Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Bewertung und Analyse von Bonuszertifikaten aus Sicht eines Privatanlegers. Hierzu wird das Bonuszertifikat auf die Adidas-Aktie mithilfe der Monte-Carlo-Simulation (implementiert in ein Excel Bewertungsmodell) zum Emissionszeitpunkt und während der Laufzeit bewertet.
Da es sich um ein am Markt bestehendes Produkt handelt, kann der eigens berechnete Wert mit dem Preis, zu welchem das Zertifikat emittiert wurde, verglichen werden. Entscheiden für die Differenz der Zertifikatwerte ist dabei die Wahl der Inputparameter.
Um aus Anlegersicht interessante Produkteigenschaften zu analysieren, wird das Produkt im Zeitablauf und unter unterschiedlichen Marktbedingungen bewertet. Risikokennzahlen wie der Value at Risk oder die Shortfallwahrscheinlichkeit werden berechnet und verglichen, indem mithilfe der Monte-Carlo-Simulation verschiedene Szenarien für Aktienkurse und Zertifikatwerte zu verschiedenen Zeitpunkten während der Laufzeit simuliert werden, aus welchen sich jeweils unterschiedliche Renditeszenarien ableiten lassen.
Um zu analysieren, wie sich die Rendite und die Volatilität des Produkts im Vergleich zum Basiswert verhalten, wird das Zertifikat in historisch interessante Marktphasen versetzt und unter den dort gegebenen Bedingungen im Zeitablauf bewertet. Aus den berechneten Zertifikatwerten lassen sich Rendite- und Volatilitätswerte ableiten, welche mit jenen des Basiswerts verglichen werden. Hierbei hängt das Ergebnis immer stark davon ab, unter welchen Bedingungen das Zertifikat bewertet wird.
Resultierend aus den Analysen der beschriebenen Kennzahlen lässt sich ableiten, dass ein Bonuszertifikat vor allem in Seitwärtsmärkten interessant und vorteilhaft sein kann, da trotz eines leichten Kursrückgangs ein Betrag entsprechend dem Bonuslevel ausgezahlt wird. Bei stark fallenden oder steigenden Kursen schneidet das Bonuszertifikat hingegen im Vergleich zum Investment in die Aktie schlechter ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zertifikat und Bonuszertifikat
2.1 Grundlegende Informationen über Zertifikate
2.2 Auszahlungsprofil Bonuszertifikat
3. Das Bewertungsmodell
3.1 Überblick über das Bewertungsverfahren
3.2 Stochastischer Prozess
3.3 Anwendung des Bewertungsmodells auf das Bonuszertifikat der Adidas-Aktie
4. Bewertung einer Anlagestrategie aus Sicht eines Privatanlegers
4.1 Analyse der Risikokennzahl „Value at Risk“
4.2 Analyse der Shortfallwahrscheinlichkeit
4.3 Analyse der Rendite und Volatilität
4.3.1 Leicht sinkende Aktienkurse
4.3.2 Stark sinkende Aktienkurse
4.3.3 Stark steigende Aktienkurse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Bonuszertifikate aus der Perspektive eines Privatanlegers systematisch zu bewerten und ihr Risiko-Rendite-Profil unter verschiedenen Marktbedingungen zu analysieren, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, wie sich diese Produkte im Vergleich zu einem Direktinvestment in den Basiswert (Adidas-Aktie) in unterschiedlichen Kursverläufen verhalten.
- Methodische Bewertung mittels Monte-Carlo-Simulation.
- Untersuchung des Auszahlungsprofils und des Einflusses der Barriere.
- Analyse von Risikokennzahlen wie Value at Risk (VaR) und Conditional Value at Risk (cVaR).
- Vergleichende Performance-Analyse in Seitwärts-, Abwärts- und Aufwärtsmärkten.
- Evaluierung der Volatilität und der Sharp-Ratio gegenüber dem Basiswert.
Auszug aus dem Buch
3.1 ÜBERBLICK ÜBER DAS BEWERTUNGSVERFAHREN
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um einen Wert für derivative Finanzprodukte zu berechnen. In der vorliegenden Arbeit wird die Monte-Carlo-Simulation (MCS), ein numerisches Verfahren, für die Bewertung verwendet. Bei einer MSC wird ein zufälliger Pfad für einen Aktienkurs in einer risikoneutralen Welt erzeugt, woraus sich eine Auszahlung des Derivats ableiten lässt (siehe Hull, 2009, S. 527).
Es werden wiederholt Pfade für einen Aktienkurs und für Auszahlungen des Derivats generiert. Die erwartete Auszahlung wird anschließend mit dem risikolosen Zins diskontiert, um einen Schätzer für den Wert des Derivats zum Bewertungszeitpunkt zu erhalten. Die MCS basiert auf der Annahme der schwachen Form der Markteffizienz, welche besagt, dass bei der Schätzung zukünftiger Preise historische Informationen irrelevant sind (siehe Fama, 1965, S. 35).
Zum Simulieren von Finanzreihen eigenen sich unter dieser Bedingung Markov-Prozesse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Zertifikaten im Markt der Finanzprodukte und definiert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Zertifikat und Bonuszertifikat: Es werden die Grundlagen von Zertifikaten als Retail-Produkte vermittelt und das spezifische Auszahlungsprofil von Bonuszertifikaten mit Bonuslevel und Barriere detailliert beschrieben.
3. Das Bewertungsmodell: In diesem Teil wird die Monte-Carlo-Simulation als zentrales Bewertungsverfahren eingeführt und die Anwendung auf das Bonuszertifikat der Adidas-Aktie methodisch dargelegt.
4. Bewertung einer Anlagestrategie aus Sicht eines Privatanlegers: Dieser Abschnitt analysiert das Risikoprofil sowie die Rendite- und Volatilitätsentwicklung des Zertifikats in verschiedenen Marktszenarien und vergleicht diese mit dem Basiswert.
5. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung von Bonuszertifikaten für Privatanleger unter Berücksichtigung von Risiken und Kosten.
Schlüsselwörter
Bonuszertifikate, Monte-Carlo-Simulation, Adidas-Aktie, Risikokennzahlen, Value at Risk, cVaR, Shortfallwahrscheinlichkeit, Volatilität, Rendite, Seitwärtsmarkt, Finanzderivate, Anlagestrategie, Basiswert, Bewertungsmodell, Markteffizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der fundierten Bewertung und Analyse von Bonuszertifikaten aus der Sicht eines Privatanlegers, wobei ein konkretes Produkt auf die Adidas-Aktie als Fallbeispiel dient.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise von Bonuszertifikaten, der mathematischen Bewertung durch Monte-Carlo-Simulationen und der empirischen Untersuchung von Risiko- und Ertragskennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Vor- und Nachteile von Bonuszertifikaten im Vergleich zum direkten Investment in Aktien unter variierenden Marktbedingungen (steigend, fallend, seitwärts) transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommt die Monte-Carlo-Simulation zum Einsatz, die in einem Excel-Modell implementiert wurde, um verschiedene Szenarien für Aktienkursverläufe und entsprechende Zertifikatauszahlungen zu generieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Bewertungsmodells, die praktische Anwendung auf die Adidas-Aktie und die anschließende Analyse von Risikomaßen wie VaR, cVaR und der Shortfallwahrscheinlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bonuszertifikate, Monte-Carlo-Simulation, Risikomanagement, Volatilitätsanalyse und Finanzmarktanalyse geprägt.
Warum wird für das Modell ein risikoloser Zins von Null angenommen?
Da der EURIBOR zum Zeitpunkt der Bewertung negativ war, wurde für das Modell ein Zins von null Prozent gewählt, da Anleger durch das Halten von Bargeld zumindest diesen risikolosen Ertrag erzielen können.
Welches Ergebnis liefert die Analyse für stark fallende Märkte?
Die Analyse zeigt, dass Bonuszertifikate bei stark fallenden Kursen schlechter abschneiden als die Aktie selbst, da der schützende Bonus-Mechanismus bei Unterschreiten der Barriere verloren geht.
- Arbeit zitieren
- Jonas Noyon (Autor:in), 2017, Bewertung und Analyse von Bonuszertifikaten. Die Monte-Carlo-Simulation (Excel Bewertungsmodell), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358113