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Das Lüth-Urteil, BVerfGE 7, 198. Untersuchung der Bedeutung als Klassiker-Entscheidung und aus (rechts-)historischer Sicht

Title: Das Lüth-Urteil, BVerfGE 7, 198. Untersuchung der Bedeutung als Klassiker-Entscheidung und aus (rechts-)historischer Sicht

Seminar Paper , 2016 , 43 Pages , Grade: 14

Autor:in: M. T. (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es, anhand des Urteils die Gründe für die besondere Stellung der Meinungsfreiheit, die Entwicklung und die historischen Einflüsse herauszuarbeiten. Zunächst erfolgt eine Darstellung des Sachverhalts sowie der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Daran anschließend werden die Hauptproblematiken des Urteils und die heutige Bedeutung als Klassiker-Entscheidung untersucht. Dem Lüth-Urteil aus (rechts-)historischer Sicht und damit einhergehend den Besonderheiten des konkreten Sachverhalts widmet sich die Arbeit im darauffolgenden Teil. Abschließend werden die Rezeption in der Literatur und die Weiterentwicklung der Rechtsprechung in das Blickfeld genommen, bevor ein resümierendes Ergebnis bezüglich der im Verlauf dieser Arbeit herausgearbeiteten Erkenntnisse erzielt wird.

Bereits mit den Worten der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 – „un des droits les plus précieux de l’homme“ – wird die Meinungsfreiheit, verfassungsrechtlich verankert in Art. 5 I 1 1. Alt. GG, als eines der bedeutendsten Grundrechte der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Dabei leitete das Lüth-Urteil aus dem Jahr 1958 gewissermaßen als Fundamentalakt zentrale Weichenstellungen für die weitere Entwicklung der Reichweite und der Interpretation der Meinungsfreiheit ein. Im Wesentlichen beschäftigt sich das Urteil mit dem Umfang und Sinngehalt des Grundrechts der Meinungsfreiheit und fragt, inwieweit die Grundrechte auch im Privatrecht zu berück-sichtigen sind. Angesichts der herausragenden Bedeutung der Meinungsfreiheit innerhalb einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, insbesondere wegen der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge, die das Urteil herstellt und vor deren Hintergrund es interpretiert werden kann, ist es auch und gerade nach mehr als einem halben Jahrhundert seit Urteilsfindung interessant, die geschichtliche Entwicklung nachzuverfolgen sowie die historischen Umstände des Lüth-Urteils als Klassiker-Entscheidung zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung in die Thematik

B. Analyse des Lüth-Urteils

I. Darstellung des Sachverhalts und Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

II. Hauptproblematiken des Urteils

1. Schutzbereich und Bedeutung der Meinungsfreiheit

2. Anwendbarkeit von Grundrechten im Verhältnis von Bürger zu Bürger?

a. Streitstand bis zum Lüth-Urteil

b. Position des Bundesverfassungsgerichts: mittelbare Drittwirkung

(1) Herleitung und Begründung: Grundrechte als objektive Wertordnung

(2) Fazit

3. Prüfungsumfang des Bundesverfassungsgerichts

4. Verhältnis von Art. 5 I 1 1. Alt. GG zu den Schranken des Art. 5 II GG

a. „Allgemeines Gesetz“ iSd Art. 5 II GG

(1) Streitstand bis zum Lüth-Urteil

(2) Definition des Bundesverfassungsgerichts

b. Wechselwirkungslehre

5. Fazit

III. Heutige Bedeutung als „Klassiker“-Entscheidung

1. Schutzbereich

2. Politische Bedeutung

3. Prägung der Dogmatik

4. Fazit

IV. Das Lüth-Urteil aus (rechts-)historischer Sicht

1. Urteilsfindung vor dem Hintergrund der Geschehnisse des Nationalsozialismus

2. Besonderheiten des konkreten Sachverhalts

3. Fazit

V. Rezeption in Literatur

1. Allgemeine Kritik

2. Schutzbereich und Bedeutung der Meinungsfreiheit

3. Auffassung zur Lehre der „mittelbaren Drittwirkung“

a. Herleitung, Begründung und Terminologie

b. Begriff der „objektiven Wertordnung“

c. Entwicklung der Schutzpflichtendogmatik

d. Fazit

4. Kritik an Definition der „allgemeinen Gesetze“

5. Kritik an Wechselwirkungslehre

VI. Weiterentwicklung der Rechtsprechung

1. Bedeutung der Meinungsfreiheit

2. Schutzbereich und Boykottrechtsprechung

3. Begründung der Lehre der „mittelbaren Drittwirkung“

4. Prüfungsumfang des Bundesverfassungsgerichts

5. Konkretisierung der Schrankendogmatik

a. Definition der „allgemeinen Gesetze“ und Wechselwirkungslehre

b. Zulässigkeit von Ausnahmen

C. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht das wegweisende „Lüth-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts von 1958. Ziel ist es, die Gründe für die besondere Stellung der Meinungsfreiheit, die dogmatische Entwicklung und die historischen Einflüsse dieser Entscheidung aufzuarbeiten und ihre heutige Relevanz als Klassiker der verfassungsrechtlichen Rechtsprechung zu beleuchten.

  • Bedeutung der Meinungsfreiheit im freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat.
  • Entwicklung der Lehre von der mittelbaren Drittwirkung der Grundrechte.
  • Die Rolle des Urteils als objektive Wertordnung im Privatrecht.
  • Historischer Kontext der Nachkriegszeit und Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit.
  • Weiterentwicklung der Schrankendogmatik durch die Wechselwirkungslehre.

