Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

Die Unternehmenssanierung mit Hilfe von Insolvenzplanverfahren zur Vermeidung von Unternehmensliquidationen

Titel: Die Unternehmenssanierung mit Hilfe von Insolvenzplanverfahren zur Vermeidung von Unternehmensliquidationen

Bachelorarbeit , 2016 , 53 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Pierre Michaels (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahre 1999 gibt es jährlich bis zu 35.000 Unternehmensinsolvenzen. Im Falle einer Unternehmenskrise, welche zu einer Anmeldung eines Insolvenzverfahrens führte, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Bewältigung des Problems. Einerseits die Durchführung einer Liquidation aller Vermögensgegenstände zur quotalen Befriedigung der Gläubigerforderungen oder andererseits eine Fortführung des Unternehmens mit gleichzeitiger Sanierung. Hierbei ist abzuwägen, ob ein Unternehmen überhaupt sanierungsfähig ist. Eine Fortführung des Unternehmens ist nur dann sinnvoller als eine Liquidation, wenn Gewinne erzielt werden können.

Eine wichtige Form der Unternehmensfortführung und somit eine Alternative zur klassischen Regelinsolvenz bildet das Insolvenzplanverfahren. Ein solches Insolvenzplanverfahren gibt den Vorlageberechtigten die Möglichkeit, Regelungen abseits der Insolvenzordnung zu treffen, um eine erfolgreiche Sanierung durchzuführen. Ziel dieser Regelung ist, die Privat- und Gläubigerautonomie zu stärken, indem eigenständig einvernehmliche Lösungen zur Insolvenzabwicklung getroffen werden können.

Oberstes Ziel des Insolvenzverfahrens ist immer die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger. Eine Unternehmenskrise kann jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen. Dies kann aufgrund falscher Besetzungen von Führungspositionen, fehlerhafter Einschätzungen der Marktentwicklung oder durch Mängel bei Organisation und Planung erfolgen, um nur einige Wenige zu nennen. Aufgrund der Komplexität einer Unternehmenskrise und der zu großen Einschränkungen durch die Insolvenzordnung ist eine Abwicklung eines Insolvenzverfahrens im Rahmen der Vorschriften zur Regelinsolvenz nicht immer die optimale Möglichkeit zur bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger. Ein Insolvenzplanverfahren sorgt hingegen für die nötige Flexibilität und schafft eine gesetzliche Legitimierung für Abweichungen von den Vorgaben zur Regelinsolvenz. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krise des Unternehmens

