Umweltpsychologische Analyse der Darstellung landschaftlicher Präferenz des Fantasy-Romans "Der Herr der Ringe - erstes Buch" von J. R. R. Tolkien

Anhand ausgewählter Landschaftsbildeinheiten


Bachelorarbeit, 2017
110 Seiten, Note: 1,6

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung
1.3 Zielstellung
1.4 Forschungsfrage
1.5 Aufbauskizze

2 Grundlegende Definitionen
2.1 Umweltpsychologie
2.2 Der Landschaftsbegriff
2.3 Landschaftsbild
2.4 Landschaftsbildeinheit (LBE)
2.5 Landschaftliche Schönheit
2.6 Landschaftsqualität
2.7 Landschaftspräferenz (LaPräf)
2.8 Landschaftsszenerie
2.9 Landschaftsszene
2.10 Landschaftseinheit
2.11 Landschaftsvariable (LaVar)

3 Stand der Forschung - Theorien und Thesen zur landschaftlichen Präferenz
3.1 Beschreibung des Forschungsstandes
3.1.1 Zu These 1
3.1.2 Zu These 2
3.1.3 Zu These 3
3.1.4 Zu These 4
3.2 Thesen
3.3 Nachsatz

4 Methodik
4.1 Auswahl des Verfahrensansatzes
4.1.1 Objektbezogene Ansätze
4.1.2 Subjektbezogene Ansätze
4.1.3 Phänomenologischer Ansatz
4.1.4 Psychophysicher Ansatz
4.1.5 Kognitiver Ansatz
4.1.6 Typischer Verfahrensablauf von Präferenzstudien
4.2 Anpassung und Beschreibung des gewählten Verfahrens
4.2.1 Zuordnung der Landschaftsvariablen
4.2.2 Relevante Präferenzstudien
4.2.3 Definition der Landschaftsvariablen
4.2.4 Methodisches Vorgehen bei der Inhaltsanalyse
4.2.5 Verwendeter Roman
4.3 Auswertung der Daten
4.3.1 Bivariate Korrelation nach Spearman und Kurvenanpassungstests ..
4.3.2 Multiple lineare Regressionsanalysen

5 Ergebnisse
5.1 Ergebnis der Inhaltsanalyse
5.1.1 Liste der Landschaftsbildeinheiten
5.1.2 Zitate-Tabelle
5.1.3 Ergebnismatrix
5.1.4 Karten der Landschaftsbildeinheiten
5.2 Ergebnisse der statistischen Auswertung
5.2.1 Korrelations nach Spearman
5.2.2 Multiple lineare Regressionsanalysen

6 Ergebnisdiskussion
6.1 Zu den Korrelationskoeffizienten
6.2 Verifizieren der Thesen
6.2.1 These 1
6.2.2 These 2
6.2.3 These 3
6.2.4 These 4

7 Kritische Methodenbetrachtung
7.1 Inhaltsanalyse zur Datenerhebung
7.1.1 Bewertung der LaVar und der LaPräf
7.2 Statistische Auswertung

8 Zusammenfassung

9 Literaturverzeichnis LI

10 Anhang LV

12 Danksagung CIV

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 „Weathertop On The Horizon“

Abbildung 2 Vergleich der Ergebnisse der Regressionsanalysen bei Verwendung der vier Informationsfaktoren der Präferenzmatrix

Abbildung 3 Kategorisierungen von Ansätzen zur Landschaftsbildbewertung verschiedener Autoren im Vergleich

Abbildung 4 Typischer Verfahrensablauf von Präferenzstudien

Abbildung 5 Codierungbeispiel MAXQDA S. 308

Abbildung 6 Legende

Abbildung 7 „A Part Of The Shire“ mit LBE

Abbildung 8 „The Realm Of Middle Earth“ mit LBE

Abbildung 9 Korrelationsdiagramm mit Signifikanzniveau von 0,05

Abbildung 10 Korrelationsdiagramm mit Hochberg- bzw. Bonferroni-Korrektur..

Abbildung 11 „The Shire“

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Präferenzmatrix nach Kaplan und Kaplan

Tabelle 2 Liste der Landschaftsbildeinheiten

Tabelle 3 Kurvenanpassungstestergebnisse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Einführung

Fantasyliteratur erfreut sich heutzutage zunehmend größerer Beliebtheit. Der oft als Vater oder Erfinder des heutigen (High-)Fantasy-Genres bezeichnete englische Philologe und Oxfort-Professor für Anglistik J. R. R. Tolkien schrieb mit dem Roman „Der Herr der Ringe“ eines der erfolgreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts und prägte damit literarisch nicht nur eine Generation (vgl. Carpenter 1977). Was hat aber Fantasyliteratur nun mit landschaftlicher Präferenz zu tun?

Landschaftsgemälde, angefangen von ersten Höhlenmalereien bis hin zu Werken von Caspar David Friedrich oder Pieter Bruegel, waren schon immer ein Spiegel der Land- schaftswahrnehmungen jener Zeit und Kultur, in der sie entstanden. Literatur wird dabei oft als Quelle von Landschaftsdarstellungen übersehen. Gerade Fantasyliteratur mit seinen oft liebevollen und detailreichen Landschaftsbeschreibungen bietet sich hier mehr als an- dere literarische Genres zur Untersuchung an. Werke wie „Der Herr der Ringe“ spiegeln landschaftliche Idealvorstellungen und -dystopien jener Zeit wieder, können auf der an- deren Seite aber auch die Beurteilung von Landschaft durch Leser*innen über Jahrzehnte nachhaltig beeinflussen. Die Relevanz der vorliegenden Arbeit gründet sich in diesem Wechselspiel, in dem der analysierte Roman durch seine über die Jahre ungebrochene Popularität, zweifelsohne eine repräsentative und beeinflussende Rolle hinsichtlich Land- schaftswahrnehmungen eingenommen hat und -nimmt.

1.2 Problemstellung

Die Naturschutzbewegung ist aus der Ästhetik heraus entstanden, da es ihr zunächst darum ging, die Zerstörung landschaftlicher Schönheit zu verhindern (vgl. Wöbse 2002, S. 14). Mittlerweile findet der Schutz, die Pflege und die Entwicklung der Schönheit bzw. des ästhetischen Potentials einer Landschaft im § 1 Abs. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) Berücksichtigung, gleichrangig neben der Beachtung biotischer und abiotischer Aspekte. Denn nicht nur ökologisch intakte Natur, sondern auch schöne Landschaft als Lebens- und Erlebnisraum ist ein knappes Gut geworden. Zudem sind laut Kaplan und Kaplan (1989) ästhetische Reaktionen auf Landschaft bzw. landschaftliche Präferenz kein Luxusgut, sondern eng verbunden und ein Ausdruck grundlegender menschlicher Anliegen und Grundbedürfnisse (mehr dazu in Kapitel 3).

