Angemessene Unternehmensführung. Was ist darunter zu verstehen und wie wird sie in Deutschland sichergestellt?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Angemessene Unternehmensführung durch Corporate Governance
2.1 Begriffsklärung und Zweck
2.2 Theoretische Erklärungsansätze
2.2.1 Neue Institutionenökonomik
2.2.2 Prinzipal-Agent-Theorie
2.2.3 Stakeholder-Theorie

3 Sicherstellung der Corporate Governance in Deutschland
3.1 Ausgestaltung des regulatorischen Rahmens
3.1.1 Gesetze
3.1.2 Deutscher Corporate Governance Kodex
3.2 Ausgestaltung Publizitätssystem
3.3 Ausgestaltung Kontrollsystem
3.4 Ausgestaltung Informations- und Steuerungssystem

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abstract

Die vorliegende Studienarbeit beschäftigt sich mit einer angemessenen Unternehmensführung und der Frage, wie diese in Deutschland sichergestellt wird. Dazu wird zunächst auf die Begriffe Unternehmensführung und Corporate Governance eingegangen. Zum Verständnis des theoretischen Hintergrunds werden die Erkenntnisse der „Neuen Institutionenökonomik“, die Prinzipal-Agent-Theorie und die Stakeholder-Theorie skizziert. Zur Klärung der Frage der Durchsetzung einer angemessenen Unternehmensführung in Deutschland, wird zunächst der normative Rahmen betrachtet, welcher den Handlungsspielraum der Unternehmen begrenzt. Hierzu wird auf eine Auswahl bedeutsamer Gesetze und auf das Wesen des „Deutschen Corporate Governance Kodex“ eingegangen. Anschließend wird der Blick auf das Publizitäts-, Kontroll-, Informations- und Steuerungssystem – als wesentliche Elemente zur Sicherstellung einer angemessenen Unternehmensführung – gerichtet.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Hintergrund

Seit den neunziger Jahren kommt es verstärkt zu unvorhergesehenen Unternehmensschieflagen und Unternehmensskandalen sowie Managemententscheidungen, welche für die Bevölkerung nicht nachvollziehbar sind. So wurden trotz Managementversagen mehrfach Abfindungen in Millionenhöhe bezahlt, es gab überhöhte Bonuszahlungen, es kam zu Bilanzfälschungen, Manipulationen oder sonstigen Ungereimtheiten in der Unternehmensführung.

Das Resultat dieser offensichtlichen Fehlentwicklung, war ein zunehmender Vertrauensverlust in die Unternehmensführung und -kontrolle. Als Reaktion darauf begann eine intensive Diskussion, die unter dem Stichwort „Corporate Governance“ (CG) geführt wird.[1]

1.2 Zielsetzung

Ziel der Arbeit ist die Begriffsbestimmung einer angemessenen Unternehmensführung sowie die Betrachtung des theoretischen Hintergrunds. Zusätzlich soll die Ausgestaltung einer angemessenen Unternehmensführung aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden. Dabei erfolgt eine Fokussierung rein auf Großunternehmen in Deutschland.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut:

Kapitel 1 informiert über den Hintergrund der Thematik, die Zielsetzung der Arbeit und deren Aufbau.

In Kapitel 2 erfolgt eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Unternehmensführung, Corporate Governance und angemessener Unternehmensführung. Für ein besseres Verständnis der Corporate Governance Problematik wird kurz auf ausgewählte theoretische Erklärungsansätze eingegangen.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit Frage, wie eine angemessene Unternehmensführung in Deutschland sichergestellt werden kann. Dazu wird der normative Rahmen erläutert, welcher sich primär aus Gesetzen und dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) ergibt. Anschließend wird der Blick auf wesentliche Gestaltungsbereiche der CG gerichtet. Hier wird zunächst die Ausgestaltung des Publizitätssystems betrachtet, welches die Informationsversorgung der verschiedenen Interessensgruppen gewährleisten soll. In den anschließenden Kapiteln zur Kontrolle und Steuerung wird einerseits untersucht, wie die Kontrollfunktion in Deutschland ausgestaltet ist und andererseits, welche Anforderungen an ein Informations- und Steuerungssystem gestellt werden, um eine angemessene Unternehmensführung zu gewährleisten.

2 Angemessene Unternehmensführung durch Corporate Governance

2.1 Begriffsklärung und Zweck

Eine Diskussion über angemessene Unternehmensführung bedarf zunächst einer Klärung der begrifflichen Grundlagen.

