Die Lebensverläufe von Männern und Frauen haben sich in den vergangenen Jahren gewandelt, was sowohl Auswirkungen im Privaten als auch in anderen Bereichen mit sich bringt. Die Familienstrukturen haben sich geändert, was zu einer Erschwernis für das Zustandekommen der Familie führen kann. Vor diesem Hintergrund behandelt diese Arbeit die Frage, was Familien- und Erwerbsarbeit heute bedeuten und welche Herausforderungen eine Vereinbarung, vor allem in der "Rush hour of life", also jener Zeit, in der der berufliche Einstieg mit der gleichzeitigen Familiengründungsphase zusammenfällt, mit sich bringt. Die Arbeit soll zudem der Frage nachgehen, wie Familie und Gesellschaft diese Phase unterstützen und entlasten können.
Zur Beantwortung der aufgestellten Forschungsfragen widmet sich die Arbeit zunächst der Darstellung der theoretischen Grundlagen und Definitionen wesentlicher Fachbegriffe. Anschließend wird die Problematik der "Rush hour of life" anhand der aktuellen Forschungsliteratur dargestellt und mögliche Maßnahmen zur Unterstützung junger Familien genannt. Danach wird eine mögliche Maßnahme zur Entschärfung der "Rush hour of life" exemplarisch mit Hilfe des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands diskutiert und interpretiert. Im Schlusskapitel, werden die Forschungsfragen anhand der bereits gewonnenen Erkenntnisse beantwortet, die Vorgehensweise kritisch betrachtet und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Forschungsfragen und Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Historische Betrachtung der Familien- und Erwerbsarbeit
2.2 Grundlegende Begrifflichkeiten
2.2.1 Rush-hour of life
2.2.2 Familie und Familienarbeit
2.2.3 Erwerbsarbeit und Berufstätigkeit
2.2.4 Work-Life Balance und Life-Domain Balance
2.2.5 Ausgewählte, bereits eingeführte, Leistungen zur Unterstützung von Familien
3. Darstellung der Problematik und Aufzeigen möglicher Gegenmaßnahmen
3.1 Ausweitung der finanziellen Mittel für junge Familien
3.2 Finanzieller Ausgleich bei gleichmäßiger Aufteilung der Erwerbsarbeit
3.3 Harmonisierung von Beruf und Familie
3.4 Neuverteilung der Geschlechterrollen sowie Vergabe der Haushaltsarbeiten an Dritte
3.5 Attraktive Anreize für die Familiengründung in der Ausbildung und dem Studium
3.6 Social Freezing
4. Diskussion
5. Schlussbetrachtung
5.1. Beantwortung der Forschungsfragen
5.2 Kritische Stellungnahme zur Vorgehensweise
5.3. Ausblick
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der sogenannten „Rush-hour of life“. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Hintergründe dieses Phänomens zu beleuchten, die Belastungssituation junger Familien zu analysieren und mögliche Lösungsansätze sowie politisch-gesellschaftliche Maßnahmen zur Entlastung zu evaluieren.
- Phänomen der „Rush-hour of life“ (zeitliche Verdichtung von Berufseinstieg und Familiengründung)
- Wandel von Familienstrukturen und Erwerbsarbeit im historischen Kontext
- Finanzielle und strukturelle Unterstützungsmaßnahmen für junge Familien
- Rolle von Geschlechterrollen, Haushaltsarbeit und Work-Life-Balance
- Diskussion von Lösungsansätzen wie „Social Freezing“ und flexiblen Arbeitsmodellen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Rush-hour of life
Sowohl die Familiengründung, als auch der Einstieg in das Erwerbsleben sind mit großen Herausforderungen verbunden. Eine Vereinbarung von Beruf und Familie in der Einstiegs bzw. Gründungsphase ist deshalb mühsam. Die Rush-hour of life ist, wie bereits in der Einleitung erwähnt, die Phase, in der sowohl die Familiengründung als auch der Berufseinstieg zeitlich zusammenfallen. Durch die heutigen Ausbildungsmöglichkeiten und Studienangebote, oder die Gelegenheit, auch mehrere Berufsausbildungen zu absolvieren sowie durch Weiterbildungen den beruflichen Stand aufzubessern, ist eine Verlängerung dieses Abschnitts üblich. Nicht selten wird infolgedessen die Familienplanung verschoben.
„Die lange Ausbildungsphase und der späte Berufseinstieg tragen zur späten ökonomischen Selbstständigkeit und damit zum Aufschub der Erstgeburt bei“ (Bertram; Bujard; Rösler, 2011, S. 91). Innerhalb der Ausbildung wird es vermieden, eine Familie zu gründen. Vor allem die besser ausgebildeten Frauen schieben eine Geburt auf oder vermeiden sie in dieser Phase ganz, da sie eine anschließende Vollzeitbeschäftigung als Voraussetzung für die Familiengründung ansehen. Die Frauen, welche im Vergleich weniger intensiv ausgebildet wurden und kein Studium absolviert haben, sehen in der Geburt eines Kindes noch eher eine Alternative zu einer, möglicherweise unsicheren, Berufswelt (vgl. Blossfeld, 2011, S 106 ff.).
Durch die Verschiebung der Familienplanung in eine Lebensphase, in der Sicherheit geschaffen werden kann, erhöht sich das Alter der Frauen bei der Erstgeburt. Allerdings ist es danach kaum noch möglich, mehrere Kinder zu bekommen. „Die niedrige Geburtenrate Deutschlands ist mit einem Aufschub der Geburten in ein höheres Alter verbunden, wobei die Zahl der Geburten im Alter von > 30 Jahren im internationalen Vergleich gering ist“ (Bertram; Bujard; Rösler, 2011, S. 98).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Arbeit durch den demografischen Wandel und das Phänomen der zeitlichen Überschneidung von Karriere und Familiengründung, was zur Forschungsfrage führt.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel von Familien- und Erwerbsarbeit sowie zentrale Begrifflichkeiten wie „Rush-hour of life“ und „Work-Life Balance“.
3. Darstellung der Problematik und Aufzeigen möglicher Gegenmaßnahmen: Hier werden aktuelle Probleme der Vereinbarkeit sowie verschiedene Unterstützungsansätze, von finanziellen Hilfen bis zum „Social Freezing“, detailliert analysiert.
4. Diskussion: Das Kapitel diskutiert kritisch die Vor- und Nachteile des „Social Freezing“ als Maßnahme zur Entzerrung der Lebensplanung.
5. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, Forschungsfragen beantwortet und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit kurz und prägnant zusammen.
Schlüsselwörter
Rush-hour of life, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Familiengründung, Erwerbsarbeit, Work-Life-Balance, Elterngeld, Geschlechterrollen, Haushaltsarbeit, Demografischer Wandel, Social Freezing, Fertilität, Familienpolitik, Lebenslauf, Ausbildung, Karriereplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die entstehen, wenn der berufliche Einstieg und die Familiengründung zeitlich in eine Lebensphase fallen, die als „Rush-hour of life“ bezeichnet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Rollenverteilung, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, staatliche Förderleistungen wie Elterngeld sowie die kritische Auseinandersetzung mit modernen Lösungsansätzen für junge Paare.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die Vereinbarkeitsprobleme zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Politik und Gesellschaft Familien in dieser intensiven Lebensphase besser unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien sowie familienpolitischer Konzepte, um die Thematik systematisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Darstellung der Problematik sowie der Evaluierung möglicher Gegenmaßnahmen, wie finanzieller Ausgleich bei Arbeitszeitverkürzung, familienfreundliche Studienstrukturen und der kontroversen Diskussion über „Social Freezing“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Rush-hour of life“, „Vereinbarkeit“, „Familienpolitik“, „Work-Life-Balance“ und „Fertilität“ geprägt.
Welchen Stellenwert nimmt die Haushaltsarbeit bei der Vereinbarkeit ein?
Die Autorin betont, dass die Haushaltsarbeit in Deutschland noch immer oft als Frauensache wahrgenommen wird und ein höheres gesellschaftliches Ansehen sowie eine gerechtere Verteilung essenziell für die Entlastung von Müttern sind.
Warum wird das Thema „Social Freezing“ so kontrovers diskutiert?
Das Thema ist ethisch und moralisch umstritten, da es zwar eine „Entzerrung“ der Lebensplanung verspricht, aber laut Experten gesundheitliche Risiken birgt und den gesellschaftlichen Druck auf Frauen erhöht, ihre Karriere der Familienplanung unterzuordnen.
Wie wirkt sich die „Rush-hour of life“ auf die Geburtenrate aus?
Die zeitliche Überschneidung führt dazu, dass Paare die Familiengründung oft nach hinten verschieben, was in der Regel zu einer niedrigeren Gesamtzahl an Kindern führt, da die biologische Fertilität mit zunehmendem Alter abnimmt.
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- Anonym (Author), 2015, "Rush hour of life". Herausforderungen in der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358141