In der nachfolgenden Abhandlung beschäftige ich mich mit der Diskriminanzanalyse. Diese soll im Kontext von Bonitätsbewertungen im Rahmen von Bilanzanalysen stehen. Zu Beginn der Arbeit sollen die Hintergründe von Bonitätsbeurteilung und Rating dokumentiert werden. Den darauf folgenden Teil widme ich der Jahresabschlussanalyse, bevor ich im letzten und eigentlichen Hauptteil dieses Skriptums die Diskriminanzanalyse vertiefen werde.
„Die Globalisierung der Finanzmärkte, die zunehmende Komplexität der Finanzierungsmodelle und die Internationalisierung der Anleger erfordern eine Vereinfachung von Investmententscheidungen. Bei Einhaltung gleicher Prüfungsstandards ermöglicht die Einordnung von Unternehmen, Emissionen und Ländern in Ratingklassen eine internationale Vergleichbarkeit der Bonität und verdeutlicht damit die Risiko-Rendite-Relation eines Investments.“
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Worte
2 Die Bonitätsbeurteilung
2.1 Allgemeines
2.2 Das Rating
2.3 Der Kreditprozess
3 Die Bilanzanalyse
3.1 Grundlagen
3.2 Externe vs. interne Bilanzanalyse
3.3 Die traditionelle Bilanzanalyse
3.3.1 Ablauf der traditionellen Bilanzanalyse
3.3.2 Kritik an der traditionellen Bilanzanalyse
3.4 Neuere Ansätze der Bilanzanalyse
3.4.1 Ursachen für die Entwicklung neuerer Ansätze
3.4.2 Die neueren Verfahren der Bilanzanalyse
4 Die Diskriminanzanalyse
4.1 Ein mathematisch-statistisches Verfahren
4.2 Geschichtlicher Abriss
4.3 Einordnung der Diskriminanzanalyse als Insolvenzprognoseverfahren
4.4 Allgemeiner Ansatz
4.5 Ziele der Diskriminanzanalyse
4.6 Vorgehensweise bei der Diskriminanzanalyse
4.6.1 Die univariate Diskriminanzanalyse
4.6.2 Die multivariate Diskriminanzanalyse
4.7 Empirische Untersuchungen
4.8 Diskriminanzanalyse als Krisenfrüherkennungsverfahren im Rahmen der Bonitätsbewertung
4.9 Kritik an der Diskriminanzanalyse
4.10 Weitere Anwendungsgebiete der Diskriminanzanalyse
5 Abschließende Bemerkung
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskriminanzanalyse als mathematisch-statistisches Verfahren im Kontext der Bilanzanalyse zur Bonitätsbewertung von Unternehmen. Ziel ist es, die Eignung dieses Verfahrens zur Früherkennung von Unternehmenskrisen und zur objektiven Kreditwürdigkeitsprüfung durch Kreditinstitute kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen der Bonitätsbeurteilung und des Ratings
- Methodische Kritik an der traditionellen Bilanzanalyse
- Mathematische Funktionsweise der Diskriminanzanalyse
- Abgrenzung zwischen univariaten und multivariaten Verfahren
- Kritische Würdigung der Prognosequalität und Anwendungsgrenzen
Auszug aus dem Buch
4.2 Geschichtlicher Abriss
Obwohl die Diskriminanzanalyse zu den neueren Ansätzen der Bilanzanalyse zählt, wurden bereits in den 30iger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA erste einfache Untersuchungen auf Basis mathematisch-statistischer Verfahren durchgeführt.
