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Berichterstattung der deutschen Presseerzeugnisse BILD und Süddeutsche Zeitung im Onlinebereich. Eine quantitative Inhaltsanalyse

Wie schafft es ein Minderheiten-Thema in die massenmediale Presse? Purer Zufall oder ein Spiel nach Regeln?

Título: Berichterstattung der deutschen Presseerzeugnisse BILD und Süddeutsche Zeitung im Onlinebereich. Eine quantitative Inhaltsanalyse

Tesis (Bachelor) , 2016 , 55 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Vanessa Schweinshaupt (Autor)

Medios / Comunicación: Periodismo, publicidad
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Braucht es wirklich eine emotionale, angriffslustige Berichterstattung in ausreichendem Umfang und möglichst einfach gehaltener Sprache, um eine Masse an Rezipienten zu erreichen? Könnte es auch einfach Zufall sein? Oder steckt doch ein Konzept dahinter, warum manche Themen erfolgreich sind, während andere es niemals auf die massenmediale Agenda schaffen? All diese Fragen sollen durch eine Analyse der Randgruppenberichterstattung beantwortet werden.

Diese Bachelorarbeit wird das Randgruppenthema „LGBTI“ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersexual) daraufhin näher untersuchen. Mit Hilfe des Gatekeeping-Ansatzes und der Nachrichtenwerttheorie soll ein Überblick über die bisherigen Erkenntnisse der Nachrichtenauswahl in Medienhäusern gegeben werden.

Mithilfe eines Special-Interest-Themas, das es in die Presse schafft, obwohl es mit der Ausgangsbedingung „kleine Zielgruppe“ stets abseits der Massenmedien operiert, soll der Nachrichtenwert eines Beitrages überprüft werden. Wann ein Ereignis als berichtenswert gilt und somit als Nachricht anzusehen ist, bestimmt neben dem Journalisten auch der Nachrichtenwert. Dieser ist aber nicht einfach so festzulegen, sondern ergibt sich aus der Anzahl und Kombination von Eigenschaften eines Ereignisses.

Täglich geschehen unzählige Ereignisse auf der Welt, die potentieller Gegenstand für die Berichterstattung der Medien sind. In Deutschland alleine gibt es knapp 20 Nachrichtenagenturen, die die wesentlichen Ereignisse aufgreifen, bearbeiten und an die Medienhäuser weitergeben. Doch auch die Agenturen erfahren nur von einem Bruchteil der Ereignisse und schaffen es nur bedingt, das Weltgeschehen abzubilden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Ausgewählte Theorien der Nachrichtenselektion

2.1 Gatekeeping-Ansatz

2.2 Nachrichtenwerttheorie

2.3 Forschungsstand

2.4 Ableitung von Hypothesen

3. Begriffserklärungen

3.1 Minoritäten-Thema

3.2 Ausgewähltes Minoritäten-Thema: LGBTI

3.3 Publikationsplattform: massenmediale Presse

4. Methodik

4.1 Vorgehen

4.2 Material- und Unterthemenauswahl

4.2.1 Unterthema: „Homo-Ehe“

4.2.2 Unterthema: Queere Flüchtlinge

4.2.3 Unterthema: Adoptionsrecht/Regenbogenfamilie

4.3 Analysierte Onlineauftritte von Zeitungen

4.3.1 Bild

4.3.2 Süddeutsche Zeitung

4.4 Angaben zum Codebuch

5. Ergebnisse

5.1 Gesamtüberblick

5.2 Überprüfung der Hypothesen und Auswertung der Ergebnisse

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, ob die Berichterstattung über LGBTI-Themen in deutschen Online-Medien zufälligen Auswahlprozessen unterliegt oder ob dabei festen journalistischen Regeln der Nachrichtenselektion gefolgt wird.

  • Analyse von Gatekeeping-Ansätzen und Nachrichtenwerttheorien.
  • Untersuchung der Online-Berichterstattung von BILD und Süddeutscher Zeitung.
  • Empirische quantitative Inhaltsanalyse zu den Unterthemen „Homo-Ehe“, „Queere Flüchtlinge“ und „Adoptionsrecht/Regenbogenfamilie“.
  • Identifikation von Nachrichten- und Selektionsfaktoren in der Special-Interest-Berichterstattung.
  • Beantwortung der Frage nach der Existenz von Spielregeln für die Platzierung von Minderheiten-Themen im Mainstream.

Auszug aus dem Buch

2. Ausgewählte Theorien der Nachrichtenselektion

Schon Ignaz Wrobel alias Kurt Tucholsky stellte 1921 fest, dass der Charakter einer Tageszeitung daraus besteht, was sie bringt und was sie nicht bringt.

„Niemand wird annehmen, daß [sic!] täglich grade so viel geschieht, wie in sechzehn Seiten hineingeht - aber fast Jeder wird annehmen, daß [sic!] da das Wesentlichste, gewissermaßen der Extrakt aller täglichen Geschehnisse, zu lesen sei. [...] - fest steht, daß [sic!] die Presse nicht einfach spiegelt, sondern auswählt [...].“

Und diese Auswahl durchläuft mehrere Stadien: Angefangen bei der Tatsache, dass nur ein Bruchteil des täglichen Geschehens überhaupt zur Kenntnis der Presse gelangt, über den Journalisten, der nach subjektiven Kriterien und einem vermeintlichen Mehrwert für den Rezipienten weiterhin selektiert, bis hin zu dem, was am Ende des Tages dann wirklich publiziert wird oder aus Platzmangel niemals den Weg in die Medien findet. Doch damit ist dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen. Auch auf Seiten der Konsumenten eines Medienproduktes wird fleißig weiter selektiert. In dieser Arbeit finden jedoch nur die Schritte zwei (Gatekeeping-Ansatz und Nachrichtenwerttheorie) und drei (Publikation) Beachtung (siehe Abbildung 1).