Der Begriff Unternehmensführung kann sowohl aus institutioneller als auch funktioneller Sicht betrachtet werden. Die institutionelle Sicht hat die Personen, welche für die Leitung und Führung des Unternehmens verantwortlich sind, zum Gegenstand. Die funktionale Sicht richtet den Blick auf die Funktionen und Aufgaben, der mit der Unternehmensführung betrauten Personen. Die Schwerpunkte der Führungsaufgaben liegen hier auf der Entwicklung von Strategien, der Planung, der Budgetierung, der Gestaltung des Prozess- und Personalmanagements, der Finanzierung und der Corporate Governance.[2]

Corporate Governance gehört damit zu den Kernfunktionen der Unternehmensführung und spielt bei der Frage nach einer angemessenen Unternehmensführung eine wesentliche Rolle.

Der Begriff Corporate Governance wird in der Literatur allerdings nicht einheitlich verwendet. Es kann zwischen einer engen und einer weiteren Definition unterschieden werden. Die engere Definition richtet den Blick nach innen und stellt die Beziehung zwischen Managern und Aktionären in den Vordergrund.[3] In der erweiterten Definition wird CG als faktischer und rechtlicher Ordnungsrahmen von Unternehmen verstanden, der eine gute und ordnungsgemäße Unternehmensführung, -kontrolle und -überwachung im Sinne aller Shareholder und Stakeholder gewährleistet und unterstützt.[4]

Will man die eingangs beschriebenen Fehlentwicklungen vermeiden, kann eine rein interne CG Betrachtung nicht zielführend sein. Unternehmen müssen im Kontext ihrer Umwelt gesehen werden, damit auf die heterogenen Anforderungen und Erwartungen mit einer „angemessenen Unternehmensführung“ begegnet werden kann.

Aus Sicht eines Unternehmens ist CG kein notwendiges Übel. Denn verfügt ein Unternehmen über ein gutes CG System, welches einerseits Interessenkonflikte reduziert und andererseits eine produktive Wertschöpfung ermöglicht, kann dies die Grundlage für Wettbewerbsvorteile und einem langfristigem Unternehmenserfolg sein.[5] Unternehmen, die den CG Gedanken in der Unternehmensführung verankern, dürften durch ihr angemessenes Führungsverhalten somit langfristig erfolgreich sein. Deshalb wird im Folgenden die erweiterte Sichtweise des CG als Synonym für angemessene Unternehmensführung verwendet.

2.2 Theoretische Erklärungsansätze

Ein Verständnis für eine angemessene Unternehmensführung erfordert neben einer Begriffsdefinition, auch eine rudimentäre Kenntnis über die auftretenden Problemfelder. Deshalb soll auf die wesentlichen theoretischen Erklärungsansätze der CG Problematik eingegangen werden.

Untersucht man die Literatur so wird deutlich, dass es derzeit keine umfassende und einheitliche Theorie zur Beschreibung der CG Problematik gibt.[6] Dennoch soll kurz auf die Erkenntnisse der „Neuen Institutionenökonomik“, der Prinzipal-Agent-Theorie und auf den Stakeholder-Ansatz eingegangen werden.

2.2.1 Neue Institutionenökonomik

Die institutionsökonomischen Ansätze interpretieren Unternehmen als Vertragsnetzwerke, die die Beziehungen zwischen den verschiedenen Interessensgruppen durch implizite oder explizite Verträge regeln. Dabei ergeben sich Problemfelder aus unvollständigen Verträgen, der Aufteilung von Handlungs- und Verfügungsrechten auf unterschiedliche Akteure, dem Streben nach individueller Nutzenmaximierung, beschränkter Rationalität, Informationsasymmetrien zwischen den Handelnden, einem opportunistischem Verhalten der Akteure und Transaktionskosten.[7]

Damit wird das breite Spektrum deutlich, welches in der betriebswirtschaftlichen Literatur diskutiert wird.

2.2.2 Prinzipal-Agent-Theorie

Eine Prinzipal-Agent-Beziehung entsteht dann, wenn der Prinzipal (Eigentümer) eine andere Person (Agent/Manager) zur Erbringung von Diensten beauftragt, dieser Person die Entscheidungsbefugnisse überträgt, er selbst jedoch das Risiko von Fehlentscheidungen behält.[8] In einer solchen Konstellation besteht die Gefahr, dass der Agent nur bedingt im Interesse des Prinzipals handelt, da er annahmegemäß eigene Interessen verfolgt.[9]

