Ausdauersport. Untersuchung möglicher Zusammenhänge zwischen aerober Kapazität und Ausdauerleistungsfähigkeit


Projektarbeit, 2016
23 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Vorgedanken
1.2 Ausdauer und Spielsportarten
1.3 Ausdauerleistungsfähigkeit
1.4 Fragestellung
1.5 Arbeitshypothese

2 Methodik
2.1 Probanden
2.2 Studienaufbau
2.3 Messtechniken
2.4 Stufentest
2.5 Dauertest
2.6 Messgrößen

3 Ergebnisse
3.1 Arbeitsdauer
3.2 Aerobe Kapazität und VO2Peak
3.3 Laktat
3.4 Ausdauerkapazität
3.5 Korrelationen zwischen Aerobar Kapazität und Ausdauerkapazität
3.5.1 Korrelation zwischen VO2peak und maximaler Leistung im DT
3.5.2 Korrelationen zwischen Abbruchzeit DT und aerobar Kapazität
3.5.3 Korrelation zwischen Abbruchzeit ST und aerobar Kapazität
3.5.4 Korrelation zwischen Abbruchzeit ST und Abbruchzeit DT

4 Ergebnisdiskussion

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorgedanken

Was unterscheidet den Jäger von der Beute?

Was unterscheidet den Hobbyjogger vom Marathonläufer? Die Ausdauer.

Das was uns Menschen abgrenzt von viel stärkeren oder schnelleren Lebewesen ist unsere Ausdauer, die Fähigkeit über lange Zeit unser Ziel im Auge zu behalten um konzentriert und effektiv unsere Beute einzuholen. Im etwas ungefährlicheren sportlichen Wettkampf geht es darum der beste, stärkste, schnellste in seiner Disziplin zu sein. Zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Schlusslicht und Spitze gibt es aber sehr viele Aspekte, die man beachten und vor allem trainieren muss. Talent oder genetische Vorteile schlagen Training in vielen Fällen, doch an der Spitze der Nahrungskette, unter den Besten der Besten, kommt es nicht nur darauf an wer den besten Wettkampftag erwischt, an diesem Tag zeigt sich wer am effektivsten trainiert hat.

Die Trainingswissenschaften sind ein ebenso großer Wettkampf wie die Olympischen Spiele, hier geht es zwar nicht um edle Metalle oder Ruhm, aber auch um Anerkennung und in einigen Fällen um Geld. Denn nicht umsonst wird in den letzten Jahrzehnten so viel an Trainingsmethoden geforscht, wie noch nie zuvor. Sportliche Wettkämpfe sind teilweise Millionengeschäfte und die Besten geben alles dafür erfolgreich zu sein. Sei es Trainings- und Nahrungsoptimierung oder sogar Doping, die Vorbereitung für einen Wettkampf ist schon längst eines der größten Themen. Aber welche Faktoren sind ausschlaggebend und wie kann man sie am effektivsten beeinflussen? Diesen Fragen sind Wissenschaftler schon lange auf der Spur, jedoch lassen sich die Theorien und Ergebnisse nicht immer in Stein meißeln. Methoden und Empfehlungen ändern sich sehr häufig und halten nicht immer allen Fragen stand.

1.2 Ausdauer und Spielsportarten

In vielen Spielsportarten wie Fußball, Basketball oder Handball geht es außerhalb der Taktik und Technik am meisten um essentielle Fähigkeiten wie Schnelligkeit und Ausdauer, welche einen großen Teil der Wettkampfsvorbereitung einnehmen. Da aber die Schnelligkeit laut aktueller Trainingslehre nach einem gewissen Alter nicht mehr wesentlich verbessert werden kann, liegt der größte Fokus auf der Ausdauer.

Was genau ist dabei aber wichtig?

Hierbei gibt es unterschiedliche Anforderungskonzepte, die meist sportartspezifische Unterschiede aufweisen. Ideal wäre es, wenn Spieler in der Lage wären häufige Sprints (bei größtmöglicher Geschwindigkeit) mit geringen Leistungseinbußen über die gesamte Spieldauer durchzuführen. Was sich aber leicht liest ist ein sehr schwer zu erreichendes Ziel. Was man bereits weiß ist, dass durch gezieltes Ausdauertraining, die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert werden kann. Dem entgegen stehen allerdings einige Dinge wie z.B. eine verminderte Sprintleistungsfähigkeit, denn Kindermann et al. beschreiben, dass es „ Aus leistungsphysiologischer und biochemischer Sicht [nicht möglich sei] eine extrem gute Ausdauer bei gleichzeitig extrem guter Schnelligkeit oder umgekehrt zu entwickeln“ (Kindermann et al., 1993).