Welche Landschaften gelten nun aber als schön oder ästhetisch ansprechend? Welche werden präferiert und weshalb? Der Weisheit, dass „Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt“, stellt die Umweltpsychologie grundlegende empirische Ergebnisse gegenüber, um landschaftliche Schönheit bzw. Landschaftspräferenzen zu quantifizieren (vgl. Brush, Chenoweth & Barman 2000). Die große Anzahl unterschiedlicher Ansätze zur Landschaftsbildbewertung kann als Anzeichen für die Komplexität dieser Aufgabe angesehen werden, schlussfolgert Augenstein (2002, S. 14).

Da Literatur im Allgemeinen und Fantasyliteratur im Speziellen, wie in 1.1 erörtert, eine wertvolle deskriptive und gesellschaftlich prägende Aufgabe im Bezug auf die Wahrnehmung und Beurteilung von Landschaften hat, stellt sich die Frage, wie dort Landschaftspräferenzen durch Erzähler*innen dargestellt und durch und Charaktere bewertet wird und ob diese Darstellungen und Präferenzen mit anderen Forschungsergebnissen zur Landschaftspräferenz deckungsgleich sind.

1.3 Zielstellung

Ziel ist die Überprüfung bedeutender umweltpsychologischer Theorien und Erkenntnisse bzw. die daraus abgeleiteten Thesen zur landschaftlichen Präferenz auf ihre Gültigkeit im Fantasy-Roman „Der Herr der Ringe - erstes Buch“ von J. R. R. Tolkien.

Ein Nutzen dieser Arbeit besteht sicherlich darin die eigene Neugier zu befrieden und das Wissen in diesem noch unbeschrittenen Forschungszweig zu mehren. Die Ergebnisse sollen und können nicht als Grundlage für landschafts- und raumplanerische Fragestellun- gen dienen, noch sollen sie helfen die Methodik anderer Studien zu verbessern. Die Arbeit kann dafür Parallelen und Widersprüche von Kunst und Realität aufzeigen und liefert damit möglicherweise Einblicke und Hilfestellungen für die Landschaftsgestaltung zukün- ftiger (Fantasy-)Romane. Auch für umweltpsychologische Fragestellungen im Hinblick auf die Landschaftswahrnehmung und -verarbeitung in Kunst kann sie einen Beitrag leisten. Zudem soll der funktional-kognitive Ansatz von Kaplan und Kaplan (1989) mit seinen vier Informationsfaktoren der „Präferenzmatrix“, auch als „Informationsverarbeitungsmodell“ bezeichnet, in diesem Bereich getestet werden (mehr dazu in Kapitel 3).

1.4 Forschungsfrage

Stimmen bedeutende umweltpsychologische Theorien und Erkenntnisse bzw. die daraus abgeleiteten Thesen zur landschaftliche Präferenz mit der Darstellung von landschaftlicher Präferenz im Roman „Der Herr der Ringe - erstes Buch“ von J. R. R. Tolkien überein?

1.5 Aufbauskizze

Folgende Schritte sind zur Beantwortung dieser Forschungsfrage in folgender Reihenfolge notwendig:

1) Darstellung bedeutender Theorien und Erkenntnisse zur landschaftlichen Präferenz
und daraus abgeleitet die Formulierung von Thesen.
2) Auswahl und Erarbeitung eines Bewertungsansatzes auf Basis anderer umweltpsy-
chologischer Präferenzstudien und hierbei die Auswahl von zu überprüfenden Landschaftsvariablen.
3) Qualitative Inhaltsanalyse des Romans bezüglich seiner Landschaftsbeschreibun-
gen und -bewertungen sowie Einteilung und Auswahl von Landschaftsbildeinheiten für die Analyse.
4) Überführung der Ergebnisse in ein quantitatives Modell, d.h. die Bewertung der
ausgewählten Landschaftsvariablen anhand der Ergebnisse der Inhaltsanalyse.
5) Statistische Auswertung der Daten mithilfe von Korrelationsanalysen und multiplen
linearen Regressionsanalysen.
6) Interpretation und Diskussion der Ergebnisse und Verifizierung bzw. Falsifizierung
der Thesen.
7) Diskussion des gewählten Verfahrens und das Formulieren von Schlussfolgerung-
en.

2 Grundlegende Definitionen

Im folgenden Teil sollen zentrale Begriffe wie Umweltpsychologie, Landschaft, Landschaftsbild, Landschaftsbildeinheit, Landschaftliche Schönheit, Landschaftsqualität, Landschaftspräferenz, Landschaftsszenerie, Landschaftsszene, Landschaftseinheit und Landschaftsvariable definiert, sowie für diese Arbeit eingegrenzt werden.

2.1 Umweltpsychologie

Hellbrück (1999) spricht von Umweltpsychologie „[…] wenn die Auswirkungen der phy- sisch-materiellen sowie der räumlichen Einflussfaktoren auf das Erleben und Verhalten der Menschen im Mittelpunkt stehen.“ (zitiert nach: Steinhardt u. a. 2005, S. 13). „Landschaft“ wird zudem in der psychologischen Literatur, vor allem auch im Englischen, meist mit dem Begriff „Umwelt“ (bzw. „environment“) gleichgesetzt, merkt Steinhardt u. a. (2005, S. 13) an.

2.2 Der Landschaftsbegriff

Landschaft ist einer der zentralen Begriffe dieser Arbeit. Ein Begriff der im allgemeinen Sprachgebrauch und in den Wissenschaften mit sehr unterschiedlichen Sinngehalten be- setzt ist. In Versuchen ihn zu definieren wurde schon sehr viel Kraft vergeudet ohne auf ein anerkanntes Ergebnis zu kommen, merkt Neef (1967, S. 19, zitiert nach: Wöbse 2002, S. 13) zurecht an. Innerhalb der Wissenschaften unterlag der Landschaftsbegriff einer starken semantischen Wandlung. Stimmte er in der Wende von 18. zum 19. Jahrhundert noch mit dem ästhetischen Landschaftsbegriff der Malerei und der zeitgenössischen Kun- sttheorie überein (vgl. Haber 1996, zitiert nach: Steinhardt u. a. 2005, S. 24), wurde dieser in der darauffolgenden geographisch-ökologischen Forschung zunehmend durch einen kausalanalytisch-genetischen vedrängt (vgl. Steinhardt u. a. 2005, S. 24). So definiert Neef (1967, S. 36, zitiert nach: Steinhardt u. a. 2005, S. 25), einer der „Grundväter der Landschaftsökologie“ (Leser 1985, 1999, zitiert nach: ebd.), Landschaft folgendermaßen: „Unter Landschaft verstehen wir einen durch einheitliche Struktur und gleiches Wirkungs- gefüge geprägten konkreten Teil der Erdoberfläche.“. Dass Landschaft immer auch etwas vom Menschen Geschaffenes sei, findet in der folgenden Definition Entsprechung: „Der Begriff Landschaft bezeichnet Inhalt und Wesen eines von der Naturausstattung vorgeze- ichneten und durch die Gesellschaft beeinflussten und gestalteten Raumes als Ausschnitt aus der Erdhülle.“ (Haase u.a. 1991, S. 22, zitiert nach: Steinhardt u. a. 2005, S. 28).

