Die Zielsetzung dieser Arbeit ist, zunächst das St. Gallener Managementmodell vorzustellen. Dies umfasst die wesentlichen Entwicklungsstufen der letzten 40 Jahre, die in verschiedene Generationen des St. Gallener Managementmodells münden. Ferner gilt es, die Einsatzfähigkeit des St. Gallener Managementmodells am Beispiel eines deutschen mittelständischen Unternehmens zu erörtern.
Nach dem ersten Kapitel folgt in Kapitel 2 die Darstellung des St. Gallener Managementansatzes von seiner Entstehung, über seine verschiedenen Weiterentwicklungen bis zu seiner derzeit letzten, der vierten, Fassung. In Kapitel 3 erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem deutschen Mittelstand an sich. Neben der Frage, wie der deutsche Mittelstand definiert ist, werden hierbei seine wesentlichen Charakteristiken erörtert. Im vierten Kapitel wird das St. Gallener Managementmodel auf eine schwäbische Bäckerei übertragen. Hierbei werden die Schlüsselkategorien des dritten St. Gallener Managementmodells aufgegriffen und mit praxisrelevanten Beispielen sowie Handlungsmöglichkeiten unterlegt. Abschließend folgen ein Fazit sowie mögliche Weiterentwicklungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Einleitung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Das St. Galler Managementmodell: Grundlagen und Entwicklungen
2.1. Das „erste“ St. Galler Managementmodell
2.2. Das „zweite“ St. Galler Managementmodell
2.3. Das „dritte“ St. Galler Managementmodell
2.4. Das „vierte“ St. Galler Managementmodell
3. Charakteristiken mittelständischer Unternehmen in Deutschland
3.1. Definition mittelständischer Unternehmen
3.2. Führung
3.3. Organisationsstruktur
3.4. Beschaffungs- und Absatzseite
3.5. Produktionseigenschaften
3.6. Forschung und Entwicklung
3.7. Finanzierung
3.8. Mitarbeiter
4. Einsatz des St. Galler Managementmodells am Beispiel der Bäckerei Gulde, Ofterdingen
4.1. Umweltsphären
4.2. Anspruchsgruppen
4.3. Interaktionsthemen
4.4. Ordnungsmomente
4.5. Prozesse
4.6. Entwicklungsmodi
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das St. Galler Managementmodell (SGMM) in seinen wesentlichen Entwicklungsstufen vorzustellen und dessen praktische Einsatzfähigkeit für ein deutsches mittelständisches Unternehmen zu prüfen. Als konkretes Praxisbeispiel dient hierbei die Bäckerei Gulde, anhand derer die systemtheoretischen Kategorien des Modells illustriert werden.
- Evolution und theoretische Grundlagen des St. Galler Managementmodells
- Charakteristische Merkmale und Erfolgsfaktoren des deutschen Mittelstands
- Anwendung systemorientierter Managementansätze in familiengeführten Betrieben
- Analyse von Umweltsphären, Anspruchsgruppen und Unternehmensprozessen
- Diskussion über Dynamik, Stabilität und Unternehmensentwicklung
Auszug aus dem Buch
Umweltsphären
Die Umwelt gibt den externen Rahmen der Bäckerei Gulde vor, in den sie agiert. Hierbei ist es wichtig, vor allem die jeweiligen Umweltsphären und Stakeholder nachhaltig zu identifizieren und zu analysieren. Die Kenntnisse mittelständischer Unternehmen, so auch der Bäckerei Gulde sind in Bezug auf die Umwelt jedoch viel enger gefasst und reichen oftmals über den direkten Kunden- und Lieferantenkreis sowie über die direkten Konkurrenten nicht hinaus. Grundlegende Entwicklungstendenzen der technologischen, ökologischen und sozialen Sphären können so erst verspätet wahrgenommen werden, wenn der direkte oder indirekte Einfluss dieser Entwicklungen für die Unternehmung spürbar wird.