1.3 Ausdauerleistungsfähigkeit

Doch was genau ist eigentlich eine gute Ausdauer?

Der Begriff Ausdauer ist ein allgemeinerer Begriff für die Ausdauerleistungsfähigkeit, welche im groben beschreibt, wie lange eine Person einer bestimmten Belastung trotzen kann.

Was aber genau die essentiellen Faktoren zur Bestimmung der Ausdauerleistungsfähigkeit sind, ist bis heute umstritten. Es haben sich bei den Wissenschaftlern zwei Begriffe bzw. Faktoren mit der Zeit herauskristallisiert. Zum einen die aerobe Kapazität und zum anderen die Ausdauerkapazität.

Die aerobe Kapazität beschreibt hierbei die Fähigkeit des Körpers so viel Sauerstoff wie möglich aufzunehmen ( VO2max ). Bei der Ausdauerkapazität hingegen geht es darum, wie lange man bei bestimmter Intensität arbeiten kann (Maassen, 2008). Da sich laut Literatur sowohl die aerobe Kapazität als auch die Ausdauerkapazität auf die Ausdauerleistungsfähigkeit auswirken, ist es wichtig zu wissen, ob und wenn ja welche Korrelationen zwischen den einzelnen Aspekten bestehen. Natürlich betrachtet man noch viele weitere limitierende Faktoren, anhand derer man einen Zusammenhang zur Ausdauerleistungsfähigkeit erkennen kann z.B.:

- Atmung
- Herzleistung
- Mitochondrienanteil
- Glykogenkonzentration im Muskel
- Fettstoffwechsel
- VO2max
- Laktattoleranz
- Wasserhaushalt
- Elektrolythaushalt
- Psyche

Die meisten dieser Aspekte wurden bereits in einigen wissenschaftlichen Erscheinungen untersucht, jedoch beschränkt sich diese Projektarbeit nur auf die wichtigsten, die eine bestmögliche Beantwortung der Fragestellung ermöglichen.

1.4 Fragestellung

Im Verlauf dieser Projektarbeit soll der Zusammenhang zwischen aerober Kapazität und der Ausdauerleistungsfähigkeit untersucht werden.

1. Kann also anhand der Daten aus der Untersuchung der aeroben Kapazität auf die Ausdauerleistungsfähigkeit eines Sportlers geschlossen werden?
2. Hat eine hohe aerobe Kapazität auch eine hohe Ausdauerkapazität zur Folge?

1.5 Arbeitshypothese

Wenn man nach der bereits vorhandenen Literatur zu diesem Thema geht, dann ergeben sich folgende Arbeitshypothesen:

1. Eine hohe Ausdauerleistungsfähigkeit ist nicht allein auf eine hohe aerobe Kapazität zurückzuführen.
2. Aerobe Kapazität und Ausdauerkapazität korrelieren nicht miteinander.

2 Methodik

2.1 Probanden

Die Probanden, die für diese Untersuchung herangezogen wurden, sind vier männliche Sportstudenten im Alter zwischen 22 und 29. Sie waren Teilnehmer eines Projektseminars an der Leibniz Universität Hannover und demnach sportlich relativ aktiv und körperlich gesund. Unterschiede ergaben sich allerdings dennoch aufgrund der unterschiedlichen körperlichen Vorraussetzungen und sportlichen Bereiche, in denen sie sich in ihrer Freizeit beheimatet fühlten. Demnach waren auch Vorraussetzungen wie Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer unterschiedlich verteilt. Aus unterschiedlichen Gründen wie technischer Probleme im Umgang mit den Proben und einiger Messgeräte variiert die Probandenanzahl bei einigen Ergebnisdarstellungen und Tabellen zwischen 2 und 4 Personen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Studienaufbau

Dieses Projekt erstreckte sich über den Zeitraum von 12 Wochen, die Tests wurden allerdings innerhalb von der halben Zeit durchgeführt. Nach einer theoretischen Einführung und dem Vertrautmachen mit der Technik wurde ein Stufentest durchgeführt. Dieser sollte dazu dienen die aerobe Kapazität der Probanden zu ermitteln. Im weiteren Verlauf wurde auch ein Wingate-Test zur Bestimmung der Sprintleistungsfähigkeit durchgeführt, der aber nicht für diese Arbeit relevant sein wird. Der zweite relevante Test ist der Dauertest, welcher dazu beiträgt die Ausdauerkapazität der Probanden zu ermitteln.

