Diese Arbeit soll klären, inwieweit eine Beeinflussung wirtschaftlicher Faktoren durch "Regional Governance" möglich ist und welche Bedeutung dieser aus ökonomischer Sicht zukommt. "Regional Governance" stellt die Region als solche in den Vordergrund und plant unter Verwendung von Netzwerken und Kooperationen mithilfe unterschiedlichster Akteure Vorhaben auf regionaler Ebene.
Die Arbeit soll in diesem Zusammenhang zunächst klären, aus welchen Gründen Regionen in der heutigen Zeit eine immer größer werdende Bedeutung zukommt. Im Anschluss daran soll aufgezeigt werden, welcher theoretische Hintergrund "Regional Governance" als neuer Form des Regierens zugrunde liegt. Im Anschluss wird "Regional Governance" zu bestehenden staatlichen Steuerungsinstrumenten in Bezug gesetzt, um abschließend darauf einzugehen, welche Beziehung zwischen "Regional Governance" und der allgemeinen Wirtschaft besteht und welche Bedeutung "Regional Governance" aus ökonomischer Sicht hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Region und Regionalisierung
3. Theoretischer Hintergrund von Regional Governance
3.1 Regional Governance in Bezug auf staatliche Steuerungsinstrumente
3.2 Interne Struktur von Regional Governance
3.3 Stärken und Schwächen von Regional Governance
4. Bedeutung von Regional Governance aus ökonomischer Sicht
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Regional Governance als Regierungsform aus einer ökonomischen Perspektive. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Form der regionalen Selbststeuerung in das Mehrebenensystem staatlicher Steuerungsinstrumente eingebettet ist und welche Auswirkungen sie auf die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung von Regionen hat.
- Theoretische Grundlagen und Definition von Regional Governance
- Interaktion zwischen staatlichen Steuerungsinstrumenten und regionalen Akteuren
- Stärken und Schwächen der netzwerkbasierten Selbststeuerung
- Ökonomische Effekte durch regionale Kooperationen und Wissensökonomie
- Die Rolle der Region als eigenständiger Wirtschaftsraum im globalen Wettbewerb
Auszug aus dem Buch
3.3 Stärken und Schwächen von Regional Governance
Durch die unterschiedlichen Akteure die sich an Maßnahmen im Rahmen von Regional Governance beteiligen, kommt es zu einer Aufteilung der Verantwortung an eben diese Akteure. Somit besteht eine größere Mitverantwortung unterschiedlicher Träger, welche allgemein eine stärkere Gemeinsamkeit sowie Glaubwürdigkeit schafft. Des Weiteren können auf vielfältige Art und Weise andere Interessen direkt eingebracht werden. Da sich auch zivilgesellschaftliche und privatwirtschaftliche Akteure beteiligen können, werden andere Interessen eingebracht, als wenn die Handlungen ausschließlich mittels staatlicher Steuerung durchgeführt werden würden. Durch eben dieses Einbringen von unterschiedlichsten Interessen kommt es zu einer erhöhten Akzeptanz der einzelnen Maßnahmen. Somit können Konflikte vermieden, beziehungsweise verringert werden. (Vgl. Hartmann 1994, 227) Ein weiterer Vorteil welcher sich durch die mögliche Beteiligung eines breit gefächerten Akteursspektrum ergibt, bezieht sich auf die Identifikation. Durch die direkte Beteiligung fällt es den Akteuren deutlich leichter sich mit den geplanten Vorhaben zu identifizieren, wodurch diese eher umgesetzt werden. Allgemein lässt sich eine Beschleunigung der Maßnahmen im Regional Governance Bereich feststellen, da viele verschiedene Menschen sich daran beteiligen und das Risiko von Rechtsstreits verringert wird. (Vgl. Hartmann 1994, 228) Einen weiteren großen Vorteil von Regional Governance bildet die bereits angesprochene Kooperation und das allgemeine Arbeiten in Netzwerken. Den einzelnen Akteuren kommen dabei unterschiedliche Spezialgebiete zu. Da somit vielfältige Kompetenzen und Ressourcen unter den Akteuren verteilt sind, kommt es zu einer Sammlung an Informationen und Sachverstand. (Vgl. Hartmann 1994, 229)
Neben den eben aufgezeigten Stärken und Vorteilen, welche die Anwendung von Regional Governance mit sich bringt, gibt es auf der anderen Seite auch Nachteile. Auf diese werde ich nun kurz eingehen.
