Diese Arbeit soll das Phänomen des Studiosystems in Hollywood näher beleuchten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Formung von Frauentypen mit Hilfe des Starprinzips im Hollywood der Jahre 1920 bis 1950. Das Ziel der Seminararbeit ist es, herauszuarbeiten, was genau sich hinter dem Begriff "Studiosystem" verbirgt und welchen Einfluss es auf die Entwicklung von weiblichen Filmcharakteren und die Rollenbesetzung nahm. In diesem Zusammenhang soll auch betrachtet werden, wie sich die entsprechenden Frauentypen im Wandel der Zeit verändert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Themaabgrenzung und Begriffserläuterungen
3. Starprinzip im Hollywood der 20er bis 50er Jahre: Wie das Studiosystem seine Frauentypen formte
3.1 Das Studiosystem
3.1.1 Historie
3.1.2 Die mächtigsten Studios
3.2 Die Frauentypen
3.3 Veranschaulichung der Formung der Frauentypen durch die Studios anhand zweier ausgewählter Beispiele
3.3.1 Greta Garbo – MGMs’ Femme Fatale
3.3.2 Bette Davis – Warner Brothers’ Good-Bad-Girl
4. Differenzierung der weiblichen Charaktere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Hollywood-Studiosystems zwischen 1920 und 1950 und analysiert, wie dieses durch das sogenannte Starprinzip gezielt Frauentypen formte, um kommerziell erfolgreiche Identitäten zu schaffen und zu vermarkten.
- Wirkungsweise des klassischen Hollywood-Studiosystems
- Konstruktion und Vermarktung weiblicher Stars als Rollentypen
- Fallstudien zu den Strategien von MGM und Warner Brothers
- Vergleich der Rollenbilder in der Zeit nach 1959
- Einfluss des Starprinzips auf das Privatleben der Schauspielerinnen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Greta Garbo – MGMs’ Femme Fatale
MGM investierte viel Geld in seine Stars, trug sie auf Händen und bot ihnen eine aufregende, extravagante Lebensführung. Deshalb musste jeglicher Skandal fern von der Öffentlichkeit gehalten werden.
„Howard Strickling’s job was to protect the MGM family from scandal or adverse publicity. The stars were told, ‘If you get into trouble don’t call the police, don’t call the hospital, don’t call your lawyer, call Howard‘.”
Besonders gelegen kam Louis B. Mayer deshalb die Schauspielerin Greta Garbo aus Schweden. Diese war in Europa, vor allem im deutschen Film, ein Star und hatte sich bereits ein Publikum, aber noch keinen international bekannten Namen aufgebaut. Sie spielte die Rollen, die Mayer von ihr verlangte, ließ sich ihr Image vom Studio vorschreiben und war auch sonst eher still und unaufgeregt. Sie liebte angeblich die Einsamkeit, galt als unnahbar, kühl und…
„everyone in Hollywood knew Garbo was bisexual but few knew where she lived or if she had a telephone. […] Her rare beauty and unique talent remain unsurpassed to this day.”
So ließ sie sich bereitwillig in die Schublade der „Femme Fatale“ stecken und dehnte diesen Rollentypus auch auf ihr Privatleben aus. Ihre nordische Herkunft, ihre seltsam-verführerische, heisere Stimme und ihre zahlreichen legendenumrankten Liebschaften mit Männern wie Frauen erfüllten die Eigenschaften einer „Femme Fatale“ in vollem Maße. Doch war die Garbo darüber hinaus anders als alles bisher Dagewesene: Sie spielte edler und reiner, ihre Gefühle drückte sie scheu und mit sparsamen Gesten aus, sie war jungfräulich und zugleich mütterlich, tragisch und anmutig. Die Legende gedieh, genährt von ihrer vollendeten Schönheit. Sie war ein Star durch und durch. Der Film Menschen im Hotel von 1932 wurde zu ihrem Aushängeschild.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Starprinzips und des Studiosystems ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Formung von Frauentypen zwischen 1920 und 1950 zu beleuchten.
2. Themaabgrenzung und Begriffserläuterungen: In diesem Kapitel werden die zentralen Termini wie das Starprinzip und der Begriff Hollywood als Produktionsstandort definiert und zeitlich auf die Jahre 1920 bis 1950 eingegrenzt.
3. Starprinzip im Hollywood der 20er bis 50er Jahre: Wie das Studiosystem seine Frauentypen formte: Der Hauptteil analysiert die historische Entstehung und Funktionsweise des Studiosystems sowie die gezielte Konstruktion verschiedener Frauentypen.
4. Differenzierung der weiblichen Charaktere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Dieses abschließende Kapitel vergleicht die Entwicklung der Frauentypen nach 1959 mit den klassischen Modellen und zeigt den Wandel hin zu stärkeren und diverseren Frauenfiguren auf.
Schlüsselwörter
Hollywood, Studiosystem, Starprinzip, Frauentypen, Filmgeschichte, Greta Garbo, Bette Davis, Femme Fatale, Good-Bad-Girl, MGM, Warner Brothers, Frauenbild, Filmindustrie, Schauspielerei, Rollenbesetzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit dem Hollywood-Studiosystem zwischen 1920 und 1950 und untersucht, wie dieses mittels des sogenannten Starprinzips Schauspielerinnen gezielt in bestimmte Frauentypen einordnete und vermarktete.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Studiosystems, die ökonomischen Hintergründe der großen Filmgesellschaften sowie die soziologische und psychologische Konstruktion von Frauenbildern im Film.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Studiosystem als "Geldmaschine" agierte und welchen Einfluss die industrielle Formung der Stars auf deren öffentliche Wahrnehmung und privates Leben hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und vergleicht diese mit ausgewählten Fallbeispielen, um die theoretischen Konzepte (Starprinzip/Studiosystem) in der Praxis zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Historie der Studios und der Einordnung verschiedener Rollentypen (wie Femme Fatale oder Kameradin) konkrete Beispiele wie Greta Garbo und Bette Davis detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Starprinzip, Studiosystem, Rollenkonstruktion, kommerzielle Identität und die spezifischen Frauentypen der Ära charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der Umgang von MGM und Warner Brothers mit ihren Stars?
Während MGM seine Stars verwöhnte und eine extravagante Lebensführung förderte, um Skandale zu vermeiden, behandelte Warner Brothers seine Schauspieler primär als Arbeitskraft, wobei finanzieller Erfolg vor der Schonung des Künstlers stand.
Warum wird Bette Davis als Beispiel für das „Good-Bad-Girl“ gewählt?
Bette Davis verkörperte aufgrund ihrer Eigensinnigkeit und der häufigen Rollen von verschlagenen oder komplexen Frauenfiguren das „Good-Bad-Girl“, wobei das Studio diese Eigenschaft sowohl in Filmen als auch in ihrem realen Image aktiv nutzte.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Schweinshaupt (Autor:in), 2014, Das Starprinzip im Hollywood der 20er bis 50er Jahre. Wie das Studiosystem seine Frauentypen formte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356667