Entscheidungsfindung in Gruppen oder Teams


Hausarbeit, 2017

17 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problembeschreibung - Entscheidungsfindung in Gruppen / Teams .
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2 Die Gruppe
2.1 Formelle und informelle Gruppe
2.2 Gruppenmotivation
2.3 Gruppenkommunikation
2.4 Rollen in der Gruppe
2.4.1 Rolle des Experten
2.4.2 Rolle des Beobachters
2.4.3 Rolle des Außenseiters

3 Die Entscheidung
3.1 Entscheidungsfindung
3.1.1 Motivation
3.1.2 Kreativität
3.1.3 Qualifikation
3.2 Möglichkeiten der Entscheidungsfindung
3.2.1 Mehrheitsentscheidung
3.2.2 Vorzugswahl (ranked voting)
3.2.3 Punktbewertung (range voting)
3.3 Der Prozess

4 Praxisbeispiel

5 Analyse und Wertung

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1: Bedürfnispyramide nach Maslow (eigene Darstellung) 7

Abbildung 3.1: Entscheidungsprozess nach Birker (eigene Darstellung) 12

1 Einleitung

Die Strukturen zeitgenössischer Unternehmen gliedern sich in verschiedenste Bereiche und beinhalten fast immer die Aufstellung sogenannter Arbeitsgruppen, die umgangssprachlich „Teams“ genannt werden (vgl. Gebert 2004: 9 f.). In solchen Teams finden sich Personen unterschiedlichster Fähigkeiten und Kompetenzen zusammen um gemeinsam eine komplexe Problemsituation zu bewältigen. Dabei gehen die einzelnen Auffassungen häufig auseinander und müssen im Zuge konstruktiver und zielführender Kommunikation zu einer gemeinsamen Lösung gebracht werden, die alle unterstützen. In Bezug auf die Entscheidungsfindung spielen folglich viele Faktoren eine wichtige Rolle.

1.1 Problembeschreibung - Entscheidungsfindung in Gruppen / Teams

Das von mir vorgestellte Praxisbeispiel bezieht sich auf ein weltweit tätiges renommiertes Automobilbauunternehmen und speziell die Fachabteilung der Instandhaltung (Messtechnik / Schraubtechnik) im Produktionsbereich Fahrzeugmontage. Innerhalb dieses Tätigkeitsbereiches werde ich die Aspekte der Entscheidungsfindung bei produktionsbedingten Umbauten und deren Durchführung aufzeigen.

- Bisher wurden die Entscheidungen über Umbauten oder Änderungen in den Fachbereichen direkt über die Führungskräfte an die ausführenden Mitarbeiter des Instandhaltungsteams herangetragen und gleichzeitig als Machbar deklariert. Ein Mitwirken des Teams stand hier außer Frage. Als Ergebnis sollen die Mitarbeiter der Instandhaltung stärker bei der Entscheidung für die geplanten Tätigkeiten herangezogen werden.
- Direkt betroffen sind somit die Teammitglieder der Instandhaltung, welche bei Entscheidungen nun stärker im Fokus stehen und ihre fachliche Kompetenz und Erfahrungen zum Einsatz bringen können.
- Außerdem sind auch die Führungskräfte involviert, welche ihren Stil der Mitarbeiterführung anpassen müssen, um diese stärker in die Umbautätigkeiten einzubeziehen.

Der Prozess der Mitbestimmung macht Sinn, denn nur mit motivierten Mitarbeitern, die an der Entscheidungsfindung beteiligt sind, kann es gelingen, komplexe Probleme im Produktionsablauf zu bewältigen. Umbautätigkeiten erfordern oft ein hohes Maß an Kapazitäten, geplanten Tätigkeiten und bereitgestelltem Material. Absprachen und Diskussionen sollten bestenfalls im Vorfeld erfolgen, um konstruktiv und zielorientiert vorzugehen. Aus diesem Grund ist es wichtig die Teammitglieder in den Lösungsprozess zu integrieren, damit eventuell auftretenden Probleme frühzeitig erkannt, personelle Kapazitäten eingeplant und als wichtigster Aspekt die Machbarkeit verifiziert werden kann.

