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Das Berlinische. Wandlungen einer Stadtsprache

Unterschiede zur Standardsprache hinsichtlich grammatischer Merkmale

Titel: Das Berlinische. Wandlungen einer Stadtsprache

Hausarbeit , 2016 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Rachel Haenssler (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Städte zeigen ein großes Variantenspektrum an Sprachen, die in den letzten Jahrzehnten nicht nur das Interesse der Soziolinguistik auf sich gezogen haben, sondern auch das der Dialektologie. Die Stadt ist aber auch bedeutsam für die Sprachkontaktforschung und Ethnolinguistik, zudem ist das sprachhistorische Interesse an der Stadt in den letzten Jahren gewachsen. Aufgrund dieser gemischten Zugänge hat sich in letzter Zeit eine eigentliche Stadtsprachenforschung herausgebildet. Einige dieser Forscher beschäftigen sich seit einigen Jahren mit der Stadtsprache Berlins, dem Berlinischen. Dabei hielt man sich zunächst an die amerikanische Sprachsoziologie, die in New York ein ideales Betätigungsfeld fand. William Labov hatte 1966 in Warenhäuser unterschiedlicher Stadtteile die Artikulation bzw. Nichtartikulation des r erkundet und dabei einen Zusammenhang mit der sozialen Schichtung gefunden. Dieses Vorgehen ließ sich auch auf Berlin übertragen und so verglich man die Aussprache in Arbeiterbezirken wie Wedding mit der Artikulierung in Villenvierteln wie Zehlendorf und fand so Unterschiede, die in der Arbeit von Peter Schlobinski aus dem Jahr 1987 näher betrachtet wurden. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Stadtsprache

3. Das Berlinische

3.1. Geschichtlicher Überblick

3.2. Grammatische Merkmale

3.2.1. Phonologische Merkmale

3.2.1.1. Vokale

3.2.1.1.1. Diphthonge

3.2.1.2. Konsonanten

3.2.2. Morphologische Merkmale

3.2.2.1. Wortbildung

3.2.3. Syntaktische Merkmale

3.2.3.1. Akkudativ

3.2.4. Lexikalische Merkmale

3.2.4.1. Wortschöpfungen

3.2.5. Pragmatische Merkmale

3.2.5.1. Die Berliner Schnauze

3.3. Die sprachliche Konsequenz der Teilung Berlins

3.4. Schlussfolgerung

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Berlinische als Beispiel für eine Stadtsprache. Das primäre Ziel ist es, die historische Entstehung und die spezifischen grammatischen Merkmale dieser Varietät darzulegen sowie den Einfluss historischer Ereignisse, insbesondere der Teilung Berlins, auf die Entwicklung und den Gebrauch der Sprache aufzuzeigen.

  • Stadtsprachenforschung und soziolinguistische Grundlagen
  • Historische Entwicklung des Berlinischen
  • Phonologische, morphologische, syntaktische und lexikalische Besonderheiten
  • Die Rolle der "Berliner Schnauze" als pragmatisches Merkmal
  • Sprachliche Auswirkungen der Teilung Berlins

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1. Vokale

Das geschriebene <e> im Deutschen zeigt sich in der Aussprache des Berlinischen anders als in der Aussprache des Standarddeutschen. Vor einem Konsonanten fällt er als Schwundvokal meistens aus, sodass die Wörter Deckel und bessere statt [ˈdɛkəl] bzw. [ˈbɛsəʁə] als [ˈdɛkl̩] bzw. [ˈbɛsʁə] ausgesprochen werden (Schönfeld 1986). Dieser Vokalschwund ist jedoch nicht nach <r>, <chn> und <tm>, sodass intressant,. rechnen, atmen bzw. apmen realisiert wird und nicht *intrssant, *rechnn oder *atmn bzw. *apm.

Wenn ein <-er> in unbetonter, letzter Silbe am Wortteil oder Wortende auftritt, wird meistens ein [a] stattdessen realisiert. Dadurch wird besser [ˈbɛsəʁ] zu bessa [ˈbɛsa] und Bäcker [ˈbɛkəʁ] zu Bäcka [ˈbɛka]. Hierbei ist erkennbar, dass sich die Aussprache sehr der Realisation des Deutschen im Nord-Westen Deutschlands gleicht.