Daraus resultiert in der Regel ein Zeitnachteil gegenüber Großunternehmen, den diese nutzen können, um sich von kleineren Konkurrenten abzusetzen. Diese Punkte mögen in der Industrie eine Relevanz haben, greifen jedoch für die Bäckerei Gulde nicht, da sie lediglich über wenige, ihrerseits räumlich begrenzte Konkurrenten verfügt, so dass der Markt für Backprodukte stark oligopolische Strukturen aufweist. Eine direkte Konkurrenz durch Selbstbedienungsbackstuben, Backautomaten in Diskountern und Supermärkten sieht sie nicht. Ferner sind in absehbarer Zeit weder technische, noch ökologische und soziale Veränderungen zu erwarten, die das traditionelle Backgewerbe gegenüber überregionalen Großbäckereien existenziell bedrohen könnte.
Zu den Umweltsphären lassen sich die Gesellschaft, die Natur, die Technologie und die Wirtschaft zählen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die wachsende Komplexität betriebswirtschaftlicher Anforderungen und führt in die systemorientierte Managementlehre sowie die Zielsetzung der Arbeit ein.
2. Das St. Galler Managementmodell: Grundlagen und Entwicklungen: Es werden die vier Generationen des Modells detailliert dargestellt, wobei der Fokus auf dem Übergang von der Systemtheorie zur integrierten Managementpraxis liegt.
3. Charakteristiken mittelständischer Unternehmen in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Mittelstand und beleuchtet die spezifischen Stärken und Herausforderungen bezüglich Führung, Struktur und Finanzierung.
4. Einsatz des St. Galler Managementmodells am Beispiel der Bäckerei Gulde, Ofterdingen: Die theoretischen Konzepte werden auf die Praxis eines regionalen Traditionsbetriebs angewendet, um die Anwendungsmöglichkeiten der Kategorien (Umweltsphären, Prozesse etc.) zu demonstrieren.
5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel resümiert die Eignung des Modells für den Mittelstand und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung systemischer Auseinandersetzungen im Kontext von Nachfolge und Außenwirkung.
Schlüsselwörter
St. Galler Managementmodell, Mittelstand, Systemtheorie, Unternehmensführung, KMU, Familienunternehmen, Strategisches Management, Organisationsstruktur, Stakeholder, Umweltsphären, Unternehmensprozesse, Wertschöpfung, Innovation, Unternehmensentwicklung, Bäckerei Gulde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Anwendung des St. Galler Managementmodells als systemtheoretischen Ansatz auf die spezifischen Strukturen eines mittelständischen Unternehmens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Evolution des Management-Modells, die Besonderheiten deutscher KMU sowie die praktische Abbildung eines Bäckereibetriebs anhand von Management-Kategorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu zeigen, wie ein systemorientiertes Modell genutzt werden kann, um Komplexität im Mittelstand zu strukturieren und Managemententscheidungen besser zu begründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse des St. Galler Managementmodells, kombiniert mit einer exemplarischen Fallstudie eines Bäckereiunternehmens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen der Modellgenerationen, die Charakteristika von KMU sowie die praktische Übertragung des Modells auf die Bäckerei Gulde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind: St. Galler Managementmodell, Mittelstand, Systemtheorie, Unternehmenskultur und Stakeholder-Management.
Warum wurde ausgerechnet eine Bäckerei als Fallbeispiel gewählt?
Die Bäckerei Gulde dient als praxisnahes Beispiel für ein inhabergeführtes, personenzentriertes Familienunternehmen, das typische Herausforderungen des deutschen Mittelstands widerspiegelt.
Inwiefern unterscheidet sich die 4. Generation des Modells von den Vorgängern?
Die 4. Generation erweitert den Unternehmensbegriff auf jede Form von "Organisation" und legt einen stärkeren Fokus auf die Reflexionspraxis und Kommunikation.
Welche Rolle spielt die Inhaberfamilie in diesem Modell?
Da mittelständische Unternehmen stark personenzentriert sind, fungiert der Inhaber als prägende Instanz, die Werte und Unternehmenskultur maßgeblich vorgibt und verkörpert.
Wird das Modell als starre Anleitung verstanden?
Nein, der Autor betont, dass das Modell keine "Checkliste" ist, sondern einen integrativen Rahmen für eine systemgerechte Diskussion der unternehmerischen Situation bietet.
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- Holger Schmid (Author), 2016, Das St. Gallener Managementmodell. Einsatzfähigkeit für eine mittelständische Bäckerei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357328