Steuerliche Rechtsformwahl. Eine Fallstudie zur Unternehmensbesteuerung


Studienarbeit, 2015
18 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Fallstudie
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Zu beantwortende Aufgabenstellungen
1.2.1 Aufgabe 1
1.2.2 Aufgabe 2
1.2.3 Aufgabe 3
1.2.4 Aufgabe 4

2 Lösungen
2.1 Lösung zu Aufgabe 1
2.2 Lösung zu Aufgabe 2
2.2.1 Lösung zur Aufgabe 2 Ziffer a
2.2.2 Lösung Aufgabe 2 Ziffer b
2.2.2.1 Vorteile einer Kapitalgesellschaft gegenüber einer
Personengesellschaft:

2.2.2.2 Vorteile einer Personengesellschaft gegenüber einer
Kapitalgesellschaft:

2.3 Lösung Aufgabe 3
2.3.1 Steuerliche Belastungen der GmbH und Gesellschafter
2.3.2 Steuerliche Belastungen der OHG und Gesellschafter
2.3.3 Lösung Aufgabe 3 Ziffer c
2.3.4 Lösung zu Aufgabe 3 Ziffer d
2.4 Lösung zu Aufgabe 4

3 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Steuerliche Belastung der GmbH.

Tabelle 2 Steuerliche Belastung der GmbH Gesellschafter.

Tabelle 3 Steuerliche Belastung der OHG und ihrer Gesellschafter.

Tabelle 4 Belastungsvergleich bei unterschiedlichen GF-Gehältern.

1 Fallstudie

1.1 Aufgabenstellung

Jürgen (Jahrgang 67) und Thomas (Jahrgang 73) kennen sich seit vielen Jahren.[1] Ihre Beziehung ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass der eine (Thomas) schon desöfteren den Job des anderen (Jürgen) übernommen hatte, sobald letzterer keine Lust mehr darauf hatte. Neben ihrer Leidenschaft für den Fußball ist auch der Geschäftssinn der beiden außerordentlich ausgeprägt. Beide werden hellhörig, als ein großer Sportvermarkter im Rahmen des Champions League Finales in Berlin in einer groß angelegten Präsentation um neue Kunden wirbt. Anscheinend lasse sich mit Sportvermarktung und Werbemitteln enorm viel Geld verdienen, da sind beide sich einig. Gerade wenn man sich im Sport bereits einen Namen gemacht hat – und das haben beide zweifelsohne – müssten die Geschäfte doch von alleine laufen. Sie beschließen umgehend die Gründung eines neuen Unternehmens zum 01.07.2015 (die „Geldsegen-Werbeagentur“) in Dortmund (Gewerbesteuer-Hebesatz = 485 %).

Da sich die beiden zwar höchst euphorisch in die Unternehmensplanung stürzen, letztlich aber nur über rudimentäre Kenntnisse auf dem Gebiet des Gesellschafts- und Steuerrechts verfügen, wissen die beiden nicht, in welcher Rechtsform sie ihr Unternehmen am besten gründen sollten. Folgende Fallkonstellationen werden von Thomas und Jürgen derzeit diskutiert:

1. Gründung der Geldsegen-OHG
2. Gründung der Geldsegen-GmbH

Thomas und Jürgen wenden sich nun an Sie und bitten höflichst um ein paar fundierte Argumente und Berechnungen im Hinblick auf eine steuerlich optimale Rechtsformwahl. Dazu stellen Ihnen die beiden folgende Plandaten aus ihrem ersten, groben Businessplan zur Verfügung:

- Thomas und Jürgen bringen insgesamt 5.000.000 € Eigenkapital in die Unternehmung ein. Der Anteil von Thomas soll 30%, der von Jürgen 70% betragen (diese Anteile entsprechen auch dem Gewinnverteilungsschlüssel).
- Für das erste Geschäftsjahr rechnen Thomas und Jürgen mit einem Gewinn vor Steuern und vor Abzug von Vergütungen (auch Geschäftsführer-Gehälter), Aus-schüttungen oder Entnahmen („vorläufiger Gewinn“) i. H. v. 400.000 €.
- Thomas und Jürgen wollen beide als geschäftsführende Gesellschafter auftreten und sehen insgesamt (für beide) 100.000 € als angemessene Vergütung dafür an. Dieser Betrag soll als „Geschäftsführergehalt“ gemäß der Anteilsverhältnisse auf beide aufgeteilt werden.
- Zur Finanzierung der Geldsegen-Gesellschaft wollen die beiden Jungunternehmer einen Kredit bei Ihrer Hausbank aufnehmen. Das Darlehen wird sich voraussichtlich auf 900.000 € belaufen. Der dafür zu zahlende Fremdkapitalzins beliefe sich laut vorliegendem Angebot der RuhrpottBank auf 6 % p.a.
- Zwecks Lagerung von Werbematerial wollen die beiden eine Lagerhalle anmieten, wofür Mietzahlungen i.H.v. 300.000 € pro Jahr fällig würden. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, wie etwa einem dringend benötigten Lieferwagen, fielen Leasingzahlungen i.H.v. ebenfalls 150.000 € an.
- Damit sie Fotos von bekannten Fußballspielern auf ihre Werbemittel drucken dürfen, fallen Lizenzgebühren i.H.v. 60.000 € an.
- Der Einheitswert der Betriebsgrundstücke beträgt 200.000 €.

