Ziel der Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen Corporate Governance und wertorientierter Unternehmensführung, insbesondere der Managemententlohnung, auf Basis wissenschaftlicher Literatur zu erörtern.
Folgende Fragestellungen stehen im Fokus dieser Hausarbeit:
Wie kann eine Interessenharmonie zwischen Eigentümer und Manager erreicht werden?
Welche Rolle spielen dabei Anreizsysteme?
Welche Bemessungsgrundlagen erfüllen das Prinzip der Anreizkompatibilität?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Corporate Governance
2.1 Definition, Historie und Bedeutung
2.2 Deutscher Corporate Governance Kodex
2.2.1 Ziele und Grundlagen
2.2.2 Empfehlungen und Anregungen zur Vorstandsvergütung
3 Einfluss des Corporate Governance Kodex auf die Managemententlohnung
3.1 Grundlagen Managemententlohnung
3.1.1 Prinzipal-Agenten-Theorie
3.1.2 Bestandteile und Anforderungen an Anreizsysteme
3.1.3 Finanzielle Anreizsysteme für wertorientierte Managemententlohnung
3.2 Kennzahlenbasierte Bemessungsgrundlagen zur wertorientierten Managemententlohnung
3.2.1 Traditionelle Managemententlohnung
3.2.2 Wertorientierte Managemententlohnung
3.3 Aktienkursorientierte Managemententlohnung
3.3.1 Anreizkompatibilität aktienkursbasierter Entlohnungssysteme
3.3.2 Aktienoptionen - Anreizwirkung und Risikoverhalten
4 Praxisbeispiel: Die adidas Group
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Zusammenhang zwischen Corporate Governance und wertorientierter Unternehmensführung, insbesondere der Managemententlohnung, auf Basis wissenschaftlicher Literatur zu erörtern. Die Forschungsfragen untersuchen, wie eine Interessenharmonie zwischen Eigentümer und Manager erreicht werden kann, welche Rolle Anreizsysteme hierbei spielen und welche Bemessungsgrundlagen das Prinzip der Anreizkompatibilität erfüllen.
- Analyse der Prinzipal-Agenten-Theorie und daraus resultierender Interessenkonflikte.
- Untersuchung der Struktur und der Anforderungen an moderne Anreizsysteme.
- Vergleich von traditionellen versus wertorientierten Kennzahlen als Bemessungsgrundlage.
- Bewertung der Anreizwirkungen von Aktienkursen und Aktienoptionen.
- Praktische Anwendung der theoretischen Erkenntnisse am Beispiel der adidas Group.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Prinzipal-Agenten-Theorie
Gegenstand der Prinzipal-Agenten-Theorie (auch Agency-Theorie) sind Vertragsbeziehungen zwischen einem bzw. mehreren Auftraggebern (Prinzipalen) und einem oder mehreren Auftragnehmern/Entscheidungsträger (Agenten). Die Beziehung von Prinzipal zu Agent wird nach Jensen/Meckling durch die Übertragung von vertraglichen Entscheidungskompetenzen vom Prinzipal auf einen Agenten definiert, welcher im Auftrag des Prinzipals eine Leistung erbringen soll und ist laut Jost im Wirtschaftsleben weit verbreitet. Grundannahme und Problem der Agency-Theorie ist eine asymmetrische Informationsverteilungen zwischen Agent und Prinzipal, die individuelle Nutzenmaximierung sowie das Empfinden von Arbeitsleid des Agenten. Typische Beispiele für Prinzipal und Agent sind Manager und Mitarbeiter, Gläubiger und Unternehmer sowie Versicherungsgesellschaft und Unternehmer.