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

Entscheidungsprozesse sind vielschichtig und obliegen immer der Kooperation der mitwirkenden Teammitglieder. Daraus resultieren oftmals Spannungen, die es abzubauen gilt, um eine zielorientierte Lösung zu entwickeln.

Wie in der Problemstellung in Kapitel 1 schon beschrieben, werden in den folgenden Kapiteln die zur Entscheidungsfindung in Gruppen oder Teams benötigten theoretischen Grundlagen dargestellt.

Der erste Teil gibt Auskunft über die Gruppe als solches und beinhaltet sowohl die zwei möglichen Arten von Gruppen, als auch deren Motivation und Kommunikation, sowie die Rollen der einzelnen Mitglieder (Kapitel 2).

Die Entscheidung selbst wird im Kapitel 3 thematisiert und umfasst die Entscheidungsfindung mit deren einzelnen Charakteristika. Diese beinhalten zum einen die Motivation der Teammitglieder, die Kreativität der Personen und deren Qualifikation.

Im Anschluss daran folgt der Prozess der Entscheidung anhand des Konzepts von Birker.

Anschließend an die theoretischen Grundlagen wird das Praxisbeispiel mit Hilfe des angewandten Wissens in Kapitel 5 ausführlich bearbeitet, um abschließend eine Analyse und Bewertung des Prozesses zu geben (Kapitel 6).

2 Die Gruppe

Eine Gruppe besteht aus einer Mehrzahl von Personen und kann sich bewusst oder unbewusst bilden. Dabei schließen sich Person über einen gewissen Zeitraum zusammen, um ein gewisses Ziel zu verfolgen, miteinander zu interagieren, sich gegenseitig zu beeinflussen oder beeinflusst werden. Innerhalb der Gruppe wird nach definierten Regeln und Normen gearbeitet. Weiterhin sind die Gruppenmitglieder durch ein Wir-Gefühl geprägt (vgl. Antoni 2000: 21 f.; Comelli, Rosenstiel 2009: 156 f.).

Bei größeren Gruppen, von mehr als 20 Personen, ist der Grad der Beeinflussung nicht mehr ganz so groß, wie dies in Kleingruppen der Fall ist. Der Erfahrungswert besagt, dass Gruppen mit einer Personenzahl von fünf bis sechs Mitgliedern am besten geeignet sind, Entscheidungen zu treffen (vgl. Rosenstiel 2009: 325 f.).

2.1 Formelle und informelle Gruppe

Gruppen unterscheiden sich in formelle und informelle. In Betrieben ergeben sich formelle Gruppen zwangsläufig durch deren Größe (Belegschaft) und durch die technische Struktur des Unternehmens (Abteilungen). Formelle Gruppen sind in der Regel fest organisiert, zweckgebunden aufgebaut und werden planmäßig geleitet. Die Aufträge werden von den Organisatoren vorgegeben (vgl. Robbins 2001: 265).

Innerhalb der formellen Gruppe kann auch zwischen Befehlsgruppe und Aufgabengruppe unterschieden werden. Die Befehlsgruppe beinhaltet dabei eine Gliederung nach Organigramm mit vor- und nachgelagerten Stellen. Das hat zur Folge, dass in den Arbeitsgruppen keine Rangordnungen bei der Erfüllung der Arbeitsaufträge eine Rolle spielen.

Informellen Gruppe werden nach Interessengruppen unterscheiden, was bedeutet, dass Mitglieder dieser Gruppen meist außerhalb der Organisation die gleiche Ziele und Verbindungen verfolgen (vgl. Kropp 2001, 371).

2.2 Gruppenmotivation

Sie entsteht durch die Einzelmotivation der Teilnehmer und spiegelt nicht das Gesamtergebnis des Teams wieder, sondern dient lediglich als Grundeinstellung.

Die Motivation als Solches ist die Fähigkeit zur Bedürfnisbefriedigung. Dazu wurden im Laufe der Zeit einige Theorien aufgestellt.

