Das Schreiben in den digitalen Medien. Definitionen, Möglichkeiten und Anwendungsfelder


Hausarbeit, 2017
11 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einführung

Zum Begriff Schreiben

Schreiben in digitalen Medien

Interaktive Schreibwerkstätten als Beispiel für das Schreiben in digitalen Medien

Die E-Mail als Beispiel für das Schreiben in digitalen Medien

Literatur

Einführung

Der moderne DaF-Unterricht ist geprägt vom Einsatz digitaler Medien, welche eine bedeutsame Rolle zur Vermittlung von Sprachkenntnissen im DaF-Unterricht spielen. Vor diesem Hintergrund möchte diese Arbeit auf das Schreiben in digitalen Medien eingehen. Das Hauptaugenmerk der vorliegenden Untersuchung richtet sich auf eine Betrachtung des Schreibens in digitalen Medien anhand von ausgewählten Beispielen. Für diesen Zweck werden theoretische Grundlagen zum Schreiben in digitalen Medien erläutert. Es wird auch angestrebt, den Beitrag des Schreibens in digitalen Medien zur Förderung der Schreibkompetenz bei den Studierenden aufzuzeigen.

Zum Begriff Schreiben

In einem ersten Schritt wird auf den Begriff Schreiben eingegangen. Er lässt sich laut FÜSSENICH (2003, 261)[1] in einen engeren und weiteren Sinn definieren. Beim ersten Fall handelt es sich um die graphomotorischen Prozesse, die sich auf die Erzeugung von sprachlichen und schriftlichen Äußerungen beziehen. Somit lässt daraus hervorgehen, dass sich das Schreiben in diesem Sinne lediglich auf die handschriftliche Verschriftungen von Buchstaben beschränkte. Allerdings bezieht sich das Schreiben im weiteren Sinne auf alle Ebenen der Planung und Schreiben von Texten. In diesem Sinne unterscheidet sich darüber hinaus das Schreiben als mentale und sprachliche Tätigkeit von anderen Fertigkeiten Sprechen und Lesen. Daraus lässt sich ableiten, dass Schreiben im weiteren Sinne in erster Linie die Produktion von Texten betrifft. LUDWIG (1995, 273-287)[2] hat sich mit dem Begriff Schreiben beschäftigt und er ist zu der Schlussfolgerung gekommen, dass das Schreiben vier Dimensionen aufweisen könnte. Es handelt sich um die technologische, wo das Schreiben als Handwerk zu sehen sei, d.h. es hat mit motorischen Fähigkeiten zu tun, wie der Einsatz von Handgelenk, Finger und Schreibarm. Diese Fähigkeiten unterscheiden sich je nach dem Einsatz von Schreibmedien, wie Computer oder Stift. Die semiotische Dimension bezieht sich auf das Schreiben als Zeichenproduktion, d.h. sprachliche Zeichen in graphische Form zu fixieren, um sie lesbar zu machen. Die linguistische Dimension betrachtet das Schreiben als sprachliche Handlung. Die operative Dimension bezieht sich auf die Integration des Schreibens in einen Handlungszusammenhang, d.h. das Schreiben kann selbstständig oder als eine Teilhandlung durchgeführt werden. Aufbauend auf diesem Befund ist er zu einer weiteren Schlussfolgerung gelangt, dass das Schreiben in zwei Kategorien zuzuordnen sei. Nämlich ein integriertes und nicht integriertes Schreiben. In diesem Sinne erfolgt die Integration der Tätigkeit des Schreibens in einen Handlungsprozess der Textproduktion, während sich das nicht integrierte Schreiben nicht im Kontext der Textproduktion vollzieht, wie z.B. isolierte geschriebene Wörter.

Schreiben in digitalen Medien

Seit der Einführung des Computers in den achtziger Jahren haben im Allgemeinen die Arten von Kommunikationen geändert und vor allem spielte dabei die Fertigkeit Schreiben eine relevante Rolle. So KRUMM (1989, 5)[3]. Es könnten virtuelle Schreibwerkstätten ins Leben gerufen werden. Ihre Bestandteile sind die elektronischen Medien wie E-Mail, Wikis und Social Software. Außerdem befinden sich die Teilnehmer solcher Schreibwerkstätten nicht in der gleichen Einrichtung, um Texte gemeinsam zu verfassen (vgl. PLATTEN, 2008)[4]. Das Schreiben am Computer erfolgt anders als bei den anderen normalen Schreibmitteln. Hierbei vollzieht es sich in erster Linie, worauf SCHMITZ (2003, 256)[5] hinweist, als ein zielorientiertes Problemlösen, d.h. andere Ziele des Schreibens, wie Abschreiben oder Niederschreiben stehen nicht im Mittelpunkt des Schreibprozesses. Außerdem bietet der Computer den Lernenden die Möglichkeit, mit der Schrift zu experimentieren. In einem weiteren Punkt sei er ein wichtiges Mittel zum Erlernen des Schreibens. In diesem Gedankengang führt ARENHÖVEL (1994)[6] aus, dass die Kinder dadurch schnelle Texte schreiben können als durch die Handschrift. Zudem macht der Computer die Schrift bei Kindern und Erwachsenen gleich, denn mit der Hand zeichnen sich Unterschiede in dieser Hinsicht ab. So POSTMAN (1983)[7].