Den Dauertest führten die Probanden zwei mal durch, da die durchgeführte Studie darauf abgezielt war die Wirkungen verschiedener Nahrungsergänzungsmittel zu überprüfen. Die Ergebnisse aus dem ersten Dauertest sind also ohne Einfluss jeglicher Nahrungsergänzungsmittel zu bewerten, wobei die Ergebnisse aus dem zweiten Dauertest durchaus durch genau jene beeinflusst worden sein könnten. Der Fokus dieser Arbeit liegt allerdings nicht auf genannte Einflussfaktoren. Die Teilnehmer wurden im Vorfeld darauf hingewiesen ihren Tagesablauf im Bezug auf Training- und Ernährungsweise zwischen den Tests (Stufen- und erster Dauertest) möglichst identisch zu gestalten, damit eine höchstmögliche Signifikanz in den Messergebnissen erzielt werden kann. Alle Tests wurden an der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt und von Pr.Dr. Norbert Massen und Dr. Mirja Massen überwacht. Das für die Tests benutzte Gerät war das Fahrradergometer EXCALIBUR SPORT (Lode, Groningen), welches ein drehzahlunabhängiges Messgerät ist.

2.3 Messtechniken

Alle Tests fanden in einem Testraum statt und wurden auf einem Fahrradergometer durchgeführt. Werte wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Uhrzeit wurden immer im Protokoll festgehalten um mögliche Schwankungen berücksichtigen zu können. Es wurde darauf hingewiesen während des Tests nicht signifikant unter oder über 80-90 Umdrehungen pro Minute zu gelangen. Darüber hinaus fanden alle Tests im selben Zeitfenster zwischen 14:00 - 17:00 Uhr statt.

2.4 Stufentest

Zur Messung der aeroben Kapazität (VO2max) hat sich seit einiger Zeit der Stufentest am Fahrradergometer etabliert. Der Stufentest wird immer zum Beginn durchgeführt um die maximale Leistungsfähigkeit der Probanden zu ermitteln und die Ergebnisse aus den ermittelten Daten später für weitere Tests (Dauertest) zu nutzen. Der Stufentest beginnt mit einer 5-minütigen Ruhephase auf dem Fahrradergometer. Danach folgt als Eingewöhnung eine 2-minütige Belastung bei zehn Watt. Anschließend startet die 6-minütige Aufwärmphase bei 100 Watt. Nach dieser langsamen Aufwärmphase wird der Widerstand jede Minute um 16,7 Watt bis zur subjektiven Erschöpfung erhöht. Der Proband wird während des gesamten Tests überwacht und es werden stetig Proben entnommen und Werte protokolliert. Die zu überwachenden Werte waren in diesem Fall der Laktatwert, spirometrische Daten und der Puls.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schematische Darstellung des Stufentests (Maassen, 2011)

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Ausdauersport. Untersuchung möglicher Zusammenhänge zwischen aerober Kapazität und Ausdauerleistungsfähigkeit
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Nahrungsergänzungsmittel im Sport
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V356919
ISBN (eBook)
9783668428676
ISBN (Buch)
9783668428683
Dateigröße
744 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Im Rahmen eines Projektmoduls haben wir einige Tests durchgeführt zur Überprüfung der Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln auf Sprint- und Dauerleistungen. In dieser Arbeit werden die Ergebnisse aus diesen Tests zwar benutzt, aber es werden nur Korrelationen zwischen Stufen- und Dauertests überprüft - nicht die Wirkung der NEM. Anhänge und Messdaten sind leider nicht beigefügt, da diese im Laufe der Zeit abhanden gekommen sind. Die Repräsentierbarkeit der Ergebnisse ist allerdings vergleichbar mit anderen Studien.
Schlagworte
Aerobe Kapazität, Ausdauerleistungsfähigkeit, Zusammenhänge, Ergometer, Stufentest, Dauertest, Ausdauer, Testverfahren, VO2peak, Laktat, Leistung, Korrelation
Arbeit zitieren
Florent Aradinaj (Autor), 2016, Ausdauersport. Untersuchung möglicher Zusammenhänge zwischen aerober Kapazität und Ausdauerleistungsfähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356919

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