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Andreas Gryphius zwischen Macht und Moral

Título: Andreas Gryphius zwischen Macht und Moral

Trabajo Escrito , 2012 , 11 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Larissa Sarand (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Diese Hausarbeit befasst sich mit der Thematik des Märtyrertods in den Trauerspielen von Andreas Gryphius. Die Arbeit setzt sich dabei vor allem mit dem von Peter J. Brenner verfassten Aufsatz "Der Tod des Märtyrers – 'Macht' und 'Moral' in den Trauerspielen von Andreas Gryphius" und dessen Thesen auseinander.

Zunächst beleuchtet die Arbeit die Eigenschaften des barocken Trauerspiels, um sich anschließend mit Brenners Zugang zu den Trauerspielen von Gryphius und den darin enthaltenen Themen "Macht" und "Moral" zu befassen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des barocken Trauerspiels

2.1 Themen des Trauerspiels und die äußere Form

2.2 Spezifizierung des Inhalts und Abgrenzung zur Tragödie

2.3 Das Trauerspiel bei Gryphius

3. Brenners Zugang zu den Trauerspielen von Andreas Gryphius

3.1 Brenners Thesen und Lesart

3.2 Staatsrechtstheorie im 17. Jahrhundert: Hobbes und sein Einfluss auf Andreas Gryphius

3.3 „Macht“ und „Moral“ bei Gryphius

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thematik des Märtyrertods in den Trauerspielen von Andreas Gryphius, wobei sie sich primär auf die Thesen von Professor Peter J. Brenner stützt. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen den moralischen Ansprüchen des Individuums und den juristischen Forderungen des absolutistischen Staates zu analysieren und die Funktion des Märtyrers als moralische Instanz im barocken Trauerspiel zu beleuchten.

  • Analyse der äußeren und inneren Struktur des barocken Trauerspiels.
  • Untersuchung der Forschungsbeiträge von Peter J. Brenner zu Gryphius.
  • Einordnung der Konflikte in den Kontext der barocken Staatsrechtstheorie und des Hobbes'schen Absolutismus.
  • Erörterung des Gegensatzes von „Macht“ und „Moral“ in den Werken „Catharina von Georgien“ und „Papinian“.
  • Bewertung des Märtyrertods als säkularer Konfliktpunkt zwischen Staat und Individuum.

Auszug aus dem Buch

3.2 Staatsrechtstheorie im 17. Jahrhundert: Hobbes und sein Einfluss auf Andreas Gryphius

Um die Argumentationen der Machtträger in Gryphius` Werken nachvollziehen zu können, muss man sich näher der Staatstheorie des 17. Jahrhunderts widmen. Hier ist der Fürst selbst kein Individuum und auch seine Handlungen sind nicht persönlich motiviert, sondern Ausdruck der Staatsräson. Der Fürst ist uneingeschränkt souverän, jeder Widerstand gegen ihn ist streng untersagt, da er einem Widerstand gegen den Staat selbst darstellt. Allein mit Hilfe dieser Theorie lässt sich die Problematik der Reichseinheit, die gegen eventuelle Gefahren durch Bürgerkrieg zu schützen ist, im modernen absolutistischen Staat lösen.

Unter diesem Aspekt muss festgestellt werden, dass die Märtyrer in den angeführten Werken von Gryphius durch ihre wie auch immer geartete Zuwiderhandlung gegen den Fürsten (und somit eben auch gegen den Staat) rechtmäßig die Todesstrafe erhalten haben.

Die Aktualität von Gryphius` Darstellungen beweist ein Blick auf den Staatstheoretiker und Philosophen Thomas Hobbes ( 1588 – 1679), der sowohl im „Leviathan“ (1651) als auch in „De cive“ (1642) der gleiche Frage wie Gryphius auf den Grund geht: Wie vermeidet man Bürgerkriege und befriedet den Staat? Hobbes, an sich ein Verfechter des Absolutismus, benennt mit den von ihm als gleichbedeutend erachteten Begriffen „Gewissen“, „Glaube“ und „Meinung“ einen Raum eines auch für den Staat unangreifbaren Individualrechts.

Der Staat darf den Menschen, so Hobbes, Glaube, Meinung und Denken nicht vorschreiben – dies gilt zumindest für das Innere, für das Seelenleben der Untertanen, obschon sie nach außen hin strikt den Grenzen und Gesetzen des Staates unterliegen, wie auch Catharina von Georgien und Papinian erfahren müssen. So empfiehlt Hobbes in seinem Werk „De cive“ bei einem Widerspruch des eigenen Gewissens mit den Gesetzen des Staates den Märtyrertod.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Darstellung des Märtyrertods bei Andreas Gryphius unter Berücksichtigung von Professor Peter J. Brenners Thesen vor.

