Tourismus in Dubai. Chancen und Risiken in einer auf Öleinnahmen aufgebauten Wirtschaft


Facharbeit (Schule), 2016
17 Seiten, Note: 0,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. HAUPTTEIL
1. Grundlagen
1.1. Lokalisierung Dubai
1.1.1. Geographie
1.1.2. Demographie
1.2. Entwicklung von der Kolonie zur modernen Föderation
1.3. Wirtschaftliche Grundlagen
2. Problematik
2.1. Wachstum durch Erdöl
2.2. Abhängigkeit von Erdöl
3. Lösungsansatz Diversifizierung
3.1. Tourismus als Divcrsifizicrungsstratcgic
3.1.1. Investitionspolitik
3.1.2. Tourismus heute
3.1.3. Vergleich mit dem Ruhrgebiet Tourismus
3.1.4. Vor-und Nachteile des Tourismus
3.2. Wertere Diversifizicrungsstratcgicn für Dubai

III. SCHLUSSREFLEXION

IV. LITERATURVERZEICHNIS

I. Einleitung

In dieser Facharbeit geht es um die Frage, ob die Diversifizierung in den Tourismussektor eine Möglichkeit ist, in Dubai das wirtschaftliche Wachstum aufrecht zu erhalten, trotz der wegfallenden Einnahmequelle Öl. Das Problem dabei ist, dass Dubai komplett auf den Einnahmen durch das schwarze Gold aufgebaut ist. Schon heute besitzt Dubai fast kein Öl mehr. Doch ist der Tourismussektor wirklich die Lösung für das Emirat? Ich habe das Thema gewählt, da wir zu der Zeit in der Schule das Thema Wirtschaftsregionen im Wandel hatten. Dubai ist ein Beispiel für dieses Thema. Zum Tourismus bin ich gekommen, da es einer der größten Wachstumsmärkte in Dubai ist. Außerdem faszinieren mich seit Jahren die „größenwahnsinnigen" Projekte, die in fast unmöglichen Bauzeiten und mit einem endlos scheinenden Budget gebaut werden, und immer wieder neue Rekorde aufstellen. Im ersten Teil dieser Arbeit werden die geographischen, demographischen, wirtschaftlichen und geschichtlichen Grundlagen erläutert, die der Leser braucht um die weiteren Kapitel zu verstehen. Im zweiten Teil wird die Problematik an dem Modell Dubai als Rentierstaat erklärt. Der Lösungsansatz Tourismus wird im dritten Teil erarbeitet.

II. Hauptteil

1. Grundlagen

1.1. Lokalisierung Dubai

1.1.1. Geographie

Das Emirat Dubai liegt auf der nördlichen Halbkugel in Asien im Südosten der arabischen Halbinsel am Persischen Golf und gehört der Föderation der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) an. Es erstreckt sich zwischen 24°36' bis 25°21' nördlicher Breite und 54°53' bis 55°43' östlicher Länge[1]. Das Emirat ist 3885 km2 groß, wobei über 90% der Fläche aus Wüste besteht. Im Durchschnitt liegt es 5m über dem Meeresspiegel. Dubai grenzt im Westen an Abu Dhabi, dem mit fast 90% der Landfläche größten Emirat, und im Osten an Sharjah[2]. In den Vereinigten Arabischen Emiraten herrscht ein subtropisches bis tropisches arides Wüstenklima. Der Regen fällt, wie man in Abb.l erkennen kann, fast ausschließlich in den Wintermonaten. Im Februar erreicht er seine Spitze von 36 mm. In den Sommer- und Herbstmonaten Juni bis Oktober fallt gar kein Niederschlag. Mit nur 28 Regentagen im Jahr ist Dubai sehr trocken. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 26.9°C. Im Winter kühlt die Temperatur leicht ab auf l9°C im Januar. Die höchste Monatsdurchschnittstemperatur liegt im August bei 35,5°C. Diese warmen Temperaturen locken viele Touristen an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[3]

Abb. l: Klimadiagramm von Dubai (2003)

1.1.2. Demographie

In Dubai zeichnet sich keinesfalls eine normale demographische Situation ab. Durch den „Ölboom“ resultierte ein rasantes Bevölkerungswachstum. Von 2000 bis 2007 stieg die Bevölkerungszahl jährlich um 7,3%, wobei das natürliche Wachstum nur bei l,3% lag. Der Rest ist auf die hohe Einwanderungsquote zurückzuführen. Um die vielen Megabaustellen zu realisieren, benötigt Dubai viele billige Arbeiter aus Ländern wie Indien, Pakistan, Bangladesch, Thailand und den Philippinen[4]. Die Ausländerquote in dem Emirat beträgt 85%, was auf die hohe Arbeitsmigration zurückzuführen ist. Außerdem leben circa 10.000 Menschen immer noch nomadisch in Dubais Wüste. Die restliche Bevölkerung besteht zum Großteil aus Emirati und Gastarbeitern aus westlichen Ländern wie Deutschland und Großbritannien. Insgesamt lebten 2015 circa 2.416.000 Menschen in Dubai[5]. Die Amtssprache ist Arabisch, allerdings wird Englisch ebenfalls akzeptiert. Die Staatsreligion ist der Islam, der eine wichtige Rolle für Dubai spielt, da sich unter anderem das Gesetz nach der Scharia richtet. Der Islam ist außerdem tief mit der Kultur Dubais verflochten. Auch wenn die VAE zu den gesellschaftlich offensten arabischen Ländern gehört wird erwartet, dass der Koran mit Respekt behandelt wird. In der traditionellen Fastenzeit Ramadan schließen tagsüber viele Restaurants und es wird nicht gerne gesehen, wenn Andersgläubige in der Öffentlichkeit rauchen oder essen.[6] Trotzdem gibt es in Dubai eine christliche Gemeinde mit 70.000 Mitgliedern und als einziges Emirat hat es einen Hindu-Tempel und eine Sikh-Gurudwara[7] [8]. Problematisch dagegen ist die hohe Männerquote. Da die Gastarbeiter größtenteils männlich sind, beträgt die Männerquote 70%. Dubai wird geführt von einem sogenannten Emir. Das Amt trägt zurzeit Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum der zugleich Premierminister der VAE ist. Der Emir wird durch eine Erbfolge bestimmt.

1.2. Entwicklung von der Kolonie zur modernen Föderation

Bevor erstmals im Jahr 1958 Öl von den Briten in der Nähe Dubais in Abu Dhabi gefunden wurde, waren die heutigen VAE eine der ärmsten Regionen der Welt. Seit dem zweiten Jahrhundert nach Christus zogen verschiedene Nomaden durch das heutige Hoheitsgebiet der VAE,[9] wurdenjedoch nicht sesshaft. Erst ab dem 16. Jahrhundert zeigten Portugal und das Osmanische Reich Interessen an den südlichen Golfregionen, da sie durch ihre Lage an der Hormuz-Straße eine relativ wichtige Bedeutung für den Seehandel mit Süd- und Ostasien hatten. Im späten 16. Jahrhundert unterlag Portugal schließlich der britischen und niederländischen Seemacht, die dort die Niederlassungen ihrer „East-India-Companies“ positionierten. Durch wirtschaftliche und politische Unruhen im17. Und 18. Jahrhundert wurde die Golfregion auch als „Piratenküste“ bekannt. 1853 schlossen die verschiedenen Sheikhs, die dort die Macht hatten einen Vertrag mit den Briten, in dem festgelegt war, dass diese für die Außenpolitik und Verteidigung der sog. „Trucial States“ (Vertragsstaaten) verantwortlich waren. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts existierte bereits ein kleines Fischerdörfchen am heutigen Dubai-Creek. Der Hauptwirtschaftszweig der Region war das Fischen und Perlentauchen. 1962 begann schließlich die kommerzielle Förderung von Öl[10]. Am 2.12.1972 wurden die Vereinigten Arabischen Emirate schließlich unabhängig von Großbritannien, und durch das Ressourcenreichtum bekommen Dubai und die anderen Emirate sowohl eine immer größere wirtschaftliche als auch politische Bedeutung in der Welt.

1.3. Wirtschaftliche Grundlagen

Die VAE waren und sind bis heute einer der wichtigsten Öllieferanten der Welt, mit 3,7% Anteil an der Gesamtförderung 2012[11]. Dubai ist nach Abu Dhabi mit knapp 30% Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) des der VAE das wirtschaftlich zweitstärkste Emirat.[12] Insgesamt lag Dubais BIP im ersten Halbjahr des Jahres 2015 bei knapp 46 Mrd. Euro. Das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahr lag bei 4,8%. Nur 2,2% stammten allerdings aus den Einnahmen aus der Erdölförderung. Der Anteil des Industriesektors lag bei 11,4%. Der Rest wurde durch Dienstleistungen wie Energieversorgung, Hotels und Restaurants sowie dem Einzelhandel und Finanzdienstleistungen erwirtschaftet.[13] In Dubai gibt es bisjetzt keine Mehrwertsteurer oder andere Abgaben für z.B. Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, die an den Staat geleistet werden müssen. Die Gesamtschulden Dubais lagen 2012 schätzungsweise nur bei 103 Mrd. Euro[14] also ungefähr bei 160% des Bruttoinlandproduktes. Außerdem hat das Emirat noch Ölreserven in Höhe von 4 Mrd. Barrels.[15]

2. Problematik

2.1. Wachstum durch Erdöl

Nach den ersten Erdölfunden aufDubais Herrschaftsgebiet 1966 traten große Veränderungen auf. Die Menschen lebten in einfachen Verhältnissen, die sich über Jahrhunderte nicht verändert hatten. Ein Infrastrukturnetzwerk mit einem modernen Straßensystem wurde errichtet, um den schweren Maschinen der Ölfirmen einen Zugang zu ermöglichen. Der Hafen in dem Dubai-Creek wurde ausgebaut, um die steigenden Exporte noch verschiffen zu können. Ein wichtiges Problem stellte die Wasserversorgung dar, da die Trinkwasserversorgung zuvor hauptsächlich durch Hausbrunnen bestand. Getragen von den Einkünften des Ölexports entstanden außerdem ein Sozial- und Schulsystem.[16] 1971 wurde der Flughafen Dubai International eröffnet, als erster Flughafen im Nahen Osten, an dem Jumbo Jets landen konnten. Mit den Einnahmen konnten außerdem zwei neue Tiefwasserhäfen und ein leistungsfähiges Straßennetz errichtet werden. Die gute Infrastruktur legte den Grundstein für die Entwicklung des Tourismus in Dubai.[17] Auch die Bevölkerungszahl stieg nach dem Erdölfund. Von 1975 bis 2000 ist die Zahl um 480% gestiegen auf1,5 Mio. Einwohner. In Abb.2 kann man erkennen, wie sich das Stadtbild Dubais in nur 13 Jahren entwickelt hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Stadtentwicklung in Dubai (2006)[18]

2.2. Abhängigkeit von Erdöl

Die Problematik, dass es gefährlich ist einen ganzen Staat auf Erdöleinnahmen aufzubauen, erkannte man bereits in den 70er Jahren zum Anfang des Booms. Dubai wird häufig auch als Rentierstaat bezeichnet. In dem folgenden Zitat wird der Begriff Rentierstaat erläutert.

„Der Untersuchungsgegenstand des Rentierstaates ist ein Staat, der externe oder internationale Renten bezieht und deshalb besondere Ausprägungen besitzt. Rentierstaaten haben bisjetzt keine eindeutige einheitliche Definition, [...], ein Merkmal istjedoch die Tendenz zu nicht-demokratischen autoritären Systemen und wirtschaftlicher Ineffizienz.“[19]

[...]


1 Quelle: Nach Google Maps (Hrsg.) google.de (2016)

2 Quelle: Vgl. Wikipedia (Hrsg.) wikipedia.org (2016)

3 Quelle: Nach MÜHR, BERNHARD klimadiagramme.de (2003)

4 Insgesamt 63% aus nicht arabischen asiatischen Ländern

5 Quelle: Vgl. Dubai Statistics Center (Hrsg.) DSC.gov.ae „Home” (2016)

6 Quelle: Vgl. Emirates (Hrsg.) emirates.com „Kultur und Tradition in Dubai“ (2016)

7 Gebetshaus der Shikhs, einer indischen Religion

8 Quelle: Vgl. Wikipedia (Hrsg.) wikipedia.org „Dubai(Emirat)“ (2016)

9 Quelle: Vgl. MÜLLER , BETTINA: „Glitzermetropole Dubai“ S.25 (2010)

10 Quelle: Vgl. Munzinger (Hrsg.) munzinger.de „Vereinigte Arabische Emirate“ (2016)

11 Quelle: Vgl. BP (Hrsg.) „Statistical Review of World Energy June 2013“ (2013)

12 Quelle: Vgl. BRENNER , MAXIMILIAN maximilian-brenner.de „Abu Dhabi und Dubai: Wirtschaftliche Entwicklung wie aus 1001 Nacht?“ (2011)

13 Quelle: Vgl. Dubai Statistics Center (Hrsg.) DSC.gov.ae (2015)

14 Quelle: Vgl. Bloomberg (Hrsg.) handelsblatt.com „Dubai- Projekt“ (2012)

15 Quelle: Vgl. COHAN, PETER: dailyfinance.com „ Can Dubai's energy reserves pay off its $80 billion in debt?“ (2009)

16 Quelle: Vgl. ROHDE , PHILIPP: „Nach dem Öl- Chancen und Grenzen der staatlichen Investitionspolitik; in Dubai“ S.26 (2011)

17 Quelle: Vgl. SCHMID, HEIKO „Geographische Rundschau 61“ S.36 (2009)

18 Quelle: MESHAL_Q8 alpar.com (2006)

19 Quelle: FRECH , JANNIS: „Das Emirat Dubai nach dem Öl. Ein Rentierstaat im Wandel?“ (2008)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Tourismus in Dubai. Chancen und Risiken in einer auf Öleinnahmen aufgebauten Wirtschaft
Note
0,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V356190
ISBN (eBook)
9783668419858
ISBN (Buch)
9783668419865
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tourismus, dubai, chancen, risiken, öleinahmen, wirtschaft
Arbeit zitieren
Thomas Höfting (Autor), 2016, Tourismus in Dubai. Chancen und Risiken in einer auf Öleinnahmen aufgebauten Wirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356190

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