Bis heute wird außerhalb der Wissenschaft „Landschaft“ hingegen ganzheitlich und äs- thetisch-harmonisch aufgefasst. Alexander von Humboldt (1769-1859) führte als erster den Begriff in die Wissenschaft ein, behielt aber eine ganzheitlich-ästhetische Sicht bei (vgl. Steinhardt u. a. 2005, S. 23). Er postulierte: „Landschaft ist der Totalcharakter einer Erdgegend“ (Wöbse 2002, S. 13) und machte deutlich, dass der Totalcharakter individuell, subjektiv und emotional bewertet wird. Es ging ihm hierbei immer um eine ganzheitliche und zugleich ästhetische Wahrnehmung von Natur (vgl. Wöbse 2002, S. 13 f.) und dieser Zugang soll für die vorliegende Arbeit von Bedeutung sein. Hellbrück (1999, zitiert nach: Steinhardt u. a. 2005, S. 13) erweiterte mit seiner Definition „Landschaft sei ein sinnlicher Gesamteindruck eines Teils der Erdoberfläche und des Himmels darüber“ diese Definition noch um eine psychologische Komponente. Eine Dreiteilung des Begriffs nimmt I. S. Zon- neveld (1995, zitiert nach: Steinhardt u. a. 2005, S. 28) mit der Untergliederung in die Wahrnehmungslandschaft (Landschaftsbild), die Landschaft als Mosaik oder Gefüge und die Landschaft als (Öko-) System vor.

Landschaft bleibt als wissenschaftlicher Begriff fragwürdig, weil unpräzise, an bestimmte Wertvorstellungen geknüpft und mit unterschiedlichen Denktraditionen behaftet (vgl. Steinhardt u. a. 2005, S. 28). Als pragmatische Verständigungsgrundlage für diese Arbeit soll Landschaft im Humboldt’schen Sinne ganzheitlich-ästhetisch als Totalcharakter einer Erdgegend begriffen werden.

2.3 Landschaftsbild

Das Landschaftsbild ist laut dem Spektrum Akademischer Verlag (2001) „[das] ästhetisch- interpretative Bild, das sich ein Betrachter aufgrund der Ausstattungsmerkmale, Strukturen und Eigenschaften einer gegebenen Landschaft und zugleich aufgrund seiner subjektiven Befindlichkeit (Erfahrungen, Wissen, Werthaltungen, Ängste, Hoffnungen usw.) von der Landschaft macht.“. Es ist somit einmalig. Das Landschaftsbild ist zudem der zentrale Gegenstand der Landschaftsästhetik. „Dabei können neben dem Sehsinn auch akustis- che, taktile und olfaktorische Reize von Bedeutung sein. Die in der Definition enthaltene Subjektivität, Landschaftsbild als das durch den Beobachter gefilterte Produkt des Land- schaftserlebnisses, erschwert den wissenschaftlich-objektiven Zugang zu diesem Thema.“ (Spektrum Akademischer Verlag 2001). Für die Erfassung und Charakterisierung des Landschaftsbildes bilden die zentralen Begriffe des § 1 Nr. 4 des Bundesnaturschutzge- setzes (BNatSchG) „Vielfalt, Eigenart und Schönheit“ laut Peters & Brahms (2011, S. 34) die Hauptindikatoren.

2.4 Landschaftsbildeinheit (LBE)

Die LBE ist die konkrete räumliche Bezugsgrundlage für die Analyse des Landschafts- bildes (vgl. Peters & Brahms 2011, S. 30) und somit auch für diese Analyse. „Bei Land- schaftsbildeinheiten handelt es sich um Landschaftsräume, die sich aus der Perspektive einer die Landschaft erlebenden Person als Räume mit visuell homogenem Charakter darstellen (vgl. auch Jessel u. a. 2002) und die sich aufgrund dieser wahrnehmbaren Ausstattung entsprechend abgrenzen lassen.“ (Peters & Brahms 2011, S. 30). Diese wahrnehmbare Ausstattung entspricht vorwiegend Biotop-, Nutzungstyp und Relief, die kleinmaßstäblich „[…] z.B. das zusammenhängende Grünland einer Bachaue, ein alter Dorfkern, eine Allee“ (Köhler& Preiß S. 50) oder umfasst großmaßstäblich bis zu einem ganzen Landschaftsraum. Die Detailliertheit hängt vom Maßstab und der Fragestellung ab (Köhler & Preiß, S. 50), im Fall dieser Analyse aber vor allem von der Verfügbarkeit von Informationen bzw. Landschaftsbeschreibungen im ausgewählten Roman.

2.5 Landschaftliche Schönheit

Schönheit ist zunächst eine emotional gebundene, individuelle Erfahrung und Ausdruck einer subjektiven Wahrnehmung (vgl. Peters & Brahms 2011, S. 35). Sie ergibt sich aus der harmonischen Wirkung der Gesamtheit und der einzelnen Teile von Natur und Land- schaft auf den Betrachter (vgl. Gassner, Jedicke 1995 S. 39 f.) und setzt den intuitiv wahrgenommene Gesamteindruck in Wert. Nach Lesart der Rechtsprechung ist hierbei ein sogenannter „aufgeschlossener Durchschnittsbetrachter“ von Bedeutung (Jessel u. a. 2002, S. 222). Denn Schönheit wird neben den Begriffen Vielfalt und Eigenart im § 1 Nr. 4 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) zur Charakterisierung des Landschaftsbildes verwendet. Laut Peters & Brahms (2011, S. 35) sind „ästhetischen Landschaften ein har- monisches Zusammenwirken der Gesamtheit aller Landschaftsbestandteile einschließlich der natürlichen Gegebenheiten zu eigen.“. Sie ist ein Teil aber nicht alleiniger Faktor für landschaftliche Präferenz (mehr dazu in Kapitel 3). Sie ist auch nicht mit Landschaftsqual- ität gleichzusetzen, für die sie sicherlich ein wichtiger aber nicht alleiniger Faktor ist. In dieser Arbeit soll nicht die Schönheit, sondern die landschaftliche Präferenz der zentrale Untersuchungsgegenstand sein.

2.6 Landschaftsqualität

Für diese Arbeit wird landschaftliche Qualität im psychologischen Sinne verstanden. Anstatt Landschaftsqualität über physische Eigenschaften und Elemente zu beschreiben, bezieht es sich hier auf die menschlichen Gefühle und Wahrnehmungen der Bewohner, Besucher oder generell der Betrachter. So besitzt laut Altman und Wohlwill (2014, S. 65) eine Landschaft hohe Qualität, wenn sie positive Gefühle hervorruft, wie bspw. Sicherheit, Entspannung, Wärme, Freiheit, Heiterkeit und Zufriedenheit. Landschaften mit niedriger Qualität sind verbunden mit Stress, Angst, Unsicherheit, Beschränkung, Trübsinn und an- deren negativen Gefühlen.

