlichen Hausarbeit soll die legale Herrschaft Max Webers erklärt und erläutert und insbesondere mit anderen Herrschaftsformen verglichen werden. Max Weber gilt als einer der bedeutendsten deutschen Sozialwissenschaftler, weshalb es wichtig ist, dass man sich mit seinen Hypothesen und Begriffen, sowie Ideen auseinandersetzt. Dabei ist es auch von großer Bedeutung sein Rechtsverständnis bezüglich der legalen Herrschaft zu kennen und nachvollziehen zu können, dieses weiterhin mit dem Rechtsverständnis anderer Autoren vergleicht, damit es noch deutlicher und nachvollziehbarer wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A. Legale Herrschaft und andere Typen der Herrschaft Webers
I. Begriff
II. Eigenschaften der legalen Herrschaft
III. Organisation und Verwaltung der legalen Herrschaft
IV. Rechtsverständnis Webers bei der legalen Herrschaft
1. Soziales Handeln
2. Soziale Beziehungen
3. Ordnung und Rechtsverständnis
V. Vergleich: legale Herrschaftsform mit den anderen Herrschaftsformen Max Webers
1. Traditionale Herrschaft
2. Charismatische Herrschaft
VI. Vergleich: Webers Rechtsverständnis der legalen Herrschaft mit Autoren, die seinem Rechtsverständnis nahe stehen
1. Hans Kelsen
2. H. L. A. Hart: Recht als System von sozial akzeptierten Regeln
B. Legitimitätsgeltung und moralphilosophisch rechtfertigbare Gründe
I. Legitimitätsgeltung bei Weber und Rechtfertigung
II. Theoriemodell von Gustav Radbruch
III. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Max Webers Konzept der legalen Herrschaft auseinander, erläutert dessen Rechtsverständnis und vergleicht es mit weiteren Herrschaftstypen sowie den Theorien von Hans Kelsen, H. L. A. Hart und Gustav Radbruch, um die Frage nach der moralphilosophischen Rechtfertigbarkeit von Legitimität zu klären.
- Analyse der Merkmale und Verwaltungsstrukturen der legalen Herrschaft nach Max Weber.
- Vergleichende Untersuchung der legalen Herrschaft mit traditionaler und charismatischer Herrschaft.
- Gegenüberstellung von Webers Rechtspositivismus mit den Ansätzen von Kelsen und Hart.
- Diskussion über die Notwendigkeit einer moralphilosophischen Begründung von Recht und Legitimität.
- Evaluation des Theoriemodells von Gustav Radbruch im Kontext von Recht und Gerechtigkeit.
Auszug aus dem Buch
III. Organisation und Verwaltung der legalen Herrschaft
Weiterhin sei die Organisation der Herrschaft ein wichtiger Aspekt, also die Verwaltung. Diese nennt Weber den Verwaltungsstab, welcher aus zuverlässig gehorchenden Menschen bestehen soll. Der reinste Typus der legalen Herrschaft sei derjenige mittelst eines bürokratischen Verwaltungsstabes. Weber nennt ihn in dieser Form auch Bürokratie oder Behörde. Mit ihm könne der Herrscher seine als legitim anerkannte Herrschaft ausüben und nutzt ihn somit zu Herrschaftszwecken. Der Herrschende besitzt die Befehlsgewalt sowie Sach- und Gewaltmittel und bedient sich somit seines Verwaltungsstabes zur Durchführung und Kontrolle seiner Anordnungen, welcher wiederum mit Beamten besetzt und in weitere Behörden untergliedert ist.
Somit gründe sie auch auf klar definierten und voneinander abgegrenzten Zuständigkeiten, in welchen jeder fachlich geschulter Beamter seine Leistung zu erbringen hat. Aufgrund dessen wird ein Beamter nur durch seine Qualifikationen eingestellt und ohne Einfluss persönlicher Motive oder gefühlsmäßige Einflüsse, insbesondere ohne Ansehen der Person behandelt, sondern nur nach rationalen Regeln oder nach sachlichen zweckmäßigen Gesichtspunkten. Sie arbeiten auch wieder nach Vorschriften, denn das ganze Verwaltungshandeln ist an festgesetzten Regeln gebunden. Zudem herrsche das Prinzip der Amtshierarchie, welches eine Ordnung darstelle, in welcher feste Kontroll- und Aufsichtsbehörden für jede Behörde existieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in das Konzept der legalen Herrschaft Max Webers ein und formuliert das Ziel, dieses im Vergleich mit anderen Theorien und Herrschaftsformen näher zu beleuchten.
