Dem Risikomanagement in Unternehmen ist eine immer größer werdende Bedeutung beizumessen. Die nicht enden wollende Reihe von Unternehmens-zusammenbrüchen ist hierfür der wichtigste Grund. Risiken wurden entweder zu spät, oder oftmals auch überhaupt nicht erkannt. Das Erkennen und Bewer-ten von Risiken spielt daher eine wichtige Rolle im Risikomanagement. Bereits im Vorfeld werden Unternehmensbereiche und -Prozesse auf mögliche Risiken untersucht, um dann geeignete Wege zu gehen, diese Risiken zu eliminieren oder zu begrenzen. Risiken komplett auszuschalten ist aber meist nicht möglich oder bedeutet den Verlust eines großen Chancenpotentials. Aus diesem Grund muss das Unternehmen geeignete Methoden finden, um mit potentiellen Risiken adäquat umgehen zu können...Aber nicht nur übergreifend auf das ganze Unternehmen spielt Risikomanagement eine wichtige Rolle. Besonders auch in Projekten ist ein gezielter und bewusster Umgang mit Risiken von Vorteil. Projekte der heutigen Zeit wer-den immer umfangreicher und komplexer in Ihren Aufgabenstellungen. Dies zeigt sich in immer kürzer werdenden Produkt- und Innovationszyklen und in den ansteigenden technologische Anforderungen seitens der Kunden. Aber auch unternehmensintern steigen die Anforderungen an die Abwicklung von Projekten, da oftmals Entwicklungs- und Innovationsaufgaben intern in Form von Projekten abgewickelt werden. Dieser Bereich birgt noch Verbesserungspotential hinsichtlich Projektauswahl und Projektdurchführung.
In der vorliegenden Arbeit werde ich auf die Ausgestaltung des Risiko-managements in Projekten eingehen. Zu Beginn erkläre ich die Begriffe Risiko und Projekt. Im Kapitel Grundlagen werde ich die gesetzlichen Regelungen des KonTraG und Sinn und Zweck von Risikomanagement in Projekten aufzeigen. Der Hauptteil der Arbeit konzentriert sich auf die Anwendung des Risikomanagement-Prozesses in Projekten. Ich werde die einzelnen Phasen des Prozes-ses näher beschreiben und Möglichkeiten zu deren Ausgestaltung vorstellen. Ebenso soll mit dieser Arbeit ein Überblick über die Komplexität des Risikomanagement-Prozesses gegeben und seine Wichtigkeit für ein Unternehmen un-terstrichen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1. Definition des Begriffes Risiko
2.2. Definition des Begriffes Projekt
3. Grundlagen
3.1. Gesetzliche Grundlagen
3.2. Risikomanagement in Projekten
3.3. Der Risikomanagement-Prozess
4. Die Phasen des Risikomanagement-Prozesses
4.1. Risikoidentifikation
4.2. Risikoanalyse
4.3. Risikobehandlung
4.4. Risikocontrolling
4.4.1. Der Controlling-Prozess
4.4.2. Projektüberwachung als Aufgabe des Projektcontrollings
4.5. Risikodokumentation
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die zentrale Bedeutung eines systematischen Risikomanagements in Projekten aufzuzeigen und den methodischen Prozess zur Identifikation, Analyse und Steuerung von Risiken darzulegen, um den Projekterfolg langfristig zu sichern.
- Gesetzliche Anforderungen durch das KonTraG
- Methoden der Risikoidentifikation und -analyse
- Strategien zur Risikobehandlung (Vermeidung, Verminderung, Übertragung)
- Projektcontrolling als Instrument der Überwachung und Steuerung
- Bedeutung der strukturierten Risikodokumentation
Auszug aus dem Buch
4.2. Risikoanalyse
Die Aufgabe der Risikoanalyse besteht darin, die aus der Risikoidentifikation gewonnenen Daten auszuwerten und für die nachfolgende Phase der Risiko-Behandlung aufzubereiten. Die Analyse gliedert sich in die Schritte Bewertung und Klassifizierung von Risiken.
Die Bewertung erfolgt hinsichtlich der Faktoren Risikowahrscheinlichkeit, Schadenswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe. Auch sollten eventuelle Abhängigkeiten der Risiken von Einflussgrößen und/ oder anderen Risiken in die Bewertung mit einbezogen werden. Ziel der Risikobewertung ist es, die identifizierten Risiken zu quantifizieren, um sie für die Phase der Behandlung steuerbar zu machen. Die Schadenshöhe kann in Form der Größen Kosten, Zeit und Qualität angegeben werden. Wichtig hierbei ist, die Bewertung für jede Schadensart getrennt vorzunehmen und eine einheitliche Bewertung, in der Regeln in Geldeinheiten, anzuwenden. Nur nach diesem Vorgehen ist eine gemeinsame Bewertungsbasis gewährleistet, und ermöglicht, dass die verschiedenen Risiken später auch vergleichbar sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Bedeutung des Risikomanagements in Unternehmen und Projekten sowie Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Begriffserklärungen: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Risiko und Projekt im Kontext der Projektarbeit.
3. Grundlagen: Erläuterung der gesetzlichen Anforderungen durch das KonTraG und die Notwendigkeit des Risikomanagements innerhalb von Projekten.
4. Die Phasen des Risikomanagement-Prozesses: Detaillierte Beschreibung des zyklischen Prozesses bestehend aus Identifikation, Analyse, Behandlung, Controlling und Dokumentation.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des Aufwand-Nutzen-Verhältnisses von Risikomanagementsystemen in Unternehmen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Risikomanagement-Prozess, Projektcontrolling, Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobehandlung, Projektrisiken, KonTraG, Risikodokumentation, Projektüberwachung, Risikokosten, Unternehmenserfolg, Risikoportfolio, Schadenshöhe, Eintrittswahrscheinlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den systematischen Umgang mit Risiken in Projekten, um die Planbarkeit zu erhöhen und den Projekterfolg trotz komplexer Herausforderungen zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen (KonTraG), die Phasen des Risikomanagements (Identifikation bis Dokumentation) und die Rolle des Controllings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über den Risikomanagement-Prozess zu geben und seine Wichtigkeit sowie die Möglichkeiten seiner Ausgestaltung in Projekten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche basiert, um Best Practices und Instrumente des Risikomanagements zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt detailliert die fünf Prozessschritte: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobehandlung, Risikocontrolling und Risikodokumentation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Risikomanagement-Prozess, Projektcontrolling und Risikobewertung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich das strategische vom operativen Projektcontrolling?
Das strategische Controlling plant langfristige Projekte über mehrere Jahre hinweg, während das operative Controlling den Fokus auf die erfolgreiche Abwicklung der aktuell laufenden Projekte legt.
Warum ist eine Risikodokumentation so wichtig?
Sie ermöglicht eine Feststellung des Projektfortschritts, dient als Informationsgrundlage bei Personalwechseln und schafft eine Wissensbasis für zukünftige Projekte.
- Quote paper
- Jasmine Schieber (Author), 2004, Risikomanagement in Projekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35541