2. Definition des barocken Trauerspiels: Dieses Kapitel erläutert die gattungsspezifischen Merkmale, Themen und die äußere Form des barocken Trauerspiels, insbesondere im Hinblick auf Aristotelische Einheiten.

2.1 Themen des Trauerspiels und die äußere Form: Hier werden die formalen und stofflichen Anforderungen des Trauerspiels, wie die große Fallhöhe und die Bedeutung des Alexandriners, detailliert beschrieben.

2.2 Spezifizierung des Inhalts und Abgrenzung zur Tragödie: Das Kapitel differenziert auf Basis von Martin Opitz und Walter Benjamin zwischen Trauerspiel und Tragödie und arbeitet den Charakter als Geschichtsdrama heraus.

2.3 Das Trauerspiel bei Gryphius: Hier wird Gryphius' Vorrede zum „Leo Armenius“ analysiert, um die ethische Funktion des Trauerspiels als Mittel zur Läuterung menschlicher Neigungen aufzuzeigen.

3. Brenners Zugang zu den Trauerspielen von Andreas Gryphius: Einleitend wird die Auseinandersetzung der älteren und neueren Forschung mit den Modellen Gryphius' diskutiert.

3.1 Brenners Thesen und Lesart: Das Kapitel befasst sich mit der dualen Interpretation der Hinrichtungsszenen als heilsgeschichtliches Sinnbild oder als politisches Zeugnis von Tyrannenwillkür.

3.2 Staatsrechtstheorie im 17. Jahrhundert: Hobbes und sein Einfluss auf Andreas Gryphius: Hier wird der Einfluss der absolutistischen Staatstheorie auf die Rechtslage der Märtyrer bei Gryphius anhand von Thomas Hobbes erörtert.

3.3 „Macht“ und „Moral“ bei Gryphius: Abschließend wird das Gewissen als Ursprung eines säkularen Konflikts zwischen absolutistischem Staatsanspruch und individueller Moral untersucht.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Trauerspiele Gryphius' als Dramen der Immanenz, die komplexe Fragen der Legitimation verhandeln.

Schlüsselwörter

Andreas Gryphius, Barockes Trauerspiel, Märtyrertod, Peter J. Brenner, Absolutismus, Staatsräson, Thomas Hobbes, Katharina von Georgien, Papinian, Individualrecht, Gewissen, Heilsgeschichte, Politische Theorie, Moral, Untertanenlehre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis von Macht und Moral in den Trauerspielen des Barockdichters Andreas Gryphius, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Interpretation von Märtyrerdramen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Zu den Kernbereichen zählen die barocke Staatstheorie, das Verständnis von absolutistischer Herrschaft, die Rolle des Gewissens sowie die Definition des Trauerspiels.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie Gryphius den Konflikt zwischen dem rechtmäßigen absolutistischen Herrschaftsanspruch und der moralischen Überlegenheit der Märtyrer in seinen Dramen darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit ist eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auseinandersetzung mit dem Forschungsbeitrag von Peter J. Brenner und anderen zeitgenössischen Staatstheoretikern wie Thomas Hobbes basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die formalen Definitionen des barocken Trauerspiels geklärt, bevor die Thesen Brenners zur heilsgeschichtlichen und politischen Deutung von Hinrichtungsszenen detailliert geprüft werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Zentrale Begriffe sind Märtyrertod, Staatsräson, Absolutismus, das Gewissen als Individualrecht, Heilsgeschichte und das Spannungsfeld von „Macht“ und „Moral“.

Inwiefern beeinflusst Thomas Hobbes die Argumentation der Arbeit?

Die Arbeit nutzt Hobbes' Staatstheorie, insbesondere aus „Leviathan“ und „De cive“, um zu erklären, warum der Widerstand der Märtyrer bei Gryphius juristisch als Gesetzesbruch gewertet wird, obwohl er moralisch überzeugt.

Was ist die zentrale Schlussfolgerung zur Rolle der Moral in den Dramen?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Gryphius' Werke keine bloße „Untertanenlehre“ sind, sondern die Moral als immens wichtige, säkulare Instanz positionieren, die den Konflikt zwischen Individuum und absolutistischem Staat verdeutlicht.

Final del extracto de 11 páginas  - subir

Detalles

Título
Andreas Gryphius zwischen Macht und Moral
Universidad
University of Potsdam  (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur/ Frühe Neuzeit)
Calificación
1,7
Autor
Larissa Sarand (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
11
No. de catálogo
V357317
ISBN (Ebook)
9783668429338
ISBN (Libro)
9783668429345
Idioma
Alemán
Etiqueta
Frühe Neuzeit Andreas Gryphius Märtyrer
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Larissa Sarand (Autor), 2012, Andreas Gryphius zwischen Macht und Moral, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357317
Leer eBook
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