Unterstützen Sie die beiden bei der Rechtsformwahl. Soll die Geldsegen-Gesellschaft als Kapital- oder Personengesellschaft gegründet werden? Zur Beantwortung dieser Frage nehmen Sie bitte zunächst zu nachfolgenden grundlegenden Aspekten Stellung:

1.2 Zu beantwortende Aufgabenstellungen

1.2.1 Aufgabe 1

Welche betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte müssen bei der Rechts-formwahl berücksichtigt werden? Nennen und erläutern Sie diese kurz! [Hinweis: Stichwortartige Aufzählung mit knapper Erläuterung genügt! Steuerliche Aspekte sind hier noch nicht zu behandeln.]

1.2.2 Aufgabe 2

Personen- versus Kapitalgesellschaft

a. Welche unterschiedlichen Besteuerungsprinzipien liegen der Personen- und der Kapitalgesellschaft zu Grunde? Nennen und erläutern Sie diese kurz! [Hinweis: Stichwortartige Aufzählung mit knapper Erläuterung genügt!]
b. Welche Vorteile hat eine Kapitalgesellschaft gegenüber einer Personengesell-schaft und umgekehrt? Nennen und erläutern Sie diese kurz! [Hinweis: Stich-wortartige Aufzählung mit knapper Erläuterung genügt!]

1.2.3 Aufgabe 3

Steuerlicher Belastungsvergleich. Nehmen Sie nun einen steuerlichen Belastungsvergleich unter Berücksichtigung der Angaben aus dem Businessplan vor. Gehen Sie davon aus, dass die Thesaurierung von Gewinnen bis auf Weiteres nicht vorgesehen ist. Es soll außerdem angenommen werden, dass sowohl Thomas als auch Jürgen momentan über keine anderweiteren Einkünfte verfügen (sie arbeiten ehrenamtlich). Beide sind (noch) ledig, kinder-, und konfessionslos. Jürgen wird Sonderausgaben i.H.v. 5.000 €, Thomas voraussichtlich i.H.v. 15.000 € geltend machen können.

Es ist ausdrücklich keine Grenzbetrachtung vorzunehmen, auch sind sämtliche Freibeträge zu berücksichtigen!

a. Welche steuerlichen Belastungen ergeben sich jeweils für Jürgen, Thomas, die Geldsegen-GmbH sowie insgesamt, wenn sich die beiden für die Gründung einer Kapitalgesellschaft entscheiden? [Hinweis: Heben Sie diese vier geforderten Steuerbelastungen in Ihren Ausführungen fett hervor!]

Hinweis zur Vorgehensweise: Ermitteln Sie auf dem Weg Ihrer steuerlichen Be-rechnungen u.a. folgende Beträge:

- Gewinn aus Gewerbebetrieb
- Maßgebender Gewerbeertrag
- Gewerbesteuer
- Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag
- Ausschüttungshöhe
- Höhe der Einkünfte aus den einzelnen Einkunftsarten je Gesellschafter
- Einkommensteuer/Solidaritätszuschlag je Gesellschafter

b. Welche steuerlichen Belastungen ergeben sich jeweils für Jürgen, Thomas, die Geldsegen-OHG sowie insgesamt, wenn sich die beiden für die Gründung einer Personengesellschaft entscheiden? [Hinweis: Heben Sie diese vier geforderten Steuerbelastungen in Ihren Ausführungen fett hervor!]

Hinweis zur Vorgehensweise: Ermitteln Sie auf dem Weg Ihrer steuerlichen Be-rechnungen u.a. folgende Beträge:

- Gewinn aus Gewerbebetrieb bzw. einheitlich und gesondert festgestellter Gewinn
- Maßgebender Gewerbeertrag
- Gewerbesteuer
- Gewerbesteueranrechnung je Gesellschafter
- Einkommensteuer/Solidaritätszuschlag je Gesellschafter

c. Welche Variante würden Sie Jürgen und Thomas auf Basis der von Ihnen in Auf-gabe 3 vorgenommenen Belastungsvergleiche raten? [Hinweis: Begründen Sie Ihre Antwort knapp!]