Auszug aus dem Buch

Herleitung und Begründung: Grundrechte als objektive Wertordnung

Zwar nahm das Bundesverfassungsgericht nicht vollumfänglich zur Frage der Drittwirkung Stellung, doch es hielt die Folgerungen des Bundesarbeitsgerichts für zu weitgehend. Es führte aus, dass das Grundgesetz keine wertneutrale Ordnung, sondern ein Wertsystem darstelle, das für alle Bereiche des Rechts und daher auch im bürgerlichen Recht gelten müsse. Wegen ihrer durch ihre Stellung im Grundgesetz bedingten hervorgehobenen Bedeutung der Grundrechte werde deutlich, dass sie verfassungsrechtliche Grundentscheidungen für alle Bereiche des Rechts sein sollen und damit Ausdruck einer objektiven Wertordnung seien. Nicht nur die öffentliche Gewalt werde über Art. 1 III GG unmittelbar gebunden, sondern die Grundrechte entfalten jedenfalls mittelbar auch im Privatrecht durch die auslegungsbedürftigen und wertausfüllungsfähigen Generalklauseln als „Einbruchstellen“ Bedeutung, indem bei der Auslegung dieser wertungsoffenen Begriffe des einfachen Rechts die „Ausstrahlungswirkung“ der Grundrechte als oberstes Prinzip der gesamten Rechtsordnung Geltung finde. Dadurch, dass gem. Art. 1 III GG auch die Rechtsprechung an die Grundrechte gebunden ist, folgerte das Bundesverfassungsgericht, dass das Landgericht bei der Auslegung des wertausfüllungsbedürftigen Begriffs der „guten Sitten“ (§ 826 BGB) die Ausstrahlungswirkung der Grundrechte auf das Privatrecht verkannt haben könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung in die Thematik: Die Arbeit führt in die fundamentale Bedeutung des Lüth-Urteils für die Interpretation der Meinungsfreiheit und deren Rolle im Privatrecht ein.

B. Analyse des Lüth-Urteils: Dieses Hauptkapitel untersucht den Sachverhalt, die zentralen Problemstellungen wie die Drittwirkung und die Wechselwirkungslehre sowie die historische und dogmatische Bedeutung der Entscheidung.

C. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle des Urteils als weichenstellenden „Fundamentalakt“ zusammen, der durch die Etablierung objektiver Wertmaßstäbe die deutsche Rechtsgeschichte nachhaltig geprägt hat.

Schlüsselwörter

Lüth-Urteil, Meinungsfreiheit, Grundrechte, mittelbare Drittwirkung, objektive Wertordnung, Ausstrahlungswirkung, Wechselwirkungslehre, Verfassungsbeschwerde, Privatrecht, allgemeine Gesetze, Schrankendogmatik, Vergangenheitsbewältigung, Rechtsdogmatik, Grundgesetz, Bundesverfassungsgericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Lüth-Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1958 und dessen prägende Wirkung auf das deutsche Verfassungsrecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Meinungsfreiheit, die Drittwirkung von Grundrechten im Privatrecht sowie das Verständnis der Grundrechte als objektive Wertordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die dogmatischen Grundlagen, die historische Einbettung nach dem Nationalsozialismus und die Bedeutung des Urteils für die heutige Rechtsordnung darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die juristische Dogmatik, historische Kontextualisierung und Literaturrezeption miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Urteilsinhalte, die Untersuchung der heutigen Bedeutung als Klassiker, die historische Sichtweise sowie die wissenschaftliche Rezeption und Weiterentwicklung der Rechtsprechung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie „Lüth-Urteil“, „Drittwirkung“, „objektive Wertordnung“ und „Meinungsfreiheit“ charakterisieren.

Warum wird das Urteil als „Revolution der Grundrechtsdogmatik“ bezeichnet?

Weil es die Grundrechte von reinen Abwehrrechten gegen den Staat zu objektiven Prinzipien der gesamten Rechtsordnung weiterentwickelte und deren Wirkung auch auf das Privatrecht ausdehnte.

Welchen Einfluss hatte das Trauma des Nationalsozialismus auf das Urteil?

Das Urteil fungiert als Gegenentwurf zum Unrechtsstaat; die Besinnung auf freiheitliche Werte und die Meinungsfreiheit diente dazu, die deutsche Nachkriegsdemokratie ideologisch zu festigen.

Wie definiert das Bundesverfassungsgericht den Begriff der „allgemeinen Gesetze“?

Durch eine Kombinationslehre, bei der Gesetze als allgemein gelten, wenn sie sich nicht gegen eine bestimmte Meinung richten, sondern dem Schutz eines höherwertigen Rechtsguts dienen.

Was versteht man unter der Wechselwirkungslehre?

Sie besagt, dass allgemeine Gesetze zwar die Meinungsfreiheit einschränken können, bei der Auslegung dieser Gesetze jedoch der hohe Stellenwert der Meinungsfreiheit für die Demokratie stets gewahrt bleiben muss.

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Details

Title
Das Lüth-Urteil, BVerfGE 7, 198. Untersuchung der Bedeutung als Klassiker-Entscheidung und aus (rechts-)historischer Sicht
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
14
Author
M. T. (Author)
Publication Year
2016
Pages
43
Catalog Number
V355230
ISBN (eBook)
9783668413504
ISBN (Book)
9783668413511
Language
German
Tags
lüth-urteil bverfge untersuchung bedeutung klassiker-entscheidung sicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. T. (Author), 2016, Das Lüth-Urteil, BVerfGE 7, 198. Untersuchung der Bedeutung als Klassiker-Entscheidung und aus (rechts-)historischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355230
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