Zur Rolle des Lehrers beim Einsatz vom Computer beim Schreiben von Texten äußert sich SCHMITZ (2003, 256)[8], dass sich die Rolle des Lehrers von einem Anleiter zu einem Helfer oder Berater ändert. In einem weiteren Punkt bietet der Computer den Vorteil, was schon getippt wurde, ganz leicht zu löschen. Somit ist er eine Hilfe bei den Überarbeitungen von Texten. Dies könnte mit Mühe bei handschriftlichen Revisionen erfolgen.

Was die Didaktik des Schreibens am Computer anbelangt, habe SCHMITZ (2003, 256)[9] auf den Mangel der Forschungen in diesem Bereich hingewiesen. Das Schreiben im Internet bzw. im Computer weisen viele Vorteile und Möglichkeiten für die Schreiber auf. Das Internet bietet die Gelegenheit, Texte zu erstellen. In diesem Sinne sei die technische Fertigkeit zur Bedienung des Computers allerdings gefragt.

Das Schreiben wird laut SCHMITZ, Ulrich (2003, 249ff.) auch von technischen Medien beeinflusst. Das Handschreiben ist anstrengender als das Schreiben mit Computer. Die Bedienung des Computers erfordert einfache körperliche Anstrengungen. Durch Computer kann man das Geschriebene beliebig ändern. Diese Änderungen beziehen sich u.a. auf Schriftart, Schrittgröße, Farbe….

In diesem Fall werden Schreibprozess und Schreibprodukt getrennt. Dadurch wird Schreiben flexibler, denn Inhalte können überarbeitet, gestrichen oder ergänzt. Dazu stehen dem Schreiber unzählige Erscheinungsformen zur Verfügung. Parallel dazu sind Schreibprogramme zur Silbentrennung und Rechtsschreibkorrektur hilfreich sein.

Die Makroautomatismen wie automatische Datums und Grußformelangaben, Synonymvorschläge und Textmuster können de Schreiber die Mühe ersparen. Des Weiteren hilft der Computer auch beim Rechtschreiben und Literatursammlung sowie Textplanung. Denken wird dabei allerdings nicht gefordert, was zur geistigen Trägheit führt. So SCHMITZ, Ulrich (2003, 249ff.)

[...]


[1] FÜSSENICH, I. (2003): Schreibschwierigkeiten. In: Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien/ Zürich

[2] LUDWIG, O. (1995): Integriertes und Nicht-Integriertes Schreiben. Zu einer Theorie des Schreibens: Eine Skizze. In: Baurmann und Weingarten, 273-287

[3] KRUMM, H.J. (1989): Thema Schreiben. Fremdsprache Deutsch. 1/89: 5-8.

[4] PLATTEN, E. (2008 ): Gemeinsames Schreiben im Wiki-Web- Aktivitäten in einer untutorierten Schreibwerkstatt für fortgeschrittene Deutschlernende. Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht. http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-13-1/beitrag/Platten1.htm. Zugriff am: 11.03.2013

[5] SCHMITZ, U. (2003): Schreiben und neue Medien. Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien und Zürich.

[6] ARENHÖVEL, F. (2003): Computereinsatz in der Grundschule. Donauwörth. 1994. In: Schmitz, U. Schreiben und neue Medien. Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien und Zürich.

[7] POSTMAN, N. (2003): Das Verschwinden der Kindheit. Frankfurt am Main. In: Schmitz, U. Schreiben und neue Medien. Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien und Zürich.

[8] SCHMITZ, U. (2003): Schreiben und neue Medien. Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien und Zürich.

[9] Ebd.

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Details

Titel
Das Schreiben in den digitalen Medien. Definitionen, Möglichkeiten und Anwendungsfelder
Hochschule
University of Oran
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V358135
ISBN (eBook)
9783668431072
ISBN (Buch)
9783668431089
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsch als Fremdsprache, DaF, Digitale Medien, Schreiben, Schrift, E-Mail, Schreibwerkstatt
Arbeit zitieren
Mohamed Chaabani (Autor), 2017, Das Schreiben in den digitalen Medien. Definitionen, Möglichkeiten und Anwendungsfelder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358135

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