2.7 Landschaftspräferenz (LaPräf)

Sie stellt begrifflich den zentralen Untersuchungsgegenstand dieser Analyse dar. Unter Präferenz kann ganz einfach die Bevorzugung (Langenscheidt GmbH & Co. KG 2013b), in diesem Fall einer Landschaft gegenüber einer anderen verstanden werden. Im englischen wird der Begriff „landscape preference“ auch oft mit „environmental preference“, also Umweltpräferenz, gleichgesetzt. Laut Kaplan und Kaplan (1989, S. 14) muss zwischen Landschaftspräferenz und Landschaftsbewertung unterschieden werden. Im Gegensatz zu einer (Landschafts-) Bewertung oder Beurteilung, die durch Experten mithilfe ver- schiedener objektiver Kriterien erfolgt, ist Landschaftspräferenz immer eine subjektive Neigung ungeschulter „Amateure“. Dass diese Neigungen dennoch nicht beliebig sind, sondern eng verbunden und ein Ausdruck grundlegender menschlicher Anliegen und Grundbedürfnisse, belegen Kaplan und Kaplan (1989, S. 10 f.) ausführlich (siehe Kapitel

3). Landschaftliche Präferenz aggregiert als Begriff neben der oben definierten landschaftlichen Schönheit auch weitere Faktoren (mehr dazu in Kapitel 3). Es ist in diesem Zusammenhang besser von hoher Landschaftsqualität der präferierten Landschaften als von Schönheit zu sprechen. Darauf und auf die Methoden und Schwierigkeiten der Operationalisierung dieses Kriteriums soll im Kapitel 3 eingegangen werden.

2.8 Landschaftsszenerie

Landschaftsszenerie wurde aufgrund folgender Bedeutungsaspekte für ungeeignet als räumliche Bezugsgrundlage befunden. Da der erste Teil des Wortes schon in 2.1 definiert wurde, soll im Folgenden „Szenerie“ eingegrenzt werden. Neben ihrer theaterlichen Be- deutung als Bühnendekoration oder -bild einer Szene (Dudenredaktion 2006, Langen- scheidt GmbH & Co. KG 2013a), beschreibt die Szenerie auch den „Schauplatz eines Geschehens, einer Handlung; Rahmen, in dem sich etwas abspielt“ (Dudenredaktion 2006). Ihre dritte Bedeutungsdimension, häufig als eindrucksvoller landschaftlicher Hintergrund oder Kulisse einer bildlichen Darstellung (vgl. Langenscheidt GmbH & Co. KG 2013a), ist hier von Interesse. Die zunehmend positive Besetzung dieses deutschen Begriffes lässt sich aus dem englischen Wort „scenery“ herleiten, das immer mit einem attraktiven und natürlichen Teil einer Landschaft verbunden ist und niemals im negativen Sinne benutzt werden kann (vgl. HarperCollins Publishers). Auch impliziert dieser Begriff einen bestimmten Betrachtungspunkt und beschreibt somit nur die Gesamtheit dessen, was sich von diesem Standort dem Blick des Betrachters darbietet.

2.9 Landschaftsszene

Eine (Landschafts-) Szene (engl. „scene“) steht in der Landschaftspräferenzforschung (vgl. Kaplan & Kaplan 1989) üblicherweise für einen bildlichen Ausschnitt einer Landschaft in Fotografie oder Gemälde, observiert selbstverstädnlich von einem Betrachtungspunkt aus.

2.10 Landschaftseinheit

Landschaftseinheit, in seinen verschiedenen Maßstabsebenen von Landschaftsraum, - kammer, -zelle bis hinunter zum Landschaftselement, stellt einen kausalanalytisch- genetischen Begriff dar, d.h. Landschaftseinheiten werden unter anderem durch gleiche standörtliche Bedingungen und Prozesse charakterisiert (vgl. Karl 2013, S. 140). Für den ganzheitlich-ästhetischen Ansatz dieser Analyse mit Schwerpunkt auf der Wahrnehmung der Landschaft, wurde er als Begriff genau wie Landschaftsszenerie für ungeeignet als räumliche Bezugsgrundlage befunden und wird deshalb hier nicht weiter ausgeführt.

2.11 Landschaftsvariable (LaVar)

Eine zu bewertende Dimension oder Eigenschaft einer Landschaft. Diese können physischer (z.B. Flächenanteil Offenland, Wald oder Gewässer) oder wie in dieser Analyse affektiv-kognitiver Natur sein (z.B. Kohärenz, Komplexität, Lesbarkeit oder Rätselhaftigkeit). Mehr dazu in Kapitel 4.

3 Stand der Forschung - Theorien und Thesen zur land- schaftlichen Präferenz

Wie schon in 2.6 erwähnt und definiert, stellt LaPräf begrifflich den zentralen Untersuchungsgegenstand dieser Analyse dar. Bedeutende Theorien und Erkenntnisse anderer Forschungsarbeiten zu landschaftlicher Präferenz sollen im folgenden Abschnitt vorgestellt und anschließend in wenigen Thesen gebündelt werden. Zur besseren Nachvollziehbarkeit werden die inhaltlichen Erläuterungen den, erst in 3.2 geschlussfolgerten, Thesen schon direkt durch entsprechende Unterkapitel (3.1.x) zugeordnet.

3.1 Beschreibung des Forschungsstandes

3.1.1 Zu These 1

Eine der bekanntesten außerpsychologischen Erklärungsansätze, mit denen auch das Kaplan’sche „Informationsverarbeitungsmodell“ (mehr dazu in 3.1.4) im Einklang steht, ist die Habitat-Theorie von Orians (1986, zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61). Orians nimmt an, dass sich der Mensch eine zum Teil genetisch bedingte Prädisposition bewahrt hat, savannenartige Landschaften vorzuziehen (vgl. Augenstein 2002, S. 61). „Diesem bevorzugten Typus entsprechen park- bzw. savannenartige Landschaften mit Wiesen- flächen und eingestreuten Einzelbäumen, Sträuchern und Gehölzgruppen, wozu beispiel- sweise auch Kulturlandschaftselemente wie Streuobstwiesen oder die Wacholderheiden Süddeutschlands gehören.“ (vgl. Augenstein 1995, zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61). De Groot (1992, S. 120 zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61) zieht ebenfalls eine evolu- tionsbiologische Erklärung in Erwägung: „Possibly this preference supports the theory that the evolution of man took place in this type of environment which provided both resources (game in the open areas) and the protection (by the more densely vegetated parts of the landscape).“. Auch Wilson (1986, S. 21) behauptet, dass wo immer der Mensch freie Wahl hat, er in offenem, baumbestandenen Land siedelt, und zwar möglichst auf Erhöhungen über dem Wasser. Oder wenn er die Möglichkeit besitzt, gestaltet der Mensch seine Umwelt entsprechend in diese Richtung. Auch Kaplan und Kaplan (1989, S. 47 ff.) kom- men bei der Auswertung zahlreicher Präferenzstudien mithilfe von „CIM“ (Category-Inden- tifying Methodology), einer Gruppe statistischer Verfahren um über Bewertungspattern von Landschaftsszenen Wahrnehmungskategorien zu identifizieren, auf ähnliche Ergebnisse. Sie fanden, dass unter den identifizierten Wahrnehmungskategorien, die räumlichen Kate- gorien, die als „parkähnlich“, „offener Wald“ oder „Savanne“ bezeichnet werden können, die durchschnittlich höchste Bewertung erhielten (bzw. deren Landschaftsszenen).

