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Der fotografierte Orient. Die Praxis der Fotoateliers

Titre: Der fotografierte Orient. Die Praxis der Fotoateliers

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 38 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Tomo Polic (Auteur)

Art - Photographie et Film
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Résumé Extrait Résumé des informations

Als Eugène Delacroix 1832 nach Marokko reiste, schrieb er begeistert über das Straßenbild von Tanger und Meknès. „Auf Schritt und Tritt gibt es fertige Gemälde, die zwanzig Malergenerationen Glück und Rühm bringen würden. An jeder Straßenecke gibt es Bilder zu malen.“ „Wie schade, dass ich nicht eine Camera obscura von Daguerre hier habe“, stellte wiederum Helmut von Moltke am zehnten Juni 1839 bedauernd fest, bei dem Anblick des „wehrhaften Panoramas“ von 4000 Zelten der türkischen Armee am Ufer des Euphrats, noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Erfindung der Fotografie.

In meiner Hausarbeit werde ich darstellen, welche Rolle die Orientfotografie und deren Hauptproduzenten, die Fotoateliers, bei der Entstehung und Verfestigung des westlichen Orientbildes, gespielt haben.

Der Orient als Schauplatz der Kämpfe der Weltmächte;
„Orient“ als romantische Erfindung des Abendlandes;
Fotografie als Beweismittel für die Existenz einer romantischen Illusion;
Die ersten Orient-Reisenden, Touristen und Reiseberichte;
Stereophotographie;
Die Praxis des Fotoateliers;
Fotostudios in orientalischen Ländern;
Das „Heilige Land“ und biblische Themen und Motive;
Fotostudios in Istanbul und Ägypten;
Fotostudios in Italien, Spanien und England;
Lehnert & Landrock

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Orient als Schauplatz der Kämpfe der Weltmächte

3. „Orient“ als romantische Erfindung des Abendlandes

3.1 Orient und Fotografie. Eine untrennbare Geschichte

3.2 Fotografie als Beweismittel für die Existenz einer romantischen Illusion

3.3 Die ersten Orient-Reisenden, Touristen und Reiseberichte

4. Die Praxis des Fotoateliers

4.1 Fotostudios in orientalischen Ländern

4.2 Lehnert & Landrock. Geschichte eines Fotoateliers

5. Schlussfolgerung. Pyramiden, unendliche Weite, Beduine und der Tod

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle der Orientfotografie und der Fotoateliers bei der Konstruktion und Festigung westlicher Orientbilder. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit diese Fotografien die Realität widerspiegelten oder maßgeblich zur Etablierung stereotypischer Klischees beitrugen, die den Bedürfnissen europäischer Reisender und ihrer romantischen Sehnsucht nach einem „fremden“ Orient entsprachen.

  • Die Entstehung des westlichen Orientbildes durch Malerei, Literatur und Fotografie.
  • Die Praxis der Fotoateliers als Produzenten einer künstlichen, „orientalischen“ Wirklichkeit.
  • Die Rolle der Fotografie als Instrument europäischer Orient-Inszenierungen.
  • Das Verhältnis zwischen kolonialem Blick und der Selbstdarstellung lokaler Kulturen.
  • Die Kommerzialisierung exotischer Bildwelten am Beispiel renommierter Ateliers wie Lehnert & Landrock.

Auszug aus dem Buch

3.1 Orient und Fotografie. Eine untrennbare Geschichte

Die Fotografie wurde 1838 von Louis Jacques Mandé Daguerre erfunden (1787-1851). Schon zwei Monate nach seiner Erfindung, fuhr der Maler Horace Vernet gemeinsam mit dem Daguerreotypist Fredéric Goupil-Fesquet nach Ägypten und in das „Heilige Land“, um dort zu fotografieren. Dieses Unternehmen hatte durchaus eine symbolische Bedeutung, es wies auf die untrennbare Beziehung zwischen dem Orient und der Erfindung und der Geschichte der Fotografie hin.9 Der Erfinder Daguerre war nicht derjenige, der die neue fotografische Technik breiteren Kreisen bekannt gemacht hat, dies gelang dem Physiker und Politiker Dominique Francois Arago (1786-1853), der in einer Rede im Jahr 1839 die Öffentlichkeit von den Möglichkeiten der Fotografie mit diesen Worten überzeugte:

„Um die Millionen und Aber-Millionen Hieroglyphen zu kopieren, die die Außenseiten der Denkmäler von Theben, Memphis, Kamak usw. bedecken, bedarf es Dutzende von Jahren und einer Legion von Zeichnern. Mit dem Daguerreotyp könnte ein Mann diese Aufgabe bewältigen.“10

Außerdem benannte Arago die vier Punkte, die Fotografie für die Wissenschaft vordergründlich so wichtig machen: „Aktualität, Nützlichkeit für die Künste, Schnelligkeit und Nutzen für die Wissenschaften.“ 11 Dieses hat sich wohl bis heute nicht geändert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung skizziert die zentrale Rolle der Orientfotografie bei der Schaffung des westlichen Orientbildes und definiert die Forschungsziele der Arbeit.

2. Der Orient als Schauplatz der Kämpfe der Weltmächte: Dieses Kapitel erläutert, wie historische politische Spannungen und der Kolonialismus das westliche Bild des Orients beeinflussten und formten.

3. „Orient“ als romantische Erfindung des Abendlandes: Hier wird der Orient als kulturelles Konstrukt analysiert, das stark durch die romantische Sehnsucht und die Erwartungen westlicher Reisender geprägt wurde.

4. Die Praxis des Fotoateliers: Dieser Hauptteil beleuchtet die Arbeitsweise und die Bedeutung kommerzieller Fotostudios, die für europäische Kunden eine „orientalische“ Wunschwelt inszenierten.

5. Schlussfolgerung. Pyramiden, unendliche Weite, Beduine und der Tod: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, wie die Fotografie als Medium der Inszenierung dazu beitrug, reale Machtverhältnisse auszublenden und ein klischeehaftes, von Realität entfremdetes Bild des Orients zu festigen.

Schlüsselwörter

Orientfotografie, Orientalismus, Fotoateliers, Westliches Orientbild, Konstrukt, Romantik, Kolonialismus, Inszenierung, Stereotypisierung, Lehnert & Landrock, Exotik, Bildsprache, Kulturtheorie, Identität, Machtverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, welchen Einfluss die Orientfotografie und die kommerziellen Fotoateliers des 19. und frühen 20. Jahrhunderts auf die Entstehung und Festigung des westlichen Bildes vom Orient hatten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Fotografie als Medium der europäischen Selbstversicherung, die Entstehung des Orients als romantisches Konstrukt und die Praxis der Inszenierung in professionellen Fotostudios.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die Fotografien der damaligen Zeit die Realität abbildeten oder ob sie primär als Instrument dienten, um die romantischen Erwartungen und kolonialen Überlegenheitsgefühle europäischer Reisender zu bedienen.

Welche wissenschaftliche Methode wird hier verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer kultur- und bildwissenschaftlichen Analyse, die den historischen Kontext, zeitgenössische Reiseberichte und die systematische Auswertung fotografischer Bestände miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Praxis der Fotoateliers, der Inszenierung biblischer Themen, der kommerziellen Massenproduktion von Bildern für den europäischen Markt und der Rolle spezifischer Fotografen wie Lehnert & Landrock.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Orientfotografie, Orientalismus, koloniale Machtverhältnisse, visuelle Konstruktion, Stereotypisierung, romantische Sehnsucht und kulturelle Identität.

Welche Rolle spielten die Fotoateliers bei der Vermittlung des "Heiligen Landes"?

Die Ateliers dienten als zentrale Produzenten von Bildern, die den Wunsch der Reisenden nach biblischer Authentizität befriedigten, indem sie Szenen und Landschaften oft bewusst inszenierten, um sie den biblischen Vorstellungen ihrer christlichen Klientel anzupassen.

Wie bewertet die Autorin die Arbeit von Lehnert & Landrock im Kontext der Orientfotografie?

Die Arbeit beschreibt Lehnert & Landrock als erfolgreiche Unternehmer, deren Fokus auf der kommerziellen Verwertung eines idealisierten Orientbildes lag, wobei sie jedoch auch eine im Vergleich zu anderen Fotografen differenziertere Darstellung ihrer Modelle erreichten.

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Résumé des informations

Titre
Der fotografierte Orient. Die Praxis der Fotoateliers
Université
University of Frankfurt (Main)  (Kunstgeschichtliches Institut)
Cours
Der „imaginäre Orient“ – Zur Bildgeschichte der Orientalismus in Malerei und Fotografie
Note
2,0
Auteur
Tomo Polic (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
38
N° de catalogue
V356417
ISBN (ebook)
9783668426078
ISBN (Livre)
9783668426085
Langue
allemand
mots-clé
Fotografie Ethnologie Romantik Illusion Orient Tourismus Reiseberichte Das Heilige Land
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tomo Polic (Auteur), 2009, Der fotografierte Orient. Die Praxis der Fotoateliers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356417
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Extrait de  38  pages
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