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Das Almosengeben im Kontext der Bergpredigt. Formale, inhaltliche und historische Analysen

Title: Das Almosengeben im Kontext der Bergpredigt. Formale, inhaltliche und historische Analysen

Presentation (Elaboration) , 2016 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Biblical Theology
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Die Bergpredigt im Evangelium nach Matthäus umfasst viele verschiedene Lehren des christlichen Glaubens und der christlichen Glaubenspraxis. In diesem schriftlichen Referat sollen die Verse 1-4 des sechsten Kapitels genauer betrachtet werden, in denen es um die Frömmigkeitsübung des Almosengebens geht. Nach einer Einordnung in den Kontext der Bergpredigt folgen eine formale und eine inhaltliche Analyse. Letztere umfasst sowohl eine Einordnung in den historischen Kontext als auch eine Auseinandersetzung mit dem Öffentlichkeitsaspekt und dem Lohngedanken, die in den Versen eine zentrale Rolle spielen.

Die Anweisungen zum Almosengeben folgen in der Bergpredigt auf die Antithesen. Venetz stellt fest, die Antithesen zeigen, worin die besondere, von Jesus geforderte Gerechtigkeit besteht (Mt. 5,20). In dem nachfolgenden Text steht die Frage nach dem „Wie“ im Mittelpunkt, die innere Absicht wird nun thematisiert und anhand von drei Frömmigkeitsübungen konkretisiert. Es besteht eine große Gefahr der Überheblichkeit, die aus dieser besonderen Gerechtigkeit, Frömmigkeit und Nachfolge resultiert. Venetz betont in diesem Zusammenhang, dass in besagtem Abschnitt der Bergpredigt nicht neue Themen besprochen werden, sondern vielmehr eine Vertiefung der geforderten Gerechtigkeit stattfindet.

Das Almosengeben sollte folglich ebenso im Kontext der nachfolgenden Verse gesehen werden (Mt. 6, 1-18), in denen auch das Beten und Fasten vertieft werden. Wengst fasst das Thema dieses Abschnittes mit der Aufforderung zusammen, Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit anzustreben, die sich von einer weltlichen Gerechtigkeit unterscheiden. Diese drei Frömmigkeitsübungen sind zentrale Bestandteile des jüdischen und christlichen Glaubens und werden von Matthäus unter dem Begriff der Gerechtigkeit zusammengefasst.

Matthäus benutzt diese drei im Alltag eines Juden bekannten Frömmigkeitsübungen, um die Differenzierung zwischen einem Handeln vor Gott und einem Handeln vor den Menschen deutlich zu machen. Während das Almosengeben eine Beziehung zum Nächsten ausdrückt, umfasst das Beten die Beziehung zu Gott. Das Fasten wiederum stellt eine Auseinandersetzung mit sich selbst dar, ein Blick ins eigene Innere als religiöse Erfahrung. Dass diese Übungen nicht nur inhaltlich aufeinander aufbauen und zueinander passen, soll im weiteren Schritt die formale Analyse der Verse zeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Formale Struktur

3 Historischer Kontext des Almosengebens

4 Inhaltliche Schwerpunkte

4.1 Öffentlichkeit vs. Verborgenheit

4.2 Der Lohngedanke

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Verse 1-4 des sechsten Kapitels im Matthäusevangelium, um die biblische Lehre über das Almosengeben im Kontext der Bergpredigt zu ergründen. Dabei wird analysiert, wie diese Frömmigkeitsübung als Ausdruck einer intrinsischen Motivation und als Gegensatz zu äußerlicher Selbstdarstellung zu verstehen ist.

  • Analyse der formalen Struktur der Frömmigkeitsübungen im Matthäusevangelium.
  • Untersuchung des historischen Hintergrunds der Armenversorgung zur Zeit des Matthäus.
  • Kontrastierung von öffentlicher Inszenierung und dem Gebot der Verborgenheit beim Geben.
  • Theologische Reflexion über den Begriff des Lohnes und das Gottesverhältnis.
  • Differenzierung zwischen Gerechtigkeit im Sinne Jesu und weltlichen Anerkennungsmechanismen.