Diese präferierten Räume sind relativ offen mit guten Aus- und Durchblicken, dennoch reich strukturiert, typischerweise mit Bäumen, sodass die räumliche Tiefe gut abgeschätzt werden kann. Sie besitzen eine niedrige, grasartige Vegetation, die gute und sichere Fort- bewegungsmöglichkeiten verspricht (vgl. auch Kaplan, Kaplan & Brown 1989). „In einem gut strukturierten Gelände ist es viel einfacher einzuschätzen ob man sich gefahrlos hineinbewegen kann und was einen erwarten wird.“, interpretieren Kaplan und Kaplan (1989, S. 49) ihre Forschungsergebnisse. Sowohl extrem offene Räume, denen Orien- tierungselemente fehlen, als auch völlig undurchsichtige Bereiche ohne räumliche Tiefe wurden weniger präferiert (vgl. Augenstein 2002, S. 60; Kaplan, Kaplan & Brown 1989, zi- tiert nach: Kaplan & Kaplan 1989, S. 261). Augenstein (2002, S. 67) kommt zum Schluss, dass die Möglichkeit Abstände einschätzen zu können, bedeutend für die ästhetische Be- wertung von Landschaften ist. „Wie sich in empirischen Studien gezeigt hat, ist ein gewisses Maß an räumlicher Tiefe signifikant positiv mit Landschaftspräferenz korreliert (u. a. Ulrich 1977) und wird unter variierender Bezeichnung als Prädiktor eingesetzt (z.B. „openness“ in Kaplan, Kaplan & Brown 1989; „density“ in Brown 1994; „enclosure“ in Palmer & Roos-Klein Lankhorst 1998)“ (Augenstein 2002, S. 67).

3.1.2 Zu These 2

Umweltwahrnehmung ist laut Appleton (1984, zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61) der Schlüssel für angepasstes Verhalten und mit seiner Prospect-Refuge-Theorie versucht er die Landschaftsästhetik in den Kontext einer verhaltensbiologischen Erklärung zu setzen (vgl. Augenstein 2002, S. 61). „Verkürzt wiedergegeben, werden nach dieser Theorie die Landschaften besonders bevorzugt, in denen man sehen kann (prospect), ohne selbst gesehen zu werden (refuge), wodurch wie beim Informationsverarbeitungsmodell auf die diametralen Bedürfnisse nach Informationsgewinn und Sicherheit verwiesen wird.“ (Au- genstein 2002, S. 61). Verhaltensbiologisch deshalb, weil sich der Mensch evolutionär als Jäger und Sammler in den Savannenlandschaften Afrikas entwickelt haben soll und diese beiden Aspekte einer Landschaft für den Jagderfolg besonders zuträglich sein sollen.

3.1.3 Zu These 3

Menschlich beeinflusste Landschaftsbildeinheiten werden in fast allen ausgewerteten Stu- dien von Kaplan und Kaplan (1989 S. 43) im Schnitt deutlich schlechter bewertet als natür- liche (vgl. auch Augenstein 2002, S. 60). Hinter dieser grundsätzlich positiven Reaktion des Menschen auf die Natur und Lebewesen, vermuten Vertreter der Biophilie-Hypothese eine partiell biologische Bedingtheit (vgl. Kellert & Wilson 1993 zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61). In Abgrenzung zum biologischen Reduktionismus wird jedoch stets betont, dass man keineswegs daran denkt, „das so mannigfaltige Phänomen ästhetischer Wirk- samkeiten ausschließlich auf die Ebene biologischer Prinzipien zurückführen“ zu wollen (z.B. Richter 1999, S. 29 zitiert nach Augenstein 2002, S. 61). Jedoch nicht alle Land- schaftsbildeinheiten mit menschlichem Einfluss werden niedrig bewertet. Kleine men- schliche Strukturen in sonst natürlicher Umgebung bzw. menschlicher Einfluss, der sich in die Szenerie einbettet und nicht aufdrängt, wird laut Kaplan und Kaplan (1989, S. 44) als außerordentlich positiv wahrgenommen.

3.1.4 Zu These 4

Kaplan und Kaplan (1989 S. 10 f.) nehmen wie Vertreter der Habitat-Theorie an, dass sich Umwelt-(oder Landschafts-) präferenzen im Zug eines evolutionären Anpassung sprozesses entwickelt haben, um geeignete Lebensräume rasch und sicher von ungeeigneten unterscheiden zu können. Landschaften werden also hinsichtlich der menschlichen Bedürfnisse interpretiert. Präferenzen sind somit eng verbunden und ein Ausdruck grundlegender menschlicher Anliegen und Grundbedürfnisse. So präferieren Menschen, genau wie Tiere, kompatible Umgebungen, in denen ein effektives Leben und Überleben wahrscheinlicher erscheint. Somit sind auch ästhetische Reaktionen nicht beiläufige oder triviale Aspekte des menschlichen Seins, sondern stellen eine urzeitliche Quelle zur Interpretation menschlichen Verhaltens dar.

Dass landschaftliche Präferenz nicht beliebig, sondern bei jedem Menschen, also auch bei ungeschulten „Amateuren“, anhand verschiedener aber unbewusster Kriterien erfolgt belegen Kaplan und Kaplan (1989) in ihren zahlreichen Studien. Diese Kategorien und Kri- terien zu ergründen und zu quantifizieren haben sich neben Kaplan und Kaplan (1989) auch Herzog (1984, 1987) und viele andere in ihren umweltpsychologischen Präferenzs- tudien zur Aufgabe gemacht. Der komplexe und analytische Prozess, der zur Bewertung führt, verläuft für die jeweilige Person dabei gänzlich unbewusst und fühlt sich ganzheitlich, unmittelbar und direkt an (vgl. Kaplan & Kaplan 1989, S. 10).

