Welches positive Potenzial liegt in einer Verknüpfung von Landwirtschaft und Sozialer Arbeit? Mit dieser Fragestellung befasst sich die vorliegende Arbeit. Ein besonderer Fokus wird auf die Aquaponik gelegt, welche den Anstoß zur Bearbeitung der Thematik gab.
Der Autor beginnt mit einer Übersicht verschiedener Formen sozialer Landwirtschaft, stellt Bezüge zu aktuellen globalen sozialen, ökologischen und politischen Entwicklungen her und lenkt den Blick auf historische Aspekte des Themas. Im nachfolgenden empirischen Teil der Arbeit geht es um die Ziele, Methoden und Ergebnisse der durchgeführten empirischen Untersuchung. Es folgt eine umfangreiche Zusammenfassung der Ergebnisse und eine tabellarische Erfassung bestehender Projekte, die dem Aufbau eines Netzwerkes innerhalb der Szene dienen soll.
Was unterscheidet Soziale Landwirtschaft von anderen Methoden Sozialer Arbeit? Welche Qualifikationen sind notwendig um in dem Bereich tätig zu werden? Wie wird sich das Arbeitsfeld weiter entwickeln? Diese und weitere Fragen werden im Ergebnisteil der Arbeit beantwortet.
Zur Informationsgewinnung wurden Werke von Limbrunner/van Elsen (2013), Müller (2012) und Meyer-Rebenstich (2013) herangezogen. Berichte von Wiesinger et al. (2013) und Schockemöhle (2010) sowie die Webseiten von Aquaponics Deutschlande.V. (2015) und Stephan Senfberg (2012) lieferten wegweisende Schlüsselinformationen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
I. Theoretischer Teil
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffliche Abgrenzung
2.1.1 Urban Farming, Urban Gardening und Aquaponik
2.1.2 Green Care, Grüne Sozialarbeit und Social Farming
2.1.3 Bauernhofpädagogik
2.1.4 Solidarische Landwirtschaft/CSA
2.2 Einordnung in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang
2.3 Hunger und Flüchtlingsproblematik
2.4 Weltagrarbericht
2.5 Geschichte der Sozialen Landwirtschaft
II. Empirischer Teil
3 Erarbeitung der Forschungsfragen
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Zielstellung und Wahl des Erhebungsinstruments
4.2 Vorbereitung der Erhebung
4.3 Übersicht der befragten Teilnehmer und weiterer Kontaktpersonen
4.4 Leitfadengestütztes Experteninterview
4.5 Durchführung der Erhebung
4.6 Schwierigkeiten bei der Erhebung
5 Auswertung
5.1 Auswertungsschritte
5.1.1 Bestimmung des Ausgangsmaterials
5.1.2 Wahl der Auswertungsmethode
5.1.3 Zusammenfassende Inhaltsanalyse
5.2 Schwierigkeiten bei der Auswertung
6 Ergebnisdarstellung
6.1 Zielgruppen allgemein
6.1.1 Zielgruppen Aquaponik
6.1.2 Zielgruppen Bauernhofpädagogik
6.2 Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale allgemein
6.2.1 Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale Aquaponik
6.2.2 Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale Bauernhofpädagogik
6.3 Erfolgskriterien
6.3.1 Schlüsselerlebnisse
6.4 Kompetenzprofil allgemein
6.4.1 Kompetenzprofil Aquaponik
6.4.2 Kompetenzprofil Bauernhofpädagogik
6.5 Best-Practice-Beispiele
6.5.1 Best-Practice-Beispiele Aquaponik
6.5.2 Best-Practice-Beispiele Bauernhofpädagogik
6.5.3 Steckbriefe bestehender Anlagen und Projekte
6.6 SWOT-Analyse der Sozialen Landwirtschaft
6.6.1 SWOT-Analyse der Aquaponik
6.6.2 SWOT-Analyse der Bauernhofpädagogik
6.7 Perspektiven
6.8 Vernetzung
6.9 Zusatzbefunde
6.9.1 Nutzerperspektive
6.9.2 Weitere Links und Empfehlungen
7 Beantwortung der Forschungsfragen
8 Diskussion der Ergebnisse
9 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial, das in der Verbindung von landwirtschaftlichen Methoden und der Sozialen Arbeit liegt, wobei insbesondere die Methode der Aquaponik im Fokus steht. Es soll analysiert werden, welche Ansätze für welche Zielgruppen geeignet sind, um neue Impulse für soziale Integrations- und Bildungsarbeit zu gewinnen.
