Bei „Werbung“ handelt es sich um einen vielschichtigen Begriff. Es geht um ein Kommunikationsmedium, das Menschen zu einer bestimmten Handlung beeinflussen soll. In dieser Arbeit soll vor allem der Aspekt der Emotionalität in einem Kulturvergleich im Vordergrund stehen und eine Analyse von Wahlwerbeplakaten stattfinden. Dafür sollen zunächst die Themen Werbekommunikation und Werbesprache allgemein dargestellt werden, um den nötigen Überblick zu verschaffen.
Häufig ist Werbung größerer Unternehmen auf identische Weise in unterschiedlichen Ländern zu finden, es gibt kulturübergreifende Konsumentengruppen und internationale Kampagnen. Um ein Produkt erfolgreich international bewerben zu können und Missverständnisse, die auf fehlendem interkulturellem Wissen beruhen, zu vermeiden, braucht man das nötige Wissen über Unterschiede in der Gefühlswahrnehmung in einzelnen Kulturen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Werbekommunikation – Werbesprache
2.2 Gefühlskulturen: Sprache, Emotionalität und Kultur in der Werbung
3. Wahlwerbung
3.1 Die Rolle der Plakatwerbung im Wahlkampf
3.2 Emotionalisierung von Wahlwerbung
3.3 Emotionalität im Wahlwerbetext nach Kasová (2014)
4. Untersuchung anhand von eigenen Beispielen
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Emotionalität in der Wahlwerbung unter Berücksichtigung kulturkontrastiver Aspekte, wobei der Fokus primär auf dem Medium des Wahlplakats liegt. Ziel der Arbeit ist es, die Verbindung zwischen Sprache, Kultur und Emotion im Kontext politischer Werbung zu analysieren und aufzuzeigen, wie Wahlplakate emotionale Reize einsetzen, um Wählerinnen und Wähler zu beeinflussen.
- Grundlagen der Werbekommunikation und Werbesprache
- Die Bedeutung von Emotionen für die Wirksamkeit politischer Plakatwerbung
- Analyse inhaltlicher und thematischer Merkmale nach Kasová
- Untersuchung von Negative Campaigning und rechtspopulistischer Symbolik
- Kulturvergleichende Perspektiven auf geschlechtsspezifische und emotionale Werbestrategien
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Plakatwerbung im Wahlkampf
Das Wahlplakat als Werbemedium spielt eine sehr wichtige Rolle in jedem Wahlkampf. Es taucht „im öffentlichen Raum auf, dort, wo jeder sich bewegt (Lessinger & Moke 2000, S. 245). Sie sind für jeden Menschen dauerhaft zu sehen und es besteht fast keine Möglichkeit, sie zu ignorieren. Etwa sechs Wochen vor der Wahl sind die Plakate der jeweiligen Parteien überall zu sehen und leiten die Wahlkampfstimmung ein. Außerdem kann sich jeder Wähler ein Bild über die einzelnen Strategien und Slogans machen und die teilweise sehr kreativ und künstlerisch gestalteten Plakate betrachten und sich eine Meinung bilden. Da ein Wahlplakat meinst im Vorbeigehen oder -fahren nur wenige Sekunden lang betrachtet, muss es ein Blickfang sein, also die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dann in kürzester Zeit deutlich machen, was vermittelt werden soll. Eine klare Botschaft oder eindrückliche Bilder sind wichtig, „was nur durch eine graphische Schlüsselidee, Vereinfachungen, Wiederholungen oder aber durch radikale Übertreibungen und bis an Zynismus grenzenden Humor zu erreichen ist“ (Lessinger/Holtz-Bacha 2010 „Wir haben mehr zu bieten“ :67).
