Diese Arbeit setzt sich mit den Faktoren der Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit im Bereich des qualifizierten Krankentransports auseinander. Dabei soll unter aktuellen Gesichtspunkten überprüft werden, ob eine Planung von Schichten, Personal und Fahrzeugen mit primär wirtschaftlichen Zielen der Verfügbarkeit für Patienten und Kunden zwangsläufig im Weg steht.
Auf der einen Seite wird ein System mit festen Vorhaltezeiten zum Ziel einer möglichst großen Verfügbarkeitsspanne betrachtet, auf der anderen Seite wird eine Möglichkeit mit ständig neu kalkulierten, flexiblen Einsatzzeiten zur Verringerung von Überplanung und dadurch verursachten wirtschaftlichen Einbußen aufgezeigt.
Das Ergebnis dieser Arbeit ist ein theoretischer Entwurf, der den Anstoß geben soll, eine Grundlage zur Bedarfsberechnung sowie zur Schicht-, Personal- und Fahrzeugplanung zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
3 Der Status quo im qualifizierten Krankentransport
3.1 Die Konstellation mit Blick auf Wirtschaftlichkeit
3.2 Die Konstellation mit Blick auf Verfügbarkeit
4 Bedarfsplanung nach dem Prinzip der Optimierung
4.1 Ein Simulationsbeispiel zur Schichtoptimierung
4.2 Konsequenzen des Optimierungsprinzips
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Konflikt zwischen Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit im qualifizierten Krankentransport. Ziel ist es, durch eine optimierte Bedarfsplanung – unter Berücksichtigung von Schicht-, Personal- und Fahrzeugplanung – ein Gleichgewicht zwischen Patientenbedürfnissen, wirtschaftlichen Anforderungen und attraktiven Arbeitsbedingungen zu finden.
- Analyse des Status quo im qualifizierten Krankentransport
- Untersuchung von Wirtschaftlichkeitsaspekten und Konzessionsmodellen
- Bewertung von Verfügbarkeitsanforderungen und Spitzenbedarfen
- Methodik der Schichtoptimierung anhand eines Simulationsbeispiels
- Diskussion von Chancen und Risiken bei der Implementierung des Optimierungsprinzips
Auszug aus dem Buch
4.1 Ein Simulationsbeispiel zur Schichtoptimierung
Die in Kapitel 3.2 als klassische Methode benannte Struktur einer Fahrzeugvorhaltung soll im Folgenden als Ausgangsbeispiel einer Schichtsimulation zur Verfügung stehen. Der Auszug aus dem folgenden Schichtplan ist für den Rettungswachenstandort in Musterstadt in vorangegangenen Verhandlungen mit den Kostenträgern erstellt wurden. Betrachtet werden sollen dabei nur die Fahrzeuge für den qualifizierten Krankentransport, Fahrzeuge zur Notfallrettung werden außer Acht gelassen.
Abbildung 4 zeigt in Abhängigkeit von der Zeit je Wochentag den kumulierten Bedarf an Einsatzkräften. Diese Daten ergeben sich aus dem Umstand, dass ein Fahrzeug für den qualifizierten Krankentransport immer mit mindestens zwei Einsatzkräften besetzt sein muss. Lediglich die vorgeschriebenen Qualifikationen der Einsatzkräfte können in den Bundesländern variieren. Das hier gezeigte Modell der Schichtabdeckung spiegelt wahrscheinlich den exakten Bedarf zum Zeitpunkt der Verhandlungen mit den Kostenträgern wieder. Somit sind die Kurve des Bedarfs und der Abdeckung identisch. In der folgenden Abbildung 5 wird die Bedarfskurve (rot), welche den nach einem halben Jahr veränderten nun aktuellen Bedarf am Standort Musterstadt aufgezeigt, in den Vergleich zum aktuellen Schichtplan als Abdeckungskurve (blau) gestellt.
