Der Zusammenhang zwischen Wohnungslosigkeit von Frauen und ge-sundheitlichen Belastungen wurde lange Zeit in der wissenschaftlichen Diskussion vernachlässigt und auch in der Fachliteratur gibt es heute noch relativ wenig Interpretationsansätze, die sich mit gesundheitlichen Belastungen wohnungsloser Frauen befassen. Erst in jüngster Zeit wächst in Deutschland das wissenschaftliche Interesse an der gesundheitlichen Situation der genannten Personengruppe. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Armut und Krankheit in der heutigen gesundheits- und sozialwissenschaftlichen Diskussion unbestritten. Zudem ist durch viele Studien belegt worden, dass bestimmte arme Bevölkerungsgruppen, wie z. B. Wohnungslose, ein signifikant höheres Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko haben als Personengruppen, die weniger arm sind. Die folgende Tabelle veranschaulicht verschiedene Untersuchungen zur Mortalität und Morbidität bei wohnungslosen Menschen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einführung
- 2. Wohnungslosigkeit von Frauen
- 2.1 Begriffsdefinition von Wohnungslosigkeit
- 2.2 Personen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind
- 2.2.1 weibliche Wohnungslose
- 2.3 Wohnungslose Frauen als eigenständige Zielgruppe der
Wohnungslosenhilfe
- 2.3.1 Zugang zum Hilfesystem und rechtliche Grundlagen
- 2.3.2 Erscheinungsweisen weiblicher Wohnungslosigkeit
- 3. Ursachen weiblicher Wohnungslosigkeit
- 3.1 Der Lebenslagenansatz
- 3.1.1 weibliche Lebenslagen
- 3.1.2 Gewaltrisiken
- 3.2 Psychische Erkrankungen als Ursache von Wohnungslosigkeit
- 3.1 Der Lebenslagenansatz
- 4. Gesundheitliche Belastungen wohnungsloser Frauen
- 4.1 Zur besonderen Krankheitssituation auf der Strasse
- 4.1.1 Gewalt macht krank
- 4.2 Prävalenz psychischer Störungen
- 4.3 Sucht als Bewältigungsstrategie
- 4.4 Die Posttraumatische Belastungsstörung als Folge von
Gewalterfahrung
- 4.4.1 Bewältigung eines Traumas
- 4.1 Zur besonderen Krankheitssituation auf der Strasse
- 5. Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung von traumatisierten
und psychisch kranken wohnungslosen Frauen
- 5.1 Grundlegende Anforderungen an eine frauenorientierte Wohnungslosenhilfe
- 5.2 Traumatisierte Frauen als Klientinnen der Wohnungslosenhilfe
- 5.3 Psychisch kranke Frauen als Klientinnen der Wohnungslosenhilfe
- 5.3.1 Problemfelder der Interaktion
- 5.3.2 Möglichkeiten der Betreuung am Beispiel des „Hotel Plus”
- 6. Grenzen der Betreuung psychisch kranker wohnungsloser
Frauen-Beispielhaft dargestellt anhand der Studie:
Wohnen ohne „dritte Haut”
- 6.1 Vorstellung der Studie
- 6.2 Die Bedeutung der Ergebnisse für die Praxis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit den gesundheitlichen Belastungen wohnungsloser Frauen und untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung dieser Zielgruppe. Die Arbeit analysiert die spezifischen Lebenslagen und Herausforderungen wohnungsloser Frauen und setzt diese in Bezug zu den gesundheitlichen Folgen, insbesondere im Hinblick auf Traumata und psychische Erkrankungen.
- Begriffsdefinition und Erscheinungsformen weiblicher Wohnungslosigkeit
- Ursachenanalyse der weiblichen Wohnungslosigkeit, insbesondere Lebenslagen und Gewaltrisiken
- Gesundheitliche Belastungen, darunter Gewaltfolgen, Prävalenz psychischer Störungen und Suchtverhalten
- Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung von traumatisierten und psychisch kranken Frauen in der Wohnungslosenhilfe
- Beispielhafte Darstellung der Betreuungsgrenzen anhand der Studie „Wohnen ohne ‚dritte Haut’”
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und legt den Fokus auf die Definition von Wohnungslosigkeit, die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen wohnungsloser Frauen sowie die Notwendigkeit einer gezielten Betreuung. Kapitel 2 untersucht die Ursachen weiblicher Wohnungslosigkeit anhand des Lebenslagenansatzes und beleuchtet die besonderen Risiken von Gewalt und psychischen Erkrankungen. Kapitel 3 beleuchtet die gesundheitlichen Belastungen wohnungsloser Frauen, wobei die besonderen Krankheitsbilder und der Zusammenhang zwischen Gewalt und Krankheit im Vordergrund stehen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Begriffen wie weibliche Wohnungslosigkeit, Lebenslagen, Gewaltrisiken, psychische Erkrankungen, Traumata, Posttraumatische Belastungsstörung, Sucht, Betreuungsmöglichkeiten und -grenzen der Wohnungslosenhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Welche gesundheitlichen Risiken haben wohnungslose Frauen?
Wohnungslose Frauen haben ein signifikant höheres Risiko für psychische Erkrankungen, Suchtprobleme und chronische körperliche Leiden aufgrund der harten Lebensbedingungen auf der Straße.
Welche Rolle spielt Gewalt bei weiblicher Wohnungslosigkeit?
Gewalt ist oft sowohl Ursache als auch Folge der Wohnungslosigkeit. Viele betroffene Frauen leiden unter Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) durch erlebte Gewalterfahrungen.
Was ist der „Lebenslagenansatz“?
Dieser Ansatz analysiert die spezifische soziale und wirtschaftliche Situation von Frauen, um die komplexen Ursachen für den Verlust der Wohnung besser zu verstehen.
Was sind die Grenzen der Betreuung in der Wohnungslosenhilfe?
Grenzen liegen oft in der Interaktion mit schwer traumatisierten oder psychisch kranken Frauen sowie in strukturellen Mängeln des Hilfesystems, wie die Studie „Wohnen ohne dritte Haut“ zeigt.
Gibt es spezielle Projekte für wohnungslose Frauen?
Ja, die Arbeit nennt das Beispiel „Hotel Plus“ als ein Modell für eine frauenorientierte Betreuung, die auf die besonderen Bedürfnisse dieser Zielgruppe eingeht.
- Citar trabajo
- Christina Muff (Autor), 2004, Gesundheitliche Belastungen wohnungsloser Frauen - Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35709