Eine wichtige Rolle in Bezug auf das Wahlplakat spielt die Farbwahl. Häufig werden Parteien mit einer bestimmten Farbe in Verbindung gesetzt, weshalb eine Änderung der Farbensymbolik wohl überlegt sein sollte. Allerdings sollte auch eine gewisse Abwechslung geboten werden, denn „Farben unterliegen Moden und Vorlieben, die auch Parteien in Rechnung stellen müssen, denn schließlich geht es dabei um die ästhetische Anmutung ihres Werbematerials.“ (Holtz-Bacha/Lessinger 2006: 80). Eine neuere Entwicklung im Bereich der Wahlplakate sind sogenannte „Internet-Plakate“. Diese erscheinen, „gezielt für die Ansprache bestimmter Wählergruppen“ (Holtz-Bacha/Lessinger 2006: 83), sobald der Internet-Nutzer online geht oder sein E-Mail Postfach öffnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert Werbung als Instrument der Meinungsbeeinflussung und umreißt das Ziel der Arbeit, die Emotionalität in der Wahlplakatwerbung kulturkontrastiv zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Mechanismen der Werbekommunikation und diskutiert die enge Verflechtung von Sprache, Kultur und Emotionen für eine erfolgreiche internationale Kampagnenführung.
3. Wahlwerbung: Hier wird die Entertainisierung politischer Werbung analysiert und die spezifische Bedeutung von Plakatwerbung sowie emotionale Kategorisierungsschemata nach Kasová vorgestellt.
4. Untersuchung anhand von eigenen Beispielen: Dieser Hauptteil analysiert konkrete Wahlplakate unter anderem hinsichtlich Negative Campaigning, rechtspopulistischer Symbolik und geschlechtsspezifischer Darstellungsmuster.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass emotionale Strategien zur Sicherung der Erinnerungsleistung essenziell sind, warnt jedoch davor, kulturelle Unterschiede als universelle Erklärungsvariable zu überstrapazieren.
Schlüsselwörter
Wahlwerbung, Wahlplakat, Emotionalität, Werbekommunikation, Kulturvergleich, Negative Campaigning, Politainment, Gefühlskulturen, politische Kommunikation, Sprache und Emotion, Rechtspopulismus, Geschlechterdarstellung, Werbesprache, Paralleltextanalyse, Wählerbeeinflussung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Emotionalität in der politischen Wahlplakatwerbung und untersucht deren Wirkung unter Berücksichtigung kultureller Unterschiede.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Werbesprache, der Einfluss von Kultur auf die Gefühlswahrnehmung, die Entertainisierung der Politik sowie die Strategien emotionaler Beeinflussung auf Wahlplakaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wahlplakate durch den gezielten Einsatz von Emotionen und symbolischen Inhalten die Wählerwahrnehmung beeinflussen und welche Rolle kulturelle Kontexte dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen kulturkontrastiven Ansatz und greift für den Vergleich der Werbetexte auf die Methode der Paralleltextanalyse zurück.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert anhand zahlreicher Bildbeispiele konkrete Strategien wie Negative Campaigning, den Einsatz von rechtspopulistischen Symbolen wie dem "schwarzen Schaf" sowie geschlechtsspezifische Stereotype.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahlwerbung, Emotionalität, Politainment, Negative Campaigning und kulturvergleichende Analyse charakterisiert.
Warum wird im Bereich der Wahlwerbung von "Entertainisierung" gesprochen?
Der Begriff beschreibt die Entwicklung, dass politische Inhalte auf Wahlplakaten zunehmend durch humorvolle Sprüche, schrille Outfits und plakative Bilder ersetzt werden, um die Aufmerksamkeit in einer reizüberfluteten Umwelt zu sichern.
Welche Bedeutung kommt der Farbwahl bei Wahlplakaten zu?
Farben dienen der Identifikation von Parteien, unterliegen aber auch ästhetischen Moden; eine strategisch überlegte Farbwahl ist entscheidend für die ästhetische Anmutung und die angestrebte Wirkung beim Wähler.
- Citar trabajo
- Laura Hennige (Autor), 2016, Werbung, Kultur und Emotionalität. Eine kulturkontrastive Untersuchung von Emotionalität in Wahlwerbung anhand des Werbemediums Wahlplakat, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356444