Was ist ein Trauma? Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung? Welche physiologischen Korrelate gehen mit dieser Diagnose einher? Und sind diese Korrelate vererb- und behandelbar? Diesen Fragen möchte die folgende Arbeit nachgehen und einen Einblick geben in die enge Verknüpfung der Diagnose PTBS und physiologischer Auffälligkeiten, die sich bis in den epigenetischen und genetischen Bereich erstrecken.
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 Die Posttraumatische Belastungsstörung
3.1 Was ist ein Trauma?
3.2 Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung?
4 „Nur“ eine seelische Wunde? Physiologische Auffälligkeiten bei PTBS-Patienten
4.1 Assoziierte Hirnregionen
4.2 Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse
5 Ererbtes Trauma – was ist dran?
5.1 Veränderungen der DNA
5.2 Veränderungen der Genexpression
5.3 Vererbungswege epigenetischer Veränderungen
6 Kann Psychotherapie traumabedingte DNA-Schäden lindern?
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die enge Verknüpfung der Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit physiologischen Auffälligkeiten. Ziel ist es zu erörtern, ob diese Korrelate vererbbar sind und ob therapeutische Interventionen in der Lage sind, biologische Veränderungen, wie etwa DNA-Schäden, positiv zu beeinflussen.
- Neurobiologische Grundlagen der PTBS
- Einfluss von Traumata auf die HPA-Achse
- Genetische und epigenetische Veränderungen durch Stress
- Transgenerationale Vererbung von Traumafolgen
- Wirksamkeit von Psychotherapie auf physiologischer Ebene
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist ein Trauma?
Umgangssprachlich wird eine Vielzahl von Situationen als ‚traumatisch’ bezeichnet, wie beispielsweise der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Scheidung, welche jedoch selten eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nach sich ziehen (Wittchen & Hoyer, 2011; Ehlers, 1999). Unter einem traumatischen Erlebnis im eigentlichen Sinne versteht man laut ICD-10 „ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde“ (Dilling, Mombour & Schmidt, 2015, S. 207). Beispiele für solche Ereignisse sind Verkehrsunfälle, Naturkatastrophen, Kriegserfahrungen und körperliche oder sexuelle Gewalt (Ehlers, 1999).
Die Häufigkeit, mit der eine PTBS nach einem traumatischen Ereignis auftritt, ist abhängig von der Art des Traumas (Ehlers, 1999; Maercker, 2009; Wittchen & Hoyer, 2011). So führen willentlich durch Menschen verursachte Traumata wie zum Beispiel Vergewaltigungen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu einer PTBS als akzidentelle (z.B. Verkehrsunfälle). Auch die Länge das Traumas ist entscheidend: Länger andauernde Traumata (z.B. Geiselhaft) führen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer PTBS als einmalige Ereignisse. Wichtig zu beachten ist, dass nicht jeder Mensch der eine traumatische Erfahrung macht daraufhin auch eine PTBS entwickelt (Wittchen & Hoyer, 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
2 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Verknüpfung von PTBS mit physiologischen sowie genetischen Korrelaten und deren Behandelbarkeit.
3 Die Posttraumatische Belastungsstörung: Dieses Kapitel erläutert den traumatischen Begriff nach ICD-10 und definiert die diagnostischen Kriterien der PTBS als Reaktion auf schwere Belastungen.
4 „Nur“ eine seelische Wunde? Physiologische Auffälligkeiten bei PTBS-Patienten: Es werden neurobiologische Besonderheiten wie Hirnveränderungen und Dysfunktionen der HPA-Achse bei Betroffenen diskutiert.
5 Ererbtes Trauma – was ist dran?: Das Kapitel untersucht, wie traumatische Erfahrungen die DNA sowie die Genexpression beeinflussen und über welche Wege diese Veränderungen vererbt werden können.
6 Kann Psychotherapie traumabedingte DNA-Schäden lindern?: Hier wird analysiert, ob therapeutische Ansätze wie die narrative Expositionstherapie in der Lage sind, physiologische Schäden wie DNA-Strangbrüche zu reduzieren.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Evidenz für die biologische Verankerung der PTBS zusammen und unterstreicht den weiteren Forschungsbedarf in diesem jungen Fachgebiet.
Schlüsselwörter
PTBS, Trauma, HPA-Achse, Kortisol, Epigenetik, DNA-Strangbrüche, Genexpression, Vererbung, Neurobiologie, Psychotherapie, Stress, Hirnmorphologie, Stressbewältigung, Traumafolgen, Stresshormone
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) über rein psychologische Aspekte hinausgeht und mit physiologischen sowie genetischen Veränderungen im Körper korreliert.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Die Arbeit behandelt die neurobiologischen Folgen von Traumata, die Rolle der Stressachsen, epigenetische Modifikationen sowie die transgenerationale Weitergabe von Traumafolgen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung, ob PTBS-assoziierte physiologische Veränderungen vererbbar sind und ob psychotherapeutische Maßnahmen diese biologischen Effekte lindern können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die den aktuellen Forschungsstand der Neurobiologie und Epigenetik zur PTBS zusammenfasst und interpretiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Hirnregionen, die HPA-Achse, Mechanismen der DNA-Schädigung und Genexpression sowie Wege der epigenetischen Vererbung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind PTBS, Epigenetik, HPA-Achse, Genexpression, Traumafolgen und biologische Korrelate.
Welche Rolle spielt die HPA-Achse bei PTBS?
Die HPA-Achse reguliert die Stressreaktion; bei PTBS-Patienten zeigt sich oft eine veränderte Kortisolantwort, die als physiologisches Korrelat für Symptome wie Flashbacks oder Schlafstörungen diskutiert wird.
Kann Psychotherapie tatsächlich DNA-Schäden heilen?
Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass die narrative Expositionstherapie nicht nur die psychische Symptomatik verbessert, sondern auch eine Reduktion von DNA-Strangbrüchen in Immunzellen bewirken kann.
- Arbeit zitieren
- Sarah Mayr (Autor:in), 2016, Posttraumatische Belastungsstörung. Eine Wunde der Seele?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357251