In dieser Hausarbeit wurde die Lebensweltorientierte Theorie sowie die Theorie der Reflexiven Sozialpädagogik vorgestellt und anhand des Handlungsfeldes der sozialpädagogischen Familienhilfe verglichen. Der erkenntnistheoretische Teil ergänzt die Hausarbeit mit zwei zum Thema ausgewählten Studien. Eine quantitative und eine qualitative Studie.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Fragestellung der Hausarbeit
1.1. Aufbau der Arbeit
1.2. Die Familie im Wandel der Zeit
Zwischenfazit zu „der Familie“
2. Handlungsfeld
Rechtliche Grundlage der SPFH
Entwicklungsgeschichte der SPFH
Nutzer_innen von SPFH
Zwang vs. Freiwilligkeit der Familien
Doppelmandat der SPFH
Hilfeplanung
Professionelles Handeln in der SPFH
Nutzen für die Familie
Theoriegestütztes Vorgehen in der SPFH
Zwischenfazit zum Handlungsfeld der SPFH
3. Die Lebensweltorientierte Theorie nach Hans Thiersch
Überblick der Lwo. Theorie
Historische Konzeptentwicklung
Bezug zu den Wissenschaftskonzeptionen
Aspekte lebensweltlicher Bezugspunkte
Dimensionen in der Analyse der Lebenswelt
Handlungs- und Strukturmaxime für die Soz. Arb.
4. Die reflexive Sozialpädagogik nach Hans-Uwe Otto und Bernd Dewe
Frage nach der Professionalisierung
Zusammenarbeit von Hans-Uwe Otto und Bernd Dewe
Die Theorie und ihre historische Anknüpfung
Professionalisierung der Sozialen Arbeit
Umsetzung mit Reflexionswissen
Zusammenfassung wichtiger Aspekte der reflexiven Sozialpädagogik
Gemeinsamkeiten der Lwo. Theorie und der reflexiven Sozialpädagogik
Zwischenfazit zu den vorgestellten Theorien
5. Lebensweltorientierte Theorie und Professionstheorie der reflexiven Sozialpädagogik im Handlungsfeld
Kritische Würdigung der Lebensweltorientierten Theorie
Im Handlungsfeld der SPFH
Kritische Würdigung der Reflexiven Sozialpädagogik
Im Handlungsfeld der SPFH
Zwischenfazit zum Vergleich der Theorien
6. Erkenntnistheoretischer Teil
JES-Studie
Soz.päd. Familienhilfe aus der Sicht der Klientinnen und Klienten - Forschungsergebnisse und offene Fragen
7. Fazit (Einfluss der Theorien auf die SPFH)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der lebensweltorientierten Theorie nach Hans Thiersch sowie der Professionstheorie der reflexiven Sozialpädagogik nach Hans-Uwe Otto und Bernd Dewe auf das Handlungsfeld der sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) und hinterfragt deren Relevanz für die Praxis.
- Analyse des Wandels der Lebensform Familie
- Struktur und Entwicklungsgeschichte der sozialpädagogischen Familienhilfe
- Theoretische Fundierung durch lebensweltorientierte und reflexive Sozialpädagogik
- Vergleichende Untersuchung aktueller Forschungsergebnisse (JES-Studie)
- Reflexion über professionelles Handeln und die Verbindung von Theorie und Praxis
Auszug aus dem Buch
Die Lebensweltorientierte Theorie nach Hans Thiersch
Die Lwo. Theorie verbindet diverse praktische, wie theoretische Entwicklungen. Die Verbindung von Theorie und Praxis wird zunächst als radikale Bestrebung beschrieben (vgl. Thiersch, et al., 2005, S. 161). In der späteren Bezugnahme auf Dilthey heißt es hingegen, dass „höheres Verstehen“, am besten ohne Handlungsdruck der Praxis zu erreichen ist (vgl. ebd., S. 196). Bei der Anwendung der Lwo. Soz. Arb., bedarf es der Analyse spezifischer Lebensverhältnisse einer Familie innerhalb der Gesellschaft. Aus der Analyse resultieren pädagogische, methodische, wie institutionelle Konsequenzen. Die Bewältigungsstrategien des Alltäglichen stehen im Mittelpunkt. Bedeutende Aspekte um Veränderungen zu bewirken sind Strukturen wie Zeit, Raum und soziale Beziehungen sowie das Ausbalancieren vorliegender Probleme mit vorhandenen Ressourcen. Für die Soz. Arb. bedeutet dies auch nach Möglichkeiten innerhalb der gegebenen Verhältnisse zu suchen, in welchen Gestaltungsräume gegenseitiger Anerkennung sichtbar gemacht werden können.