2.1 Definition und Merkmale einer Krise

2.2 Die vier Phasen einer Krise

2.3 Anzeichen einer Krise und die Möglichkeiten der Bewältigung

2.3.1 Sofortmaßnahmen zur Krisenbewältigung

2.3.2 Insolvenzverfahrensarten

3. Zweck des Insolvenzplanverfahrens und dessen praktische Entwicklung

4. Aufbau eines Insolvenzplans

4.1 Arten von Insolvenzplänen

4.2 Gesetzliche Formvorschriften

4.2.1 Der darstellende Teil

4.2.2 Der gestaltende Teil

4.2.2.1 Bildung von Gläubigergruppen

4.2.3 Der dokumentierende Teil

5. Ablauf des Insolvenzplanverfahrens

5.1 Planinitiativrecht

5.2 Die Bestellung des Insolvenzverwalters

5.3 Die Einhaltung der Frist zur Vorlage des Insolvenzplans

5.4 Voraussetzungen für die Annahme des Plans und Ablauf des Insolvenzplanverfahrens

5.4.1 Vorprüfung durch das zuständige Insolvenzgericht

5.4.2 Niederlegung des Insolvenzplans und Einholung von Stellungnahmen

5.4.3 Abstimmungs- und Erörterungstermin

5.4.3.1 Erörterung des Insolvenzplans und der Stimmrechte

5.4.3.2 Durchführung der Abstimmung

5.4.3.3 Zustimmung des Schuldners

5.5 Gerichtliche Bestätigung des Plans

5.6 Rechtswirkung des bestätigten Insolvenzplans

5.6.1 Persönlicher Geltungsbereich

5.6.2 Materiell-rechtliche Wirkung

5.6.3 Die Aufhebung des Insolvenzverfahrens

6. Die Sanierung mit Hilfe des Insolvenzplans

6.1 Definition der Sanierung

6.2 Analyse der Sanierungsfähigkeit

6.3 Maßnahmen der Sanierung

6.3.1 Finanzwirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen

6.3.1.1 Auflösen stiller Reserven

6.3.1.2 Gesellschafterdarlehen

6.3.1.3 Forderungsverzicht

6.3.1.4 Zuführung von Kapital

6.3.1.5 Factoring

6.3.1.6 Sale and lease back

6.3.2 Leistungswirtschaftliche Maßnahmen

6.3.2.1 Absatz

6.3.2.2 Beschaffung

6.3.2.3 Forschung und Entwicklung

6.3.2.4 Produktion

6.3.2.5 Personal

6.3.3 Einbeziehung der Sanierungsmaßnahmen in den Insolvenzplan

7. Fazit und Prognose

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorthesis befasst sich mit dem Einsatz des Insolvenzplanverfahrens als Instrument zur Sanierung krisenbehafteter Unternehmen, um deren Liquidation zu vermeiden. Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen und praktischen Anforderungen an einen erfolgreichen Insolvenzplan zu analysieren und aufzuzeigen, wie durch flexible, einvernehmliche Lösungen die Gläubigerautonomie gestärkt und eine Unternehmensfortführung ermöglicht werden kann.

  • Krise des Unternehmens: Definition, Phasen und Bewältigungsmöglichkeiten
  • Aufbau und Anforderungen eines rechtssicheren Insolvenzplans
  • Verfahrensablauf: Von der Vorlage bis zur gerichtlichen Bestätigung
  • Finanz- und leistungswirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen im Insolvenzplan

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Der darstellende Teil

Der erste und zugleich wichtigste Teil des Insolvenzplans ist der darstellende Teil. Zweck des darstellenden Teils ist die umfassende Beschreibung des schuldnerischen Unternehmens. Hierzu zählen alle wirtschaftlich relevanten Informationen und alle bereits umgesetzten- bzw. noch umzusetzenden Sanierungsmaßnahmen. Dieser Teil ist maßgeblich für die Entscheidung der Gläubiger und des Gerichts über die Durchführung des Insolvenzplans. Im § 220 I InsO handelt es sich um Pflichtangaben. Fraglich ist, ob es sich bei den Vorgaben des § 220 II InsO auch um Pflichtangaben handelt. Der Gesetzgeber verwendet in dieser Norm das Wort „soll“, welches nach herrschender Lehre ein Merkmal einer nicht-zwingenden Norm darstellt. Der BGH sieht jedoch Absatz 2 trotz der vom Gesetzgeber verwendeten Form als Pflicht. Somit ist es erforderlich, alle sonstigen Angaben zu den Grundlagen des Plans und dessen Auswirkungen im darstellenden Teil anzugegeben. Gem. § 250 Nr.1 InsO führt ein Verstoß gegen Verfahrensvorschriften zu einer Versagung der Bestätigung des Plans.

Ein Insolvenzplan folgt meist einem bestimmten Muster. Grundsätzlich beginnt der darstellende Teil mit einem allgemeinen Überblick der wichtigsten Daten und Fakten des Insolvenzverfahrens. Hierzu zählen die Datumsangaben der Antragstellung, der Eröffnung und der bisherige Zeitraum der Fortführung. Weiterhin sind Informationen über den Auftrag der Planerstellung, die Ziele des Insolvenzplans (dies zeigt gleichzeitig den Plantyp) sowie die Einteilung der Gläubigergruppen enthalten. Darauffolgend sollte das schuldnerische Unternehmen den Lesern des Insolvenzplans vorgestellt werden. Hierzu gehören alle rechtlichen Verhältnisse und somit alle Angaben über die Gründung des Unternehmens, über jedwede Beteiligungen und die Struktur der Gesellschaft und der Geschäftsführung. Weiterhin notwendig ist die Aufklärung der Gläubiger und des Gerichts über die wirtschaftlichen Verhältnisse und deren Entwicklung. Dazu gehören eine Aufstellung der Produkte, die Darstellung der bisherigen unternehmerischen Strategie, die wirtschaftliche Entwicklung vor und nach der Verfahrenseröffnung und die wesentlichen Gründe für die Anmeldung des Insolvenzverfahrens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik von Unternehmensinsolvenzen ein und stellt das Insolvenzplanverfahren als sanierungsfreundliche Alternative zur klassischen Liquidation vor.

2. Krise des Unternehmens: Dieses Kapitel definiert Krisenbegriffe, erläutert die Phasen einer Unternehmensexistenzbedrohung und diskutiert erste notwendige Sofortmaßnahmen sowie Verfahrensarten.

3. Zweck des Insolvenzplanverfahrens und dessen praktische Entwicklung: Es wird die Zielsetzung des Insolvenzplans zur Stärkung der Gläubigerautonomie sowie dessen historische und praktische Entwicklung beleuchtet.

4. Aufbau eines Insolvenzplans: Hier werden die gesetzlichen Formvorschriften und die inhaltliche Strukturierung in einen darstellenden, gestaltenden und dokumentierenden Teil detailliert beschrieben.

