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Heiligenkult und Reliquienpolitik im Wandel der Zeit

Title: Heiligenkult und Reliquienpolitik im Wandel der Zeit

Term Paper , 2016 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Wiesneth (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Mutter Teresa ist ein weltweites Symbol für christliche Nächstenliebe. Nun soll die verstorbene Ordensschwester, die schon zu Lebzeiten als Heilige verehrt wurde, heiliggesprochen werden. Dies wurde möglich, nachdem Papst Franziskus Ende 2015 ein Wunder, welches durch Fürbitten zu ihr gewirkt wurde, anerkannt hat.

Ein Wunder ist ein wesentlicher Bestandteil des Kanonisierungsverfahrens. Im Mittelalter sah die Situation anders aus. So schreibt Arnold Angenendt: "Die Liturgie der Erhebung und Neubeisetzung – daran kann kein Zweifel sein – bedeutete zunächst genau das, was später das Kanonisierungsverfahren aussprach: Die Anerkenntnis der Heiligkeit." Aber auch die Erhebung von Gebeinen war in Rom vor dem 8. Jahrhundert aufgrund des Translationsverbots nicht alltäglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Auf dem Weg zu Heiligen

2. Der Wandel im 8. und 9. Jahrhundert

2.1 Vorgeschichte

2.1.1. Das Translationsverbot

2.1.2. Reliquienteilungen

2.2. Der Wandel

2.2.1. Translationen

2.2.2. Bau und Stiftungstätigkeit

2.2.3. Der Heiligenkult

3. Fazit: Kurswechsel und Aufschwung statt wirklichen Wandel

4. Ausblick: Ein wirklicher Wandel

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Veränderungen in der päpstlichen Reliquienpolitik sowie der Bau- und Stiftungstätigkeit im Rom des 8. und 9. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, ob es sich bei diesen Entwicklungen um einen tatsächlichen inhaltlichen Wandel handelt oder lediglich um eine strategische Anpassung an neue politische Rahmenbedingungen, insbesondere im Kontext der Beziehungen zu den Karolingern.

  • Rolle der Reliquientranslationen als machtpolitisches Instrument
  • Einfluss der karolingischen Außenpolitik auf die römische Reliquienpraxis
  • Verbindung von Bauaktivitäten und kirchlicher Selbstinszenierung
  • Entwicklung des römischen Heiligenkults und der Liturgie
  • Kritische Einordnung des "Wandels" im Vergleich zur Tradition

Auszug aus dem Buch

2.2.1.2. Paul I. (757-767)

In Pauls Vita ist von zwei speziellen und einer allgemeinen Translation die Rede. Zum einem überführte er die Gebeine von Heiligen aus den zerstörten und nicht beachteten Gräbern nach Rom und bestattete diese in verschiedenen Titelkirchen, Diakonien, Klöstern und anderen Kirchen. Ein 1610 gefundenes Verzeichnis legt Nahe, dass Reliquien nicht nur transferiert, sondern zudem geteilt wurden, weshalb davon ausgegangen wird, dass noch andere Gründe (neben der Rettung) hinter der Aktion steckten. Die Gebeine konnten als Macht und Herrschaftsinstrumente eingesetzt werden, um so Neugründungen Glanz und Reichtum zu bescheren, Pilgerströme zu lenken und politische Ziele durchzusetzen. In dem Zusammenhang sehen einige Forscher ferner die explizit erwähnte Translation der heiligen Petronilla. Paul brachte wahrscheinlich im Oktober 757 ihre Gebeine in ein Kapelle in St. Peter. Ebenso bettete er die Gebeine des heiligen Stephans und des Heiligen Sylvesters in eine Kapelle um. Überdies war es seit Paul üblich, Reliquien weiterzugeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Auf dem Weg zu Heiligen: Einführung in die Thematik der Heiligsprechung im Mittelalter und Definition der forschungsleitenden Fragen zur päpstlichen Reliquienpolitik.

2. Der Wandel im 8. und 9. Jahrhundert: Detaillierte Untersuchung der Vorgeschichte, der Translationen, der Bautätigkeiten und des Heiligenkults als zentrale Aspekte der päpstlichen Handlungsspielräume.

3. Fazit: Kurswechsel und Aufschwung statt wirklichen Wandel: Zusammenfassende Bewertung, dass die Veränderungen primär strategischer Natur waren und keinen fundamentalen Wandel der Heiligenverehrung darstellen.

4. Ausblick: Ein wirklicher Wandel: Einordnung der Ergebnisse in den historischen Kontext der späteren, stärker formalisierten Heiligsprechungsprozesse des Papsttums.

Schlüsselwörter

Reliquienpolitik, Translation, Papsttum, Mittelalter, Heiligenkult, Liber Pontificalis, Karolinger, Rom, Märtyrer, Liturgie, Stiftungstätigkeit, Pilgerwesen, Machtpolitik, Kirchenbau, Frühmittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die päpstliche Reliquienpolitik im Rom des 8. und 9. Jahrhunderts und deren Wandel oder Kontinuität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Reliquientranslationen, der Bautätigkeit der Päpste, dem Heiligenkult und der sich verändernden politischen Beziehung zu den Karolingern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es wird geklärt, ob die Änderungen in der Reliquienpraxis als echter Wandel zu verstehen sind oder ob es sich um eine pragmatische politische Neuausrichtung handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse des Liber Pontificalis sowie einer umfassenden Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur zu Frühmittelalter und Reliquienverehrung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Vorgeschichte, die Analyse spezifischer Translationen der einzelnen Päpste, ihre Bau- und Stiftungstätigkeit sowie Entwicklungen in Liturgie und Pilgerwesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Reliquienpolitik, Translation, Papsttum, Karolinger und Märtyrerverehrung.

Warum spielt die Beziehung zu den Karolingern eine so zentrale Rolle?

Die Beziehung lieferte den entscheidenden Impuls für den vermehrten Transfer von Reliquien nach Norden und stärkte Roms Position durch politische Bindungen.

Inwiefern beeinflussten Translationen die päpstliche Baupolitik?

Die Bau- und Stiftungstätigkeiten waren oft direkt mit der Translation von Reliquien verknüpft, um neue Heiligtümer zu schaffen und das Prestige der Päpste zu erhöhen.

Warum wird im Fazit ein "wirklicher Wandel" verneint?

Die Autorin argumentiert, dass Translationen bereits vor dem untersuchten Zeitraum existierten und die Päpste lediglich ein bereits vorhandenes Instrumentarium machtpolitisch effektiver nutzten.

Welchen Aspekt sieht der Ausblick als tatsächlichen Wandel an?

Einen späteren, echten Wandel sieht die Arbeit erst in der im 12. Jahrhundert beginnenden Formalisierung des Heiligsprechungsverfahrens, das die Macht beim Papst konzentrierte.

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Details

Title
Heiligenkult und Reliquienpolitik im Wandel der Zeit
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,7
Author
Sebastian Wiesneth (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V355733
ISBN (eBook)
9783668426252
ISBN (Book)
9783668426269
Language
German
Tags
heiligenkult reliquienpolitik wandel zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Wiesneth (Author), 2016, Heiligenkult und Reliquienpolitik im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355733
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