2.2.3 Stakeholder-Theorie

Bei diesem Ansatz wird die interne Sicht des CG verlassen und weitere Interessensgruppen (Stakeholder) einbezogen. Die Interessen dieser Stakeholder müssen bei der Gestaltung der Unternehmensführung berücksichtigt werden, da sie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Unternehmung ebenfalls wesentlich beeinflussen können.[10] Zu den Stakeholdern zählen insbesondere Fremdkapitalgeber, Lieferanten, Arbeitnehmer, der Staat bzw. die Öffentlichkeit.[11]

3 Sicherstellung der Corporate Governance in Deutschland

3.1 Ausgestaltung des regulatorischen Rahmens

3.1.1 Gesetze

Der regulatorische Rahmen begrenzt den Handlungsspielraum für die Interessengruppen und insbesondere die Unternehmensführung. Die Vorgaben sind bindend und von der Unternehmensführung zu befolgen.

Sucht man nach den Gesetzen, welche den regulatorischen Rahmen des CG bilden, so stellt man fest, dass sich dieser aus einer Vielzahl unterschiedlichster Rechtsquellen herleitet.[12] Als bekannteste Rechtsquellen können das Aktiengesetz (AktG) und das Handelsgesetzbuch (HGB) genannt werden.

Der Gesetzgeber bleibt bei der Ausgestaltung des Handlungsrahmens nicht untätig. Als z.B. Anfang der 1990-er Jahre Handlungsbedarf erkannt wurde, entschied sich der Gesetzgeber steuernd einzugreifen, um vorrangig durch eine Stärkung des Aufsichtsrats Abhilfe zu schaffen. So wurden durch mehrere Gesetzesänderungen die Befugnisse und Pflichten des Aufsichtsrates in Bezug auf seine Kontrolltätigkeit intensiviert und erweitert.[13] Aus der Vielzahl gesetzlicher Maßnahmen soll im Folgenden auf ausgewählte Gesetze eingegangen werden.

Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) trat 1998 in Kraft. Das Gesetz entstand aus der Erkenntnis, dass die Vorschriften hinsichtlich Überwachung und Risikofrüherkennung unzureichend waren.[14] Zentraler Bestandteil des Gesetzes ist der § 91 Abs. 2 AktG, welcher den Vorstand verpflichtet „…geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden kann.“[15] Zusätzlich zu den Pflichten des Vorstands wurden die Transparenz und Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit verbessert sowie die Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Abschlussprüfern intensiviert.[16]

Im Jahr 2002 wurden durch das Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPuG) die gesetzlichen Bestimmungen zur Unternehmensleitung weiterentwickelt. Dieses Gesetz zielt auf eine effizientere Aufsichtsratstätigkeit, eine Stärkung der Aufsichtsrat-Verantwortung und eine Verbesserung der Informationsversorgung des Aufsichtsrats durch den Vorstand ab.[17]

Als weitere wichtige Neuerung trat in 2005 das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) in Kraft. Mit diesem Gesetz wurden die Kontrollrechte der Anteilseigner gestärkt. Zu erwähnen ist insbesondere, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat bei Verletzung der Sorgfaltspflicht zur Haftung herangezogen werden können.[18]

3.1.2 Deutscher Corporate Governance Kodex

Die Häufung von Unternehmenskrisen und Missmanagement in den Unternehmen seit den 90er Jahren waren auch der Auslöser für die Erarbeitung von CG Standards in mehreren westlichen Ländern.[19] Der deutsche Standard wurde im Jahre 2002 etabliert. Seit dieser Zeit wird der Kodex jährlich von der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex überprüft und bei Bedarf an die Erfordernisse nationaler und internationaler Entwicklungen angepasst.[20] Der Kodex „… stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung) dar und enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung."[21]

Der Kodex zielt darauf ab, das deutsche CG System transparent und nachvollziehbar zu machen. Dadurch soll das Vertrauen der internationalen und nationalen Investoren, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften gefördert werden.[22] Darüber hinaus gibt der Kodex den deutschen Unternehmen eine Orientierung für eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Der DCGK beschreibt die Grundsätze einer „guten“ CG in sechs Abschnitten:[23]

- Aktionäre und Hauptversammlung
- Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat
- Vorstand: Zusammensetzung, Aufgaben und Vergütung
- Aufsichtsrat: Zusammensetzung, Aufgaben, Befugnisse und Vergütung
- Transparenz
- Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Dabei gibt der Kodex drei Stufen der Verbindlichkeit für die Unternehmen vor. In den sechs Regelungsbereichen wird auf eine Vielzahl von bestehenden gesetzlichen Regelungen verwiesen, welche für die Unternehmen verbindlich sind (Muss-Regeln). Daneben existieren Empfehlungen (Soll-Regeln), von denen die Gesellschaften abweichen können. Sie sind dann aber verpflichtet, diese Abweichungen jährlich offenzulegen und zu begründen. Zusätzlich werden im Kodex Anregungen gegeben (Sollte-Regeln), von denen ohne Veröffentlichung abgewichen werden kann.[24]