Trotz der möglichen Einbindung von vielen unterschiedlichen Akteuren, werden nicht alle Interessierten in die Vorhaben einbezogen. Dies kann ungewollt als Versehen passieren, jedoch auch aus strategischen Gründen absichtlich veranlasst werden. So können „[…] zwecks leichterer Handhabung ´unbequeme´ Akteure wie beispielsweise Gewerkschaften oder politische Vertrete erst gar nicht […]“ (Hartmann 1994, 230) beteiligt werden. Somit kommt es zu Chancenungleichheiten bei den Interessierten. Ein weiterer Aspekt welcher sich auf eine solche Ungleichheit bezieht, ist die unterschiedliche Verteilung von Ressourcen. Trotz der nicht-hierarchischen Struktur zwischen den Akteuren kommt es zu unterschiedlichen Machtverhältnissen. Daraus kann sich ein Ausnutzen einer solchen Machtposition ergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Regional Governance ein, definiert den Begriff und umreißt die Forschungsfrage nach der ökonomischen Bedeutung dieser Regierungsform.
2. Region und Regionalisierung: Das Kapitel erläutert den theoretischen Regionenbegriff und den Wandel von zentralistischer Regionalpolitik hin zu eigenständigen, kompetenzstarken Regionen.
3. Theoretischer Hintergrund von Regional Governance: Hier werden die Konzepte der Selbststeuerung, der netzwerkbasierten Zusammenarbeit und die Rolle staatlicher Rahmensetzungen grundlegend dargelegt.
4. Bedeutung von Regional Governance aus ökonomischer Sicht: Dieses Kapitel verknüpft die Governance-Theorie mit wirtschaftlichen Aspekten, insbesondere im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit, Wissensökonomie und die Organisation von Akteursbeziehungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass sich Regional Governance und staatliche Instrumente als ergänzende Elemente einer effektiven Wirtschaftsförderung verstehen lassen.
Schlüsselwörter
Regional Governance, Selbststeuerung, Regionalpolitik, Netzwerke, Kooperationen, Staatliche Steuerungsinstrumente, Regionale Identität, Wissensökonomie, Wirtschaftsförderung, Wettbewerbsfähigkeit, Mehrebenensystem, Intersektorale Kooperation, Strukturpolitik, Akteursbeteiligung, Regionalentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit Regional Governance als einer spezifischen Form der regionalen Selbststeuerung, die staatliche, kommunale und privatwirtschaftliche Akteure zur Lösung regionaler Herausforderungen zusammenbringt.
Welches ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu klären, welche Bedeutung Regional Governance als Regierungsform aus einer ökonomischen Sicht zukommt und inwieweit dadurch die regionale Wirtschaft beeinflusst werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung von Regionen, der Aufbau von Governance-Netzwerken, das Spannungsfeld zwischen staatlicher Steuerung und regionaler Eigenverantwortung sowie die daraus resultierenden ökonomischen Potenziale.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche basiert, um Zusammenhänge zwischen Governance-Prozessen und ökonomischen Faktoren zu erörtern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Im Hauptteil wird zunächst die interne Struktur von Regional Governance beleuchtet, anschließend die Vor- und Nachteile dieser Regierungsform diskutiert und schließlich der konkrete Bezug zur regionalen Wirtschaftspolitik hergestellt.
Welche Rolle spielt der Staat innerhalb von Regional Governance?
Der Staat tritt im Modell der Regional Governance nicht mehr als hierarchischer Vorgeber auf, sondern agiert kooperativ auf Augenhöhe, wobei er vor allem als Moderator, Promotor oder Regelsetzer fungiert.
Wie trägt Regional Governance zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei?
Durch die Bündelung von regionalem Spezialwissen in Netzwerken und die gezielte Kooperation verschiedener Akteure können Regionen effizienter auf Marktveränderungen reagieren und als eigenständige Wirtschaftsräume international sichtbarer werden.
Welche Nachteile bringt dieser Ansatz laut der Autorin mit sich?
Die Arbeit weist auf Gefahren wie die Ausgrenzung „unbequemer“ Akteure, Chancenungleichheiten bei der Ressourcenverteilung und das Risiko einer Prioritätensetzung nach Einzelinteressen statt nach regionalen Erfordernissen hin.
- Citation du texte
- Tanja Heckl (Auteur), 2016, Die Bedeutung von "Regional Governance" als Regierungsform aus ökonomischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356557