Ein Beispiel hierfür gibt die Motivationstheorie nach Maslow. Laut seiner Studien geht er von fünf Stufen der Bedürfnisbefriedigung aus. Dabei kann der Mensch erst die nächst höhere Stufe erreichen, wenn die aktuelle Bedürfnisstufe vollkommen befriedigt ist (vgl. Maslow 1977: 74 ff.). Zur Veranschaulichung dieser Theorie dient die folgende Abbildung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Bed ü rfnispyramide nach Maslow (eigene Darstellung)

Mit Hilfe der Integration in die Gruppe kann die Motivation des Einzelnen durchaus gesteigert werden, wenn Sie einen starken Zusammenhalt, also eine ausgeprägt Gruppenkohäsion, aufweist. Die Auswirkungen dieses hohen Gruppenzusammenhalts können also positiv Effekte haben, wie eine größere Zufriedenheit, da man sich in der Gruppe geborgen fühlt, oder die Verringerung von Fehlzeiten und Fluktuation.

In den meisten Fällen ist jedoch das Gegenteil der Fall und die Leistungsbereitschaft des Einzelnen nimmt ab. Dies entsteht durch die Entwicklung sogenannter Gruppennormen, welche von den Mitgliedern eingehalten werden, um die Gruppenharmonie nicht zu gefährden.

Ein Beispiel für diese Erscheinungen ist das Social loafing (Soziales Brummen). Bei diesem Phänomen reduzieren die Mitglieder ihre Anstrengungen, wenn zahlreiche weitere anwesend sind und das auch unabhängig davon, ob die Aufgabe als interessant oder wichtige erachtet wird (vgl. Spieß 2003: 42).

2.3 Gruppenkommunikation

Kommunikation befähigt den Menschen, sich anderen mitzuteilen. Sie ist ein wechselseitiger Austausch von Informationen und Verhaltensweisen und bildet somit die Basis zur Integration in eine Gruppe, sowie jeglicher Interaktion.

Wichtige Grundsätze der Kommunikation im Team sind eine wertschätzende und respektvolle Haltung gegenüber allen Teamkollegen sowie ein aktives Zuhören mit eventuellen Nachfragen. Fehler sollten angesprochen und geklärt werden, ohne Schuld zuzuweisen. Es ist wichtig Kritik sachlich zu formulieren und keinen persönlich anzugreifen. Dabei sind Ich-Botschaften eine sinnvolle Strategie.

Aus diesen Grundsätzen lässt sich ableiten, dass Individuen auf mehrere Arten miteinander kommunizieren. Zum einen auf der inhaltlichen Ebene um sachliche Argumente und logische Gedankenführung zu übermitteln und zum anderen auf der emotionalen Ebene, welche die Beziehungen der Kommunikationspartner wiederspiegelt.

Menschliche Kommunikation verläuft nicht wie in technischen Systemen, in denen der Sender eine Nachricht an den Empfänger schickt und dieser sie reaktionslos annimmt.

Wenn Menschen miteinander kommunizieren, so lösen ihr Verhalten und ihre Botschaft unweigerlich beim Empfänger Reaktionen aus, welche davon abhängen, wie der Empfänger die Inhalte versteht und interpretiert. Anhand seiner Interpretation wirkt er direkt auf den Gesprächspartner zurück und berührt demzufolge auch immer die Beziehungsebene.

2.4 Rollen in der Gruppe

Der Grundgedanke hier ist, dass jedes Mitglied eine bestimmte Eignung zur Mitarbeit im Team aufweist. Jede einzelne Person nimmt demzufolge eine spezielle Rolle in der Gruppe ein.

Der psychologische Sinn der dahinter ist, sich von den einzelnen Teilnehmern der Gruppe abzuheben und trotzdem eine gewisse Individualität zu bewahren. Durch die Rollenzuweisung entsteht aber auch eine gewisse Kontinuität und Berechenbarkeit des Verhaltens.

Die Rollenerwartung basiert nur zu einem geringen Teil auf den tatsächlichen Persönlichkeitsunterschieden, da es sonst nicht möglich wäre, unterschiedliche Rollen in anderen Gruppen einzunehmen.

Im folgenden Teil werden einzelne mögliche Rollen der Teammitglieder näher erläutert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Entscheidungsfindung in Gruppen oder Teams
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V355586
ISBN (eBook)
9783668415768
ISBN (Buch)
9783668415775
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entscheidungsfindung, Psychologie, Arbeitspsychologie, Organisationspsychologie, Gruppe, Team, Gruppenmotivation, Gruppenkommunikation
Arbeit zitieren
André Bäger (Autor), 2017, Entscheidungsfindung in Gruppen oder Teams, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355586

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