Auszug aus dem Buch

4.1 Öffentlichkeit vs. Verborgenheit

Matthäus sieht den Akt des Almosengebens als Selbstverständlichkeit, als ein notwendiges und traditionsgeschütztes Herstellen von Gerechtigkeit. Das Geben an sich wird folglich in keiner Weise in Frage gestellt, stattdessen kritisiert Matthäus das „Wie“. Die persönliche Frömmigkeit, sei es das Almosengeben, das Beten oder das Fasten, darf nicht der Selbstdarstellung dienen, sondern soll ausschließlich im Verborgenen stattfinden. Das Verborgene kann hier das tiefe Innere eines Gläubigen meinen, zu dem nur Gott selbst einen Zugang hat. Eine Zwischeninstanz zwischen Mensch und Gott ist nicht nur nicht nötig, sondern vollkommen unangemessen, was Matthäus mit seiner karikierenden Beschreibung der Heuchler betont. Venetz vergleicht Heuchler mit Schauspielern, die auf Zuschauer und den Applaus von diesen angewiesen sind. Das Almosengeben aber soll seinen Zweck in sich selbst haben und aus selbstloser Liebe zu den Menschen und Gehorsam Gott gegenüber stattfinden, keinesfalls aus der Öffentlichkeitswirkung heraus. Hier wird jedoch keine Gruppe von Menschen angeklagt, sondern eine gängige Praxis. Matthäus ist sich dem Bedürfnis des Menschen nach Anerkennung und Lob anderer durchaus bewusst und nutzt diese Verse, um eine Kritik an dieser Kultur zu äußern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Bergpredigt ein und stellt die Verse 1-4 des sechsten Kapitels als Gegenstand der Analyse vor, wobei der Fokus auf dem Almosengeben liegt.

2 Formale Struktur: In diesem Kapitel wird die einheitliche gliedernde Struktur der drei Frömmigkeitsübungen (Almosen, Gebet, Fasten) im Matthäusevangelium formal untersucht.

3 Historischer Kontext des Almosengebens: Hier wird die damalige Praxis der Armenversorgung im jüdischen Kontext beleuchtet, um die Intention der matthäischen Kritik besser einordnen zu können.

4 Inhaltliche Schwerpunkte: Dieses Kapitel vertieft die moralischen Aspekte der Frömmigkeit, insbesondere die Abgrenzung von Öffentlichkeit zu Verborgenheit sowie die Bedeutung des Lohnbegriffs.

5 Schluss: Das Schlusswort resümiert, dass Jesu Gerechtigkeit eine intrinsische Motivation erfordert, die über die bloße Einhaltung religiöser Formen hinausgeht.

Schlüsselwörter

Bergpredigt, Matthäusevangelium, Almosengeben, Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Verborgenheit, Gottesverhältnis, Heuchler, Almosen, Biblische Theologie, Nächstenliebe, Lohnbegriff, Selbstdarstellung, Kultdidache, jüdischer Kontext.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Exegese der Verse 1-4 im sechsten Kapitel des Matthäusevangeliums und untersucht die darin enthaltenen Anweisungen zum korrekten Almosengeben.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von authentischer Frömmigkeit zur Selbstdarstellung, die Rolle der Verborgenheit im Handeln vor Gott und die Bedeutung des Lohngedankens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die von Jesus geforderte Gerechtigkeit im Kontext der Bergpredigt zu analysieren und zu zeigen, wie Matthäus eine Differenzierung zwischen Handeln vor Menschen und Handeln vor Gott vornimmt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine formale und inhaltliche Analyse des biblischen Textes durchgeführt, ergänzt durch eine Einordnung in den historischen und jüdischen Kontext jener Zeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Strukturanalyse, die Erläuterung des historischen Kontextes der Armenversorgung sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit Öffentlichkeit und dem göttlichen Lohn.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Bergpredigt, Matthäus, Almosengeben, Frömmigkeit und Gerechtigkeit definieren.

Wie unterscheidet sich der Begriff "Almosen" im griechischen Urtext vom jüdischen "zdakáh"?

Der griechische Begriff "ele’emosýne" betont das Mitleid und Erbarmen, während "zdakáh" primär Gerechtigkeit bedeutet, was unterschiedliche Perspektiven auf den Akt des Gebens verdeutlicht.

Warum warnt der Autor vor der öffentlichen Zurschaustellung von Frömmigkeit?

Die öffentliche Zurschaustellung wird kritisiert, da sie den Fokus auf menschliche Anerkennung und Selbstdarstellung legt, anstatt auf das Handeln vor Gott (coram Deo).

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Details

Title
Das Almosengeben im Kontext der Bergpredigt. Formale, inhaltliche und historische Analysen
College
University of Hannover
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
10
Catalog Number
V355807
ISBN (eBook)
9783668416840
ISBN (Book)
9783668416857
Language
German
Tags
Bergpredikt Almosen Religiöse Erfahrung Bibel Bibelexegese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Das Almosengeben im Kontext der Bergpredigt. Formale, inhaltliche und historische Analysen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355807
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