3.2 Ausgestaltung Publizitätssystem

Die Ausgestaltung der Unternehmenspublizität trägt dazu bei Informationsasymmetrien zu verringern und ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil des deutschen CG-Systems.[25]

Versucht man sich einen systematischen Überblick über die Masse von Publizitätsanforderungen zu verschaffen, so kann zwischen jährlichen und unterjährigen und innerhalb dieser Kategorien nach vorgeschriebenen und freiwilligen Publizitätsbestandteilen unterscheiden werden.[26] Aufgrund der Vielzahl der zu beachtenden Regelungen, sollen nachfolgend nur beispielhaft wichtige Regelungen vorgestellt werden.

Zur Verbesserung der Rechnungslegungstransparenz sind insbesondere § 264 HGB in Verbindung mit § 242 HGB zu nennen. Diese verpflichten Kapitalgesellschaften einen Jahresabschluss und einen Lagebericht aufzustellen. Eine Verschärfung trat mit dem geforderten „Bilanzeid“ des Transparenzrichtlinien-Umsetzungsgesetz in Kraft. Die gesetzlichen Vertreter börsennotierter Kapitalgesellschaften müssen jetzt nach § 264 Abs. 2 HGB versichern, dass der Jahresabschluss den tatsächlichen Verhältnissen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entspricht.[27]

Damit der Aufsichtsrat seiner Überwachungsfunktion gerecht werden kann, hat der Vorstand eine Berichtspflicht gegenüber dem Aufsichtsrat. Gemäß § 90 AktG hat der Vorstand ohne Aufforderung die Regelberichte und auf Verlangen Anforderungsberichte dem Aufsichtsrat zur Verfügung zu stellen.[28]

Mit Einführung des TransPuG haben Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG jährlich zu erklären, welche Empfehlungen des DCGK eingehalten werden und welche nicht, wobei letzteres zu begründen ist.[29] Hier ist jedoch darauf hinzuweisen, dass nur die Abgabe der Erklärung durch den Wirtschaftsprüfer prüfungspflichtig ist. Inhalt und Qualität der Erklärung sind jedoch nicht Gegenstand der Prüfung. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Erwartungslücke in Bezug auf die Prüfungsaussage zur Entsprechungserklärung.[30]

3.3 Ausgestaltung Kontrollsystem

Die Ausgestaltung der Unternehmensüberwachung hängt auch davon ab, ob und wie Kontrollfunktionen institutionalisiert sind. In der Literatur unterscheidet man in diesem Zusammenhang zwischen monistischen und dualistischen Systemen.

Das monistische System wird vorrangig in den anglo-amerikanischen Ländern eingesetzt und basiert auf einem einstufigen Modell. Das von den Aktionären gewählte Board of Directors hat sowohl Führungs- als auch Überwachungskompetenz.[31]

Im Gegensatz dazu findet in Deutschland bei Aktiengesellschaften das dualistische System Anwendung. Das dualistische System ist gekennzeichnet durch eine Trennung des Verwaltungsgremiums in ein Geschäftsführungsgremium (Vorstand) und in ein Überwachungsgremium (Aufsichtsrat).[32] Die Gewaltenteilung, als auch die wesentlichen Aufgaben und Pflichten der Mitglieder der Organe sind insbesondere im AktG gesetzlich geregelt und verbindlich.

Die interne Kontrollfunktion obliegt insbesondere dem Aufsichtsrat. Dieser ist nach § 111 AktG dazu beauftragt, die Geschäftsführung zu überwachen.[33] Durch seine Arbeit trägt er zum Abbau von Informationsasymmetrien zwischen Vorstand und Aktionären bei.[34] Bei größeren Gesellschaften kann die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder die Handlungs- und Kontrollfähigkeit einschränken. Der DCGK hat deshalb die Bildung von Prüfungsausschüssen (Audit Committees) als „Soll-Vorgabe“ empfohlen. Es soll insbesondere der Rechnungslegungsprozesses, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, das Risikomanagementsystem, das interne Revisionssystem, die Abschlussprüfung und hier insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers durch ein Audit Committee überwacht und kontrolliert werden.[35]

Neben den internen wurden auch externe Kontrollmechanismen gesetzlich verankert. Als wesentliche externe Überwachungsträger sind die Abschlussprüfer zu nennen. Die Plicht zur Prüfung und deren Umfang sind in § 316 HGB und § 317 HGB geregelt. Ihre Aufgabe liegt darin, die Rechtmäßigkeit des Jahresabschlusses zu prüfen und zu attestieren.[36] Hier ist zu beachten, dass lediglich die Einhaltung der Rechnungslegungsvorschriften Gegenstand der Prüfung sind.