Der von Kaplan und Kaplan (1989) entwickelte funktional-kognitive (auf die Wirksamkeit und Erkenntnisprozesse bezogene) (Steinhardt u. a. 2005, S. 20) Ansatz der Interpretation von Landschaften, auch „Information Processing Model“ oder Informationsverar- beitungsmodell genannt, geht davon aus, dass menschliches Leben und Überleben im All- gemeinen von Informationen abhängig ist. Das Verarbeiten, Speichern und Bewerten von Informationen wird auch als Grundpfeiler der menschlichen Existenz bezeichnet (vgl. Ka- plan & Kaplan 1989, S. 4 f.). Präferiert werden also Umgebungen bei denen sich das Ex- trahieren von lebens- und überlebenswichtigen Informationen am einfachsten gestaltet (vgl. Kaplan & Kaplan 1989, S. 49). Dabei gibt es zwei grundlegende Informations- bedürfnisse - Verstehen und Erkunden. Es steht also die Suche nach Vertrautem und Ver- stehbarem auf der einen Seite und das Explorationsbedürfnis auf der anderen. Um eine weitere Dimension ergänzt, nämlich inwiefern diese Informationen unmittelbar zugänglich sind, ergeben sich vier Informationsfaktoren, auch „Prädiktoren“ genannt, der Kaplan’sche Präferenzmatrix (Tabelle 1): Kohärenz, Komplexität, Lesbarkeit und Rätselhaftigkeit (auf engl.: „Mystery“).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kohärenz beschreibt hierbei die erkennbare Einheitlichkeit und Ordnung einer Landschaft, die sich ohne schlussfolgerndes Denken erschließt (vgl. Kaplan & Kaplan 1989, S. 54). „Damit entspricht sie dem Grad, in dem die Einheiten einer Landschaftsszene in ihrer Zusammengehörigkeit erkennbar sind.“ (Steinhardt u. a. 2005, 20 f.). Redundante Elemente mit einheitlicher Größe und Textur helfen der menschlichen Wahrnehmung die Landschaft schnell zu überblicken und zu analysieren und steigern somit ihre Kohärenz (vgl. Kaplan & Kaplan 1989, S. 54).

Komplexität wird als Anzahl der verschiedenen (visuellen) Elemente einer Landschaft definiert, auch als deren Reichtum an Inhalten, Reizen und Stimuli. Es kann auch von der wahrgenommenen strukturellen Vielfalt gesprochen werden. Eine Landschaft mit geringer Komplexität kann langweilig wirken und wenig zum Erkunden anregen. Eine chaotische Landschaftsbildeinheit ist aber nicht automatisch sehr komplex, sondern ihr mangelt es wahrscheinlich an Kohärenz (vgl. Kaplan & Kaplan 1989, S. 54).

Bei der Lesbarkeit geht es sich um das strukturelle Verständnis einer Landschaft, das Beobachter*innen erst durch Schlussfolgerungen erlangen. Eine lesbare Landschaft ist im Kaplan’schen Sinne eine Landschaft, in der sich Menschen anhand wiedererkennbarer markanter Elemente gut orientieren und ihren Weg auch wieder zurück finden können (vgl. Kaplan & Kaplan 1989, S. 55). Lesbarkeit kann auch mit dem deutschen Wort Orientiertierungsmöglichkeit gleichsetzt werden.

Rätselhaftigkeit ist immer dann stark, wenn die Landschaft ein Mehr an Möglichkeiten und Informationen verspricht, als vom jetzigen Standpunkt aus ersichtlich sind. Die Neugierde und das Explorationsverhalten werden dadurch angeregt und Fantasien und Erwartungen erzeugt. Partielle Sicht-Blockaden einer erleuchtenden Fläche durch Blat- twerk oder leichte Wölbungen im Relief, die einen Weg aus der Sicht verschwinden lassen, sind klassische Beispiele hierfür. Beobachter*innen werden durch die Land- schaftsmerkmale ermutigt in sie hineinzugehen und sie zu erkunden (vgl. Kaplan & Kaplan 1989, S. 55 f.). Dennoch ist Rätselhaftigkeit nicht mit einer Form von Überraschung gle- ichzusetzen, denn die Landschaft muss eine gewisse Kontinuität aufweisen, die den Beobachter*innen eine Vorahnung gibt von dem, was kommen könnte. Auch muss es den Beobachter*innen möglich sein, die Landschaft überhaupt zu erkunden, d.h. sie betreten zu können (vgl. ebd., S. 56).

Die beschriebene Präferenzmatrix wurde nach eigenen Aussagen von Kaplan und Kaplan (1989, S. 57) aus der Analyse der am positivsten und negativsten bewerteten Land- schaftsszenen zahlreicher Studien entwickelt. Darauffolgend wurden diese und andere Prädiktoren in zahlreichen Studien auf ihre Validität getestet, in denen Proband*innen Landschaftsszenen nach ihrer Präferenz bewerteten. Seperat dazu bewertete eine Gruppe von Expert*innen für jede Szene diese vier oder mehr Prädiktoren (siehe ebd., S. 216 ff.). Anschließend wurde mittels multipler Regressionsanalysen ermittelt, inwieweit sich die gemittelte landschaftliche Präferenz jeder Szene durch diese Prädiktoren vorhersagen lässt. Ihre Ergebnisse fassen Kaplan und Kaplan (1989, S. 57 f.) wie folgt zusammen:

Abb. 2: Vergleich der Ergebnisse der Regressionsanalysen bei Verwendung der vier Informationsfaktoren der Präferenzmatrix (Kaplan & Kaplan 1989, S. 65)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In allen untersuchten Studien führte eine Kombination der Prädiktoren zu einem signifikan- ten Ergebnis (siehe Abb. 1). Rätselhaftigkeit oder „Mystery“ ist der stärkste und konstan- teste Prädiktor für landschaftliche Präferenz und fast immer signifikant. Auch Lesbarkeit (oder Orientierungsfähigkeit) wurde in den am meisten präferierten Szenen als hoch eingeschätzt, ist aber als Prädiktor am wenigsten erforscht und oft nicht signifikant. Die am wenigsten präferierten Landschaftsszenen sind sehr niedrig an Kohärenz und Komplexität was den Schluss nahelegt, dass ein Mindestmaß an Kohärenz und Komplexität zur schnellen kognitiven Erfassung benötigt wird. Zu wenig Kohärenz führt wahrscheinlich zu Unverständnis und zu wenig Komplexität zu Desinteresse. Die Präferenz steigert sich aber nicht zwangsläufig proportional mit noch mehr Kohärenz und Komplexität, denn Komplex- ität war nur in einer Studie ein signifikanter Faktor. Zu den anderen beiden Faktoren Les- barkeit und Rätselhaftigkeit, die laut Kaplan und Kaplan (1989, S. 57) auf Schlussfol- gerungen angewiesen sind, verhält sich die Präferenz hingegen direkt proportional, also je mehr desto besser.

Kaplan und Kaplan (1989, S. 58) betonen dass die Präferenzmatrix mit ihren vier Prädiktoren keinesfalls alle Aspekte der Umwelt-Präferenz erklären könne, sondern eher ein breit anwendbares Rahmenwerk darstellt. Es müssen viele Faktoren und deren Kombinationen berücksichtigt werden. Das Konzept ist somit noch nicht vollendet und bedarf weiterer Forschung (vgl. ebd., 1989, S. 49).

