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Verteufelt human. Die Humanitätsidee in "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe

Titre: Verteufelt human. Die Humanitätsidee in "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe

Dossier / Travail , 2016 , 14 Pages

Autor:in: Yannick Marcel Haas (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Humanitätsideal und ihrer Umsetzung in Johann Wolfgang von Goethes „Iphigenie auf Tauris“ auseinander.
Die zu beantwortende Frage lautet: Handelt Iphigenie durchgehend human, oder gibt es auch Phasen in denen ihr Handeln nicht dem Humanitätsideal entspricht? Ist das Humanitätskonzept in diesem Werk konstitutiv oder episodisch?

Goethes „Iphigenie auf Tauris“ ist ein Werk, welches unmittelbar mit der Humanitätsklassik der deutschen Sprache verbunden ist. So sagt Heidi Beutin, es stelle sich noch heute die Assoziation an Goethes „Iphigenie auf Tauris“ ein, wenn die Wörter „Klassik“ und „Humanität“ im Raum stehen. Diese Aussagen beziehen sich explizit auf die vierte Fassung von 1787, welche dieser Arbeit ebenfalls als Grundlage dienen soll.

Es besteht jedoch keine Notwendigkeit, sich auf die Interpretationen Dritter zu verlassen, wenn es um die Frage geht, ob das Werk die Humanitätsthematik verkörpert. In einem Brief an Friedrich Schiller schreibt Goethe selbst: „Ich bin neugierig was Sie ihm abgewinnen werden. Ich habe hie und da hineingesehen; es ist ganz verteufelt human“. Jedoch schrieb Goethe in einem weiteren Brief an Schiller ebenfalls: „Das Unzulängliche ist productiv. Ich schrieb meine ‚Iphigenie‘ aus einem Studium der griechischen Sachen, das aber unzulänglich war.“

Hier kommt die Frage auf, was Goethe mit unzulänglich meint. Beutin sagt: Goethe wusste, dass das Griechentum neben humanen auch immer inhumane und grausame Züge aufweist. Dieser These nach wurde die Humanitätsidee zwar in das Werk eingebunden, doch würde sie kein konstitutives Element darstellen. Vielmehr hätte sie eine episodische Funktion, die in dem Handeln Iphigenies erkennbar wäre.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Humanitätsidee

2.1 Humanitätskonzepte

2.2 Humanitätskonzept in Goethes Iphigenie

3. Humanität als kontinuierliches Element

3.1 Textbelege zur Kontinuierlichen Humanität

3.2 Zwischenfazit zur kontinuierlichen Humanität

4. Humanität als episodisches Element

4.1 Textbelege zur episodischen Humanität

4.2 Zwischenfazit zur episodischen Humanität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, ob die Humanitätsidee in Goethes Drama "Iphigenie auf Tauris" ein konstitutives Element des Werks darstellt oder lediglich eine episodische Funktion in Iphigenies Handeln einnimmt. Dabei wird der Begriff der Humanität anhand verschiedener Konzepte definiert und kritisch auf das Verhalten der Titelfigur im Drama angewandt.

  • Analyse verschiedener Humanitätsdefinitionen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.
  • Untersuchung von Iphigenies Handlungsweise und Entscheidungsfindung hinsichtlich ihrer Humanität.
  • Kritische Beleuchtung von Textstellen, die sowohl für als auch gegen eine kontinuierliche Humanität sprechen.
  • Bewertung von Iphigenies Umgang mit Lügen und Wahrheit im Kontext ethischen Handelns.
  • Beantwortung der Forschungsfrage nach der Funktion der Humanitätsidee in Goethes Werk.

Auszug aus dem Buch

3.1 Textbelege zur Kontinuierlichen Humanität

Eine exemplarische Textstelle findet sich gleich zu Beginn des Werkes im ersten Aufzug. Iphigenie plagt das Gefühl, dass sie auf Tauris nichts verändern kann. Sie empfindet ihr Leben daher als nutzlos. Ein Leben dieser Art, ist für Iphigenie nur mit dem Tod vergleichbar. Arkas erwidert daraufhin was Iphigenie im Guten verändert hat. So habe sie Thoas zu einem glücklicheren Leben verholfen. Zudem habe sie es geschafft, das der Opferkult in Tauris gestoppt wird: »Wer hat den alten grausamen Gebrauch / Daß am Altar Dianens jeder Fremde / Sein Leben blutend läßt, von Jahr zu Jahr / Mit sanfter Überredung aufgehalten«. Diese Textstelle zeigt die Humanität mit welcher Iphigenie verbunden wird. Lediglich durch Worte hat sie es geschafft zu verhindern, dass weitere Menschen geopfert werden. Um auf Tom Schnees Definition zurückzukommen: Hier wurde durch reine Menschlichkeit, ohne Gewalt oder Zwang, das menschliche Dasein verbessert. Auch die Tatsache das sie Thoas zu einem glücklicheren Leben verholfen hat, ist ein Beispiel für humanitäres Handeln. Zum einen verhilft Iphigenie so einem Mitmenschen zu einem besseren Leben, zum anderen verbessert sie dadurch das Leben für eine Vielzahl von Thoas Gefolgsleuten, welche von seiner Milde profitieren. »Und fühlt nicht jeglicher ein besser Loos / Seitdem der König, (...) / (...) nun sich auch der Milde / In deiner Gegenwart erfreut (...)«. Das menschliche Dasein wurde also auf mehreren Wegen verbessert, ohne dabei Schaden anzurichten oder Leid zu verbreiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die Humanitätsidee in Goethes Drama ein konstitutives Element ist oder lediglich episodisch auftritt, und stellt den Bezug zur Literaturforschung her.