Hier wird deutlich, dass ein Fortführen des aktuellen Schichtplanes zu einer deutlichen Unterdeckung und am Sonntag zu einer leichten Überdeckung führt. Auf Grund geänderter Anforderungen der umliegenden medizinischen Einrichtungen und zum Teil hinzugekommener dauerhaft zu transportierender Patienten, würde man bei unverändertem Schichtplan in über 8% der geforderten Einsatzzeit kein Fahrzeug zur Verfügung haben oder verspätet zum Einsatzort kommen. Am Sonntag würde die Besatzung des Fahrzeugs insgesamt wahrscheinlich bis zu drei Stunden keine Einsätze fahren. Es liegt also auf der Hand, dass hier nicht nur Einsparpotential sondern vor allem auch Optimierungsbedarf besteht. Wie in Abbildung 6 zu sehen ist, wurde der Schichtplan an den neuen Bedarf angepasst und somit die Unter- und Überdeckung eliminiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zusammenfassung: Diese Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der Verfügbarkeit im Krankentransport und dem Wirtschaftlichkeitsgebot für Leistungserbringer.
2 Einleitung: Das Kapitel erläutert den Anstieg des Krankentransportaufkommens und die daraus resultierende Notwendigkeit, Ressourcen trotz Einsparungen und demografischen Wandels effizient zu planen.
3 Der Status quo im qualifizierten Krankentransport: Es wird der aktuelle Zustand untersucht, wobei sowohl die wirtschaftliche Sicht der Leistungserbringer als auch die Anforderung an eine hohe Verfügbarkeit für Patienten analysiert werden.
4 Bedarfsplanung nach dem Prinzip der Optimierung: Dieses Kapitel stellt einen theoretischen Entwurf zur Bedarfsberechnung vor, wobei der Fokus auf einem Simulationsbeispiel zur flexiblen Schichtoptimierung liegt.
5 Diskussion: Abschließend werden die Chancen und Risiken der vorgeschlagenen Optimierungsmodelle kritisch reflektiert und die Bedeutung der kontinuierlichen Datenerhebung betont.
Schlüsselwörter
Krankentransport, Bedarfsplanung, Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit, Schichtplanung, Rettungsdienst, Optimierungsprinzip, Ressourcenplanung, Einsatzaufkommen, Kosten-Nutzen-Analyse, Personalplanung, Dienstleistungssektor, Konzessionsmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Krankentransport und sucht nach Wegen, um den Spagat zwischen wirtschaftlichem Betrieb und der notwendigen Verfügbarkeit von Transportkapazitäten zu meistern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Wirtschaftlichkeitsgebot, die Planung von Schicht- und Personalsystemen sowie die Anpassung an den schwankenden Bedarf durch medizinische Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, eine Grundlage für die Bedarfsberechnung zu schaffen, die eine hohe Verfügbarkeit bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Optimierung ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer Entwurf genutzt, der auf statistischen Auswertungen, publizierten Vorgehensweisen und einer Schichtsimulation zur Veranschaulichung der Bedarfsanpassung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Status quo, stellt das Optimierungsprinzip dar und demonstriert anhand eines Simulationsbeispiels für den Standort Musterstadt die Vorteile flexibler Schichtpläne.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Krankentransport, Bedarfsplanung, Wirtschaftlichkeit, Optimierung und Ressourcensteuerung charakterisiert.
Was ist der Unterschied zwischen dem Submissions- und dem Konzessionsmodell im Krankentransport?
Beim Submissionsmodell trägt der öffentliche Träger das wirtschaftliche Risiko, während beim Konzessionsmodell das Risiko auf den privaten Dienstleister übertragen wird, was diesen zu wirtschaftlicherer Planung zwingt.
Welches Potenzial bietet die Kurzschicht von vier Stunden laut dem Autor?
Die Kurzschicht hilft, Spitzenbedarfe effizient abzudecken und ermöglicht es Personen mit familiären Verpflichtungen, durch flexiblere Arbeitszeitmodelle im Rettungsdienst tätig zu werden.
Warum ist laut der Arbeit eine kontinuierliche Datenerhebung für die Bedarfsplanung entscheidend?
Ohne historische Daten und eine kontinuierliche Evaluierung sinkt die Genauigkeit von Vorhersagen, wodurch das Risiko steigt, am tatsächlichen Bedarf vorbei zu planen.
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- Sebastian Heil (Author), 2016, Bedarfsplanung im Krankentransport. Ein Spagat zwischen Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355597