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Die ökonomische Analyse von Korruption

Title: Die ökonomische Analyse von Korruption

Diploma Thesis , 2004 , 71 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jan Haas (Author)

Economics - Macro-economics, general
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[...] Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine ökonomische Betrachtung der Korruption darzustellen. Dabei soll erörtert werden, ob Korruption im Rahmen ökonomischer Theorien analysiert werden kann. Wenn dies zutrifft, ist die Frage nach den institutionellen bzw. individuellen Anreizstrukturen der korrupten Transaktionspartner zu beantworten. Zudem soll Aufschluss darüber gegeben werden, in welcher Form ökonomische Wirkungen durch Korruption feststellbar sind. Die Vorgehensweise gliedert sich dergestalt, dass im Kapitel B, aufgrund der Unschärfe des Begriffes, zunächst eine Definition aus unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Perspektiven erfolgt, um im Anschluss ökonomische Definitionen der Korruption anzuführen. In dem folgenden Kapitel werden nach einer allgemeinen Differenzierung die speziellen Formen dargestellt, und anschließend die strafrechtlich relevanten Tatbestände beschrieben. Danach folgt ein Blick auf die durchaus vorhandene positive Korruption. Im nächsten Kapitel wird eine Auswahl an Korruptionsfällen beschrieben, die aufzeigen, dass Korruption auch in Deutschland in den unterschiedlichsten Formen stattfindet. Da kein politisches System und keine Marktform perfekt ist, setzt sich das Kapitel E zum Ziel, die jeweiligen Schwächen herauszuarbeiten. Dabei werden in Teilbereichen der Politik und in korruptionstypischen Abteilungen in Unternehmen, Angriffsflächen identifiziert. Kapitel F befasst sich mit einem der Hauptteile, nämlich dem der ökonomischen Analyse. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer institutionenökonomischen Betrachtung, unter zu Hilfenahme des Prinzipal-Agent-Klient-Modells und einer integrierten Analyse der individuellen Korruptionsanreize. Im Anschluss wird die korruptive Transaktionskostenproblematik dargelegt. Da der Schwerpunkt der Korruption in der Interaktion von Wirtschaft und Politik liegt, wird als dritte Analysemethode die der Neuen Politischen Ökonomie gewählt. Dieser Ansatz bezieht sich auf die grundsätzliche Interdependenz von Politik und Ökonomie respektive Markt. Abschließend wird in diesem Kapitel die ökonomische Analyse der Entlastungs- und Belastungskorruption dargestellt. Der folgende Abschnitt G hat, als weiterer Hauptteil, zunächst eine stringent ökonomische Darstellung der Wirkungen von Korruption zum Gegenstand, um abschließend kurz gesellschaftliche Effekte aufzuzeigen. In Abschnitt H werden theoretische Maßnahmen zur Prävention und Repression dargestellt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Definitionen

