Das Wachstum des Gesundheitssektors hat durch fortschreitende Digitalisierung und disruptive Innovationen auf Anwender- und Betreiberseite enorm an Fahrt aufgenommen. Allein die millardenschweren Investitionen US-Amerikanischer Techkonzerne wie Apple oder Google in Startups der Branche sind ein auffälliger Indikator für einen aufstrebenden Markt.
Die wissenschaftliche Literatur hat sich ebenfalls längst mit der Thematik auseinandergesetzt und Begriffe wie eHealth oder mHealth definiert. Veränderungen innerhalb länderspezifischer Gesundheitssysteme und etwaige Umstrukturierungen sind primär Gegenstand der Forschung. Außerdem von großer Relevanz: Änderungen der Arzt-Patientenbeziehung und mögliche technologisch bedingte Effizienzsteigerungen in Krankenhäusern. Wie sich der mobile Health Trend auf „gesundheitsfremde“ Branchen auswirken könnte, wurde bislang nur rudimentär erforscht. Dieser Umstand öffnet eine durchaus relevante Forschungslücke im Hinblick auf die Ausarbeitung dieser Hausarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitendes
2 Wohlbefinden als Wettbewerbsfaktor: Aktuelle Trends des betrieblichen Gesundheitsmangements
2.1 mHealth
2.2 Activity Tracker
3 Activity Tracker im Unternehmenskontext
3.1 Kurzfristige Gesundheitsmaßnahmen
3.2 Nachhaltigkeit bringt Glück, Gesundheit und Geld
3.3 Mögliche Nachteile und eine kritische Betrachtung von Selbstvermessungs-Tools
4 Abschließendes und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den potenziellen Mehrwert, den der Einsatz von Activity Trackern für Unternehmen und deren Mitarbeiter im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bieten kann. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie diese technologisch motivierte Selbstüberwachung zur Steigerung der Gesundheit, Motivation und Arbeitsleistung beitragen kann.
- Digitalisierung des Gesundheitswesens und der Trend zu mHealth
- Technologische Grundlagen und Funktionsweise von Activity Trackern
- Förderung der Mitarbeiterbindung und Leistungsfähigkeit durch Gamification
- Langfristige gesundheitliche Auswirkungen und betriebswirtschaftliche Potenziale
- Datenschutzrechtliche Aspekte und kritische Auseinandersetzung mit Selbstvermessung
Auszug aus dem Buch
3.1 Kurzfristige Gesundheitsmaßnahmen
Aus organisationspsychologischer Sicht sind Fehlzeiten in der heutigen Arbeitswelt nicht unbedingt ein weitreichendes Problem für Unternehmen. Eine größere Herausforderung stellt vielmehr das verschwendete Leistungspotential der Belegschaft dar. Aus Angst den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, wird auch bei fehlender Motivation der Arbeitsort aufgesucht, weshalb die Qualität der ausgeübten Tätigkeit nicht gewährleistet sein kann. Sinkende Produktivität kann als eine Folge dieser Verhaltensweise beobachtet werden (Decker & Decker 2011).
An dieser Stelle können disruptive Innovationen wie Gesundheitsapps und technologische Geräte einen neuen Anstoß zur Umstrukurierung von Wertesystemen oder Neuformulierung von Unternehmensphilosophien vollführen. Besonders Activity Tracker im Unternehmenskontext bergen ein mannigfaltiges Potenzial. Aus kurzfristiger Perspektive lässt sich beobachten, dass deren Nutzung die soziale Aktivität, die Bindung zum Unternehmen sowie die Selbstmotivation steigern kann.
Aus der Literatur lässt sich entnehmen, dass Activity Tracker häufig im Zusammenhang mit Incentives eingesetzt werden. Lucht stellte fest, dass Konteste die Bereitschaft zur Teilnahme an betrieblichen Fitnessprogrammen um 80% erhöhen (Lucht & Kramer, 2015). Teilnehmer berichten über den spielerischen Charakter den Incentives mit sich bringen und den damit verbundenen Spaß bei der Nutzung (Karapanos et al., 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitendes: Einführung in das Wachstum des Gesundheitsmarktes durch Digitalisierung und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Mehrwerts von Activity Trackern für Unternehmen und Mitarbeiter.
2 Wohlbefinden als Wettbewerbsfaktor: Aktuelle Trends des betrieblichen Gesundheitsmangements: Theoretische Herleitung des mHealth-Trends und Erläuterung der technischen Funktionsweise von Fitnessarmbändern als Basis für betriebliche Gesundheitsinitiativen.
3 Activity Tracker im Unternehmenskontext: Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Trackern zur kurzfristigen Motivationssteigerung sowie Untersuchung langfristiger Gesundheitsvorteile und kritischer Aspekte wie Datenschutz und Akzeptanz.
4 Abschließendes und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale für die betriebliche Praxis und Empfehlung für weiterführende empirische Studien im Rahmen künftiger Bachelorarbeiten.
Schlüsselwörter
Activity Tracker, mHealth, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Fitnessarmbänder, Digitalisierung, Gamification, Mitarbeiterbindung, Leistungsfähigkeit, Selbstvermessung, Datenschutz, Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeitszufriedenheit, Incentives, Prävention, Vitaldaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von digitalen Gesundheitstechnologien, speziell Activity Trackern, in den betrieblichen Kontext und deren Einfluss auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf mHealth-Trends, betrieblicher Gesundheitsförderung, Gamification-Ansätzen, datenschutzrechtlichen Herausforderungen und den psychologischen Aspekten der Mitarbeiteridentifikation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwiefern Fitnessarmbänder einen messbaren Mehrwert in Form von erhöhter Motivation, besserer Gesundheit und gesteigerter Leistungsfähigkeit im Unternehmen bieten können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die interdisziplinäre Literatur aus Medizin, Informatik, Gesundheitswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre auswertet, um die Forschungsfrage fundiert zu beantworten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (mHealth, Tracker-Technik), die Implementierung in Unternehmen (Kurz- und Langfristmaßnahmen) und eine kritische Auseinandersetzung mit Risiken (Datenschutz, demotiverende Messdruck).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Activity Tracker, betriebliches Gesundheitsmanagement, Motivation, Gamification, digitale Selbstüberwachung und Mitarbeiteridentifikation.
Welche Rolle spielt die "Social Exchange Theory" in der Arbeit?
Die Theorie erklärt, warum Mitarbeiter bei einer hochwertigen Gesundheitsmaßnahme durch das Unternehmen eher bereit sind, Loyalität und einen erhöhten Einsatzwillen als Gegenleistung zu zeigen.
Warum ist das Alter der Belegschaft für dieses Thema relevant?
Aufgrund des demografischen Wandels ist die alternde Belegschaft eine Hauptzielgruppe für präventive Maßnahmen, weshalb die Bedienbarkeit der Geräte eine zentrale Rolle für den Erfolg der Implementierung spielt.
- Citar trabajo
- Charleen Ewald (Autor), 2016, Potential von Activity Trackern für Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356712