Ich möchte in dieser Arbeit zuerst die Entwicklung der Industrie aufzeigen und die einzelnen Stationen der industriellen Revolutionen näher erklären. Anschließend erkläre ich den Begriff Industrie 4.0 und stelle die wichtigsten Techniken, welche für die Umsetzung von Industrie 4.0 erforderlich sind, vor.
Da Industrie 4.0 nicht nur die Prozesse in der Entwicklung, Fertigung etc. verändern, sondern auch einen großen Einfluss auf den Bereich Service / TKD haben wird, beschreibe ich zuerst die klassischen Dienstleistungen im Service / TKD anhand von zwei Instandhaltungstechniken. Im Anschluss daran gebe ich einen Einblick in den sogenannten Smarten Service. Anhand einiger ausgewählter Möglichkeiten stelle ich das mögliche Potenzial vor. Mithilfe einer Nutzwertanalyse vergleiche ich die vorgestellten Möglichkeiten und gebe eine Handlungsempfehlung für Maschinen und Anlagenbauer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte der Industrialisierung
2.1 Die erste industrielle Revolution
2.2 Die zweite industrielle Revolution
2.3 Die dritte industrielle Revolution
3. Industrie 4.0
3.1 Was versteht man unter Industrie 4.0
3.2 Chancen für die deutsche Industrie
3.3 Technische Voraussetzungen
3.3.1 IoT - Internet der Dinge
3.3.2 Cyber-physische Systeme
3.3.3 Smart Factory
3.3.4 Big Data
4. Chancen im Bereich Service durch Industrie 4.0
4.1 Klassischer Service
4.1.1 Präventive Instandhaltung
4.1.2 Reaktive Instandhaltung
4.2 Smart Service
4.2.1 CMS – Zustandsüberwachung
4.2.2 CBM - Zustandsabhängige Instandhaltung
4.2.3 Augmented Reality
4.2.4 Fernwartung
4.3 Software im Bereich Service
4.3.1 Service-Apps und Portale
4.3.2 Dokumentation von Serviceeinsätzen
4.4 Nutzwertanalyse
4.4.1 Bewertungskriterien und deren Gewichtung
4.4.2 Auswertung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen der Industrie 4.0 auf den technischen Kundendienst (TKD) im Maschinen- und Anlagenbau zu untersuchen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie moderne Instandhaltungstechnologien und digitale Dienstleistungen die Effizienz und Kundenzufriedenheit steigern und als strategischer Wettbewerbsvorteil genutzt werden können.
- Historische Entwicklung der industriellen Revolutionen bis hin zu Industrie 4.0.
- Technische Grundlagen und Voraussetzungen wie IoT, Cyber-physische Systeme und Big Data.
- Gegenüberstellung von klassischer Instandhaltung und modernen Smart-Service-Ansätzen.
- Bewertung verschiedener Servicemöglichkeiten mittels einer Nutzwertanalyse.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 CBM - Zustandsabhängige Instandhaltung
Nutzt man die unter 4.2.1 beschrieben Daten nur für die Wartung, spricht man von CBM – Zustandsabhängiger Instandhaltung. Wie man der Abb. 10 entnehmen kann, wird diese Art der Instandhaltung in den nächsten Jahren an Bedeutung zunehmen.55
Der Vorsprung dieser Instandhaltungsstrategie liegt darin, das bei permanenter Überwachung durch CMS die einzelnen Bauteile der Maschinen und Anlagen eine sehr hohe Ausnutzung haben. Bauteile können bis kurz vor dem Totalausfall betrieben werden. Dank moderner Techniken ist es möglich den genauen Zeitpunkt für eine erforderliche Wartung vorauszubestimmen und die nötigen Ressourcen bereitzustellen. Dieses bringt ein hohes Maß an Nachhaltigkeit und eine sehr gute Planbarkeit der Instandhaltung mit sich. Die abzusehende Stillstandzeit der Maschinen und Anlagen lässt sich genau ermitteln und so ein mögliches Zeitfenster im PPS einplanen.56
Instandhaltungskosten lassen sich so um 20% bis 30% reduzieren, da Bauteile nicht vorzeitig oder gar unnütz erneuert werden. Einsätze der Mitarbeiter im Service lassen sich besser planen und die Einsatzdauer nimmt ab, da zielgerichtet gearbeitet werden kann. Auch die Lagerhaltung lässt sich optimieren, die nötigen Bauteile können rechtzeitig vorher bestellt werden und müssen nicht im eigenen Lager vorgehalten werden.57
Die nachfolgende Abb. 12 zeigt welche Auswirkung der Einsatz von modernen Techniken und CBM auf die Prozesszeit in der Instandhaltung haben kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Industrie 4.0 ein und umreißt die Struktur sowie die Zielsetzung der Arbeit, insbesondere hinsichtlich der Veränderungen im technischen Kundendienst.