Die erste bedeutende Analyse dieser Art wurde von Smith und Winakor 1935 erarbeitet. Sie analysierten mit Hilfe von 21 Kennzahlen 183 Unternehmen, welche in den Jahren 1923 bis 1931 in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren. Aus ständig sinkenden Kennzahlenwerten innerhalb der Analyseperiode folgten sie, dass sich bereits mehrere Jahre vor dem Konkurseintritt die Werte ‚kranker’ von denen der ‚gesunden’ Betriebe wesentlich unterscheiden. Im selben Jahr entwickelte Fitzpatrick eine Methode, die auch den heutigen Analysen noch zu Grunde liegt. Er bildete eine Stichprobe von 21 ‚insolventen’ Unternehmen und ordnete jedem dieser Betriebe einen ‚solventen’ „ökonomischen Zwilling“ zu. Er beobachtete die Entwicklung der 21 Unternehmenspaare auf Grundlage von 13 Kennzahlen und schloss daraus seine Indikatoren zur Krisenfrüherkennung.
Merwin untersuchte 1942 eine sehr große Stichprobe von 939 Unternehmen. An der Entwicklung einer streng wissenschaftlichen Methode zur Insolvenzprognose arbeitete W. Beaver im Jahr 1966 mit 79 insolventen Unternehmen und 30 Kennzahlen. Er benutzte erstmalig ausgereifte statistischen Verfahren, die eine Verarbeitung von größeren Datenmengen erlaubten und bezog zudem auch Daten der Kapitalflussrechnung ein. E. I. Altman berücksichtigte 1968 als Erster die Zusammenhänge und Interdependenzen zwischen den Kennzahlen, wobei diese im Bereich der Insolvenzprognose zu einer einzigen Gesamtbeurteilung zusammengefasst werden (Entwicklung der multivariaten Diskriminanzanalyse).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitende Worte: Einführung in das Thema der Diskriminanzanalyse im Kontext von Bonitätsbewertungen.
2 Die Bonitätsbeurteilung: Erläuterung der Grundlagen von Rating und Kreditprozessen in Banken.
3 Die Bilanzanalyse: Analyse traditioneller Methoden der Bilanzierung und deren kritische Schwachstellen.
4 Die Diskriminanzanalyse: Detaillierte Betrachtung des mathematisch-statistischen Verfahrens zur Insolvenzprognose und dessen Anwendung.
5 Abschließende Bemerkung: Fazit zur Eignung des Verfahrens als Werkzeug zur Bonitätsbewertung trotz bestehender Defizite.
Schlüsselwörter
Diskriminanzanalyse, Bonitätsbewertung, Bilanzanalyse, Insolvenzprognose, Rating, Kreditwürdigkeit, multivariate Verfahren, Krisenfrüherkennung, Jahresabschluss, Kennzahlen, Kreditrisiko, statistische Verfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt die Nutzung der Diskriminanzanalyse als statistisches Werkzeug zur objektiven Bewertung der Bonität von Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die Bonitätsbeurteilung, die Grenzen der traditionellen Bilanzanalyse sowie die mathematische Anwendung der Diskriminanzanalyse zur Insolvenzfrüherkennung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die Diskriminanzanalyse als effizientes Instrument zur Prognose von Unternehmenskrisen in der Bankenpraxis eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis von Fachliteratur mathematisch-statistische Verfahren (insb. die Diskriminanzanalyse) darstellt und kritisch diskutiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bonitätsprüfung, die Schwächen klassischer Kennzahlenrechnung und eine tiefgehende Analyse der Diskriminanzverfahren.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Diskriminanzanalyse, Insolvenzprognose, Bonität, Rating und Bilanzkennzahlen.
Wie unterscheidet sich die univariate von der multivariaten Diskriminanzanalyse?
Während die univariate Methode Kennzahlen einzeln zur Trennung betrachtet, verknüpft die multivariate Methode mehrere Kennzahlen zu einer Gesamtaussage, was die Fehlklassifikationsrate deutlich senkt.
Warum ist die Diskriminanzanalyse für Banken relevant?
Sie ermöglicht eine objektivierbare, automatisierbare und zügige Bonitätseinschätzung, die bei der Risikosteuerung und Kreditentscheidung unterstützt.
- Arbeit zitieren
- Andreas Hirschfeld (Autor:in), 2003, Diskriminanzanalysen im Rahmen von Bilanzanalysen zur Bonitätsbewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35759