5. Ablauf des Insolvenzplanverfahrens: Das Kapitel erläutert den formalen Prozess vom Initiativrecht bis zur Rechtswirkung des bestätigten Plans, inklusive Abstimmung und gerichtlicher Prüfung.

6. Die Sanierung mit Hilfe des Insolvenzplans: Es folgt eine tiefgehende Analyse von Finanz- und leistungswirtschaftlichen Maßnahmen, die zur tatsächlichen Sanierung und Erhaltung eines Unternehmens beitragen.

7. Fazit und Prognose: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der praktischen Relevanz des Insolvenzplanverfahrens und einer Einschätzung seiner zukünftigen Bedeutung.

Schlüsselwörter

Insolvenzplanverfahren, Unternehmenssanierung, Insolvenzordnung, Gläubigerautonomie, Insolvenzverwalter, Sanierungsfähigkeit, Liquidationsvermeidung, Insolvenzplan, Schuldner, Restrukturierung, Finanzwirtschaftliche Maßnahmen, Leistungswirtschaftliche Maßnahmen, ESUG, Gläubigergruppen, Bestätigungsverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorthesis?

Die Arbeit untersucht das Insolvenzplanverfahren als ein gesetzliches Instrument, das Unternehmen bei einer drohenden Insolvenz eine Sanierung statt einer Liquidation ermöglichen soll.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Die Arbeit behandelt die Ursachen und Phasen von Unternehmenskrisen, die detaillierte rechtliche Strukturierung eines Insolvenzplans sowie die praktischen Maßnahmen zur finanziellen und leistungswirtschaftlichen Sanierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Funktionsweise des Insolvenzplanverfahrens zu erläutern und aufzuzeigen, wie dieses durch Flexibilität und Stärkung der Gläubigerautonomie die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger und den Erhalt des Unternehmens sichern kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literatur- und Rechtsanalyse unter Einbeziehung relevanter Kommentare zum Insolvenzrecht, Fachartikeln und gesetzlicher Vorgaben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Strukturierung des Insolvenzplans (Teile, Anlagen), den prozessualen Ablauf des Verfahrens (Initiative, Abstimmung, Bestätigung) und konkrete operative Sanierungsmaßnahmen wie Factoring oder Kapitalzuführungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Insolvenzplanverfahren vor allem Begriffe wie Unternehmenssanierung, Insolvenzordnung (InsO), Gläubigerautonomie und Restrukturierung.

Welche Rolle spielt das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) für das Insolvenzplanverfahren?

Das ESUG wird als maßgeblicher Reformfaktor dargestellt, der durch die Beseitigung von Hemmnissen die Attraktivität und die praktische Anwendung von Insolvenzplanverfahren seit 2012 signifikant verbessert hat.

Warum ist die korrekte Bildung von Gläubigergruppen im Insolvenzplan so wichtig?

Die Gruppenbildung ist essentiell für die Abstimmungsfähigkeit des Plans, da sie die Interessen der Beteiligten bündelt und strategisch notwendige Mehrheiten für die Annahme des Sanierungskonzepts ermöglicht.

Welche Funktion hat die gerichtliche Vorprüfung bei einem Insolvenzplan?

Die Vorprüfung dient dazu, den Plan frühzeitig auf offensichtliche Mängel oder Aussichtslosigkeit zu prüfen, um das Verfahren zu beschleunigen und unnötige Kosten durch ein scheiterndes Verfahren zu vermeiden.

Was unterscheidet den darstellenden vom gestaltenden Teil eines Insolvenzplans?

Der darstellende Teil dient der transparenten Information über die Unternehmenslage, während der gestaltende Teil die verbindlichen rechtlichen Maßnahmen zur Sanierung (z.B. Forderungsverzichte oder Kapitaländerungen) festlegt.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Unternehmenssanierung mit Hilfe von Insolvenzplanverfahren zur Vermeidung von Unternehmensliquidationen
Hochschule
Hochschule Schmalkalden, ehem. Fachhochschule Schmalkalden
Veranstaltung
Sanierung- und Insolvenzmanagement
Note
1,3
Autor
Pierre Michaels (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
53
Katalognummer
V358067
ISBN (eBook)
9783668430532
ISBN (Buch)
9783668430549
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Insolvenz Insolvenzplan Insolvenzplanverfahren Sanierung Restrukturierung ESUG Jura Recht Unternehmen Betriebswirtschaftslehre BWL
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pierre Michaels (Autor:in), 2016, Die Unternehmenssanierung mit Hilfe von Insolvenzplanverfahren zur Vermeidung von Unternehmensliquidationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358067
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  53  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum