Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Ciencia del lenguaje / Lingüística

Der Komparativ im Russischen. Flexion oder Derivation?

Título: Der Komparativ im Russischen. Flexion oder Derivation?

Tesis de Máster , 2013 , 80 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Vladislavs Arhipovs (Autor)

Ciencia del lenguaje / Lingüística
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Bei der ersten Begegnung mit morphologischen Grundbegriffen werden Flexion und Derivation von Studenten der Sprachwissenschaft des Öfteren fälschlicherweise als eine Art Dichotomie innerhalb der Morphologie wahrgenommen, als zwei Hauptbereiche der Morphologie (Morphologie = Flexion und Derivation), denn unser Gehirn stellt gerne neben dem lateinischen Begriff Flexion (lat. flectere: beugen, biegen) einen anderen lateinischen Ausdruck, Derivation (lat. derivatio: Ableitung).

In Wirklichkeit ist die Zweiteilung dieses zunächst scheinbar komplementären Begriffspaares divergent: Der lateinischen Flexion steht nach heutigem Verständnis, vor allem in strukturalistisch geprägten Philologien wie etwa in der Russistik, das deutsche Pendant Wortbildung gegenüber.

An vielen Universitäten wird heute gelehrt, dass die Komparativformen flexivisch gebildet werden. Nur in wenigen Arbeiten sind Äußerungen zu finden, die die Zugehörigkeit der Komparation zur Flexion bestreiten und sie der Wortbildung zuordnen: „Komparative […] sind offenbar eher als Derivate und nicht, wie traditionell üblich, als Flexionsmorpheme anzusehen“ (Vater 2002: 76). Warum manche Sprachwissenschaftler am flexivischen Status der Komparative zweifeln, wird aus diesem Aufsatz ersichtlich.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Flexion vs. Derivation

1.1. Distinktion

1.2. Wort vs. Wortform

1.3. Problemfall Komparativ

2. Prioritäten dieses Aufsatzes

3. Theoretische Grundlage

3.1. Grammatik

3.2. Bildung

3.3. Synthetisch vs. analytisch

3.4. Abgrenzungskriterien

4. Distribution von Morphemen

4.1. Morphemreihenfolge im Russischen

4.2. Morphemreihenfolge typologisch

5. Flexionseigenschaften und Komparativ

6. Verzeichnisse der Morphe

7. Semantik des Komparativs

8. Übliche Abgrenzungskriterien

9. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das linguistische Dilemma der Einordnung des Komparativs im Russischen und Deutsch zwischen den morphologischen Kategorien Flexion und Derivation. Das zentrale Ziel ist es, unter Einbeziehung bestehender morphologischer Abgrenzungskriterien und kontrastiver Analysen zu klären, ob Komparativformen flexivisch oder derivationell gebildet werden, wobei auch die Rolle der Semantik kritisch hinterfragt wird.

  • Untersuchung der morphologischen Distinktion zwischen Flexion und Derivation.
  • Analyse der Bildungsmechanismen von Komparativformen im Russischen und Deutschen.
  • Kontrastive Analyse und typologischer Vergleich der Morphemreihenfolgen.
  • Diskussion der Bedeutung von semantischen Kriterien und der Defektivität bei der Komparativbildung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Syntax und Semantik für die morphologische Klassifikation.

Auszug aus dem Buch

1.1. Distinktion

Flexion vs. Derivation ist eine gut untersuchte sprachwissenschaftliche Unterscheidung. Das Wesentliche dieser Differenzierung ist sicherlich auch denjenigen bekannt, die sich mit Linguistik nicht sehr intensiv beschäftigen – bereits in der Schule müssen sich Kinder einprägen, die Lexik von der Grammatik zu unterscheiden, indem sie Wörter bilden und beugen, zunächst in ihrer Muttersprache, danach auch in einer Fremdsprache; dabei lernen sie einfache (meist lexikalische) bedeutungs- bzw. (meist grammatische) funktionstragende Elemente wie Suffix oder Endung und die grammatischen Kategorien wie Kasus oder Tempus der jeweiligen Sprache.