1. Sozialwissenschaftliche Begriffsbestimmung

2. Ökonomische Definitionen

C. Ausprägungsformen

1. Allgemeine Unterteilung

2. Spezielle Formen von Korruption

3. Korruptionsformen im Strafrecht

4. Positive Korruption

D. Ausgewählte Fälle aus Politik und Wirtschaft

1. Korruption im Gesundheitswesen

2. Die Übernahme von Leuna/Minol durch Elf-Aquitaine

3. Der Kölner Müllskandal

E. Angriffsflächen für Korruption

1. Interdependenzen zwischen Wirtschaft und Politik

2. Korruption in ausgewählten Politikfeldern

3. Anfälligkeiten von politischen Systemen

4. Gefährdete Bereiche und Positionen in Unternehmen

F. Ökonomische Analyse

1. Institutionenökonomische Analyse von Korruption

2. Korruption - Eine Transaktionskostenanalyse

3. Neue Politische Ökonomie – Ein Analyseansatz zur Bestechung

4. Die ökonomische Analyse der Belastungs- und Entlastungskorruption

G. Wirkungen von Korruption

1. Ökonomische Wirkungen

1.1. Einschränkung der Markttransparenz durch Korruption

1.2. Wettbewerbsverzerrungen

1.3. Korruption als Markteintrittsbarriere

1.4. Suboptimale Allokation der Ressourcen

1.5. Ressourcenverschwendung

1.6. Erhöhte Transaktionskosten

1.7. Korruptionsinduzierte Preiserhöhung

1.8. Produktdifferenzierung

1.9. Die Wohlfahrtswirkungen der Korruption

1.10. Korruptionsbedingte Innovationshemmung

2. Gesellschaftliche Wirkungen

H. Prävention und Repression

1. Organisatorische und institutionelle Prävention und Repression

1.1. Der Integritätspakt

1.2. Prävention durch Job-Rotation

1.4. Ethik-Kodizies

1.5. Einengung der diskretionären Handlungsspielräume

1.6. Wertemanagementsystem

1.7. Individuelle Selbstbindung

1.8. Unternehmensseitige Selbstbindung

2. Strafrechtliche Prävention und Repression

2.1. Kontrollverstärkung

2.2. Erhöhung des Strafmaßes

2.3. Erhöhung der Entdeckungswahrscheinlichkeit

2.4. Kronzeugenregelung

2.5. Ausschlussregister für Unternehmen

2.6. Strafmildernde Selbstanzeige

I. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit besteht in einer fundierten ökonomischen Betrachtung des Phänomens Korruption. Es soll erörtert werden, inwiefern Korruption mithilfe ökonomischer Theorien analysiert werden kann, welche Anreizstrukturen für korrupte Transaktionspartner bestehen und welche ökonomischen Wirkungen infolge von Korruption feststellbar sind.

  • Institutionenökonomische Analyse von Korruptionsanreizen
  • Analyse der Transaktionskosten bei korrupten Geschäften
  • Anwendung des Prinzipal-Agent-Klient-Modells auf Korruptionsvorgänge
  • Untersuchung ökonomischer Wirkungen wie Wettbewerbsverzerrungen und Ressourcenverschwendung
  • Präventions- und Repressionsmaßnahmen im institutionellen und strafrechtlichen Kontext

Auszug aus dem Buch

1. Sozialwissenschaftliche Begriffsbestimmung

Oft wird Korruption individualethisch hergeleitet, indem korruptive Vergehen als persönliche Defekte einzelner Mitarbeiter in Unternehmen oder als individuelle Charakterprobleme eines Beamten angesehen werden. Bei einer reinen individualethischen Zuordnung werden jedoch die organisatorischen und institutionenethischen Aspekte außer Acht gelassen. Nicht nur die charakterlichen Eigenschaften des Individuums sind maßgeblich für Korruption, sondern ebenfalls die Funktion und Stellung der Person in einer Verwaltungseinheit oder in einem Unternehmen. Das Entstehen und die Verbreitung von korrupten Handlungen sind zudem abhängig von organisatorischen Strukturen in einem Betrieb. Zu diesen Strukturen gehören beispielsweise die Befehlshierarchie, die Leistungsvorgaben, der Grad der Arbeitsteilung oder die Gruppenkohäsion. Es handelt sich bei diesen Beispielen um Möglichkeiten zwischenmenschliches Handeln zu koordinieren.

Ethische Vorgaben in einem Unternehmen, z.B. in Form eines Ethik-Kodex, werden oft durch eine wettbewerbsbedingt einseitige Orientierung an ökonomischen Leistungszielen ausgehebelt. Selbstredend gilt dies ebenso für die öffentliche Verwaltung. Bedingt durch die Hierarchie in einem Unternehmen und aus Angst vor Kündigung werden korrupte Aktivitäten eines Vorgesetzten selten von untergeordneten Mitarbeitern angezeigt. Besteht ein starker Zusammenhalt in einer korrupten Abteilung, ist die Aufdeckung und Sanktionierung von Korruption unwahrscheinlich.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Stellt das Thema Korruption vor, umreißt die wissenschaftliche Relevanz und definiert das Ziel der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.

