Die tägliche Auseinandersetzung mit den Medien, bedeutet zugleich auch eine Auseinandersetzung mit dem damit verbundenen allgegenwertigen Kampf um Images. Dieser Kampf um Images kann aus verschiedenen Gründen erfolgen und daher auch die unterschiedlichsten Formen annehmen. Die folgende Sammlung stellt verschiedene Texte vor, welche sich mit eben diesem Kampf um Images befassen.
Eigentlich sollte man annehmen, dass Bilder in den Massenmedien, wie zum Beispiel im Falle des Fernsehers als Medium, die Realität abbilden. Das heißt, dass in den Nachrichten reale Geschehnisse übermittelt werden. Jedoch geht es oftmals viel eher um Fragen wie: „Wer hat die spektakulärsten Bilder? Wer hat die dramatischste Geschichte hinter den Bildern?“ Natürlich bleibt es hier nicht immer bei der Wahrheit und somit beginnt der Kampf um Images. Diese Image-Kämpfe müssen jedoch nicht immer zwangsläufig gegeneinander ausgerichtet sein, also von einem Image-Kämpfer gegen den nächsten, sondern können schlichtweg für ein bestimmtes Ziel kämpfen. Das beste Beispiel ist hier die Werbung. Im Rahmen von Werbemaßnahmen kann für die verschiedensten Dinge geworben werden. Produkte, welche gekauft werden sollen, Politiker, die für Stimmen werben, sowie Organisationen um Mitglieder. Sie alle führen jeweils einen bestimmten Kampf und versuchen diesen mittels Images für sich zu gewinnen. Sich dabei an Bildern zu bedienen, scheint naheliegend zu sein. Denn wer kennt sie nicht: Bestimmte Symbole die für etwas Spezielles stehen? Oder Bilder und Szenen die eine bestimmte Stimmung und besondere Emotionen hervorrufen? Eben solche Bilder, Symbole und Szenen werden bei Kämpfen um Images benutzt. Oft wird dabei auf bestimmte Stereotypen und Klischees zurückgegriffen. Die drei unterschiedlichen Texte, auf die in den folgenden Kapiteln eingegangen wird, beschäftigen sich eben mit solchen Kämpfen um Images. Jeder Text stellt einen solcher Kämpfe vor und zeigt, auf welche Art und Weise Images uns Menschen beeinflussen. Alle drei Texte beziehen sich zum Teil auf Medien und deren Verhältnis zu Imagekämpfen. Zum einen wird hier die Frage gestellt, inwieweit die gezeigten Bilder auf uns einwirken und möglicherweise sogar Aggressivität zur Folge haben und zum anderen geht es darum, wie auch wir eigentlichen Mediennutzer selbst Nutzen aus den Medien ziehen können. Deutlich wird, dass den Medien eine enorme Macht zukommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gegenmacht mit Bildern: Zur Ikonographie sozialer und politischer Bewegungen
3. Gewalt in Bildern, Gewalt durch Bilder
4. Künstliche Paradiese. Über Schönheit und Werbung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Medien, gesellschaftlicher Wahrnehmung und der gezielten Konstruktion von Images. Im Zentrum steht die Frage, wie Medien sowohl von Akteuren genutzt werden, um politische Ziele zu erreichen, als auch wie sie durch die Darstellung von Gewalt und Schönheit unsere persönliche Wahrnehmung und Identitätsbildung beeinflussen.
- Die Rolle von Bildern in sozialen und politischen Bewegungen
- Machtverhältnisse zwischen Medien, Politik und Gesellschaft
- Einfluss von Mediengewalt auf die individuelle und gesellschaftliche Gewaltbereitschaft
- Zusammenhang von Schönheitsidealen, Begehren und Werbewirkung
- Geschlechtsspezifische Inszenierungen in der modernen Werbekommunikation
Auszug aus dem Buch
Künstliche Paradiese. Über Schönheit und Werbung
Schönheit wird als selbstverständlicher Bestandteil in der Werbung angesehen. Da schöne Menschen Aufmerksamkeit auf sich ziehen, scheint Schönheit in Kombination mit Werbung perfekt zu fungieren. Angeblich soll Schönheit biologische Reize ansprechen und Gesundheit sowie gute Gene versprechen. Dies ist jedoch im Zusammenspiel mit der Werbung ein Widerspruch in sich. Denn eigentlich verlieren Schönheitsideale in unserer schnelllebigen Welt bereits nach kürzester Zeit ihren Reiz, unter anderem ist dies auch bedingt durch die ständig wechselnde Mode. Was heute als schön gilt, gilt es in zehn Jahren schon lange nicht mehr. Schönheit ist also vom Zeitalter und dem entsprechenden Geschmack abhängig. Zudem ist Schönheit wandelbar. Sport, Diäten, Schönheitsoperationen, Bildbearbeitung und die richtige Inszenierung können bei den unterschiedlichen Werbemaßnahmen die Menschen und ihre Schönheit ins rechte Licht rücken. Beschäftigt man sich länger mit Schönheit in der Werbung stellt man sich unweigerlich die Frage: Was ist schön? Genau diese Frage stellt sich auch Wilhelm Trapp. Seine Antwort beginnt mit einem Beispiel von Freud. Dieser bezeichnet die Schönheit als eine Ableitung aus dem Sexualempfinden. Lacan, ein Nachfolger Freuds befasste sich seinerzeit damit, welche Funktion der Schönheit zukommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von medialen Image-Kämpfen und stellt dar, dass Medien nicht nur Realität abbilden, sondern gezielt zur Durchsetzung von Interessen – von politischer Kommunikation bis zur Werbung – eingesetzt werden.