Die Trennung von „Eigentum und Management“ kann ebenfalls im Grundmodell der Prinzipal-Agenten-Theorie abgebildet werden. Die Eigenkapitalgeber (auch Unternehmenseigentümer, Shareholder) (Prinzipal) stellen die finanziellen Mittel zur Verfügung, jedoch ist das Management (Agent) für die Unternehmensführung verantwortlich. Neben diesen Spezialisierungsvorteilen können auch Risiken auftreten, da zwischen Manager und Eigenkapitalgeber Interessenkonflikte auftreten und so Fehlentscheidungen getroffen werden können. Ziel des Managers ist es, seinen persönlichen Nutzen zu maximieren und Nachteile zu vermeiden. Der Eigenkapitalgeber stellt jedoch die langfristige Maximierung des Unternehmenswertes in den Vordergrund. Um diesen Zielkonflikten entgegenzuwirken und die Probleme der Agency-Theorie zu lösen, werden Anreizsysteme geschaffen, indem sie die Agenten motivieren und steuern, gute Entscheidungen im Sinne des Prinzipals zu treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der wertorientierten Unternehmensführung und Managemententlohnung vor dem Hintergrund globaler Finanzkrisen und erläutert die zentrale Zielsetzung sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Corporate Governance: Dieses Kapitel definiert Corporate Governance als Ordnungsrahmen und stellt den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) als zentrales Instrument für verantwortungsvolle Führung und Vorstandsvergütung vor.
3 Einfluss des Corporate Governance Kodex auf die Managemententlohnung: Dieser Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen der Anreizgestaltung, vergleicht verschiedene Bemessungsgrundlagen (traditionell vs. wertorientiert vs. aktienkursbasiert) und beleuchtet die Anreizkompatibilität von Vergütungssystemen.
4 Praxisbeispiel: Die adidas Group: Das Kapitel veranschaulicht die praktische Umsetzung von wertorientierten Vergütungsstrategien und die Einhaltung des DCGK am Beispiel der adidas Group.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass zwar theoretische Lösungsansätze existieren, eine pauschale Antwort auf die Problematik des Prinzipal-Agenten-Konflikts jedoch ausbleibt.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Managemententlohnung, Anreizsysteme, Prinzipal-Agenten-Theorie, Wertorientierte Unternehmensführung, DCGK, Anreizkompatibilität, Aktienoptionen, Vorstandsvergütung, Shareholder-Value, Kennzahlen, Unternehmensperformance, Agency-Theorie, Risikoverhalten, adidas Group.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Corporate Governance-Regelungen und der Gestaltung von Vergütungssystemen für das Top-Management in börsennotierten Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK), die Prinzipal-Agenten-Theorie, verschiedene Konzepte zur wertorientierten Bemessung der Vergütung sowie die kritische Analyse aktienkursbasierter Anreize.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen guter Unternehmensführung und einer anreizkompatiblen Vergütung des Managements auf Basis aktueller wissenschaftlicher Literatur zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse wissenschaftlicher Publikationen und einer fallstudienbasierten Untersuchung eines konkreten Praxisbeispiels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Managemententlohnung, die Gestaltung von Anreizsystemen sowie die Eignung verschiedener Kennzahlen (wie EVA, CVA, ERIC) als Bemessungsgrundlage für eine wertorientierte Steuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Corporate Governance, Anreizkompatibilität, Prinzipal-Agenten-Konflikt, wertorientierte Unternehmensführung und Managemententlohnung.
Warum wird im Kodex eine Höchstgrenze für die Vergütung empfohlen?
Dies dient der Begrenzung überhöhter Gehälter, wird jedoch in der Literatur kritisch diskutiert, da eine starre Deckelung die Anreizkompatibilität einschränken könnte.
Warum stehen Aktienoptionen in der Kritik?
Aktienoptionen stehen in der Kritik, da sie den Manager oft weitgehend vor Verlusten schützen und somit eine übermäßige Risikobereitschaft fördern können, anstatt echtes, langfristig wertorientiertes Verhalten zu belohnen.
Wie setzt die adidas Group ihre Vergütung um?
Die adidas Group nutzt ein gemischtes System aus Fixgehalt und erfolgsabhängigen Komponenten, wobei ein langfristig orientierter Bonus (LTIP) auf Basis von Gewinnsteigerung, Cashflow und Aktienperformance gewährt wird.
Welche Kennzahl wird als anreizkompatibel hervorgehoben?
Die Arbeit identifiziert die Kennzahl ERIC (Earnings less Riskfree Interest Charge) als eine der anreizkompatiblen Bemessungsgrundlagen, da sie Kapitalkosten mit einem risikofreien Zinssatz verrechnet.
- Citation du texte
- Fabienne Weindinger (Auteur), 2016, Der Zusammenhang zwischen Corporate Governance und wertorientierter Managemententlohnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355431