B. Definitionen: Erläutert den Begriff Korruption aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Blickwinkeln, um die Unschärfe und Vielschichtigkeit des Phänomens aufzuzeigen.

C. Ausprägungsformen: Differenziert Korruption in situative, strukturelle und netzwerkartige Formen und erläutert spezielle Phänomene wie Nepotismus oder "Anfüttern" sowie strafrechtliche Tatbestände.

D. Ausgewählte Fälle aus Politik und Wirtschaft: Illustriert durch Beispiele aus dem Gesundheitswesen und dem Leuna/Minol-Skandal, wie Korruption in realen Strukturen funktioniert.

E. Angriffsflächen für Korruption: Identifiziert Bereiche in Politik und Wirtschaft, die aufgrund ihrer Struktur besonders anfällig für korrupte Einflussnahme sind.

F. Ökonomische Analyse: Analysiert Korruption mithilfe institutionenökonomischer Ansätze, der Transaktionskostenanalyse und der Neuen Politischen Ökonomie.

G. Wirkungen von Korruption: Untersucht die ökonomischen Folgen, darunter Markttransparenzverlust, Wettbewerbsverzerrungen, Innovationshemmung und Wohlfahrtsverluste.

H. Prävention und Repression: Diskutiert institutionelle Präventionsmaßnahmen wie Integritätspakte sowie strafrechtliche Repressionsmöglichkeiten zur Korruptionsbekämpfung.

I. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen und zieht Schlussfolgerungen zur Zukunftsfähigkeit des Phänomens.

Schlüsselwörter

Korruption, Bestechung, Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Wettbewerbsverzerrung, Prinzipal-Agent-Modell, Rent-Seeking, Korruptionsprävention, Strafrecht, Markttransparenz, Compliance, Nepotismus, Wirtschaftskriminalität, Wohlfahrtswirkung, Integritätspakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit widmet sich einer umfassenden ökonomischen Analyse des Phänomens Korruption, um deren Ursachen, Erscheinungsformen und Wirkungen wissenschaftlich zu durchdringen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition von Korruption, ihre verschiedenen Ausprägungsformen (situativ, strukturell), die ökonomische Modellierung mittels Institutionenökonomik sowie Strategien zur Prävention und Repression.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu überprüfen, ob Korruption mit ökonomischen Theorien konsistent analysierbar ist und aufzuzeigen, wie institutionelle Anreize gestaltet sein müssen, um Korruption wirksam zu bekämpfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt vorrangig institutionenökonomische Analyserahmen, darunter das Prinzipal-Agent-Klient-Modell, eine Transaktionskostenanalyse und den Ansatz der Neuen Politischen Ökonomie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Phänomens, die Analyse von Korruptionsfällen, die Untersuchung von Angriffsflächen in Politik und Wirtschaft sowie eine eingehende ökonomische Wirkungsanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Korruptionsprävention, Wettbewerbsverzerrung und Bestechlichkeit definiert.

Welche Rolle spielt das Prinzipal-Agent-Klient-Modell bei der Analyse?

Das Modell dient dazu, den illegalen Tausch zwischen einem Agenten (z.B. Beamter) und einem Klienten (z.B. Unternehmen) unter Berücksichtigung der unvollständigen Vertragsbeziehung zum Prinzipal (Gesellschaft) ökonomisch darzustellen.

Warum wird zwischen Entlastungs- und Belastungskorruption unterschieden?

Diese Differenzierung erlaubt eine präzisere ökonomische Analyse, je nachdem, ob ein Bürokrat mit einem privaten Akteur kooperiert (Entlastung) oder diesen erpresserisch ausbeutet (Belastung).

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Details

Title
Die ökonomische Analyse von Korruption
College
University of Kassel  (Wirtschaftswissenschaften)
Grade
2,0
Author
Jan Haas (Author)
Publication Year
2004
Pages
71
Catalog Number
V35642
ISBN (eBook)
9783638354929
Language
German
Tags
Analyse Korruption
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Haas (Author), 2004, Die ökonomische Analyse von Korruption, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35642
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