2. Humanitätsidee: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Humanität und stellt verschiedene Konzepte aus Philosophie, Recht und Medizin gegenüber.

2.1 Humanitätskonzepte: Hier werden unterschiedliche theoretische Ansätze zur Erklärung von Humanismus und Menschenwürde dargelegt und deren Grenzen aufgezeigt.

2.2 Humanitätskonzept in Goethes Iphigenie: In diesem Abschnitt wird die für die Arbeit maßgebliche Definition von Humanität festgelegt und die für die Analyse relevanten Kriterien wie Loyalität und Ehrlichkeit benannt.

3. Humanität als kontinuierliches Element: Dieses Kapitel widmet sich der Hypothese, dass Iphigenies Handeln durchgehend von humanen Zügen geprägt ist, und erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk.

3.1 Textbelege zur Kontinuierlichen Humanität: Hier werden exemplarische Textstellen angeführt, die Iphigenies humanes Wirken und ihre Bemühungen zur Vermeidung von Gewalt unterstreichen.

3.2 Zwischenfazit zur kontinuierlichen Humanität: Dieses Kapitel zieht ein vorläufiges Fazit zur kontinuierlichen Humanität, weist jedoch darauf hin, dass die Untersuchung weiterer Textstellen notwendig ist, um eine abschließende Bewertung zu ermöglichen.

4. Humanität als episodisches Element: Dieser Teil des Werks untersucht gezielt Stellen, an denen Iphigenie die Humanitätsideale nicht einhält, um die Gegenhypothese zu prüfen.

4.1 Textbelege zur episodischen Humanität: Hier werden Textstellen analysiert, in denen Iphigenies Handlungen – insbesondere im Umgang mit Lügen – als Verstoß gegen das Humanitätsideal gedeutet werden können.

4.2 Zwischenfazit zur episodischen Humanität: Es wird festgehalten, dass Iphigenie nicht durchgehend human handelt, da ihr Verhalten in Krisensituationen andere Menschen in Gefahr bringen kann.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Humanitätsidee in Goethes Iphigenie auf Tauris aufgrund der Analyse als ein episodisches und nicht als konstitutives Element zu bewerten ist.

Schlüsselwörter

Iphigenie auf Tauris, Johann Wolfgang von Goethe, Humanität, Humanitätsidee, Humanismus, Klassik, Menschlichkeit, Menschenwürde, Moral, Ethik, Loyalität, Ehrlichkeit, episodisches Element, Handlungsanalyse, Tauris.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Drama "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe und untersucht, ob die im Werk präsente Humanitätsidee als tragendes, konstitutives Element oder lediglich als punktuelles, episodisches Motiv zu verstehen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition des Begriffs Humanität aus interdisziplinärer Sicht, die Analyse ethischer Handlungsspielräume der Titelfigur sowie die kritische Auseinandersetzung mit literaturwissenschaftlichen Interpretationen des Dramas.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, durch die Untersuchung exemplarischer Textstellen zu belegen, ob Iphigenies Handeln den Kriterien einer konstitutiven Humanität entspricht oder ob dieses Ideal zeitweise zugunsten anderer Ziele ausgesetzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Textanalyse, bei der zentrale Textpassagen des Dramas vor dem Hintergrund definierter Humanitätskonzepte kritisch reflektiert und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil des Textes behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Humanitätsbegriffs sowie eine zweigeteilte Analyse, die Iphigenies Handeln sowohl als kontinuierlich human als auch als punktuell davon abweichend (inhuman) untersucht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Iphigenie auf Tauris, Humanität, Ethik, Klassik, Handlungsanalyse und Menschenwürde charakterisieren.

Warum wird Iphigenies Handeln im vierten Aufzug kritisch hinterfragt?

Iphigenies Handeln wird kritisch hinterfragt, weil sie Pylades’ Fluchtplan unterstützt und König Thoas mit Lügen über eine angebliche Entweihung der Diana-Statue täuscht, was laut der in der Arbeit gewählten Definition als inhumanes Verhalten eingestuft werden kann.

Wie lautet das Fazit der Arbeit bezüglich der Humanitätsidee?

Die Arbeit schlussfolgert, dass die Humanitätsidee in "Iphigenie auf Tauris" kein durchgehendes, konstitutives Element darstellt, sondern als episodisch einzustufen ist, da Iphigenie ihr Ideal in moralischen Dilemmata zugunsten anderer Interessen zeitweise verlässt.

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Résumé des informations

Titre
Verteufelt human. Die Humanitätsidee in "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Germanistisches Seminar)
Cours
Klassisch-romantische Dramen
Auteur
Yannick Marcel Haas (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
14
N° de catalogue
V358026
ISBN (ebook)
9783668430556
ISBN (Livre)
9783668430563
Langue
allemand
mots-clé
Iphigenie Humanität Mythos Humanitätsideal Johann Wolfgang von Goethe
Sécurité des produits
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Citation du texte
Yannick Marcel Haas (Auteur), 2016, Verteufelt human. Die Humanitätsidee in "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358026
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Extrait de  14  pages
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