Das Konzept fordert Unterstützung bei der Strukturierung von Zeit, Raum und den inneren wie äußeren Beziehungen einer Familie. Ebenso wie das Aufzeigen von alternativen Bewältigungsstrategien, neuen Handlungsperspektiven und einer notwendigen Konfrontation mit vorliegenden Gegebenheiten. Lebensweltorientierung soll beschreibend und normativ gleichzeitig sein. Die Basis der Soz.päd._innen bildet eine respektvolle Haltung. Sie schließt die Lebensbewältigungsmethoden des Alltags ihrer Adressaten_innen mit ein und soll die Grundlage für Vertrauen und Veränderung bilden — nach dem klassischen Prinzip „Fördern, Behüten und Gegenwirken“ (vgl. ebd., S. 165).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung der sozialpädagogischen Familienhilfe und Aufzeigen der aktuellen Problemlagen.
1. Fragestellung der Hausarbeit: Definition der Forschungsabsicht, die Auswirkungen ausgewählter Theorien auf die Soziale Arbeit und die SPFH zu untersuchen.
2. Handlungsfeld: Detaillierte Darstellung des Arbeitsfeldes der SPFH, einschließlich rechtlicher Grundlagen, Geschichte und professioneller Handlungsanforderungen.
3. Die Lebensweltorientierte Theorie nach Hans Thiersch: Vorstellung der Kernkonzepte, Dimensionen und Maxime der lebensweltorientierten Theorie.
4. Die reflexive Sozialpädagogik nach Hans-Uwe Otto und Bernd Dewe: Einführung in die Dienstleistungstheorie, die Bedeutung von Reflexionswissen und die Rolle des Sozialpädagogen als professioneller Dienstleister.
5. Lebensweltorientierte Theorie und Professionstheorie der reflexiven Sozialpädagogik im Handlungsfeld: Kritische Gegenüberstellung beider Theorien und deren konkrete Anwendung in der Praxis der SPFH.
6. Erkenntnistheoretischer Teil: Analyse empirischer Studien zur Effizienz und Klientenwahrnehmung von Hilfen zur Erziehung.
7. Fazit (Einfluss der Theorien auf die SPFH): Zusammenfassende Bewertung des Einflusses der Theorien auf das professionelle Selbstverständnis und die Gestaltung sozialer Arbeit.
Schlüsselwörter
Sozialpädagogische Familienhilfe, SPFH, Lebensweltorientierung, Hans Thiersch, Reflexive Sozialpädagogik, Hans-Uwe Otto, Bernd Dewe, Professionalisierung, Hilfeplanung, Sozialarbeit, Dienstleistungstheorie, Jugendhilfe, Fallverstehen, Familienhilfe, Theorie-Praxis-Verhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung der sozialpädagogischen Familienhilfe und untersucht, wie die lebensweltorientierte Theorie und die reflexive Sozialpädagogik das professionelle Handeln beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Handlungsfeld der SPFH, die theoretischen Ansätze nach Thiersch sowie Otto/Dewe, der Wandel der Familie und die empirische Forschung zur Wirksamkeit dieser Hilfen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss dieser spezifischen Theorien auf die Sozialarbeit und das konkrete Handlungsfeld der SPFH herauszuarbeiten und zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Daten, insbesondere der JES-Studie und der Studie von Klaus Wolf.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Theorien, deren kritische Anwendung auf das Arbeitsfeld der SPFH und die erkenntnistheoretische Betrachtung durch Studien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Lebensweltorientierung, reflexive Sozialpädagogik, Professionalisierung, Hilfe zur Erziehung und Fallverstehen charakterisiert.
Welche Rolle spielt die JES-Studie in dieser Arbeit?
Die JES-Studie dient dazu, die Effizienz von Hilfen zur Erziehung wissenschaftlich zu betrachten und die Herausforderungen bei der Operationalisierung von Erfolgen in diesem Feld zu verdeutlichen.
Wie unterscheidet sich die reflexive Sozialpädagogik von der lebensweltorientierten Theorie nach Thiersch?
Während Thiersch den Fokus stark auf die Lebenswelt und den Alltag legt, fokussiert die reflexive Sozialpädagogik nach Otto und Dewe stärker auf die Professionalisierung und die Rolle des Sozialpädagogen als Dienstleister in einer komplexen Gesellschaft.
- Arbeit zitieren
- Renate Dertinger (Autor:in), 2017, Betrachtung zweier Theorien der Sozialen Arbeit und ihre Einflussnahme. Das Handlungsfeld der sozialpädagogischen Familienhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356615