d. Nehmen Sie nun an, Jürgen und Thomas würden sich unter sonst gleichen Um-ständen ein angemessenes Geschäftsführergehalt teilen, das sich auf insgesamt 300.000 € (vormals: 100.000€) beliefe. Ändert sich die Gesamtsteuerbelastung auf Ebene der Gesellschaft und der Gesellschafter (jeweils im GmbH und OHG-Fall)? Führt ein erneuter Belastungsvergleich zu einem unterschiedlichen Ratschlag in punkto Rechtsformwahl? [Hinweise: Begründen Sie Ihre Antwort knapp! Unterstellen Sie zudem bei Ihren Überlegungen, dass trotz erhöhtem Gehalt die Voraussetzungen einer verdeckten Gewinnausschüttung nicht erfüllt sind.]

1.2.4 Aufgabe 4

Falls die Geschäfte gut laufen, wollen Jürgen und Thomas im nächsten Jahr im benachbarten Frankreich über eine Betriebstätte ihre Produkte vertreiben, da dort im Jahr 2016 die Europameisterschaft stattfinden wird. Jürgen hat aber im Hinterkopf, dass es in solchen Fällen zu einer doppelten Besteuerung kommt.

Hat Jürgen Recht? Falls ja, was gibt es für Möglichkeiten zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung? [Hinweis: Begründen Sie Ihre Antwort knapp!]

2 Lösungen

2.1 Lösung zu Aufgabe 1

Folgende betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte sind bei der Rechtsformwahl zu berücksichtigen:

1. Aufwand der Gründung: Der Aufwand, die entsprechenden Formalitäten und

2. Steuerung des Unternehmens, Unternehmerische Unabhängigkeit:

Einzelunternehmen haben den Vorteil, dass Entscheidungen völlig unabhängig getroffen werden können. Der Betriebsinhaber führt die Geschäfte alleine und hat auch alleinige Vertretungsbefugnis nach außen. Es gibt keine Konflikte mit Partnern, allerdings auch keine Unterstützung (z.B. Arbeitsteilung, Finanzierungsanteil, Mithaftung)!

3. Form des Gesellschaftsvertrages: Abhängig von der Rechtsform gibt es bestimmte Mindestinhalte, es wird z.B. die Vertretungsbefugnis geregelt.

4. Gesellschafter: Je nach Rechtsform gibt es eine Mindestanzahl, es ist ggf. eine Neugründung erforderlich, wenn Gesellschaften beteiligt werden sollen, Gesellschafter eintreten oder austreten.

5. Haftung und Risikobeschränkung: Die Haftung spielt bei der Wahl einer Rechtsform eine ausschlaggebende Rolle. Generell gilt, dass bei Personen-gesellschaften (GbR, OHG, Komplementär bei der KG, Partnerschaftsgesell-schaft) die Gesellschafter in der Regel unbeschränkt mit dem Privatvermögen haften. Bei Kapitalgesellschaften bleibt die persönliche (vertragliche) Haftung auf den Kapitalanteil beschränkt.

6. Eintragung Handelsregister: Die Eintragung ist je nach Rechtsform zwingend und hat entsprechende Konsequenzen.

7. Übertragung im Todesfall: Je nach Rechtsformwahl unterschiedliche Folgen; gesellschaftsvertraglich abdingbar.

8. Mindesteinzahlung: Einige Rechtsformen sind frei von Mindesteinzahlungen, andere müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt Einlagen in bestimmter Art und Höhe erbringen. Die Einlagen müssen dabei ausreichend für die Gründung und die operative Tätigkeit sein. Zu beachten sind die gesetzlichen Kapitalerhaltungsregeln.

9. Steuern und Gewinnverteilung: Die Besteuerung und Gewinnverteilung eines Unternehmens hängt mit von der Rechtsform ab. Allerdings gibt es nicht eine bestimmte Rechtsform als Steuersparmodell.

[...]


[1] Quelle: Hier und folgend Centrum für Unternehmensrechnung Münster Watrin (2015) .

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Steuerliche Rechtsformwahl. Eine Fallstudie zur Unternehmensbesteuerung
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Münster School of Business and Economics Institute of Accounting and Taxation)
Veranstaltung
CUR Executive Business Management Program
Note
2
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V356475
ISBN (eBook)
9783668417571
ISBN (Buch)
9783668417588
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
steuerliche Rechtsformwahl, Unternehmensbesteuerung, Gesellschaftsformen, Ertragssteuern, Steuerrecht, EStG, GmbH, KG, OHG, Körperschaftssteuer, AG, Gewerbesteuer, Rechtsformwahl, Besteuerung von Unternehmen, Richard Kurmann
Arbeit zitieren
Richard Kurmann (Autor), 2015, Steuerliche Rechtsformwahl. Eine Fallstudie zur Unternehmensbesteuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356475

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