3.2 Thesen

Zusammenfassend lassen sich folgende vier Thesen ableiten:

These 1: Bevorzugung von park- bzw. savannenartige Landschaften (Habitat-Theorie nach Orians (1986 zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61)), d.h. von relativ offenen, reich strukturierten und baumbestandenen Landschaften mit guten Orientierungs- und Fortbewegungsmöglichkeiten auf grasartigem Untergrund (Kaplan & Kaplan 1989, S 47 ff.).

These 2: Bevorzugung von Landschaften in denen man sehen kann, ohne selbst gesehen zu werden (Prospect-Refuge-Theorie nach Appleton (1984 zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61)).

These 3: Bevorzugung von Natur und natürlicher Umwelt gegenüber Umwelt mit menschlichen Eingriffen (Biophilie-Hypothese nach Kellert & Wilson (1993 zitiert nach: Augenstein 2002, S. 61) und Kaplan und Kaplan (1989, S. 43f)). These 4: Landschaftliche Präferenz lässt sich signifikant und zu einem hohen Anteil, aber nicht unbedingt vollständig, aus der Kombination der vier Informa- tionsfaktoren der Kaplan’schen Präferenzmatrix vorhersagen (Kaplan & Kaplan 1989, S. 65 f.).

3.3 Nachsatz

Es lässt sich nicht leugnen, dass heutzutage eine Faszination von spektakulären und eher lebensfeindlichen Landschaften wie Hochgebirgen, Wüsten und Eisregionen ausgeht, die mit den oben vorgestellten Thesen nicht zu erklären ist. Die Unberührtheit und Natürlichkeit dieser Landschaften, die in unserer Zivilisation so selten geworden ist, bieten neben einer Abenteurer-Attitüde, die extremen Umweltreiz bei relativer Sicherheit durch Ausrüstung sucht (vgl. Augenstein 2002, S. 61), dafür einen Erklärungsansatz. Die begrenzte Aufenthaltsdauer spielt hierbei auch eine wichtige Rolle, denn bei ungeplanten derartigen Aufenthalten, sähe die Präferenz sicherlich anders aus.

Löfgren (1994, S. 14) merkt an, dass sich Landschaftswahrnehmungen im Laufe der Zeit- en radikal ändern können. Als Beispiel führt er die Wildheit der Küste Schwedens an, die von Reisenden im frühen 19. Jahrhundert noch als chaotisch und unharmonisch empfun- den wurde, sich nach und nach aber fast zum Inbegriff von Harmonie, Echtheit und Ruhe entwickelte. Diese eher modernen „touristischen“ Bewunderungen, werden in der vor- liegenden Analyse nicht mit der zu untersuchenden Landschaftspräferenz gleichgesetzt.

Im Zentrum der Abwägung von LaPräf stehen potenziell längere Aufenthalte bis hin zu einem möglichen Lebensmittelpunkt. Die Hauptcharaktere werden folglich nicht als Extremsportler oder Kurzurlauber, sondern als aufgeklärte Durchschnittsbetrachter verstanden. Trotzdem werden in die Analyse auch stark unterschiedliche Landschaftstypen mit einbezogen, da es laut Kaplan und Kaplan (1989, S. 40) auch über große demographische, kulturelle und landschaftliche Unterschiede hinweg eine Beständigkeit der Umweltpräferenzen zu erkennen ist. Darauf und auf die Methodik der vorliegenden Arbeit, wird im folgenden Kapital 4 eingegangen.

4 Methodik

Die in 3.2 aufgestellten Thesen sollen nun auf ihre Gültigkeit in der Darstellung von landschaftlicher Präferenz des ausgewählten Fantasy-Romans „Der Herr der Ringe - erstes Buch“ von J. R. R. Tolkien überprüft werden.

4.1 Auswahl des Verfahrensansatzes

Augenstein (2002, S. 33) weist darauf in, dass in den letzten 30 Jahren international eine Vielzahl von Methoden zur Erfassung und Bewertung des Landschaftsbildes entstanden sind, die teilweise stark differieren, insbesondere was die Kriterienauswahl und -gewich- tung anbelangt. Diese Vielzahl von bestehenden Methoden erlaubt es nicht, sie einzeln zu betrachten oder gegeneinander abzuwägen. Hierfür ist eine Gruppierung erforderlich, die wie jede Klassifizierung auf verschiedene Weisen möglich ist (vgl. Augenstein 2002, S. 34). Einordnungen nehmen unter anderem Zube u. a. (1982) und Daniel und Vining (1983, zitiert nach: Augenstein 2002, S. 34) vor, die Augenstein mit ihrer eigenen Kategorisierung (siehe Abb. 2) zusammenfasst.

Abb. 3: Kategorisierungen von Ansätzen zur Landschaftsbildbewertung verschiedener Autoren im Vergleich (Augenstein 2002, S. 34)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.1.1 Objektbezogene Ansätze

Für objektbezogene Verfahrensansätze „[…] sind die visuell wahrnehmbaren Landschaft- skomponenten, welche die Physiognomie einer Landschaft prägen, von bestimmender Bedeutung und Hauptgegenstand der Untersuchung.“ (Augenstein 2002, S. 34). Sie wer- den auch als Expertenmodelle bezeichnet, weil sie von Experten unterschiedlicher Diszi- plinen entworfen werden und auf deren Erfahrung und Wissen beruhen (vgl. Zube u. a. 1982, S. 8; Augenstein 2002, S. 34). Da als Datengrundlage stets Luftbilder, Karten oder Geländedaten verwendet werden und die Analyse dieses Romans aber auf dessen Land- schaftsbeschreibungen fußt, kommt diese Gruppe an Methoden für die vorliegende Arbeit nicht in Betracht.

4.1.2 Subjektbezogene Ansätze

Subjektbezogenen Verfahrensansätzen liegt die Annahme zugrunde, dass der wahrgenommene Eindruck einer Landschaft, das Landschaftsbild, mehr als die Summe der Landschaftselemente ist. Menschen werden laut Kaplan (1985, S. 162, zitiert nach: Augenstein 2002, S. 41) auch von der Anordnung dieser Elemente angesprochen und von den Möglichkeiten, die dieses Arrangement verheißt. Ebenso sind die Reaktionen von Er- fahrungen und der jeweiligen Situation abhängig. In subjektbezogenen Verfahren werden zur Erfassung von landschaftlicher Qualität deshalb Personen befragt. Von den Erhebung- stechniken der empirischen Sozialforschung eignen sich zur Messung dieser Land- schaftswahrnehmung laut Augenstein (2002, S. 41) vor allem mündliche oder schriftliche Befragungen von Versuchsteilnehmer*innen, während diese Stimulation durch Umwel- treize in Form von tatsächlich erlebter Landschaft oder in der Regel von Surrogaten (Dias, Fotographien) erfahren.