- Potenziale der Sozialen Landwirtschaft
- Eignung der Aquaponik in der Sozialen Arbeit
- Bauernhofpädagogik als Lernmethode
- Entwicklung von Kompetenzprofilen
- SWOT-Analyse verschiedener Ansätze
- Vernetzungsmöglichkeiten in der Branche
Auszug aus dem Buch
Aquaponik
Eine sich stetig weiterentwickelnde und an Popularität gewinnende Form von Landwirtschaft, die man ebenfalls oft in urbanen Räumen findet, ist die Aquaponik. Sie verbindet die klassische Aquakultur mit der Hydroponik. Ersteres meint hier die Aufzucht aquatischer, also im Wasser lebender Organismen, wie z.B. Fischen, Muscheln und Algen. Hydroponik hingegen, auch Hydrokultur genannt, bezeichnet die Kultivierung von Pflanzen, beispielsweise Gemüse, in anorganischem Substrat. Dabei wird gänzlich auf den Einsatz von Erde verzichtet, was auch bei der Aquaponik der Fall ist (vgl. Aquaponics Deutschland e.V. 2015). Ein Aquaponik-System ist ein geschlossener Biokreislauf, dem lediglich Fischfutter und vergleichsweise sehr geringe Mengen Frischwasser hinzugefügt werden müssen.
Die Ausscheidungen der Fische enthalten Ammoniak (NH3), eine chemische Verbindung von Stickstoff (N) und Wasserstoff (H) und damit ein stechend riechendes, farbloses, wasserlösliches und giftiges Gas. Ein Teil des Ammoniaks reagiert zu Ammonium (NH4+), der konjugierten Säure zur Base Ammoniak. Im Anschluss erfolgt eine Grobfilterung des Wassers, bei der größere Schwebeteilchen wie Algen und Schlamm aus dem Wasser gefiltert werden. In einem weiteren Filter befinden sich nitrifizierende Bakterien, welche das Ammonium in Nitrit (NO2-) und schließlich in Nitrat (NO3-) umwandeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die thematische Verknüpfung von Landwirtschaft und Sozialer Arbeit sowie Definition der übergeordneten Forschungsfrage.
2 Theoretische Grundlagen: Begriffliche Einordnung der verschiedenen Ansätze wie Urban Farming, Green Care und Bauernhofpädagogik in den gesellschaftlichen Kontext.
3 Erarbeitung der Forschungsfragen: Operationalisierung der Hauptfragestellung in forschungsleitende Unterfragen zur Vorbereitung der empirischen Erhebung.
4 Methodisches Vorgehen: Detaillierte Beschreibung der explorativen Studie, der Auswahl der Experten und der Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse.
5 Auswertung: Erläuterung der methodischen Schritte bei der Analyse des gesammelten Datenmaterials und Reflexion des Auswertungsprozesses.
6 Ergebnisdarstellung: Analyse der Zielgruppen, Besonderheiten, Erfolgskriterien und Kompetenzprofile sowie Durchführung einer SWOT-Analyse für die untersuchten Methoden.
7 Beantwortung der Forschungsfragen: Synthese der gewonnenen empirischen Erkenntnisse als direkte Antworten auf die zuvor formulierten Fragestellungen.
8 Diskussion der Ergebnisse: Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise und der gewonnenen Erkenntnisse im Kontext des Theorieteils.
9 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Potenziale der Sozialen Landwirtschaft und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Soziale Landwirtschaft, Aquaponik, Bauernhofpädagogik, Sozialarbeit, Urban Farming, Green Care, Inklusion, Nachhaltigkeit, Qualifizierung, Experteninterviews, Landwirtschaft, Bildung, Ressourceneffizienz, Vernetzung, SWOT-Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Potenzial einer Verknüpfung von Landwirtschaft und Sozialer Arbeit, mit einem besonderen Fokus auf die Methode der Aquaponik.
Welche Themenfelder stehen im Vordergrund?
Die zentralen Themen sind Soziale Landwirtschaft, Aquaponik, Bauernhofpädagogik sowie die Möglichkeiten der Arbeitsintegration und sozialen Inklusion in landwirtschaftlichen Projekten.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, das positive Potenzial der Verbindung von Landwirtschaft und Sozialer Arbeit zu untersuchen und zu analysieren, welche landwirtschaftlichen Methoden für welche Zielgruppen besonders geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Verfasser nutzt einen explorativen Ansatz mit leitfadengestützten Experteninterviews und qualitativen Fragebögen, ausgewertet nach Mayring (2010).
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, methodisches Vorgehen, eine detaillierte Ergebnisdarstellung inklusive SWOT-Analysen sowie eine Diskussion der Ergebnisse.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Zu den Kernbegriffen gehören Soziale Landwirtschaft, Aquaponik, Inklusion, Nachhaltigkeit, Bauernhofpädagogik und Sozialarbeit.
Warum wird Aquaponik als besonders geeignet für soziale Zwecke hervorgehoben?
Die Experten betonen, dass Aquaponik-Systeme komplexe Lerninhalte anschaulich vermitteln, im urbanen Raum platzsparend funktionieren und bei korrekter Anleitung Verantwortungsbewusstsein und Selbstwertgefühl stärken können.
Welche Qualifikationen sind für die Arbeit in diesem Bereich notwendig?
Ein interdisziplinäres Team ist ideal. Experten empfehlen eine Kombination aus sozialprofessionellem Know-how und fachspezifischen Kompetenzen in Bereichen wie Biologie, Fischwirtschaft oder Gartenbau.
- Quote paper
- Johannes Scheurich (Author), 2015, Soziale Landwirtschaft. Potenziale einer Verbindung von Landwirtschaft und Sozialer Arbeit mit Fokus auf Aquaponik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355983