2. Geschichte der Industrialisierung: Dieses Kapitel erläutert die historischen Meilensteine der industriellen Entwicklung von der Mechanisierung bis zur heutigen digitalen Vernetzung.
3. Industrie 4.0: Hier werden das Konzept der vierten industriellen Revolution definiert sowie die zentralen technischen Voraussetzungen wie IoT, Cyber-physische Systeme und Big Data detailliert beschrieben.
4. Chancen im Bereich Service durch Industrie 4.0: Das Kapitel analysiert den Wandel vom klassischen zum smarten Service, stellt konkrete Technologien vor und evaluiert diese anhand einer Nutzwertanalyse.
5. Fazit und Ausblick: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die strategische Notwendigkeit sowie die zukünftige Bedeutung digitaler Services für den Maschinen- und Anlagenbau.
Schlüsselwörter
Industrie 4.0, Maschinenbau, Anlagenbau, Technischer Kundendienst, Smart Service, Instandhaltung, Condition Monitoring, Condition Based Maintenance, Augmented Reality, Fernwartung, Internet der Dinge, Cyber-physische Systeme, Big Data, Gesamtanlagenverfügbarkeit, Nutzwertanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorthesis untersucht die Potenziale und Chancen, die sich durch Industrie 4.0 für den technischen Kundendienst im Maschinen- und Anlagenbau ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Evolution der Industrie, die technologischen Grundlagen der Digitalisierung sowie innovative Instandhaltungs- und Servicekonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Maschinen- und Anlagenbauern aufzuzeigen, wie sie durch moderne Service-Technologien ihre Effizienz steigern und eine höhere Kundenzufriedenheit erreichen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer theoretischen Aufarbeitung des Themas nutzt der Autor eine Nutzwertanalyse, um die verschiedenen Servicemöglichkeiten strukturiert zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert technische Voraussetzungen wie IoT und CPS sowie praktische Serviceanwendungen wie Zustandsüberwachung, Fernwartung und elektronische Dokumentationssysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Industrie 4.0, Smart Service, Instandhaltung, technischer Kundendienst, IoT, Nutzwertanalyse und Digitalisierung.
Warum wird die Fernwartung im Vergleich zu anderen Techniken als besonders empfehlenswert hervorgehoben?
Die Nutzwertanalyse ergibt, dass Fernwartung oft mit geringerem Aufwand (z. B. durch Tablet-PCs) hohe Effizienz- und Zufriedenheitssteigerungen erzielt und in Bestandsanlagen leicht nachrüstbar ist.
Inwiefern beeinflusst Industrie 4.0 die Instandhaltungsstrategien?
Es findet ein Wechsel von präventiven (zeitbasierten) zu zustandsabhängigen Strategien (CBM) statt, wodurch Wartungen planbarer werden, die Anlagenauslastung steigt und Kosten gesenkt werden.
- Citar trabajo
- Sven Siedhoff (Autor), 2016, Industrie 4.0. Chancen für den Bereich Service & TKD im Maschinen- und Anlagenbau, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355632