Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob die Fugger als deutsche Medici bezeichnet werden können. Dabei soll der besondere Fokus auf das Mäzenatentum und Fördererdasein gelegt werden. Um diese Thematik zu bearbeiten, gilt es zunächst genauer auf die Geschichte der beiden genannten Familien einzugehen; im Speziellen, wie die Fugger in Augsburg und die Medici in Florenz an die Macht gelangten. Danach wird das Mäzenatentum und Fördererdasein beider untersucht, wobei im Besonderen die Fuggerschen Stiftungen ebenso wie die Kunstförderung der Medicis, an denen jeweils mehrere Generationen beteiligt waren, genauer dargestellt werden. Anschließend gilt es wechselseitige Einflüsse auszumachen. Drauf folgend wird untersucht, inwiefern ein Vergleich der Stiftungen mit der Kunstpatronage möglich ist, um abschließend im Fazit die Frage zu beantworten, ob die Fugger wirklich als deutsche Medici bezeichnet werden können.
Als Untersuchungszeitraum bieten sich das 15. und 16. Jahrhundert an. In diese Zeitspanne fällt nicht nur der Aufstieg der Firmen, sondern gleichzeitig auch der Ausbau des Mäzenatentums beider Familien. Wie bereits erwähnt waren beide Familien der Gegenstand diverser wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Die verwendeten Werke dieser Arbeit stammen überwiegend aus den 1940er bis 1950er Jahren oder den vergangenen zehn Jahren. Zweifelsohne wurden auch in der Zwischenzeit Publikationen über die Fugger, beziehungsweise die Medici verfasst, allerdings nicht in dem Maße und nicht in den für diese Arbeit bedeutenden Themenbereichen. Dennoch finden auch einige wenige Werke aus dieser Zeit im weiteren Verlauf Beachtung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung (B/W)
2 Aufstieg zur Macht (W)
2.1 Die Fugger in Augsburg (B)
2.2 Die Medici in Florenz (W)
3 Mäzenatentum und Fördererdasein (B)
3.1 Die Fuggerschen Stiftungen (B)
3.2 Die Kunstförderung der Medici (W)
3.3 Wechselseitiger Einfluss (B/W)
4 Vergleich der Fuggerschen Stiftungen und der Kunstpatronage der Medici (B/W)
5 Fazit (B/W)
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit untersucht die historisch begründete Parallele zwischen den Augsburger Fuggern und den Florentiner Medici, um zu klären, ob die Fugger berechtigterweise als „deutsche Medici“ bezeichnet werden können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der vergleichenden Analyse des Mäzenatentums und des Fördererdaseins beider Kaufmannsfamilien.
- Historische Aufstiegsgeschichte der Fugger und Medici
- Analyse und Vergleich der jeweiligen Mäzenatentätigkeiten
- Vergleich der Stiftungs- und Kunstpatronagekultur
- Untersuchung wechselseitiger Einflüsse
- Kritische Reflexion der "deutschen Medici"-Bezeichnung
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Fuggerschen Stiftungen (B)
Lange vor der Abfassung seines Testaments ist Jakob Fugger der Reiche als Stifter aufgetreten. Dabei dienen gerade die zwei Versionen seines Testaments von 1521 und 1525 als Quellen für dessen Stiftungsmotivation. Noch wichtiger ist jedoch sein parallel zum ersten Testament abgefasster Stiftungsbrief, in dem er die Verhältnisse für drei große Stiftungen regelt: Die Grabkapelle in der St. Anna Kirche, die Prädikatur von St. Moritz und die „Armensiedlung in der Augsburger Jakobervorstadt, später gemeinhin als die ‚Fuggerei‘ bezeichnet“.
Obwohl auch andere Familienmitglieder als Stifter auftraten, liegt der Fokus im Folgenden vor allem auf den Stiftungen von Jakob Fugger, im Besonderen auf der Grabkapelle in der St. Anna Kirche und der Fuggerei.