[...]


[1] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 1.

[2] Vgl. Burr, W.; Stephan, M. und Werkmeister, C., 2011, S. 2.

[3] Vgl. Burr, W.; Stephan, M. und Werkmeister, C., 2011, S. 58.

[4] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 6.

[5] Vgl. Burr, W.; Stephan, M. und Werkmeister, C., 2011, S. 69.

[6] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 7.

[7] Vgl. Burr, W.; Stephan, M. und Werkmeister, C., 2011, S. 63.

[8] Vgl. Macharzina, K. und Wolf, J., 2005, S. 63.

[9] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 12.

[10] Vgl. Ballke, S., 2011, S. 18.

[11] Vgl. Burr, W.; Stephan, M. und Werkmeister, C., 2011, S. 65.

[12] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 40.

[13] Vgl. Drygala, T.; Staake, M. und Szalai, S., 2012, S. 406.

[14] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 25.

[15] Zit. § 91 Abs. 2 Aktiengesetz, 2012, S. 247.

[16] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 25.

[17] Vgl. Weigt, M., 2010, S. 170-173.

[18] Vgl. Welge, M. K. und Eulerich, M., 2012, S. 33-34.

[19] Vgl. Burr, W.; Stephan, M. und Werkmeister, C., 2011, S. 86.

[20] Vgl. Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Hrsg.), Deutscher Corporate Governance Kodex, http://www.corporate-governance-code.de/ger/kodex/1.html, (Stand: 20.06.2013, Abruf: 23.03.2014).

[21] Zit. Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Hrsg.), Deutscher Corporate Governance Kodex, http://www.corporate-governance-code.de/ger/kodex/1.html, (Stand: 20.06.2013, Abruf: 23.03.2014).

[22] Vgl. Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Hrsg.), Deutscher Corporate Governance Kodex, http://www.corporate-governance-code.de/ger/kodex/1.html, (Stand: 20.06.2013, Abruf: 23.03.2014).

[23] Vgl. Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Hrsg.), Deutscher Corporate Governance Kodex, http://www.corporate-governance-code.de/ger/kodex/1.html, (Stand: 20.06.2013, Abruf: 23.03.2014).

[24] Vgl. Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Hrsg.), Deutscher Corporate Governance Kodex, http://www.corporate-governance-code.de/ger/kodex/1.html, (Stand: 20.06.2013, Abruf: 23.03.2014).

[25] Vgl. Griewel, E., 2006, S. 76–77.

[26] Vgl. Griewel, E., 2006, S. 82.

[27] Vgl. Zitzmann, A. und Decker, T., 2014, S. 272-274.

[28] Vgl. Zitzmann, A. und Decker, T., 2014, S. 274-275.

[29] Vgl. § 161 Aktiengesetz, 2012, S. 279.

[30] Vgl. Heyd, R. und Beyer, M., 2010, S. 387-388.

[31] Vgl. Steller, M., 2011, S. 31.

[32] Vgl. Werder, A., 2008, S. 54-55.

[33] Vgl. § 111 Aktiengesetz, 2012, S. 257.

[34] Vgl. Steller, M., 2011, S. 24-25.

[35] Vgl. Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (Hrsg.), Deutscher Corporate Governance Kodex, http://www.corporate-governance-code.de/ger/kodex/1.html, (Stand: 20.06.2013, Abruf: 23.03.2014).

[36] Vgl. § 316 HGB und § 317 HGB, 2012, S. 93.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Angemessene Unternehmensführung. Was ist darunter zu verstehen und wie wird sie in Deutschland sichergestellt?
Hochschule
Hochschule für Technik Stuttgart  (BWL)
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V355568
ISBN (eBook)
9783668418677
ISBN (Buch)
9783668418684
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate Governance, CG, Studienarbeit, Hausarbeit, angemessene Unternehmensführung, deutscher corporate governance kodex, Prinzipal Agent, Kontrollsystem, Publizitätssystem, Gesetz, Stakeholder
Arbeit zitieren
Sandra Hild (Autor), 2014, Angemessene Unternehmensführung. Was ist darunter zu verstehen und wie wird sie in Deutschland sichergestellt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355568

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