Man kann darüber streiten, ob zuerst die Nachrichtenwerttheorie oder der Gatekeeping-Ansatz zu betrachten ist. Muss ein Ereignis über gewisse Nachrichten­faktoren verfügen, um vom Journalisten ausgewählt zu werden oder wählt ein Journalist ein Ereignis aus und fügt erst durch seine redaktionelle Bearbeitung diese gewissen Faktoren hinzu? Beispielsweise ist ein Erdbeben in Ostsibirien zwar ein Ereignis, ohne einen Bezug dazu - sei es räumlicher, zeitlicher oder persönlicher Art - aber noch lange keine Meldung wert. Erst mit dem Hintergrundwissen, dass zum Beispiel eine ostsibirische Pipeline Erdgas nach Deutschland transportiert, gewinnt das Ereignis an Wert für den durchschnittlichen deutschen Medienkonsumenten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Themenwahl und Formulierung des journalistischen Anspruchs an die Berichterstattung.

2. Ausgewählte Theorien der Nachrichtenselektion: Vorstellung der theoretischen Grundlagen (Gatekeeping-Ansatz und Nachrichtenwerttheorie) als Basis für die Analyse.

3. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Konzepte „Minoritäten-Thema“, „LGBTI“ und „massenmediale Presse“.

4. Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Datengrundlage (150 Artikel) und der Operationalisierung mittels eines Codebuchs.

5. Ergebnisse: Deskriptive Auswertung der erhobenen Daten sowie Überprüfung der Hypothesen zur Nachrichtenselektion.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenführung der Erkenntnisse und Beantwortung der Forschungsfrage zu den Spielregeln der Randgruppenberichterstattung.

Schlüsselwörter

LGBTI, Nachrichtenselektion, Inhaltsanalyse, Gatekeeping, Nachrichtenwerttheorie, Presse, Journalismus, BILD, Süddeutsche Zeitung, Homo-Ehe, Minderheiten, Medienwirkungsforschung, Online-Berichterstattung, Publizistik, Medien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht, nach welchen journalistischen Kriterien Themen über Minderheiten – am Beispiel von LGBTI – in der deutschen massenmedialen Presse ausgewählt und publiziert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Nachrichtenauswahlprozesse, die Rolle von Journalisten als „Gatekeeper“ sowie die Anwendung klassischer Nachrichtenwerttheorien auf Special-Interest-Themen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob die Aufnahme von Minderheiten-Themen in die Agenda der Massenmedien „purer Zufall“ ist oder ob es klare „Spielregeln“ gibt, nach denen Nachrichten für eine breite Masse relevant werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse von 150 Online-Artikeln der Zeitungen „Bild“ und „Süddeutsche Zeitung“ durchgeführt, die auf einem eigens erstellten Codebuch basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Ansätze der Nachrichtenselektion diskutiert, anschließend die methodische Vorgehensweise erläutert und schließlich die Ergebnisse der empirischen Analyse zu den Themen „Homo-Ehe“, „Queere Flüchtlinge“ und „Adoptionsrecht/Regenbogenfamilie“ ausgewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere LGBTI, Nachrichtenselektion, Gatekeeping, Nachrichtenwerttheorie und der Vergleich zwischen Boulevard- und Qualitätsjournalismus.

Gibt es Unterschiede in der Berichterstattung zwischen BILD und SZ?

Ja, die Analyse zeigt, dass beide Medien unterschiedliche redaktionelle Schwerpunkte setzen; während die SZ stärker auf Hintergrundinformationen setzt, zeigt die BILD eine spezifische, teils unerwartet seriöse Herangehensweise bei bestimmten LGBTI-Themen.

Welches Fazit zieht die Autorin zu den „Spielregeln“?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass originäre und seriös aufbereitete Beiträge mit einer mittleren Artikellänge und einer gewissen Personalisierung die besten Publikationschancen haben, um in den massenmedialen Fokus zu rücken.

Final del extracto de 55 páginas  - subir

Detalles

Título
Berichterstattung der deutschen Presseerzeugnisse BILD und Süddeutsche Zeitung im Onlinebereich. Eine quantitative Inhaltsanalyse
Subtítulo
Wie schafft es ein Minderheiten-Thema in die massenmediale Presse? Purer Zufall oder ein Spiel nach Regeln?
Universidad
University of the Federal Armed Forces München  (Journalistik)
Curso
-
Calificación
1,7
Autor
Vanessa Schweinshaupt (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
55
No. de catálogo
V356589
ISBN (Ebook)
9783668427716
ISBN (Libro)
9783668427723
Idioma
Alemán
Etiqueta
Minderheiten-Thema Massenmedien LGBTI Journalismus BILD-Zeitung Süddeutsche Zeitung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Vanessa Schweinshaupt (Autor), 2016, Berichterstattung der deutschen Presseerzeugnisse BILD und Süddeutsche Zeitung im Onlinebereich. Eine quantitative Inhaltsanalyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356589
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Extracto de  55  Páginas
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