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Ut pictura, poesis – oder: Wie Horaz Piso vom Dichten abhalten will

Eine Interpretation der Verse 361-378 aus der Ars Poetica

Titre: Ut pictura, poesis – oder: Wie Horaz Piso vom Dichten abhalten will

Exégèse , 2016 , 18 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Marwin-Domingo Gorczak (Auteur)

Études latines - Littérature
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Résumé Extrait Résumé des informations

"Ut pictura, poesis" ist der Anfang einer der Verse, die die antiken genauso wie die modernen Rezipienten zu ganz unterschiedlichen Interpretationen veranlassen. Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Verse 361 bis 378 zu analysieren und anhand dieser Stelle herauszuarbeiten, wie Horaz Piso vom Dichten abhalten will. Dazu bedarf es allerdings vorher einer allumfassenden Betrachtung des ganzen Werkes und eine Einordnung der zu analysierenden Verse in die Ars Poetica, um widerspruchsfrei argumentieren zu können. Die Verse sollen dann objektiv-hermeneutisch analysiert werden, was sonst eher bei Beobachtungsprotokollen in der Erziehungswissenschaft Anwendung findet. Dieses Verfahren scheint aber auch gerade für die Analyse der oben genannten lateinischen Verse geeignet, da semantische und syntaktische Besonderheiten in dem ausgewählten Textausschnitt für die Feininterpretation umfangreich herausgearbeitet werden. Dazu wird sich ausgiebig angeschaut, inwieweit die spezifische Wortwahl und Ausdrucksweise den Sinn beeinflusst. Hierbei werden besonders Widersprüche und Ambivalenzen beachtet, verschiedene Lesarten gebildet und am Text überprüft. Schließlich kann untersucht werden, inwieweit die aus der Analyse gewonnenen Thesen mit der Fragestellung und den vorherigen Erkenntnissen aus der Betrachtung des Gesamtwerks übereinstimmen. Im Folgenden soll noch das Ende der Ars Poetica beleuchtet werden, um ganzheitlich argumentieren zu können. Am Abschluss der Hausarbeit soll dann eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse stehen und die Frage beantwortet werden, inwieweit Horaz ein Werk schreibt, mit dem er Piso vom Dichten abhalten will.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung des Textabschnitts in das Gesamtwerk

3. Objektiv-hermeneutische Textinterpretation der Verse 361-378

4. Das Ende der Ars Poetica

5. Zusammenfassung

6. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorische Strategie des Horaz in seiner Ars Poetica, mit der er gezielt versucht, einen jungen Piso von dessen unzureichenden dichterischen Ambitionen abzubringen und ihn stattdessen auf eine politische Laufbahn zu orientieren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Analyse der Verse 361 bis 378 sowie des Schlusses des Werkes, um die zugrunde liegende konservative Kunstauffassung und die Intention des Autors offenzulegen.

  • Analyse der Verse 361-378 mittels objektiv-hermeneutischer Textinterpretation
  • Untersuchung der metaphorischen Vergleiche zwischen Malerei und Dichtkunst
  • Identifikation der Persona des Horaz und ihrer Beziehung zu den Pisonen
  • Bewertung des didaktisch-belehrenden Charakters der Ars Poetica
  • Deutung der Schlussszene als Abschreckungsszenario gegen dilettantische Dichtung

Auszug aus dem Buch

Objektiv-hermeneutische Textinterpretation der Verse 361-378

ut pictura, poesis: erit, quae, si propius stes, te capiat magis, et quaedam, si longius abstes;

Je nach dem, wie man die orthografischen Zeichen setzt, ergeben sich unterschiedliche Textvarianten. Entweder setzt man wie die Textausgabe von Borzsák hinter poesis einen Doppelpunkt, so ergibt sich als Übersetzung: „Wie ein Bild ist die Dichtung.“ Oder man setzt nach erit einen Doppelpunkt, was folgende Übertragung ins Deutsche ergibt: „Wie ein Bild wird/soll die Dichtung sein.“ Die beiden Lesarten unterscheiden sich dahingehend, dass die erste Version eine Tatsache wiedergibt und die zweite Deutung einen befehlenden Charakter hat. Der spätantike Rezipient Porphyrio befürwortet die Variante mit dem Jussiv, wohingegen sich die meisten modernen Philologen für die erste Lesart entscheiden. Diese Auffassung wird damit begründet, dass die Sprach- und Bildkunst schon in der Antike wie selbstverständlich eng miteinander verbunden sind, weswegen Horaz an dieser Stelle lediglich diese Tatsache wiedergibt. Schon am Anfang der Ars Poetica steht ein groteskes Bild sinnbildlich für ein schlechtes, uneinheitliches Buch, was die Verbindung beider Künste deutlich aufzeigt. Damit greift die persona hier also auf den Beginn zurück und unterstreicht nochmals die Forderung nach Einheitlichkeit eines Werkes, das fern von Absurditäten sein müsse. Trotz der in der Antike akzeptierten Parallelität zwischen Malerei und Dichtung nimmt Vers 361 einen starken Einschnitt vor, da unmittelbar vorher vom Epos die Rede war und nun abrupt zur Bildkunst übergeleitet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Ars Poetica als ein Werk vor, dessen Reiz in seinen verborgenen Botschaften liegt, und definiert das Ziel der Arbeit, anhand der Analyse der Verse 361-378 die Abschreckungsstrategie des Horaz gegenüber Piso offenzulegen.

2. Einordnung des Textabschnitts in das Gesamtwerk: Dieses Kapitel verortet die analysierten Verse im letzten Drittel der Ars Poetica und beleuchtet die Identität der Pisonen sowie Horaz' didaktisches Ziel, den Leser an poetische Normen zu erinnern.

3. Objektiv-hermeneutische Textinterpretation der Verse 361-378: Hier erfolgt die detaillierte textanalytische Untersuchung, in der Horaz durch Vergleiche zwischen Malerei und Dichtung sowie die kritische Gegenüberstellung von Mittelmäßigkeit und Exzellenz Piso von seinen dichterischen Ambitionen abbringen will.

4. Das Ende der Ars Poetica: Das Kapitel analysiert das abschließende „Schreckensszenario“ eines wahnsinnigen Dichters als letzte, drastische Ermahnung an Piso, die Dichtung zu meiden, um nicht den familiären und politischen Ruf zu gefährden.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Ergebnisse und bestätigt, dass die Belehrung Pisos und der Appell, sich von der Dichtung abzuwenden, einen essentiellen Bestandteil der Ars Poetica bilden.

6. Bibliografie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Editionen, Kommentare, Nachschlagewerke sowie Monographien und Aufsätze auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Ars Poetica, Horaz, Piso, Dichtungstheorie, Ut pictura poesis, Literaturkritik, Hermeneutik, Mittelmäßigkeit, Didaktik, Wandmalerei, Antike, Stilistik, Poetische Epistel, Rhetorik, Kunstrichter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Horaz' Werk Ars Poetica und untersucht insbesondere, mit welcher rhetorischen Strategie der Autor versucht, ein Mitglied der Piso-Familie von dilettantischen Dichtversuchen abzuhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die poetischen Ansprüche des Horaz, die Verbindung von Malerei und Dichtung, die Rolle des Dichters in der römischen Gesellschaft und die Anwendung der objektiv-hermeneutischen Analysemethode auf antike Texte.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, herauszuarbeiten, wie Horaz mittels gezielter Textpassagen und Vergleiche Piso davon überzeugen will, dass seine dichterischen Ambitionen zum Scheitern verurteilt sind und er sich stattdessen auf andere gesellschaftliche Bereiche konzentrieren sollte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wendet eine objektiv-hermeneutische Textinterpretation an, um die semantischen und syntaktischen Besonderheiten des lateinischen Textes präzise zu erfassen und die dahinter liegende Absicht des Horaz freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung des Textabschnitts in den Gesamtzusammenhang des Werkes, eine detaillierte Feininterpretation der Verse 361-378 unter Heranziehung von kunsthistorischen Parallelen sowie eine Analyse des Schlusses der Ars Poetica.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Ars Poetica, Horaz, Piso, Dichtungstheorie, Literaturkritik und objektiv-hermeneutische Analyse beschreiben.

Warum vergleicht Horaz in den analysierten Versen Dichtung mit Malerei?

Horaz nutzt den Vergleich, um zu verdeutlichen, dass sowohl in der Malerei als auch in der Dichtung verschiedene Grade der Qualität existieren und dass bestimmte künstlerische Schwächen – ähnlich wie bei modernen, grotesken Wandbildern – für den kundigen Betrachter sofort als solche erkennbar sind.

Welche Bedeutung kommt dem Ende der Ars Poetica in Bezug auf die Fragestellung zu?

Der Schluss wird als dramatisches „Schreckensszenario“ gedeutet, das als letzte, unmissverständliche Warnung an Piso fungiert, um ihn vor dem politischen und persönlichen Ansehensverlust zu bewahren, den er durch das Festhalten an seinem untalentierten Dichten erleiden würde.

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Résumé des informations

Titre
Ut pictura, poesis – oder: Wie Horaz Piso vom Dichten abhalten will
Sous-titre
Eine Interpretation der Verse 361-378 aus der Ars Poetica
Université
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Klassische Philologie)
Cours
Horaz, De Arte Poetica
Note
1,3
Auteur
Marwin-Domingo Gorczak (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
18
N° de catalogue
V356388
ISBN (ebook)
9783668417809
ISBN (Livre)
9783668417816
Langue
allemand
mots-clé
Horaz pictura poesis Malerei Gedicht Piso Ars poetica Poetik Antike Dichtung Bilder Kunst Pompeii Wandbild Deutung Dichten
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Citation du texte
Marwin-Domingo Gorczak (Auteur), 2016, Ut pictura, poesis – oder: Wie Horaz Piso vom Dichten abhalten will, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356388
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Extrait de  18  pages
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