A. Legale Herrschaft und andere Typen der Herrschaft Webers: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der legalen Herrschaft, ihre bürokratische Organisation und das zugrunde liegende rechtsphilosophische Verständnis Webers, insbesondere im Kontext von sozialem Handeln und Ordnung.
V. Vergleich: legale Herrschaftsform mit den anderen Herrschaftsformen Max Webers: Hier erfolgt eine Abgrenzung der legalen Herrschaft von der traditionalen und charismatischen Herrschaft hinsichtlich ihrer Legitimationsquellen und Verwaltungsstrukturen.
VI. Vergleich: Webers Rechtsverständnis der legalen Herrschaft mit Autoren, die seinem Rechtsverständnis nahe stehen: Die Arbeit setzt Webers Rechtspositivismus in Bezug zu den Lehren von Hans Kelsen und H. L. A. Hart.
B. Legitimitätsgeltung und moralphilosophisch rechtfertigbare Gründe: Dieser Teil untersucht, ob Legitimität allein auf rechtspositivistischer Basis bestehen kann oder eine moralische Komponente erfordert.
I. Legitimitätsgeltung bei Weber und Rechtfertigung: Analyse der Frage, ob Legitimität bei Weber moralphilosophisch rechtfertigbar ist oder ob dies durch seine Ausklammerung der Moral im Recht unmöglich wird.
II. Theoriemodell von Gustav Radbruch: Vorstellung von Radbruchs Ansatz, der das Spannungsfeld zwischen Rechtssicherheit, Zweckmäßigkeit und Gerechtigkeit thematisiert.
III. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der verschiedenen Theorien, wobei Radbruchs Modell als besonders plausibel für die Integration von Gerechtigkeit in das Rechtssystem hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Legale Herrschaft, Max Weber, Rechtspositivismus, Legitimität, Bürokratie, Verwaltungsstab, Traditionale Herrschaft, Charismatische Herrschaft, Hans Kelsen, Gustav Radbruch, Rechtsphilosophie, Soziales Handeln, Normen, Gerechtigkeit, Rechtssicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert das Konzept der legalen Herrschaft nach Max Weber und untersucht dessen rechtliche und organisatorische Grundlagen im Vergleich zu anderen Herrschaftsformen und philosophischen Ansätzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Weber'sche Herrschaftssoziologie, die Strukturen bürokratischer Verwaltung sowie die rechtsphilosophische Debatte zwischen Rechtspositivismus und moralischen Gerechtigkeitsvorstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, das Rechtsverständnis der legalen Herrschaft zu erklären und durch den Vergleich mit anderen Denkern wie Kelsen, Hart und Radbruch zu hinterfragen, ob dieses Konzept eine moralische Rechtfertigung zulässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es wird eine theoretisch-analytische Methode verwendet, bei der die Primär- und Sekundärliteratur (insbesondere Webers „Wirtschaft und Gesellschaft“) systematisch ausgewertet und miteinander in Beziehung gesetzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der legalen Herrschaft, deren vergleichende Einordnung gegenüber traditionaler und charismatischer Herrschaft sowie die rechtsphilosophische Diskussion über Legitimität und Moral.
Welche Schlüsselbegriffe sind für diese Arbeit charakteristisch?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Legalität, Legitimitätsglaube, Bürokratie, Rechtspositivismus und das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit.
Wie unterscheidet sich der Verwaltungsstab der legalen Herrschaft von dem der traditionalen Herrschaft?
Der bürokratische Verwaltungsstab der legalen Herrschaft besteht aus fachlich qualifizierten Beamten in einem geregelten Dienstverhältnis, während der Verwaltungsstab der traditionalen Herrschaft meist aus persönlichen Dienern oder Verwandten besteht, die emotional an den Herrn gebunden sind.
Warum bevorzugt der Autor im Fazit das Modell von Gustav Radbruch?
Der Autor stuft Radbruchs Modell als am plausibelsten ein, da es im Gegensatz zum reinen Rechtspositivismus versucht, den Konflikt zwischen der notwendigen Rechtssicherheit und dem Anspruch auf inhaltliche Gerechtigkeit aufzulösen.
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- Sarah Selke (Author), 2016, Rechtsphilosophie. Legale Herrschaft und andere Herrschaftsformen Max Webers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355146