2. Gegenmacht mit Bildern: Zur Ikonographie sozialer und politischer Bewegungen: Dieses Kapitel analysiert anhand eines Ländervergleichs zwischen Deutschland und den USA, wie politische Bewegungen Medien aktiv als Instrumente der Macht nutzen können, anstatt lediglich passive Konsumenten zu bleiben.
3. Gewalt in Bildern, Gewalt durch Bilder: Hier werden wissenschaftliche Thesen zur Medienwirkungsforschung hinsichtlich Gewaltdarstellungen diskutiert, wobei insbesondere der Einfluss auf spezifische Personengruppen und die Vereinfachung gesellschaftlicher Debatten durch das Zuschieben der Schuld auf die Medien beleuchtet wird.
4. Künstliche Paradiese. Über Schönheit und Werbung: Das Kapitel untersucht die Verknüpfung von Schönheit und Konsum, wobei mittels psychoanalytischer Ansätze nach Lacan dargelegt wird, wie Werbung Begehren durch die Inszenierung phantasmatischer Bilder erzeugt.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Medienmacht, Image-Kampf, Ikonographie, Soziale Bewegungen, Mediengewalt, Medienwirkungsforschung, Schönheitsideale, Werbung, Begehren, Identitätsbildung, Konsumentenverhalten, Geschlechtsspezifische Inszenierung, Politische Kommunikation, Psychoanalyse, Symbolische Repräsentation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der analytischen Auseinandersetzung darüber, wie Medien durch Bilder, Symbole und narrative Inszenierungen gesellschaftliche Konflikte prägen, politisches Handeln ermöglichen und Konsumverhalten steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ikonographie politischer Bewegungen, der Wirkung von Mediengewalt auf die Gesellschaft sowie der ästhetischen und psychologischen Gestaltung von Werbung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Akteure die Macht der Medien strategisch nutzen können und welche Mechanismen hinter der medialen Konstruktion von Idealen und Gewaltbildern stecken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und den Transfer soziologischer sowie psychoanalytischer Theorien (u.a. von Adorno, Horkheimer und Lacan), um aktuelle Medienphänomene und Fallbeispiele kritisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei zentrale Analysen: den strategischen Gebrauch von Medien durch politische Bewegungen, die psychologische Debatte über Mediengewalt und die psychoanalytische Deutung von Schönheit in der Werbeindustrie.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienmacht, Image-Kampf, Ikonographie, Begehren und die soziologische Dynamik zwischen Akteuren und Medien geprägt.
Wie unterscheidet sich die Nutzung von Medien zwischen Deutschland und den USA laut dem Text?
Die Untersuchung von Lutz Hieber verdeutlicht, dass in den USA ein aktiveres Bürgerrechtsbewusstsein dazu führt, dass Medien als Werkzeug der politischen Teilhabe instrumentalisiert werden, während in Deutschland historisch bedingte moralische Diskurse und die Geringschätzung werblicher Ästhetik diese Nutzung erschweren.
Welche psychologische Funktion schreibt der Autor dem Begriff der "jouissance" in der Werbung zu?
Der Begriff beschreibt ein nicht zu befriedigendes, phantasmatisches Begehren nach einem "Glücksrausch", das durch Werbung gezielt evoziert wird, um Konsumenten dazu zu bewegen, Produkte als vermeintliche Mittel zur Erreichung dieses Zustands zu erwerben.
Inwieweit werden Geschlechterrollen in der Werbung thematisiert?
Es wird aufgezeigt, wie sich die Darstellung von Frauen von Alltagsszenen hin zu einer starken Erotisierung gewandelt hat und wie bei Männern durch "übertriebene Muskeln" eine Verschiebung von einem Ausdruck realer Kraft hin zu einer dekorativen, feminisierten Inszenierung stattgefunden hat.
Gibt es einen klaren empirischen Nachweis für die Wirkung von Mediengewalt?
Der Text stellt fest, dass es keine einfache, direkte Kausalität gibt; vielmehr hängt die Wirkung von individuellen Faktoren (z.B. Selbstbewusstsein, soziales Umfeld) ab, weshalb die pauschale Schuldzuweisung an Medien wissenschaftlich zu kurz greift.
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- Tanja Heckl (Author), 2013, Exzerptsammlung zum Thema „Kampf um Images. Gestaltung in gesellschaftlichen Konfliktlagen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356562