4.1.3 Phänomenologischer Ansatz

In der Gruppe der subjektbezogenen Verfahren kann der phänomenologischer Ansatz nicht als Bewertungsverfahren im engeren Sinne angesehen werden (Augenstein 2002, S. 54), da nicht eine vergleichende Bewertung und Analyse von Landschaften im Vordergrund steht, sondern die Wechselwirkung von Person und Umwelt, bei der die Bedeutung der Landschaft für eine Person nicht von ihrer spezifischen Situation und emotionale Lage zu trennen sei. Die Befragung findet im Rahmen detaillierter persönlicher Interviews statt, bei der sich die Person bestimmte Landschaftstypen vorstellt. Dieses Verfahren sind für die Analyse des Romans selbstverständlich ungeeignet.

4.1.4 Psychophysicher Ansatz

Psychophysische Verfahren versuchen „[…] eine präzise mathematische Beziehung zwis- chen den physikalisch messbaren Strukturen eines Landschaftsausschnittes und der Beurteilung der ästhetischen Qualität dieses Landschaftsausschnittes, wie sie von Test- personen vorgenommen wird, […]“ (Augenstein 2002, S. 47) aufzustellen. Die sogenan- nten quantitativen Variablen (bspw. Fläche und Umfang von Vegetation und Gewässern) werden hierfür direkt aus Fotos abgeleitet und mittels Regressionsanalysen als Prädik- toren für die von Versuchsteilnehmer*innen bewertete Präferenz untersucht (vgl. ebd., S. 48). Dieses Verfahren muss für jeden Landschaftstyp durch neue Präferenzstudien und Korrelationsberechnungen angepasst werden und ist zudem auch standortspezifisch, da es aufgrund der verwendeten Nahaufnahmen nur kleine Ausschnitte der Landschaft ein- schätzt und die räumliche Organisation des Raumes nicht berücksichtigt (vgl. ebd., S. 51). „Da für Landschaftsausschnitte nur die relative Rangfolge innerhalb eines Landschaftstyps errechnet werden kann, ist eine vergleichende Präferenzbewertung über Landschaftstypen hinweg nicht möglich […]“. Aufgrund dieser Mängel und der Verwendung von Land- schaftsbeschreibungen in der vorliegenden Arbeit anstelle von Fotos, ist dieser Verfahren- sansatz als ungeeignet einzustufen.

4.1.5 Kognitiver Ansatz

Kognitive Verfahren (bzw. psychologische) forschen nach den psychologischen Grundla- gen und Erklärungen für Landschaftspräferenz. Hierzu werden in Abgrenzung zum psy- chophysischen Ansatz, anstelle von physischer bzw. quantitativer Landschaftsvariablen (wie bspw. Fläche und Umfang von Vegetation und Gewässern), Wahrnehmungskate- gorien oder -dimensionen (wie bspw. Kohärenz, Komplexität, Rätselhaftigkeit etc.), die von besonderer Bedeutung für das Landschaftserleben erachtet werden, identifiziert und als Prädiktoren von Landschaftspräferenz statistisch überprüft (vgl. Augenstein 2002, S. 52). Ziel ist die Ermittlung besonders wirksamer Wahrnehmungskategorien, um eine Vorher- sage von Landschaftspräferenz mithilfe dieser Kategorien zu ermöglichen (vgl. Altman & Wohlwill 2014, S. 67).

Die szenisch wirksame Landschaft wird bei kognitiven Verfahren als geistiges Produkt aus hauptsächlich visuellen Informationen angesehen. „Es wird dabei von der Hypothese aus- gegangen, dass Landschaften hoher ästhetischer Qualität beim Menschen positive Gefüh- le der Freiheit und Sicherheit sowie Freude und Entspannung auslösen, während Land- schaften geringer Qualität negative Gefühle wie Stress, Angst, Unsicherheit und Anspan- nung erzeugen (vgl. Daniel & Vining 1983).“ (Augenstein 2002, S. 51). In zahlreichen Un- tersuchungen bestätigte sich die Erklärungskraft dieses kognitiven Ansatzes (Ulrich 1977, zitiert nach: Augenstein 2002, S. 54; Kaplan & Kaplan 1989, S. 216 ff.), wie auch schon in Kapitel 3 beschrieben. „Die Nützlichkeit der kognitiven Verfahren liegt in ihrer großen potentiellen [sic!] Generalisierbarkeit, da die entdeckten Variablen bzw. Dimensionen übertragbar sind. Führt eine affektiv-kognitive Variable in einer Landschaft zu einem bestimmten Reaktionsmuster, lässt sich dieses Muster in allen Landschaften erwarten, die dieses Charakteristikum aufweisen.“ (Augenstein 2002, S. 54). Für die Analyse der Landschaftsbeschreibungen des Fantasy-Romans, der eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaftstypen umfasst, sind übertragbare und breitflächig anwendbare Prädiktoren zwingend notwendig. Aufgrund dieser Eigenschaft boten sich die affektiv-kognitiven Landschaftsvariablen zur Überprüfung der in 3.2 aufgestellten Thesen an und es wurde ein kognitiver Ansatz für die vorliegende Analyse gewählt.

4.1.6 Typischer Verfahrensablauf von Präferenzstudien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine typische kognitive Präferenzstudie (siehe Abb. 3) beginnt mit der Auswahl der zu un- tersuchenden LaVar (bzw. Prädiktoren). Danach werden möglichst repräsentative land- schaftliche Stimuli (zumeist Landschaftsfotographien) der zu untersuchenden Landschafts- räume oder -typen ausgewählt. Anschließend bewerten Versuchsteilnehmer*innen für jede Landschaftsszene die Präferenz auf einer meist 5-stufigen Skala. Wenn die Land- schaftsvariablen nicht schon a priori durch eine Expert*innengruppe eingeschätzt wurden, bewerten die Versuchsteilnehmer*innen diese ebenfalls. Zum Schluss werden die Daten in der Regel mit multivariaten Analyseverfahren wie der multiplen Regressionsanalyse oder mit Korrelationsanalysen statistisch ausgewertet und interpretiert (vgl. Augenstein 2002, S. 53; Altman & Wohlwill 2014, S. 67; Kaplan & Kaplan 1989, S. 216 ff.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 110 Seiten

Details

Titel
Umweltpsychologische Analyse der Darstellung landschaftlicher Präferenz des Fantasy-Romans "Der Herr der Ringe - erstes Buch" von J. R. R. Tolkien
Untertitel
Anhand ausgewählter Landschaftsbildeinheiten
Hochschule
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)
Note
1,6
Autor
Jahr
2017
Seiten
110
Katalognummer
V358046
ISBN (eBook)
9783668431645
ISBN (Buch)
9783668431652
Dateigröße
2256 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herr der Ringe, Landschaftsästhetik, Landschaftspräferenz, Landscape Preference, Environmental Preference, Preference Matrix, Kaplan & Kaplan, Fantasy
Arbeit zitieren
Isaac Friesen (Autor), 2017, Umweltpsychologische Analyse der Darstellung landschaftlicher Präferenz des Fantasy-Romans "Der Herr der Ringe - erstes Buch" von J. R. R. Tolkien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358046

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