Nach kurzem <i> oder <u> wird in der Aussprache des Berlinischen ein Schwundvokal eingefügt, sodass Teil [taɪ̯l] zu [ˈtaɪ̯əl] und aus [aʊ̯s] zu [aʊ̯əs] wird. Nach <nn> wird apostrophiert, wobei <nn> doppelt ausgesprochen wird (Rosenberg 1986). Als Beispiel dafür dient das Verb können [kœnən], das als [kœnː] realisiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird in das Thema Stadtsprachenforschung eingeführt und die Relevanz des Berlinischen als Untersuchungsgegenstand begründet.

2. Die Stadtsprache: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und Definition von Stadtsprachen im Kontext urbaner Zentren.

3. Das Berlinische: Das Hauptkapitel bietet eine umfassende historische und linguistische Analyse des Berlinischen von seinen Anfängen bis zur Gegenwart.

3.1. Geschichtlicher Überblick: Es wird die historische Entwicklung der Sprache unter Einfluss verschiedener Siedlergruppen und historischer Wandlungen dargestellt.

3.2. Grammatische Merkmale: Hier wird die sprachliche Abgrenzung des Berlinischen zum Standarddeutschen auf verschiedenen linguistischen Ebenen analysiert.

3.3. Die sprachliche Konsequenz der Teilung Berlins: Dieses Kapitel betrachtet, wie die politische Trennung der Stadt die sprachliche Divergenz und spätere Konvergenz beeinflusste.

3.4. Schlussfolgerung: Hier werden die Ergebnisse resümiert und Prognosen zur zukünftigen Entwicklung des Berlinischen unter aktuellen sozialen Bedingungen gewagt.

4. Zusammenfassung: Dieses Kapitel dient dem abschließenden Rückblick auf die zentralen Erkenntnisse der Arbeit.

Schlüsselwörter

Berlinisch, Stadtsprache, Soziolinguistik, Dialekt, Sprachwandel, Grammatik, Phonologie, Akkudativ, Berliner Schnauze, Sprachkontakt, Urbanolekt, Sprachgeschichte, Metrolekt, Sprachvarietät, Berlin

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Berlinische als eine spezifische Stadtsprache und analysiert deren Entwicklung sowie ihre grammatischen Besonderheiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die historische Entwicklung, die grammatischen Merkmale auf verschiedenen Ebenen und den soziolinguistischen Kontext des Berlinischen.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich das Berlinische als Stadtsprache historisch entwickelt hat und durch welche spezifischen grammatischen Merkmale es sich vom Standarddeutschen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die auf vorhandener Fachliteratur basiert, um diachrone und diastratische Sprachmerkmale aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung, eine detaillierte Analyse der phonologischen, morphologischen, syntaktischen, lexikalischen und pragmatischen Merkmale sowie eine Untersuchung der Auswirkungen der Teilung Berlins.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Stadtsprache, Berlinisch, Sprachwandel, Soziolinguistik und grammatische Merkmale definieren.

Was genau ist der "Akkudativ" im Berlinischen?

Der Akkudativ bezeichnet das Phänomen, dass Dativ und Akkusativ im Berlinischen nicht unterschieden werden und eine gemeinsame Form verwenden.

Welche Bedeutung hat die "Berliner Schnauze"?

Sie fungiert als pragmatisches Merkmal des Berlinischen, das Schlagfertigkeit, Witz und kommunikative Direktheit miteinander verbindet.

Wie hat sich die Teilung Berlins auf die Sprache ausgewirkt?

Die Teilung führte zu einer sprachlichen Differenzierung zwischen Ost- und Westberlin, deren Folgen nach der Wiedervereinigung linguistisch nachweisbar sind.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Berlinische. Wandlungen einer Stadtsprache
Untertitel
Unterschiede zur Standardsprache hinsichtlich grammatischer Merkmale
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Germanistik)
Note
2,0
Autor
Rachel Haenssler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V356866
ISBN (eBook)
9783668426375
ISBN (Buch)
9783668426382
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berlinisch berliner sprache schnauze lehnwörter linguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rachel Haenssler (Autor:in), 2016, Das Berlinische. Wandlungen einer Stadtsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356866
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Leseprobe aus  22  Seiten
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