Doch zunächst ein paar Worte zur Fuggerschen Kunstförderung. „Von kaum einer anderen deutschen Familie des 16. Jahrhunderts sind mehr Bildnisse erhalten, als von den Fuggern, nur der Kaiser und der Kurfürst von Sachsen wurden häufiger portraitiert.“ Das wohl bekannteste Fugger-Portrait stammt von Albrecht Dürer und zeigt Jakob den Reichen. Es ist als Reproduktion in jeder Wohnung der Fuggerei zu sehen. Aber auch andere Mitglieder der Familie ließen sich malen, so stammt das bekannteste Bild Anton Fuggers von Hans Holbein dem Älteren. Doch auch diverse andere Künstler wurden von den Augsburger Kaufleuten engagiert, darunter „Hans Maler von Schwaz, Jakob Seisenegger [...], Christoph Amberger, Jörg Breu d. Ä., Jörg Breu d. J. [...], Giovanni Bellini und Goan Paolo Pace“. Viele Fugger-Portraits gingen jedoch über die Zeit verloren oder wurden im Krieg zerstört.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung (B/W): Diese Einleitung stellt die Fragestellung vor, ob die Fugger als „deutsche Medici“ bezeichnet werden können, und beschreibt den Fokus auf das Mäzenatentum im Untersuchungszeitraum des 15. und 16. Jahrhunderts.
2 Aufstieg zur Macht (W): Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der beiden Familien nach, von ihren bescheidenen Anfängen im Textilgewerbe bis hin zu ihrem Aufstieg zu einflussreichen Bankiers und Adelsgeschlechtern.
3 Mäzenatentum und Fördererdasein (B): Hier wird das Mäzenatentum beider Familien detailliert analysiert, wobei die karitativen Stiftungen der Fugger und die extensive Kunstförderung der Medici im Zentrum stehen.
4 Vergleich der Fuggerschen Stiftungen und der Kunstpatronage der Medici (B/W): Dieses Kapitel setzt die verschiedenen Stiftungsansätze in direkte Beziehung zueinander und diskutiert Gemeinsamkeiten sowie fundamentale Unterschiede in Zielsetzung und Ausführung.
5 Fazit (B/W): Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Bezeichnung der Fugger als „deutsche Medici“ zwar nicht abwegig, aber nur bedingt treffend ist.
Schlüsselwörter
Fugger, Medici, Mäzenatentum, Stiftungen, Kunstpatronage, Jakob Fugger, Cosimo I., Bankiers, Augsburg, Florenz, 16. Jahrhundert, Renaissance, Fuggerei, Familiengeschichte, Kreditwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit vergleicht die Kaufmannsgeschlechter der Fugger und der Medici unter besonderer Berücksichtigung ihrer Aktivitäten als Mäzene und Förderer.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, zu prüfen, ob die Fugger berechtigterweise als „deutsche Medici“ bezeichnet werden können.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themenfelder sind der soziale Aufstieg beider Familien, ihre jeweilige Stiftungskultur sowie ihr Einfluss auf Kunst und Politik im 15. und 16. Jahrhundert.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine vergleichende historische Projektarbeit, die auf einer fundierten Auswertung zeitgenössischer Quellen und wissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufstiegsgeschichte der Familien, die detaillierte Darstellung ihrer Stiftungen und Kunstförderung sowie eine Analyse wechselseitiger Einflüsse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Mäzenatentum, Karitative Stiftungen, Kunstpatronage, Bankwesen und Machtlegitimation.
Warum war die Fuggerei so bedeutend für das Image der Fugger?
Die Fuggerei etablierte sich als älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt und dient bis heute als bleibendes Denkmal für das karitative Wirken der Fugger.
Inwiefern nutzten die Medici ihre Kunstförderung politisch?
Die Medici, insbesondere Cosimo I., setzten Kunst und prachtvolle Bauten gezielt als Propagandainstrumente ein, um ihre Machtposition zu festigen und ihre Dynastie zu legitimieren.
Hatten die Fugger direkten Einfluss auf das Mäzenatentum der Medici?
Die Fugger fungierten als bedeutende Kreditgeber der Medici. Es ist wahrscheinlich, dass diese finanziellen Mittel indirekt auch in die Kunstprojekte der Medici flossen, auch wenn dies nicht zweifelsfrei belegbar ist.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Titulierung als "deutsche Medici"?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Bezeichnung zwar als Metapher für den Erfolg und das Mäzenatentum sinnvoll ist, aber aufgrund der unterschiedlichen Motive und kulturellen Ziele nicht absolut treffend ist.
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- Andrea Benesch (Author), Annalena Willer (Author), 2014, Die Fugger. Die deutschen Medici?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355397