Flexion und Derivation sind unentbehrliche Bestandteile sprachwissenschaftlicher Erforschung der inneren Struktur von Wörtern. Bei der ersten Begegnung mit morphologischen Grundbegriffen werden Flexion und Derivation von Studenten der Sprachwissenschaft des Öfteren fälschlicherweise als eine Art Dichotomie innerhalb der Morphologie wahrgenommen, als zwei Hauptbereiche der Morphologie (Morphologie = Flexion und Derivation), denn unser Gehirn stellt gerne neben dem lateinischen Begriff Flexion (lat. flectere: beugen, biegen) einen anderen lateinischen Ausdruck Derivation (lat. derivatio: Ableitung). In Wirklichkeit ist die Zweiteilung dieses zunächst scheinbar komplementären Begriffspaares divergent: Der lateinischen Flexion steht nach heutigem Verständnis, vor allem in strukturalistisch geprägten Philologien wie etwa in der Russistik, das deutsche Pendant Wortbildung gegenüber (Morphologie = Flexion und Wortbildung), denn die Derivation stellt neben der Komposition, Konversion, Kurzwortbildung, Reduplikation usw. nur eine von mehreren Arten der Wortbildung dar; ein Verwechslungsanliegen, das die mit der russischen morphologischen Terminologie vertrauten Studenten nicht haben sollten – in der Russistik sowie den Terminologien anderer ostslavischer Sprachen wird die Flexion als Wortformenbildungsprozess meist durch den russischen bzw. slavischen Begriff ‘Wortveränderung‘ repräsentiert (Slovoizmenenie (cловоизменeние [Ru]), Slovozmina (cловозміна [Ua]), Slovaz’mena (cловазьмена [By])).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Flexion vs. Derivation: Einführung in die grundlegende Unterscheidung zwischen Flexion und Derivation sowie Erörterung der terminologischen Abgrenzungen in der Linguistik.

2. Prioritäten dieses Aufsatzes: Darstellung der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise, ohne den Anspruch, neue Kriterien zu erfinden.

3. Theoretische Grundlage: Erläuterung morphologischer Kernbegriffe, Steigerungsstufen und der formalen Unterschiede zwischen synthetischen und analytischen Bildungen.

4. Distribution von Morphemen: Untersuchung der Reihenfolge von Morphemen und deren Relevanz für die Einordnung als Flexion oder Derivation.

5. Flexionseigenschaften und Komparativ: Analyse von Flexionseigenschaften im Vergleich zu derivationellen Merkmalen anhand von Beispielen der russischen Sprache.

6. Verzeichnisse der Morphe: Diskussion der Morphem-Inventare in der russischen Akademiegrammatik und deren Klassifizierung.

7. Semantik des Komparativs: Untersuchung der semantischen Kriterien und der Frage, ob der Komparativ die Bedeutung seiner Grundform verändert.

8. Übliche Abgrenzungskriterien: Kritische Evaluierung weiterer linguistischer Abgrenzungskriterien, wie Syntax und Wortartwechsel.

9. Schlussfolgerung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschlag zur Einführung des Begriffs der semantischen Defektivität.

Schlüsselwörter

Flexion, Derivation, Morphologie, Komparativ, Russisch, Deutsch, Wortbildung, Wortveränderung, Morphem, Steigerung, Semantik, Syntax, Defektivität, Absolutadjektive, Sprachwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das morphologische Dilemma der Zuordnung des Komparativs im Russischen und Deutschen zur Flexion oder Derivation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind morphologische Theoriebildung, Morphem-Distribution, semantische Kriterien bei der Steigerung und kontrastive Sprachbetrachtung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Komparativformen des Russischen flexivisch oder derivationell gebildet werden, basierend auf vorhandenen linguistischen Abgrenzungskriterien.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kontrastive Analyse angewandt, die auf bestehenden theoretischen Modellen der Morphologie von Linguisten wie Booij, Haspelmath und Wurzel aufbaut.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen, die Verteilung von Morphemen, die Semantik von Komparativen und eine kritische Auseinandersetzung mit syntaktischen Abgrenzungskriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Flexion, Derivation, Morphologie, Komparativ, Wortveränderung und semantische Defektivität.

Warum wird der Begriff "semantische Defektivität" eingeführt?

Der Autor führt diesen Begriff ein, um Fälle zu erklären, in denen bestimmte Wortformen (wie Steigerungsstufen bei Absolutadjektiven) aus semantischen Gründen nicht gebildet werden, obwohl die morphologische Struktur dies zulassen würde.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Semantik bei der Flexion?

Der Autor argumentiert, dass Semantik nicht als Hauptargument gegen die Flexivität des Komparativs herangezogen werden sollte, da ein morphologisches Wort seine Flexionseigenschaften nicht durch kontextuelle semantische Nuancen verliert.

Final del extracto de 80 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Komparativ im Russischen. Flexion oder Derivation?
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Slawistik)
Calificación
1,0
Autor
Vladislavs Arhipovs (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
80
No. de catálogo
V358052
ISBN (Ebook)
9783668430198
ISBN (Libro)
9783668430204
Idioma
Alemán
Etiqueta
Flexion Derivation Wortform Wortbildung Komparativ Morphologie Germanistik Polonistik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Vladislavs Arhipovs (Autor), 2013, Der Komparativ im Russischen. Flexion oder Derivation?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358052
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  80  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint